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Thema: Und morgen ist schon Tag 8 ohne ALK & THC

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  1. #1

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    Standard Und morgen ist schon Tag 8 ohne ALK & THC

    Hallo Ihr Lieben,

    viele von Euch sind ja ganz schön weit. Ich bin nur bei Tag 7 ohne ALK & THC und verstärkt depressiv aufgrund meiner ausschweifenden Alltagsprobleme. Und natürlich treten die üblichen Entzugssyndrome wie Nervosität, Konzentrations- und Schlafverlust, etc. auf. Mal sehen, wie es noch so wird. Habe insgesamt 12 Jahre - ziemlich schrägen Misch - Konsum (auch Pilze und Schnüffelstoffe, aber eher selten) hinter mir und bin am Nullpunkt angelangt. Zum Glück habe ich in dieser Woche eine neue Arbeitsstelle aufgenommen, und werde hier mal – nicht zugedröhnt – meine Aufgaben erledigen. Mein Körper befindet sich in der Entwöhnungsphase, wobei sich gleichzeitig Suchtdruck aufbaut – ein ziemlich spannendes Selbstexperiment. Und ich fühle mich unendlich – physisch und psychisch – schlecht, aber ich wusste, was auf mich zukommt. Bitte entschuldigt meinen Zweck-Pessimismus - und das Stückchen Selbstmitleid, aber manchmal tut das ganz gut. Vielleicht ist das Leben manchmal wie eine Schachtel Pralinen, man weiss nie, was wirklich drin ist...



    Und morgen ist schon Tag 8 ohne ALK & THC , yippi (lächel)

    Euch allen G24h – nur für heute…

    Mickey

    PS. Schön, dass es Euch und dieses Forum gibt...
    Geändert von Mickey69 (06.07.2010 um 15:55 Uhr)

  2. #2

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    Ey - du kämpfst!
    Da darfste ruhig auch laut leiden *find*
    Das mit der neuen Arbeitsstelle, ist ja wohl nur klasse, finde ich!
    Pinze, jammere, fluche - aber bleib stur und clean!!!

    Machs gut. LG.Ganesha

  3. #3
    Themenstarter

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    Hallo Ganesha, hallo Forum…

    und ich liebe Deine Weisheit - aber es ist schwierig, stark zu sein. Viele Dinge in meinem Leben sind zerbrochen (Beziehung, Karriere, Träume…), und alles hat mit meinem Abhängigkeitssyndrom zu tun. Nun muss ich aus diesem Teufelskreis raus. Die Schlafstörungen letzte Nacht haben mir nur 3 Stunden Tiefschlaf gegönnt, und trotzdem bin ich wieder hellwach.

    Ach ja, der Grund für meine Abhängigkeit; die Liebe zu einer Frau, die Intensität der Leidenschaft – das ist ja alles so einfach. THC hat neugierig gemacht, geblieben ist die teuflische Sucht . Wahrscheinlich werde ich mein Leben lang abhängig bleiben, selbst wenn ich clean bin – das habe ich wenigstens begriffen. Das sind also die Perspektiven.

    Manchmal fühle ich mich schwach, so wie jetzt, aber darum schreibe ich eben diese Zeilen.

    Liebe Grüsse wünscht

    Mickey
    Geändert von Mickey69 (06.07.2010 um 19:01 Uhr)

  4. #4

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    Hallo @ all
    Erstmal auch von mir großen respekt an euch,find es super das ihr euch zu diesem Schritt entschieden habt und mit dem kiff in den Hintern getreten habt .
    Ich bin Politox und habe mir 34 Jahre lang alles in die Birne geknallt was ich in die Finger bekam aber meine Lieblingsdroge waren Medis und das Hasch,tägl.und exerssiv.
    Bin jetzt seit 17 Monate clean und kann mitlerweile sagen das ich es nicht bereue mich zu diesem Schritt entschlossen zu haben auch wenn er genauso hart anfing wie bei euch.
    Ja es hat sich auch sehr viel verändert ,klar mein Schlafrythmus ist die einziegste Katasthrofe aber ansonsten erlebe ich immo so viel tolles und intensives glücksgefühl das hätte ich niemals geglaubt.Ich dachte immer ich könnte nie in meinem Leben ohne Dope leben und auch noch glücklich sein.
    Also euch und mir natürlich weiterhin viel Kraft und sturheit.
    Und wie sagt Gane immer so schön:
    Immer heiter weiter,hihi!!!
    G.L.g.von der Hexy

  5. #5
    Themenstarter

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    Hallo Hexy, hallo Forum,

    in der letzten Nacht wurden mir fünf Stunden Tiefschlaf gegönnt, bin chronisch müde und am „Tag 8“ angelangt. Respekt für Euch alle, die es weiter geschafft haben. Zum Glück ist bei mir auf der Arbeit heute nicht viel los, so dass ich im Büro etwas „chillen“ kann. Die Aussagen von Ganesha finde ich übrigens super, da er eine entspannt abstrakte Sichtweise auf die Dinge hat.

    Das Leben ohne illegale Substanzen wird langweilig, THC & ALK hatten im Bereich Erotik & Co. eine große Rolle gespielt, auch da ist Abstinenz angesagt. Wenn ich mich durch das Forum querlese, dann bewundere ich die Genußkiffer, und solche soll es ja geben. Versuche von HARDCORE auf BRAV umzustellen, die leckeren Cocktails bleiben auch weg. Hatte bei den Drogen immer geglaubt, einen Mittelweg zu finden, aber den gibt es für mich leider nicht, denn sonst falle ich in alte Konsum-Muster zurück.

    Jetzt habe ich erstmal Kopfschmerzen, aber trotzdem ein bisschen was von der Seele geschrieben.



    Euch allen G24h - nur für heute




    Mickey
    Geändert von Mickey69 (07.07.2010 um 12:54 Uhr)

  6. #6

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    Das Leben ohne illegale Substanzen wird langweilig, THC & ALK hatten im Bereich Erotik & Co. eine große Rolle gespielt
    Erstmal einfach nur auf die "Erotic & Co" eingehend: Ich war 45 oder 46 Jahre alt, als ich anfing clean und nüchtern Sex zu haben...
    Ich hatte mir da schon nen Kopf gemacht, das gebe ich gerne zu!
    (Nach meinem Generalentzug erkannte ich, dass es SEHR SEHR SEHR sehr wichtig für mich ist, mich erstmal selber lieben zu lernen, bevor ich mich da wieder andersweitig verstricke...
    sprich: ich hatte jahrelange keinen "Fremd"SEX *grins*)
    Also ich muß sagen, ich habe das richtig genießen gelernt...

    Allgemein: Schau mal, wir können doch nicht erwarten, dass wir uns jahrelang zudröhnen, dann clean werden und auf einmal ist alles "normal" !!!
    Es gehört Arbeit und Anstrengung dazu, sich das Leben wieder lebens & liebenswert zu machen - und jede Menge Zeit.

    Als ich mit den Drugs aufhörte (polytox), erwartete ich wirklich nicht, dass es mir einmal wieder so saugut gehen könnte; ich konnte es mir einfach nicht vorstellen.
    Das ist jetzt 10 Jahre her, ich bin gestolpert, gestrauchelt, habe von stofflicher Sucht auf nichtstoffliche Sucht (Glücksspiel) verlagert, habe nen Haufen Schei* gebaut und alles.
    ABER: NIX, absolut nix davon war für umme - da es mich zum heutigen Ganesha hat werden lassen...

    Also: Gib dir Zeit, freue dich an den klein(st)en Fortschritten & wenn es mal ne Zeitlang nicht funzt...dann schei* drauf, zieh dein Ding durch - mit Drogen hat es ja auch nicht gefunzt...
    und mal ehrlich: Wer glaubt denn, dass das Leben ein Rosamunde Pilcher Film ist???

    Leben ist dreckig, anstrengend, zermürbend, es stinkt, es tut weh .......und es ist affenturbosupergeil!
    Immer wieder mal, kurz...
    Die Kunst ist es, dafür offen zu sein & diese Momente nicht zu verpennen.

    Finde ich! LG.Ganesha

    *edit* "denn nach dem öffnen aller Türen steht am Ende der Trick, des Endes der Suche - durch das FINDEN im Augenblick"
    diese Textzeile aus "Tag am Meer" hat mir wohl das Leben wieder lebenswert gemacht - sie war lange Zeit mein Mantra & noch heute kann ich dir das Ding auswendig runterrappen...
    Geändert von ganesha (07.07.2010 um 13:35 Uhr)

  7. #7
    Themenstarter

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    Hallo Ganesha, hallo Forum,

    danke für Deine Ausführungen, die mir sehr geholfen haben (Deine Einstellung reflektiert wahrscheinlich den Buddhismus). Im Bereich Erotik & Emotionen hast Du meinen wunden Punkt (klasse!) gefunden, vielfach habe ich mit der Einstellung zu meiner Sexualität zu kämpfen. Im Allgemeinen würde ich mich als Transgender mit dem Hang zu Bio-Frauen bezeichnen, ohne das weiter zu konkretisieren. Prinzipiell waren meine Erlebnisse ziemlich „hardcore“ (aber schön!) und hatten was mit Identitätsfindung zu tun.

    Dazu hatte ich in der Vergangenheit auch mal ein eigenes Thema eröffnet (Wen es interessiert!!! Klick Klick auf Grün...)

    Sexualität und Drogen

    Jedenfalls durchlebte ich das alles im Rausch, stehe weiter zu meinen Gefühlen. Das Blöde ist – genau hier liegt der Auslöser für meine Sucht , im umgekehrten Fall…

    Ich muss erst mal meine Phantasievorstellung zu Emotionen neu ordnen, hat vielleicht was mit Schizophrenie zu tun, weiß nicht so genau.

    Fazit: Seit 12 Jahren ist die Verbindung Sex & Drugs (wir sind alt genug, das zu verstehen!) eine feste Größe – und zur Erinnerung – ich will aufhören mit Suchtstoffen und meine Gefühle genießen. Zum Leben habe ich mithin – nüchtern betrachtet – eine extravagante Einstellung. Viel zu of verliere ich hier emotionell den Halt und Boden unter den Füßen.

    Neben der Drogenproblematik besteht also eine akute Identitätskrise. Bin aber momentan nicht offen für eine neue Partnerschaft. Habe zwar immer noch Kontakt zu meiner EX, das hilft aber auch nicht weiter und schafft manchmal neue Depressionen . Daneben muss der Alltagsstress geordnet werden.

    Soweit, so gut

    liebe Grüsse



    Mickey
    Geändert von Mickey69 (07.07.2010 um 15:36 Uhr)

  8. #8

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    Ganesha`s Eintrag war mal wieder ein Volltreffer

    @Mickey....
    Beziehungsgeschichten sind nie prickelnd wenn man voran kommen möchte, zumindest nicht dann, wenn das Herz noch drinsteckt
    Lg,
    Lakritze.

  9. #9
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    Hallo Hexelakritze, hallo Forum,

    da hast Du irgendwie recht, Beziehungskisten – aus und vorbei – sind nie wirklich spannend, da bleibt immer ein bitterer Nachgeschmack - und natürlich bewundere ich Ganesha in seinen Aussagen...


    Habe erstmal meine letzten Reste vom Notvorrat entsorgt, als der Suchtteufel kurz vor dem Ausbrechen war. Jetzt fühle ich mich elendig mit Schuldgefühlen, warum alles soweit kommen musste. Ich muss mich jetzt erst mal mit dem „Nein“ zu THC & ALK auseinandersetzen und werde den Rest meines Chaoslebens nächste Woche zu ordnen versuchen, momentan fehlt mir die Kraft dazu. Ich habe einen Tunnelblick Richtung Realität. Irgendwie bin ich innerlich ausgebrannt. Das wusste ich vorher.

    Und trotzdem hängt soviel an meinen Emotionen….



    G24h - und nur für heute



    Mickey

  10. #10
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    Hey Mickey,

    erstmal - klasse, daß Du durchhälst!
    Hmmm...bei mir waren die ersten 20 Tage quasi Ausnahme-Zustand - da war noch überhaupt keine Gelassenheit da - zwar auch eine große Entschlossenheit, aber noch keine wirkliche Perspektive.
    Auch kann ich die "Besorgnis" bezüglich der Sexualität gut nachvollziehen, da ich das bei früheren Kiff-Stopps als arg "gedeckelt" "ohne" empfunden habe. Da habe ich mich aber diesmal nicht ins "Bockshorn" jagen lassen und dachte mir, na und? Und wenn es denn so sein sollte, dann muss ich eben lernen, eine neue Sensibilität für meinen Körper zu entwickeln - aber erstaunlicherweise gab es da weniger Probleme als erwartet - wer weiß, was für eine Rolle auch da der Kopf spielen mag?
    Mir hat das Schreiben gut geholfen - aber noch mehr war für mich hilfreich, daß ich etwas über zwei Jahre vorher mit dem RAuchen (Tabak) aufgehört habe und da soviele Erfahrungen mitnehmen konnte, die mich auch jetzt unterstützen - die Themen Achtung, verdrängte Gefühle und Wertschätzung spielen hier eine ganz große Rolle.

    Alles Gute und viel Mut
    LG Wolke

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