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Thema: Die angst vor der Angst// Vererbung?

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  1. #1

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    Standard Die angst vor der Angst// Vererbung?

    Hm, eigentlich war ich immer relativ unbelastet, was ängste und phobien angeht. Aber seit ein paar Jahren taucht diese problematik immer wieder mal auf.
    Oft in der form von Sozialphobie , wo ich es nicht mehr schaffe, mit den öffentlichen zu fahren und mich zeitweise auch nicht mehr raustraue.

    Seit ein paar Wochen ist eine neue Angst aufgetaucht. wenn ich im TV z.b. etwas "horrormäßiges" wie fratzen, verunstaltet menschen, "monster" o.ä. sehe, macht mir dies direkt keine angst . Doch wenn ich mich abends ins bett lege, tauchen ständig fratzen und andere szenarien vor meinen Augen auf.
    Inzwischen kann ich es auch nicht mehr ertragen, wenn meine Wohnung dunkel ist. Draußen ist das kein Problem, aber meine Wohnung ist immer hell erleuchtet (auch nachts), da ich sonst angst habe, dinge zu sehen, die eigentlich nicht da sind oder habe das gefühl, jemand ist hinter mir/in einer dunklen ecke.
    Sehr strange, da ich in meiner pubertät leidenschaftlich horrorfilme gesehen und bücher gelesen habe.

    Zum eigentlichen thema: Aus eben der angst , beim versuch einzuschlafen, schaue ich bestimmte sachen im tv nicht mehr, da ich gleich befürchte, dass sich diese Bilder "einbrenne" und ich sie eben vorm schlafen wieder vor augen habe. Teilweise trifft das auch zu, aber ich hatte diesbezüglich nie Alpträume o.ä.. Deswegen frage ich mich, wovor ich eigentlich angst habe

    Was kann man gegen diese Angst vor der Angst tun? Triggernde Sachen versuche ich ja nun schon so gut es geht zu vermeiden, aber alles geht auch nicht.

    Dann habe ich vor kurzem erfahren, dass auch sowohl meine Mutter als auch großmutter diese Angst vor "fratzen" haben/Hatten. Sind solche dinge irgendwie vererbbar?


    Okay, ziemlich lang geworden und etwas verwirrt. Vielleicht wollte ich es mir auch nur mal von der seele reden. Über Antworten jeglicher art würde ich mich jedenfalls freuen. Auch, da dieses thema eben recht neu für mich ist.

    LG, ashia

  2. #2

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    Um Ängste zu überwinden, kenne ich eigentlich nur eine wirklich gute Methode: In die Angst reingehen. Es ist nicht einfach und fordert oft auch viel Kraft, aber es ist die einzige Methode, eine Angst loszuwerden.
    Viele Ängste sind gar nicht wirklich Ängste vor der eigentlichen Sache, sondern sind auf anderem Wege entstanden. Nehmen wir zum Beispiel jemanden, der Angst vor Hunden hat aus welchem Grund auch immer. Wenn dieser Jemand irgendwann mal im Aufzug auf einen Hund trifft, löst das bei ihm Panik aus und beim nächsten Mal Aufzugfahren wird diese Erinnerung unbewusst wieder auftauchen und ihn daran hindern, den Aufzug zu nehmen. Jetzt hätten wir schon zwei Ängste. Vielleicht trifft er ein anderes Mal vor einem Supermarkt auf einen Hund, der ihn zu allem Überfluss auch noch ankläfft. Die Panik kommt wieder und dieser Supermarkt wird ebenfalls zu einer Tabuzone. Das wird immer so weiter gehen und irgendwann traut er sich kaum noch aus dem Haus, weil er überall auf einen Hund treffen könnte.
    Die beste Methode gegen diese Angst anzugehen wäre, genau das zu machen, wovor unser Jemand angst hat. Das hieße, die Person würde sich ganz bewusst mit Hunden in Kontakt bringen, oder ganz bewusst Aufzug fahren. Am Anfang ist es sehr schwierig, weil die Angst manchmal übermächtig groß sein kann. Aber mit der Zeit wird es schwächer werden und du wirst merken, dass die Dinge, die dir Angst machen, gar nicht so angsteinflößend sind und gar nicht so schlimm. Diese ganze Methode beruht auf dem sogenannten Bokanovsky Prinziep.

    Zu deiner Frage, ob Ängste vererbbar sind, würde ich ganz klar sagen, nein. Eine Angst oder, wie es in der Psychotherapie auch heißt, eine Angststörung sind Störungen in der Psyche, die im Prinziep auf eine Art Fehlprogrammierung zurückzuführen sind. Dass deine Mutter und deine Großmutter die gleiche Angst haben wie du, könnte auf Erzählungen zurück zu führen sein. Eltern sind oft Vorbilder und wenn sie dann vor etwas Angst haben, überträgt sich das oft auf die Kinder. Unbewusst denken wir als Kinder, wenn Mama und Papa angst davor haben, dann muss es wirklich schlimm und beängstigend sein. Auf diese Weise sind wir schon "vorprogrammiert", bevor die Angst überhaupt wirklich entstehen kann und werde für solche Ängste sensibler.

    Was passiert denn, wenn du Fratzen im Dunkeln siehst? Also, was geschieht dann in dir?
    Siehst du die Gesichter im Dunkeln "nur" vor deinem inneren Auge oder auch wirklich?

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen.
    Lg vom Würmchen

  3. #3
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    Hallo wattwurm,

    hab vielen dank für deine Antwort
    Ja, das mit dem ängsten konfrontieren ist mir bekannt. Aber ich habe irgendwie das gefühl, dass es trotzdem nicht besser wird. Zum beispiel bin ich teilweise ja drauf angewiesen, mit den öffentlichen zu fahren. aber es ist jedesmal ein horror. Oder seit ein paar wochen habe ich den hund meiner eltern in Pflege, um zwangsweise mindestens zweimal am tag raus zu kommen. Es gibt zwar tage, da geht es einigermaßen, aber i.d.r. muss ich mich doch zwingen, raus zu gehen. Da ist einfach ne riesen blockade, das haus zu verlassen, die auch bei täglicher "übung" nicht besser wird :/
    Aber die Konfrontationsmethode hat schon hohe erfolgszahlen soweit ich weiß.

    Ich habe ja noch das glück, dass es kein permanenter zustand bei mir ist, sondern immer phasenweise für ein paar wochen/Monate aufkommt. Vielleicht habe ich deswegen noch nicht richtig daran gearbeitet.

    Was passiert denn, wenn du Fratzen im Dunkeln siehst? Also, was geschieht dann in dir?
    Siehst du die Gesichter im Dunkeln "nur" vor deinem inneren Auge oder auch wirklich?
    Hm, was passiert dann... ich bekomme Angst und muss die augen öffnen, um Licht zu sehen und um das zu unterbrechen (es ist oft eine ständige abfolge von fratzen, wenn ich die augen zu lasse). Dann versuche ich bewußt von etwas anderem zu träumen, um das so zu übertünchen. Aber oft ist das nicht möglich, da gesichter immer wieder strange formen annehmen. Die augen zuzulassen und es auszuhalten schaffe ich leider nicht.
    Sehen tu ich das alles zum glück nur mit geschlossenen augen, nicht wirklich. Wenn ich die augen offen habe, ist halt immer nur die angst oder ein unbehagliches gefühl vorhanden (bspw. wenn ich von toilette komme, hab ich angst , dass jemand hinter mir her geht, aber rational weiß ich, dass es nicht so ist. Dreh mich dann immer um oder schau in alle ecken, um mich zu überzeugen, dass auch niemand da ist).

    Nun, das diese Angst nicht wirklich vererbbar ist, ist mir schon irgendwie klar. Nur war ich ziemlich verblüfft, als mir meine mutter das erzählt hatte. Und ich wußte vorher nichts davon, hab das zum ersten mal gehört, als ich meiner mutter von den Ängsten erzählt hatte. Halt weil es genau dieselben ängste sind.

    Komme ja bald für lange zeit in eine klinik und hoffe, dass ich da endlich alles, wirklich alles, angehen kann.

    LG, ashia

  4. #4

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    Konfrontation ist immer nicht einfacher und geht am besten, wenn man sich über mehrere Stunden am Stück und das mehrere Tage lang mit der Angst konfrontiert. Das hieße, du müsstest jeden Tag für mehrere Stunden raus gehen. Hast du es schon mit kleinen Schritten versucht? Wenn du zum Beispiel einen Vorgarten hast, könntest du dich mit einem Buch in den Vorgarten setzen und versuchen dort mehrere Stunden zu verbringen. Das ist noch in einem geschützten Rahmen, aber immerhin schon draußen. Oder eine bestimmte Strecke, die dir gefällt, immer wieder laufen. Das gäbe dir die Sicherheit von gewohnter Umgebung, aber du wärst trotzdem draußen.

    Was hilft, wenn Gedanken einfach nicht verschwinden wollen, ist Gedankenstop. So etwas ähnliches hast du im Prinziep schon gemacht, indem du bewusst an etwas anderes denkst. Allerdings ist es oft schwer schöne Gedanken zu haben, wenn man gerade mitten in einer Angst steckt. Da hilft es dann den logischen Teil des Gehirns anzusprechen und zu nutzen. Mein Therapeut hat mir dann immer geraten, ein Gedicht auswendig zu lernen, oder Matheaufgaben zu rechnen oder ähnliches. Dann ist das Gehirn abgelenkt. Ich mach's immer so lange, bis die Gedanken weg sind und ich ruhig genug bin, um mit meiner anderen Tätigkeit fortzufahren. Bei mir hilft es, dass ich meine Selbstmordgedanken unter Kontrolle halten kann und nicht in einer Kurzschlussreaktion etwas unüberlegtes mache.

    Was wichtig bei Ängsten ist, ist, dass man sie nie das Leben kontrollieren lässt. Ich kenn auch Tage an denen ich mich nur verkriechen möchte. Bei mir hat es dann meistens mehr damit zu tun, dass ich die Anwesenheit von anderen Menschen nicht ertragen kann, als dass ich nicht raus gehen kann. Gerade dann ist es wichtig raus zu gehen und den Kontakt bewusst zu suchen. Es hilft einem meistens, aus der Schleife wieder heraus zu kommen.

    Dass du in eine Klinik gehst, find ich gut. Dort werden sie dir auf jeden Fall am besten helfen können und es ist auch ein guter, geschützter Rahmen, um Ängste anzugehen. Ich wünsch dir viel Glück und Erfolg dafür.
    Lg vom Würmsche

  5. #5
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    vielen dank für die tips, wattwurm!
    Einen vorgarten habe ich zwar nicht, aber einen balkon. Ich werde heute versuchen, mich mal zu überwinden und zumindest für eine zigarettenlänge mich raus zu setzen. Mußte da vor kurzen was wegen dem sturm rein holen und das allein war schon schwer. Aber wenn man (ich) das von mal zu mal steigert, wirds vielleicht besser
    Man, vorletzten Sommer habe ich tatsächlich noch oft draußen gesessen und auch einfach die leute beobachtet...
    Jetzt fühl ich mich dort selbst von allen beobachtet :/

    wußte nicht, dass die konfrontation so lange sein muss. Dann werd ich mal versuchen, mich langsam zu steigern und auch längere runden mit meinem hund gehen.
    Wenn ich erstmal in der situation bin, ist es ja oft nicht so schlimm, wie befürchtet (eben angst vor der angst ). Also muss ich wohl dran arbeiten, mir mehr arschtritte zu verpassen


    Hast du denn ebenfalls ängste oder phobien? -konntest du diese überwinden oder kontrollieren?

    Gestern bin ich dank übermüdung endlich mal ohne große probleme eingeschlafen,sogar das licht konnte ich irgendwann ausmachen. Nur der TV läuft immer, damit zumindest etwas licht da ist. Aber immerhin.

    Hoffe mal, ich kann das etwas umsetzen, dank dir nochmal!

    LG, ashia

  6. #6

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    Moin Ashia,
    hat's geklappt, ein wenig auf dem Balkon zu sitzen? Das ist doch schon mal ein guter Anfang. Vielleicht kannst du dich selber dazu bringen, jeden Tag für eine viertel Stunde oder eine halbe Stunde auf dem Balkon zu sitzen. Mit der Zeit wird die Angst und das Unwohlsein dann geringer werden. Du könntest es auch in vielen kleinen Schritten versuchen, also zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen für zwei drei Minuten auf den Balkon und ein bisschen frische Luft tanken. Dann über den gesamten Tag verteilt immer wieder mal ein paar Minuten raus auf den Balkon und dann wieder zurück in die Wohnung. So gewöhnt man sich langsam dran, dass es nicht schlimm ist, draußen zu sein. Eine Angst braucht Zeit, bis sie überwunden ist.
    Ich hab selber Prüfungsangst und früher ziemlich damit zu kämpfen gehabt. Hätte beinahe auch dazu geführt, dass ich mit 16 die Schule geschmissen hätte, weil Klausuren so der Horror für mich waren. Ich bin heute zwar immer noch nicht wirklich "geheilt" von meiner Prüfungsangst und habe Tage, an denen ich nur mit Mühe und Not irgendwie durch eine Prüfungssituation durchkomme, aber es wird immer besser. Vor den letzten Klausuren bin ich zum Beispiel nicht mehr durchgedreht, hab die letzten Laborkurse überstanden, ohne vorher schon total in Panik zu geraten. Bei mir hat's damals auch nur geholfen, dass ich mich einer bestimmten Prüfungssitation immer und immer wieder aussetzen musste. Irgendwann wurde die Angst dann weniger und ich ruhiger. Ich hab da immer noch ein hartes Stückchen Arbeit vor mir, aber es wird besser. Vor einem Jahr zum Beispiel konnte ich nicht mals mehr Klavier oder Bratsche spielen, wenn ich wusste, es irgendwo jemand in einem anderen Zimmer, der mich hören kann. Tja, dann bin ich umgezogen und hatte die Wahl zwischen Nicht-mehr-spielen oder Jemand-kann-mich-hören und mittlerweile kann ich zumindest das ertragen. Irgendwann werd ich dann vielleicht auch wieder vor Leuten spielen können, ohne vorher zwei Tage lang fast nichts zu essen vor lauter Panik und nichts auf die Reihe zu bekommen.
    Bei mir kommt noch eine Pferdeangst dazu. Aber in der Stadt trifft man zum Glück ziemlich selten auf Pferde und deshalb ist das nicht so ein Problem. Na ja, mein Therapeut ist da zwar immer anderer Meinung und bearbeitet mich seit über einem Jahr, dass ich endlich meine Pferdeangst angehe. Mittlerweile hat er mich auch schon fast soweit, dass ich es ernsthaft in Erwägung ziehe. Es ist auch ein unglaublich tolles Gefühl, wenn man merkt, dass eine Angst geringer wird. Ich belohne mich dann auch immer dafür, wenn ich etwas geschafft habe, was mir unglaublich Angst macht. Die größte Belohnung ist dann allerdings das Gefühl, dass ich meine Angst für diesen Moment überwunden habe und stolz auf mich sein kann.

    Setz dich selber nicht allzu sehr unter Druck, dass du die Angst möglichst schnell los werden musst. So etwas braucht seine Zeit und irgendwann merkt man meistens, dass die Angst wesentlich besser geworden ist. Jeder braucht unterschiedlich viel Zeit. Ich hab zum Beispiel fast vier Jahre gebraucht, bis ich meine Prüfungsangst jetzt soweit im Griff habe, dass ich damit leben kann und sie kontrollieren kann und sie nicht mehr mein Leben kontrolliert. Bist du eigentlich in Behandlung?

    Lg vom Würmchen und viel Kraft für die Balkonzeit

  7. #7
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    Hi,
    ui, du hast aber ein ganz schönes päckchen zu tragen :/ Freut mich aber, dass du es langsam in den griff bekommst
    Ist wirklich mist, wenn die lebenspläne drohen , an so etwas zu scheitern. Meine Schule (abi nachholen) mußte ich auch erstmal wegen den ängsten schmeißen. Aber zum glück hab ich einen netten direx, so dass ich dort jederzeit weitermachen kann.

    Gestern hab ich es leider nicht mehr geschafft auf den Balkon. Dafür hab ich heute ein kleines erfolgserlebnis gehabt, da ich mal mit meinem hund in eine belebtere Straße gegangen bin und dann mit ner Freundin einen cafe getrunken habe. Den hund habe ich mit rein genommen. Das hätt ich unter anderen umständen nicht geschafft, wäre hypernervös geworden, hätte mich beobachtet gefühlt, usw. Aber die gedanken konnte ich heute ganz gut verdrängen. Der Hund ist da schon ein gutes "Trainig"

    Aber gerade scheint die sonne - die nächste kippe wird auf dem balkon geraucht. Unter druck setz ich mich nicht übermäßig, da ich weiß, dass auch wieder phasen kommen, wo es besser wird. Aber ich will mich auch in schlechten phasen nicht mehr so einschränken lassen.

    Heute abend kommt eine neue Belastungsprobe - bin zum essen in ein neues restaurant eingeladen. Normalerweise kann ich das gar nicht ab, irgendwo rein zu müssen, wo ich noch nie war und mich nicht auskenne. Aber anscheinend habe ich heute einen guten tag, wo ich mir auch das zu traue. Und raus muss ich deswegen auch nochmal. nicht weit, aber immerhin.

    Wie du vielleicht merkst, sind meine ängste ziemlich zerstreut. Es gibt gute und schlechte tage und ich will dran arbeiten, auch alles an schlechten tagen zu schaffen. Und wie du schreibst - die angst sollte nicht das leben kontrollieren, dann wirds unschön.

    In Behandlung direkt bin ich atm nicht. Bin nur alle paar Wochen bei meiner psychiaterin. Aber in ein paar Wochen gehe ich für ein paar Monate langzeit stationär und hoffe, ich kann da an allem arbeiten.
    Da gibt es auch pferde und man kann reiten, kannst ja mal vorbei schauen

    vor allem, da ich danach wieder mein Abi aufnehmen will. Das ist u.a. datran gescheitert, dass ich den weg nicht mehr geschafft habe :/

    So, jetzt ab auf den balkon

    LG und alls gute für deinen weiteren weg!
    ashia

  8. #8

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    Und, hat's geklappt mim Balkon gestern?

    Ich find's sehr gut, dass du an deiner Angst arbeiten willst. Das ist immer erst einmal der erste Schritt, um damit fertig zu werden. Bei mir war's mehr ein "Ich muss dran arbeiten, damit ich mein Abi schaffe" als ein "Ich möchte daran arbeiten, um mir ein besseres Leben zu ermöglichen". Heute heißt's bei mir auch "Ich möchte es für mich tun" und nicht mehr "Ich muss es tun". Dann fängt man auch wirklich an daran zu arbeiten und ist bereit, in die Angst reinzugehen. So etwas braucht wie gesagt viel Zeit.

    Übrigens herzlichen Glückwunsch zum Cafebesuch gestern. Das ist doch schon ein großer Erfolg. Du hast etwas geschafft, dass du dir normalerweise nicht zugetraut hättest und ich finde, das ist verdammt viel. Hast du's denn auch ein bisschen gefeiert?
    Ich feiere mittlerweile jeden kleinen Erfolg. Manchmal feier ich auch die Misserfolge, damit sie ihren Schrecken verlieren. Rückfälle gibt's leider immer wieder und nicht allzu selten. Aber gerade die bringen uns in der Regel weiter.

    In was für eine Klinik gehst du denn? Eine psychosomatische? Ich drück mich immer geschickt um Kliniken mit Tieren und ähnlichem drumherum. In denen, in denen ich war, gab's immer nur Menschen und auch keine Reittherapie. Woran das wohl liegt... Na vielleicht irgendwann mal, wenn ich mein Leben sonst soweit im Griff habe.

    Viel Erfolg beim nächsten Balkonangriff und lg vom Wurm

  9. #9
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    Ja, hat geklappt mit dem balkon Zumindest eine kippenlänge. Heute schüttet es leider wie aus eimern, mal schauen, ob ich mich mal ne trockene phase erwische.

    Finde es auch wichtig, diese sachen für sich selber zu tun und nicht, weil "man muss" oder weil es andere wollen. Habe auch jahrelang immer nur für andere an mir gearbeitet, da ist aber leider nicht viel raus gekommen und ich steh noch genau da, wo ich schon vor 10 Jahren stand.
    Ich bin ziemlich froh, dass es endlich klick gemacht hat und ich jetzt wirklich für mich dran arbeite.

    Hm, nein gefeiert habe ich das nicht. Wie feierst du solche momente? Ich hab eh arge probleme, mir etwas gutes zu tun, bzw raus zu finden, was dies überhaupt sein könnte

    Die klinik ist ne "Fachklinik" für doppeldiagnosen, also Drogen und eben psychische erkrankungen. Psychosomatische kliniken und psychiatrien hab ich einige hinter mir, leider ohne erfolg. Ich setze echt alle hoffnungen in den aufenthalt dort, denn alles andere wurde irgendwie schon probiert.
    Vielleicht kannst du auch in eine klinik gehen, gerade um dein leben in den griff zu bekommen? Wenn du es sonst soweit im griff hast - was kann dir die klinik dann noch geben?
    Also keine angst , ich will niemanden zu klinikaufenthalten überreden, mir ist nur deine argumentation nicht ganz schlüssig
    In welchen warst du denn bisher und haben sie etwas gebracht?

    lg ashia

    edit: Ich habe gerade in einem anderen thread gelesen, dass du nicht in D wohnst? Darf man fragen, wo du dich gerade aufhälst? Sorry, wenns zu OT wird.
    Geändert von Ashia (02.03.2008 um 10:56 Uhr)

  10. #10

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    Ist ja super, dass es zumindest schon für eine Kippenlänge geklappt hat. In kleinen Schritten kommt man auch ans Ziel und meistens viel sicherer.
    Ich versuch mich für so etwas immer mit etwas zu belohnen, worauf ich gerade lust habe. Das kann ein gutes Essen sein, oder eine extra halbe Stunde Musizieren oder vielleicht auch ein Buch, dass ich schon seit Wochen haben wollte, aber immer gedacht habe, da habe ich das Geld nicht für. Einfach irgend etwas, dass mir Freude macht oder mir zeigt, dass ich etwas geschafft und geleistet habe. Sich selber zu belohnen ist bei Ängsten meiner Meinung nach ziemlich wichtig. Es hilft, der Psyche zu zeigen, dass es sich trotz des ganzen Stresses und der Unangenehmheiten wirklich gelohnt hat. Dann bleibt meistens auch nicht das Gefühl der Angst , das man dabei ausgestanden hat, im Gedächtnis sondern vielmehr das Gefühl von Freude, das mein bei der Belohnung gefühlt hat. Es ist so eine Art Rückkoppelung und hinterlässt einen angenehmen Eindruck, der beim nächsten Mal helfen kann, den Mut zu finden wieder in die Angst hineinzugehen.
    Ich habe zum Beispiel noch ein unangenehmes Gespräch vor mir, was mir ziemlich viel Angst macht. Aber ich überlege schon im Voraus, womit ich mich dann hinterher belohnen könnte. Dann will ich das unbedingt machen, weil ich so scharf auf meine eigene Belohnung bin. Ist für mich also auch eine Möglichkeit mich selber anzutreiben.

    Klinikaufenthalt steht bei mir im Moment auch wieder zur Debatte. Ich überlege schon seit längerem, ob es nicht vielleicht noch mal sinnvoll wäre. Ist nur etwas schwierig, weil ich keine durchgängige Therapie mehr mache und die Krankenkasse es dann unter Umständen nicht bewilligt. Zudem lebe ich auch noch in Schottland und das erschwert das Ganze noch mal ein bisschen, weil ich dann alles auf die Entfernung regeln muss. Ich will natürlich auch noch nach Scheidegg in eine Privatklinik und da ist die Krankenkasse dann noch ein wenig eigenwilliger. Aber mal schauen, ob ich den Gutachter nicht irgendwie überzeugen kann. Mein Therapeut wäre wahrscheinlich auch sehr angetan davon, wenn ich mich endlich bereit erkläre, wirklich an mir zu arbeiten.

    Lg vom Würmchen und einen schönen Tag

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