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Thema: Hilfe - Ich liebe eine Drogenabhängige !

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  1. #1

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    Standard Hilfe - Ich liebe eine Drogenabhängige !

    So, dann will ich mal anfangen, euch meine Geschichte zu schreiben und hoffe auf wertvolle Tip´s aber auch um Hilfe, wie ich mit meiner "Freundin" und ihrer Drogensucht umgehen soll oder kann. Aber erstmal der Reihe nach....

    Vor ein paar Wochen lernte ich meine "Michaela" ( ist nicht der richtige Name ) kennen und schnell war es passiert, ich hab mich in sie verliebt ! Allerdings kam mir das ein oder andere Verhalten von ihr schon von Anfang an komisch vor. So z.B. als wir mal was trinken waren, verschwand sie 30 Minuten auf die Toilette oder sie wollte plötzlich zum Bahnhof um auszutreten, was dann auch ne geraume Zeit dauerte. Ich dachte mir erst gar nichts dabei, aber komisch kam mir das schon vor...

    Na ja es kam was kommen musste, irgendwann haben wir dann auch miteinander geschlafen und als wir so kuschelnd dalagen, sah ich dann aufeinmal das ihre Arme von Einstichstellen übersäät waren. Ich war total geschockt ! Sie hat mir dann "gebeichtet" das sie Kokain spritzen würde. Ich war mit dem Thema nicht sehr vertraut, also hab ich das erstmal auch geglaubt !

    Was jetzt folgte war ein Sumpf aus Lügen, Enttäuschungen, Tränen etc. Sie hielt Verabredungen nicht ein, log mich an, manchmal hatte ich das Gefühl das sie schon gelogen hatte, wenn sie nur den Mund aufgemacht hat. Dann kam irgendwann der nächste Schck für mich, ich musste mit ansehen, wie sie sich einen Druck gesetzt hat ! Dabei wurde mir kotzübel und ich hatte das Gefühl, als wenn es mir den Boden unter den Füßen weghauen würde.

    Es tat unendlich weh, zu sehen, wie ein Mensch den man sehr, sehr mag, das macht oder machen muß. Eigentlich wollte ich sie jetzt fallen lassen, wenn ich ehrlich bin. Denn ich hatte zusätzlich auch das Gefühl, das sie mich als "lieben Onkel" sieht, der sie mal von A nach B fährt oder vielleicht auch mal Kohle abstauben kann.

    Aber gleichzeitig bekam ich auch das Gefühl ihr helfen zu müssen und so gehe ich jetzt schon über mehrere Wochen einen Weg, obwohl ich nicht mal weiß, ob das was ich tue richtig oder falsch ist.

    Was ich alles so mache ? Ich bin einfach für sie da, rede viel mit ihr und versuche sie dazu zu bewegen eine Therapie zu machen, dränge sie aber nicht. Ich kaufe ihr mal was zu essen oder zu trinken, gebe ihr aber kein Bargeld. Schreibe ihr Briefe auf die sie sich immer sehr freut die ich ihr dann auch immer vorlesen muß ! Das mag sie sehr. Ich gebe ihr einfach das Gefühl, das es da jemanden gibt, der an sie glaubt und der für sie da ist. Ich glaube das tut ihr gut.

    Mittlerweile hab ich auch wirklich das Gefühl, das sie es ehrlich mit mir meint. Sie sagt auch das sie mich liebt, aber trotzdem habe ich immer auch meinen Zweifel daran, weil sie mich schon so oft angelogen hat. Aber sie öffnet sich immer mehr und so kam nun zu Tage, das sie nicht Kokain sondern Heroin konsumiert. Um den Scheiß zu finanzieren geht sie auf den Strich. Sie hat wohl auch schon Therapien hinter sich und auch schon kalte Entzüge gemacht.

    Sie redet immer öfters, von sich aus, das sie aufhören möchte. Das würde mich natürlich sehr glücklich machen, aber ich hab auch gesehen wie schlecht es ihr geht, wenn sie auf Entzug ist. Ich weiß nicht, ob sie es wirklich ernst meint, oder ob sie mich nur bei der Stange halten will, keine Ahnung.

    Und klar hab ich mit Freunden und sogar mit meinem Hausarzt über das Thema gesprochen und fast jeder sagt zu mir, ich soll sie fallen lassen, ich hätte keine Chance sie da raus zu holen. Nur meine beste Freundin steht hinter mir, auch wenn sie sich große Sorgen macht.

    Dazu kommt dann noch ein großer Altersunterschied, ich bin 35 Jahre alt, sie ist 22 Jahre alt ! Da höre ich halt auch immer, das sie mich ausnutzen will usw. Aber eins hab ich ihr ganz klar gesagt, das sie nie und nimmer Geld von mir bekommen wird. Und bis jetzt hab ich das auch durchgehalten, auch als sie schlimm auf Entzug war.

    Ich liebe meine Michaela wirklich sehr, und würde mir nix mehr wünschen als das sie da raus kommt, aber ich merke auch, das mich das ganze doch sehr stark belastet und langsam geht mir die Kraft aus. Wie seht ihr das, gibt es eine Chance oder ist alles vergebene Mühe ??? Bin gespannt auf eure Antworten und freue mich darauf.

    Liebe Grüße

  2. #2

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    Hallo Heino,

    ich kann nicht erkennen, wo deine Freundin zeigt, dass sie vorhat, diesen Zustand zu ändern. Sie hat dich nach und nach in ihr Leben "eingeführt", dir gezeigt wie es abläuft. Meine Güte, sie hat sich sogar schon vor dir einen Hit gemacht. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich von ihr aus etwas an der Situation ändern wird. Sie will nicht aufhören.

    Dieses "Helfer-Syndrom" ist sicherlich nichts neues in deinem Leben, oder?

    LG, alive

    liebst du wirklich diese Frau, oder geht es nicht viel mehr darum, dass du jemanden gefunden hast, bei dem du deine Co-Abhängigkeit ausleben kannst?

  3. #3
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    Zitat Zitat von alive Beitrag anzeigen
    Hallo Heino,

    ich kann nicht erkennen, wo deine Freundin zeigt, dass sie vorhat, diesen Zustand zu ändern. Sie hat dich nach und nach in ihr Leben "eingeführt", dir gezeigt wie es abläuft. Meine Güte, sie hat sich sogar schon vor dir einen Hit gemacht. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich von ihr aus etwas an der Situation ändern wird. Sie will nicht aufhören.
    Am Anfang hatte ich auch nicht das Gefühl, das sie was ändern will ! Aber sie redet jetzt immer häufiger davon aufzuhören und das von sich aus. Das macht mir eben ein wenig Hoffnung, das sie wenigstens mal drüber nachdenkt. Ab sie es fest vorhat, kann ich natürlich nicht sagen, ich kann ja nicht in ihren Kopf reinschauen.

    Zitat Zitat von alive Beitrag anzeigen
    Dieses "Helfer-Syndrom" ist sicherlich nichts neues in deinem Leben, oder?
    Doch, das ist schon was neues für mich ! Normalerweise hab ich gerne mal weggesehen wenn es unangenehm werden konnte.

    Zitat Zitat von alive Beitrag anzeigen
    liebst du wirklich diese Frau, oder geht es nicht viel mehr darum, dass du jemanden gefunden hast, bei dem du deine Co-Abhängigkeit ausleben kannst?
    Ganz klares JA ! Ich liebe diese Frau und das von ganzem Herzen, sonst hätte ich schon lange das Handtuch geworfen. Aber ich merke natürlich auch, das ich immer tiefer da rein rutsche.

  4. #4

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    Hast du mit ihr mal darüber geredet, wie sie sich das Aufhören vorstellt? Was will sie in ihrem Leben verändern, warum will sie das und welchen Weg will sie dazu gehen?

    Eins machst du schon mal goldrichtig, nämlich dass du ihr kein Geld gibst. Solange sie drauf ist, werden ihr die dollsten Geschichten einfallen, damit du ihr doch mal was gibst. Bleib da bitte eisern und lass es vor allem niemals zu, dass sie dir ein schlechtes Gewissen einredet, denn ich bin sicher, dass sie das tun wird. Ganz allein sie selbst ist für sich selbst verantwortlich und nicht du. Wenn sie mal entzügig sein sollte, ist auch das ganz allein ihr Problem. Werd nicht schwach, weil du sie nicht leiden sehen kannst, oder weil sie dir mit irgendwas droht.

    LG, alive

  5. #5
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    Hallo Alive !

    Danke schonmal für deine schnellen Antworten ! Mhhh, wie sie aufhören möchte, sie will es unbedingt kalt machen, ich will das sie wenn sie es wirklich möchte in eine Therapie geht ! Wir diskutieren viel über das Thema und oft gibt es dann auch mal Streit !

    Die Sache mit dem Geld hab ich mir fest vorgenommen und wie gesagt, bis jetzt auch durchgehalten. Auch wenn ich zugeben muß, das ich fast schwach geworden bin, als sie auf Entzug war. Ich meine ich hab gesehen das es ihr richtig dreckig ging, aber ich habs geschafft und ihr kein Geld gegeben. Da war ich später ehrlich gesagt etwas stolz auf mich selbst. Aber es tat schon weh, zu sehen wie sie leidet !

    Danke nochmals und liebe Grüße !

  6. #6
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    Reden allein macht nicht clean... Ich seh das ähnlich kritisch wie alive... Ganz klar: Sie muss Therapie machen, stationären Entzug, anders wird es nicht gehen. Wie hat sie reagiert, als du das Thema Therapie angesprochen hast? Du alleine bist damit überfordert. Du kannst für sie da sein und ihr vielleicht bissel Kraft geben, aber alles andere ist Sache von Profis!!!

    Aber ich finde es toll, dass du nicht weg schaust, dass du helfen willst! Aber behalte auch dich selbst im Auge!!!

    Liebe Grüße
    rose

  7. #7

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    Sei mir bitte nicht böse, du wolltest ja ehrliche Worte!
    Aber irgendwie liest sich das für mich wirklich so, als wenn du da deine Überlegenheit auslebst!
    Ich meine, mal ehrlich: Der Altersunterschied ist schon krass, wenn der Jüngere grad mal knapp über 20 Jahre alt ist!
    Das ist definitiv eine ganze Generation...

    Denke mal darüber nach, was passiert, wenn die "Verliebtheit" aufhört!
    Du wirst sie dann einfach fallen lassen.

    Eines ist ganz klar: Fast jeder Süchtige ist aufhörwillig und es wird immer erst Morgen sein.Es besteht einfach die Gefahr, dass du mindestens zum CO-Abhängigen wirst.
    Bzw. auch aus einer Mischung zwischen Neugierde, Hoffnungslosigkeit und falsch angelegter Solidarität selber anfängst dich zu betäuben!

    Viel Kraft & bleib sauber! LG.Ganesha

  8. #8

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    Ich kann mir vorstellen, wie schwer es für dich sein muss, sie leiden zu sehen. Aber überleg mal, wenn du schwach werden würdest und ihr Geld gibst, würdest du damit ihre Abhängigkeit unterstützen. Sie hätte dann einen Grund weniger, aufzuhören. Du kannst wirklich stolz auf dich sein, dass du so eisern bleiben konntest.

    Zum Thema einfach nur kalt entgiften kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen, dass das überhaupt nichts bringt. Sobald der letzte Entzugsschmerz vergangen ist, wird er auch schon wieder vergessen. Als abschreckende Maßnahme dient er also nicht wirklich. Kalt zu entgiften kann sogar gefährlich sein. Man sollte das nur unter ärztlicher Aufsicht machen, sprich in einer Klinik, die auf Entgiftung spezialisiert ist. Eine reine Entgiftung (warm oder kalt) ohne anschließende stationäre Therapie macht für mich persönlich eh nicht viel Sinn, allerdings kann ich ja nicht für andere sprechen. Du sagst, dass deine Freundin schon Therapien hinter sich hat. War sie da stationär oder hat sie das ambulant gemacht? Wie lange gingen die jeweils und hat sie die freiwillig gemacht? Das ist alles wichtig, denn man kann auch in einer Therapie die Zeit einfach absitzen, ohne mitzuarbeiten. Das bringt natürlich dann überhaupt nichts.

    LG, alive

  9. #9
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    Zitat Zitat von ganesha Beitrag anzeigen
    Sei mir bitte nicht böse, du wolltest ja ehrliche Worte!
    Aber irgendwie liest sich das für mich wirklich so, als wenn du da deine Überlegenheit auslebst!
    Überlegenheit ? Ich fühl mich alles andere als überlegen ! Ich weiß jetzt nicht so genau was Du damit meinst ?!?

    Zitat Zitat von ganesha Beitrag anzeigen
    Ich meine, mal ehrlich: Der Altersunterschied ist schon krass, wenn der Jüngere grad mal knapp über 20 Jahre alt ist!
    Das ist definitiv eine ganze Generation...
    Nun ja, eine ganze Generation ? *schmunzel* Es sind 13 Jahre unterschied, für die einen viel, für die anderen nicht so viel ! Mein Vater war auch 12 Jahre älter als meine Mutter und die beiden haben eine harmonische, glückliche Ehe geführt ! Und ich kann ja nun leider auch mal nicht steuern in wen ich mich verliebe. Ich hab mich ja am Anfang dagegen versucht zu wehren, aber ich hab leider keinen Knopf wo ich meine Gefühle ausschalten kann !

    Zitat Zitat von ganesha Beitrag anzeigen
    Denke mal darüber nach, was passiert, wenn die "Verliebtheit" aufhört!
    Du wirst sie dann einfach fallen lassen.
    Und was soll ich jetzt deiner Meinung nach tun ? Ich meine es gibt für nichts Garantien im Leben !

    Ansonsten danke für die Antwort ! Und klar sollt ihr ehrlich und direkt sein. Es nutzt mir ja nun auch nichts wenn ihr mir Honig ums Maul schmiert und ich dann doch nicht schlauer als vorher bin !

  10. #10
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von alive Beitrag anzeigen
    War sie da stationär oder hat sie das ambulant gemacht? Wie lange gingen die jeweils und hat sie die freiwillig gemacht? Das ist alles wichtig, denn man kann auch in einer Therapie die Zeit einfach absitzen, ohne mitzuarbeiten. Das bringt natürlich dann überhaupt nichts.

    LG, alive
    Es war eine stationäre Therapie ( die letzte ) und sie ging glaube ich, wenn ich es jetzt richtig in Erinnerung habe 12 Wochen ! Die Therapie hat sie gemacht, weil ihre Mutter Druck gemacht hatte ! Nach allem was ich gelesen habe, ist eine erfolgreiche Therapie nur dann möglich, wenn es von dem Süchtigen selbst ausgeht, aufzuhören ?!?

    Vielen, vielen Dank für deine Hilfe !

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