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Thema: seit 7 Wochen clean - ich brauch mal Motivation

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  1. #1

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    Standard seit 7 Wochen clean - ich brauch mal Motivation

    Hallo zusammen,

    ich bin m, 35 Jahre alt, seit 7 Wochen Ex-Kiffer nach 15 Jahren Hardcore Konsum und seit 6 Jahren nur abends eine Bong zum einschlafen...

    Ich will euch nicht mit den anfänglichen harten Entzugserscheinungen langweilen - denke die hat jeder mehr oder minder, ich eben mehr.

    zur Übersicht vielleicht stichpunktartig:

    - depressive Verstimmung
    - Ängste/ Panikattacken
    - Ein/ und vor allem Durchschlafprobleme

    Aber nun um was es mir eigentlich geht:

    Ich will und werden den Entzug auf jeden Fall weiter durchhalten!

    Inzwischen hab ich mich viel belesen und weiss das mein Kopf im Moment sich wohl
    komplett "neu programmiert". Dabei ist immer die Rede von Synapsen die frei werden, das es ca. 3 Monate dauert -> und der wichtigste Satz:

    "All diese derzeitigen Missempfindungen gehen wieder weg."

    Nach mittlerweile echt harten 7 Wochen ist mein Geist an der Grenze das zu glauben und eben abzuwarten. Deshalb meine Frage an Euch inwiweit ihr das erlebt, gefühlt habt,...
    Einfacher ausgedrückt such ich Motivationskraft um weiter durchzuhalten *trauriggugg*

    Die derzeitigen Mussempfindungen sind der Intensität nach:

    - Kopfschmerzen die unter Stress schlimm werden (teils mit Schwindelanfällen)
    - ab und zu leichte Panikattacken
    - Gefühl mal "happy" zu sein, dann wieder depressiv verstimmt
    - weiche Knie/ Beine
    - Konzentrationsschwäche
    - Erinnerungsprobleme
    - Gedankenkreise
    - soziale Kontaktschwierigkeiten

    Ich bin seit gestern bei einem VH-Therapeuten und der meinte das aufgrund des
    Konsummusters usw. er von ca. einem halben Jahr ausgeht bis ich wieder "normal"
    bin - oder anders ausgedrückt mich wieder wohl in meiner Haut fühle.


    Wie gesagt, es wäre toll ein paar Erfolgsberichte bzw. Erfahrungen zu lesen...

  2. #2

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    Hallo aufwachender,

    klasse Entscheidung.

    Bei mir hat es zwar etwas länger gedauert, als drei Monate, bis sich die Neurochemie wieder stabilisiert hat, aber verändert hat sie sich wieder.

    Ich behaupte von mir, daß ich jetzt genauso glücklich oder unglücklich bin wie zu Kiff-Zeiten auch - nur viel freier! Viel entspannter! Viel weniger Stress!

    Die sozialen Schwierigkeiten, die musste wohl einfach durch Übung überwinden, die körperlichen dürften eigentlich schon fast ganz vorbei sein, die neuronalen .....die dauern halt etwas, aber was solls.
    20 Jahre Kifferei sind nicht in drei Monaten vorüber

    Ich kann dir nur von positiven Sachen berichten - für mich war der Kiff-Stop der totale Gewinn.

    Die Sachen, für die ich das Kiffen "benützt" hab - Entspannung und Stress-Abbau - kann ich gut auch mit anderen Sachen kompensieren: Atemtechniken und Ähnliches - aktives Bemühen um die Freuden im Alltag - klingt vielleicht blöd, aber so ist es eben. Oft gelingt es mir, irgendetwas zu entdecken, was mich freut - und von daher bin ich so froh über den Kiff-Stop!

    Vielleicht konnte ich dir ein bisserl was von meiner Motivation rüberschicken?

    Gutes Gelingen
    Wolke

  3. #3
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    hallo wolke,

    danke für deine aufbauenden worte..

    manchmal ist es grad so das ich mich frag "warum tu ich mir das eigentlich an"...

    doch der wille aus diesem 20 jährigen sumpf mal raus zu kommen, nicht mehr abends schnell heim zu müssen um ja einen zu rauchen - dieses ganze risiko beim autofahren usw. los zu sein macht mich immer wieder tapfer.

    du meintest es hat länger gedauert als 3 monate - kannst du so ca. sagen in etwa wie lange? vor allem interressiert mich ob es in der intensität der beschwerden (kopfschmerz, stress-resistenz, launen usw.) weniger wird - oder auf einmal weg ist.

    so wie das bei dir klingt bist du danach wieder der "alte" mensch gewesen - nur eben ohne das kiffen ? ich hab irgendwie grad schiss das ich danach ein komplett anderer mensch sein werde, so vom wesen usw. her - und das belastet mich zusätzlich sehr.

    den sozialen rest krieg ich glaub selber wieder hin - war eigentlich immer gesellig und im moment ist es wohl eher das ich mich komisch fühl und denke alle anderen merken das.


    vielen dank fürs aufbauen, hat seeehr geholfen zu wissen das ich nicht für immer so "komisch" bleib ,-)

    ps. eine frage noch: wie war dein konsummuster?
    Geändert von aufwachender (17.10.2011 um 16:18 Uhr)

  4. #4
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    Hallo aufwachender,

    Zitat Zitat von aufwachender Beitrag anzeigen
    manchmal ist es grad so das ich mich frag "warum tu ich mir das eigentlich an"...
    ...echt die Frage verstehe ich nicht. Ich habe zwar eine anderes Suchtmittel vernascht aber das auch ueber 30 Jahre. Grundsatzlich solltest Du mal von solchen Vorgaben wie nach drei Monaten ist alles vorbei etwas mehr Abstand halten sonst setzt Du Dich da selbst unter Druck. Jeder von uns wird seine Zeit dafuer benoetigen selbst bei gleichem Konsumverhalten weil ja jeder Koerper die errungenen Schaeden unterschiedlich verarbeitet. Wichtig sollte fuer Dich eigentlich nur sein das Du nicht weiterkiffen willst und dazu die entsprechend notwendigen Schritte gehst. Die Zeit sollte da echt Nebensache sein, da kommt es nicht drauf an wie lange es dauert wenn Du es schaffst aus diesem Sumpf rauszukommen.

    Viele Gruesse:

    Siegfried

  5. #5
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    @sigfried:

    die frage stellt sich glaub jeder mal im rahmen des entzugs da der gedanke "..vorher wars einfacher und ich hatte diese beschwerden nicht" ja meist der grund für rückfälle ist.

    was die frage nach der zeit angeht ist es so das mich die bisherigen 7 wochen enorm viel kraft un teils auch selbstvertrauen gekostet haben und das gepaart damit das gott bei mir die zutat 'geduld' regelrecht vergessen hat überfordert mich teils ganz schön.

  6. #6

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    Hallo mitnand,

    also ich find die Frage auch sehr legitim. Ein Entzug - selbst wenn er körperlich eher leicht ist - ist einfach mal kein Pappenstiel. Und ein Leben, das plötzlich nicht mehr in ne "rosa Wattewolke" eingepackt ist, wirkt auch erst mal anders.

    Bei mir spielt bestimmt auch ne Rolle, daß ich zwei Jahre (oder zweieinhalb?) vorm Kiff-Stopp aufgehört habe, zu Rauchen - und da war es besonders fies mit der Neurochemie - nach etwas über einem Jahr hat die "latente Traurigkeit", die immer wieder hochkam, aufgehört.

    Und einen ähnlichen Zeitraum hab ich auch beim Kiffen erlebt. Ich träum zwar immer noch davon, aber komischerweise stresst es mich nicht.

    Was ich besonders witzig finde, daß ich mich jetzt wieder richtig wiedererkenne. Ich erleb mich charakterlich ganz so, wie ich mich zu der Zeit, als ich angefangen hab, mehr zu kiffen , kennengelernt hab. Vielleicht fühl ich mich deshalb oft so jung :-))) ...soviel zum "der alte Mensch bleiben"

    Vielleicht auch, weil so viele Unsicherheiten weggefallen sind. Wenn man mir jetzt sagen würde, ich hätte nur noch einen Monat zu leben - ich tät nicht anfangen, zu kiffen . Wozu auch? Ich fühl mich ohne mittlerweile einfach glücklicher. Ich bin wieder so offen und lebendig, wie ich mich kannte. Und bekifft war ich eben viel unsicherer und bedachter. Da hatte ich mehr Ängste.

    Aber die ersten größeren Veränderungen kommen - so meine ich mich schon zu erinnern nach einigen Wochen ...dürfte schon bald so weit sein, bei dir

    LG Wolke

  7. #7
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    Hallo aufwachender,

    klar ist die Frage legitim und durchaus normal. Ich habe sie mir ja auch oft genug gestellt und das wird sicher noch das eine oder andere mal vorkommen. Aber ich fuer mich finde da eigentlich nur eine Gegenfrage als Antwort drauf und die erscheint mir viel wichtiger. Das kann natuerlich auch jeder fuer sich selbst entscheiden. Aber ich frage mich dann immer "Warum habe ich es soweit kommen lassen das ich das jetzt durchleben muss um wieder einigermassen normal zu leben ?" Und fuer mich steht einfach klar fest das ich 30 Jahre mein Suchtmittel konsumiert hat und das geht nicht einfach mal so mit einem 3-Monats-Abwasch vorbei. Das dauert laenger zumindest auf der psychischen Seite....ich weiss nicht wie lange ich brauchen werde...aber davon kann ich das nicht abhaengig machen ob ich wieder zurueck in die Sucht gehe oder ob ich die Sucht zum Stillstand bringen will. Das wird bei Dir vermutlich nicht anders sein. Wir haben der Sucht die Zeit gegeben uns kaputt zu machen und nun muessen wir unserem Koerper und userer Psyche auch das Recht einraeumen Zeit fuer die Regeneration zu benoetigen. Vielleicht solltest Du das auch mal von dieser Seite aus betrachten.

    Ich wuensche Dir da echt das Du nach drei Monaten soweit bist wie Du gerne sein moechtest.

    Viele Gruesse:

    Siegfried

  8. #8

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    Gedankenansatz aus meiner Erfahrung:

    "Mir geht es nicht schlecht, weil ich nimmer konsumiere - mir geht es schlecht, weil ich mich mit dem Dauerkonsum an diesen Punkt gebracht habe!"
    Dann fällt schonmal diese innere, unbewußte Verklärung des Kiffs weg.
    Ist normal, was du da empfindest - aber wie bereits gesagt wurde: Setze 7 Wochen FÜNFZEHN Jahren entgegen...
    Ist relativ gesehen: NIX !!!

    Glaubs mir, dass bröselt sich so nach und nach auf!
    Was mir geholfen hat, war Bewegung; jeden Tag an die frischen Luft. Ne Stunde spazierengehen setzt Stoffe frei, die "froh machen",
    ohne Nebenwirkungen...Licht und Luft sind wichtig.

    Bleib stur & genieße es, DU selbst zu sein... LG.Ganesha

  9. #9
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    Hallo aufwachender,

    ich würde es gut finden, wenn du mal deinen Tagesablauf beschreibst, was du alles sonst so machst - von früh bis spät
    Meine Frage zielt da z.B. auf körperliche Betätigung, Stress usw.

    Alles andere ist bereits angesprochen worden, doch bin ich etwas verwundert, dass Therapeuten immer mal wieder Zeiträume in den Raum stellen, wo man das wirklich in keinem Fall wissen kann

    LG Franz

  10. #10
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    @ ganesha

    ein guter ansatz den ich mir aufschreiben werde - danke dafür.

    die ungeduld bzw. der eigene druck den ich mir grad mache setzt mir wohl
    zusätzlich zu. einfach mal etwas laufen bzw. so zu akzeptieren wie es grad
    ist war eh nie meine stärke.


    aber da heut mal wieder ein richtig komischer - oder besser mich irritierender -
    tag ist schreib ich einfach mal was ich heut so "gefühlt" hab:

    heut morgen erzählte mir ein kollege eine eigentlich belanglose situation (mein
    chef hatte mit ihm unter anderem auch über mich gesprochen). hinzu kam eine
    aufgabe die ich evtl. übernehmen sollte - mich aber aufgrund meiner "wackeligkeit"
    grad nicht in der lage seh das zu schaffen.

    das ende vom lied war das totale chaos (stress=panik?) im kopf und ein gefühl innerlich wie paralysiert zu sein, unfähig normal zu denken, geschweige denn angemessen darauf zu reagieren. erst ein gespräch im laufe des tages über den
    inhalt des chefgesprächs und guten (beruhigenden) tips von anderen kollegen
    brachten mich einigermassen wieder zur ruhe.

    das schlimmste für mich ist grade das all das wissen (war bisher im bereich computer
    und allgemeinwissen super fit) grad "weg" ist. auch an einfache dinge wie bestimmte
    abläufe im beruf die ich seit 6 jahren immer aus dem "eff-eff" wusste sind einfach blockiert. dadurch werde ich unsicher und fühle mich mal einfach ausgedrückt grad wie ein doofele - oder mit respekt vor den wirklich kranken - wie als wenn einer all
    das wissen aus meinem kopf genommen hat. und je mehr ich mich versuche zu erinnern (computerbefehle, etc.) desto weniger kommt dabei raus.

    das zusammen hab ich das gefühl erbringt dann erst wieder das abgleiten in die
    depressive verstimmung - wahrscheinlich weil ich enttäuscht bin.

    so, das solls mal gewesen sein - musste einfach drüber reden


    ***************************


    @ franz:

    hab eben erst deinen beitrag gesehen - hier mal mein normaler tagesablauf:


    6.00 uhr aufstehen, duschen, kaffee
    7.00 uhr zur arbeit fahren (zug) beginn 8.00 uhr
    12 - 12.45 mittag
    16.00 uhr arbeitsende

    von 17 uhr bis ca 19 uhr teils freunde/ familie besuchen, einkaufen - 2x die woche fitnessstudio

    mein job ist relativ stressig da ich viele bereiche betreu in einer funktion als springer. muss
    normal also den job von ca.5 leuten auf anhieb im kopf haben und es sollte dabei möglichst
    alles passen.
    hinzu kommen eben im privaten die gedanken das sich jetzt alles ändert - quasi ich nicht mehr
    ich bin da ich nichts mehr so fühle wie vorher und mir das irgendwie angst macht - da ich ja
    "nur" das kiffen weg haben will - und nicht gleich ein neues leben in allen bereichen anfangen
    will. hab ich ja eingangs schon beschrieben....

    20.00 - 22.30 fernsehen
    Geändert von aufwachender (18.10.2011 um 14:03 Uhr)

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