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Thema: Angst, die eigene Meinung zu äußern

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  1. #1
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    Standard Angst, die eigene Meinung zu äußern

    Ich hab' eben an eine Situation vom vergangenen Wochenende denken müssen und eben daran, wie es mir damit ging.
    Es war so, dass ich mit ein paar Freunden abends in der Stadt war. Wir saßen nach dem Essen noch bei 'nem Glas Wein und haben überlegt, was mir mit dem Rest des Abends anfangen. Jedenfalls konnte oder wollte keiner sagen, was wir nun machen. Dann wollten wir abstimmen, aber an der entscheidenden Stimme haperte es natürlich. Eine Freundin von mir war genauso meinungslos, wie ich. Und nach 'ner Zeit machte mich das (unberechtigterweise) doch auch sauer.

    Ich bin irgendwie immer – oder jedenfalls meistens – so, dass ich "keine Meinung" habe. Ich trau mich sehr selten zu sagen, was ich vielleicht lieber machen würde oder lieber hätte. Das betrifft eigentlich jeden Bereich des Lebens.
    Ich will niemanden übergehen, mit dem, was ich sage. Lieber halte ich mich zurück, als jemand anderen zu übergehen oder dessen Wunsch/Bedürfnis unbeachtet zu lassen.
    Außerdem zeigen meine Erfahrungen, dass es für Andere uninteressant ist, was ich denke oder gerne hätte. Entweder wurde es immer komplett ignoriert oder eben mit einem übergangen.

    Aber ich will ja auch, dass das anders wird. Ich würde zum Beispiel auch gern mal sagen können "Ich würd' gern zum Baden gehen" ohne schon in dem Moment, wo ich es ausspreche, ein schlechtes Gewissen deswegen zu haben. Mal davon abgesehen, dass es eben noch unangenehmer wird, wenn sich mein Wunsch dann nicht erfüllt. Dann wünsche ich mir, dass ich nichts gesagt hätte und nehme mir für das nächste Mal wieder vor einfach meinen Mund zu halten.

    Ein Kreislauf also.
    Und wahrscheinlich kommt man aus diesem nichts anders raus, als es immer wieder zu versuchen und neue, andere Erfahrungen als die alten, zu machen. Aber es fällt mir eben jedes Mal auf's Neue sehr schwer.

    Na und ich wollte euch mal fragen, ob ihr dieses Problem vielleicht auch kennt oder kanntet? Und was man dagegen tun kann? Wie man sowas vielleicht üben kann oder zumindest damit umgehen lernt? Oder so.


    Liebe Grüße
    Fibra.

  2. #2

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    Hallo Fibra,

    mir geht es auch oft so. Irgend wer fragt was und von mir kommt nur ein "weiß nicht" oder "mir egal". Oft geht die ganze Sache dann nicht gut für mich aus weil dann genau das kommt was ich eigentlich will. Bei mir ist es auch die Angst irgendwas entscheiden zu müssen was andere eigentlich gar nicht wollen.
    Lieber halte ich mich im Hintergrund, auch wenn es mir oft nicht passt. Ich steck lieber zurück als anderen "in ihr Leben" zu reden.

    lg
    sweety

  3. #3
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    Bei mir war es früher auch so... Aber wie ich genau das geändert habe, weiß ich auch nicht... Allerdings nervt es mich inzwischen sehr, wenn andere das machen, sprich wenn andere immer zurück stecken und ihre Meinung nicht sagen, weil ich jede Meinung für sehr wichtig halte, um das Optimale heraus holen zu können.

    Liebe Grüße
    rose

  4. #4
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    @gelberose
    Es geht mir ja ein stückweit auch so. Bei anderen stört mich das ziemlich und ich werd da auch sehr leicht böse deswegen. Aber ich bin trotzdem genauso, und krieg's einfach nicht geändert.
    Is ja auch nicht so, dass ich nicht versuche. Aber das schlechte Gewissen, wenn ich was gesagt habe, ist noch schlimmer, als das Ärgernis und die Traurigkeit, dass ich's nicht geschafft habe etwas zu sagen.

  5. #5
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    Hi Fibra,

    du weißt ja ,mir gehts genauso. Solange ich mich einer Meinung anschließen kann, die so ungefähr hinkommt gehts ja noch. Aber wenn dann etwas gemacht wird/oder passiert was ich so gar nicht will, dann finde ich diese, ich nenn es Mal schwäche, schon echt blöd.

    Und einen Wunsch äußern? Doch, hab ich schon mal hinbekommen...und der wurde dann sogar erfüllt! (War in meiner so positiven Kur)....
    Ansonsten halte ich mich lieber vornehm zurück....
    Ich mag eben meine Meinung nicht über die eines anderen stellen....

    Nur im Familiären Kreis, sag ich schon mal was ich möchte...ob es dann auch gemacht wird, ist ne andere Sache. Aber da finde ich das nicht so schlimm wenn was anderes beschlossen wird.

    Ich halte mich halt für unwichtig....und somit sind es meine Wünsche auch...

    Wie man es ändern kann? Hm, keine Ahnung....immer wieder probieren denke ich, ist der beste Weg.

    lg
    desty

  6. #6

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    Bei mir ist es eher die Angst das man mich nicht mehr mögen könnte wenn ich meine Meinung sage. Also halt ich lieber meine Klappe ...

  7. #7
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    @ destiny
    So ähnlich war's bei mir in der Thera auch. Anfangs hab ich nie irgendwas gesagt. Irgendwann hab ich dann zumindest gesagt, was ich nicht machen will (Gestaltungs- oder Bewegungsthera). Aber dann kam die Forderung nach einem Gegenvorschlag und den hatte ich natürlich nicht. Irgendwann hab ich's dann geschafft selbst einen Vorschlag zu machen, zuerst wurde der "vertagt", weil die Theras schon einen Plan für diesen Tag hatten. In der nächsten Stunde habe ich's dann nochmal versucht, diesmal hatte keiner was dazu gesagt. Und beim dritten Mal meinten dann die Theras, ich hätte ja schonmal einen Vorschlag gemacht, warum wir den nicht umsetzen. Ich wusste natürlich nicht mehr, was sie meinten, weil schon Wochen dazwischen lagen. Ich bin zwar dahintergekommen, was sie meinten, aber natürlich hatte ich dann nicht mehr den Mut es nochmal zu erwähnen. Demzufolge passierte natürlich nichts.
    Und ein anderer Vorschlag, zu dem auch keiner was sagte, der ist auch im Sande verlaufen.
    Für ganz unwichtig halte ich mich inzwischen nicht mehr, was aber leider nur ein kleiner Fortschritt ist.


    @ sweety
    Ja stimmt, geht mir auch irgendwie so. Ich hab auch Angst mit meiner Meinung - oder besser gesagt mit meinen Wünschen und Bedürfnissen - anzuecken. Wie es eben in der Vergangenheit immer war.

  8. #8

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    Therapie ... oh graus ...!

    Man hat mich in ein Zimmer mit 2 Frauen gelegt. Die eine war "nur" nervig, die andere ätzend. Sie telefonierte von morgends um 7 Uhr bis spät abends. Nachdem ich echt am Ende war (nach 3 oder4 Tagen) bin ich zum Stationsarzt und redete mit ihm. Ich bat ihn mich in ein anderes Zimmer zu verlegen. Er meinte aber nur, es sei nun Teil der Therapie das ich der Frau sage das sie aufhören soll mit dieser ständigen Telefoniererei. Na ja, so schlecht wie es mir ging, ich hab mich nicht gewagt es ihr zu sagen. Stattdessen habe ich von morgens bis abends im Gang gesessen weil ich es auf dem Zimmer nicht aushielt.

    Das Ende vom Lied, ich hab mich geschnitten und bin aus der Klinik geflogen (ich wollt nicht fliegen, konnte nur mit der Situation nicht mehr umgehen)
    Und alles nur weil ich meine Meinung nicht sagen konnte ...

  9. #9
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    nee,nee bei mir war dieses "Wunschäußern" in der Freizeit, hatte nix mit Thera zu tun....und das fand ich viel wichtiger....

    Aber in der Thera hat das auch einmal geklappt, aber sie war auch sofort meiner Meinung und ich mußte nicht noch lange erklärungen abliefern....

    Wo mich dieses "nichts sagen können/ oder wollen", wirklich stört....ist in einer Beziehung....und das krieg ich einfach nicht geregelt..

    Und genau da ist es der Fall mit dem gemocht werden. Also sag ich meine Meinung und die ist nicht Stimmig mit der meines Partner hab ich auch ein schlechtes Gewissen, überhaupt was gesagt zu haben....

    Ist ein echt blödes Problem.....

    lg
    desty

  10. #10

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    Du hättest dem Stationsarzt konsequeter Weise spätestens 2 Tage später sagen müssen, daß Du jetzt gehst, Sweety.Weil Therapie hin therapie her, Du das jetzt nicht schaffst. -- Stattdessen hast Du die Situation zu deinem Problem machen lassen und er war fein raus.

    Ich kenne die Situation und war in die gleiche Falle getapt. Hatte 3 Monate eine Therapie durchgehalten, die zum Scheitern verurteilt war. Einfach weil ich pernament mich gegen so einen Scheiß verteidigen mußte, immer mehr in mich zurück zog, und gar nicht aus mir herraus kam.

    Leider wälzen dieserart viele Kliniken ihre Probleme auf die Patienten ab.
    Manchmal sogar mit therapeutischen Erfolg, nähmlich dann wenn einem der Kragen plazt, und wir nicht mehr bereit sind, die Schuld dafür bei uns zu suchen.

    Einerseits wollen und brauchen wir Therapie , anderseits ist Selbstverneinung das Gegenteil.
    Therapie in welcher Form auch immer, ist ein Weg zu uns selbst und Selbstakzeptanz.

    Womit ich nicht sagen will, daß wir vor jeden Konflikt davon laufen, oder wegen jeden Scheiß abbrechen sollten. -- Aber das hast Du ganz sicher nicht, dazu kenne ich dich gut genug.

    Aber wir merken durchaus, wenn wir auf der Stelle treten und einfach nicht weiter kommen. Dann ist es an der Zeit, daß Andere was ändern, und wir gehen, wenn die nicht können.
    Alles Andere zehr nur unnötig an unseren Kräften, wie auch an unserem Selbstvertrauen.

    Gruß Stehaufmänne

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