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Thema: schränkt Kiffen die Leistungsfähigkeit ein?

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  1. #1

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    Standard schränkt Kiffen die Leistungsfähigkeit ein?

    Ein Hallo an alle Sucht und Selbsthilfe Mitglieder,

    ich bin 23 Jahre alt, lebe in Berlin und befinde mich zur Zeit in der dualen Ausbildung zur Bürokauffrau.
    Ich bin auf diesen Link durch die Suchmaschiene Google gekommen, als ich die Leitwörter Konzentration und Kiffen eingegeben habe. Des öfteren schon habe ich gezielt diese Leitwörter eingegeben und verschiedenen Foren studiert, allerdings nie selbst etwas geschrieben.
    Der Grund für meine Suche liegt darin, dass ich seit ca. 7 Jahren kiffe und Angst habe, dass dies meine Konzentration und Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt.
    Das schlimmste ist, das ich das nicht einmal selbst beurteilen kann. In den 7 Jahre hatte ich mal eine Zeit in der ich nur am Wochenende konsumiert hatte, eine Zeit in der ich täglich nur einen Joint vor dem schlafen geraucht habe (sowie momentan), eine Zeit in der ich nur Bong und bis zu 4-5 g täglich geraucht habe oder eine Zeit in der ich für einen kürzeren Zeitraum, durch eine Therapie , gar nichts mehr geraucht habe(längstes Durchhalten: 4 Monate). Somit ist es für mich schwer zu beurteilen, wann ich leistungsfähiger war, da ich ja nie etwas leisten musste als ich abstinent gewesen bin, aufgrund der Therapie .
    Daran zweifeln, dass ich ohne Kiffen leistungsfähiger bin lässt mich nur die Tatsache, dass ich mir meinen Alltag ohne kiffen nicht mehr vorstellen will. Oft habe ich auch den Gedanken, dass wenn ich versuche damit aufzuhören, meine Unsicherheit, meine Impulsivität und ohnehin Schusseligkeit (nicht in dem Moment in dem ich abends kiffe, aber die restliche Zeit vom Tag, habe auch keinen speziellen "Suchtdruck" in der Zeit in der ich nichts rauche, bis abends...) nur noch stärker zum Vorschein kommt und mir im Gegenteil das Cannabis hilft mich ruhig, genauer und gelassener zu sein.
    Mich interessiert sehr, was andere zu diesem Sachverhalt meinen und hoffe darauf ein paar Antworten zu bekommen.

  2. #2

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    Hallo Bunny,

    hmmm.......ich hab jahrelang gekifft - beim Arbeiten, in der Freizeit ....kurz immer. Bei mir ist es so gewesen, daß ich aber nciht gekifft habe, wenn ich viel zu bewältigen hatte - das ging einfach viel leichter ohne. Ansonsten hab ich mich selber auch als ziemlich leistungsfähig angesehen - und mich eher als "entspannter" bezeichnet.

    Und nun - über 1,5 Jahre nach dem Kiff-Stopp sage ich - mein je, was hab ich mir da nur vorgemacht - es ist immer viel leichter ohne. Und entspannt bin ich eben dann, wenn ich entspannt bin - aber nun "echt" und davor eben oft "künstliche Entspannung"

    Die Sache ist halt nun nur die, wenn Du nun schon mehrere Jahre kiffst, dann kannst Du es nicht eben mal so austesten, denn dann ärgert dich ja erstmal der "Wiederholungswunsch".

    Soviel von meiner Seite hier - mein Fazit ist, daß es jetzt insgesamt viel stressfreier und "bunter" ist - ich hab vom Kiffstop sehr profitiert.

    LG Wolke

  3. #3

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    Hi,

    natürlich ist man ohne Kiff konzentrierter unterwegs (außer man ist so Hardcore drauf, dass man es braucht, um überhaupt zu funktionieren).
    Wir wissen ja, dass wir berauscht sind & so geht schon mal ein Teil der Konzentration dafür weg, dies im Auge zu behalten & auszugleichen.

    Ich habe es meist so gehandhabt, dass ich mir den Kiff für NACH der Arbeit aufgehoben habe & habs dann halt als "Belohnung" genommen.

    Ich kann dir nur empfehlen, mache mal ne Pause von ein paar Wochen & setze dich ein, zweimal am Tag hin & schreibe dir auf, was es bei dir bewirkt.
    Nach der Zeit stellst du vielleicht eh fest, dass dir das Leben OHNE besser gefällt/gelingt...

    LG.Ganesha

    PS. Nicht zu vergessen ist natürlich der belämmerte Zustand morgens, wenn man am Abend gequarzt hat! Seit ich nimmer kiffe, stehe ich morgens auf und bin WACH !

  4. #4

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    Zitat Zitat von ganehsa
    PS. Nicht zu vergessen ist natürlich der belämmerte Zustand morgens, wenn man am Abend gequarzt hat! Seit ich nimmer kiffe, stehe ich morgens auf und bin WACH !
    Das kann ich nur doppelt unterstreichen. Gerade im Frühdienst merk ich das unheimlich. Das liegt natürlich auch mit daran, daß ich nicht mehr jeden Tag erst um 2 Uhr ins Bett gehe und dann wieder um 5 Uhr raus (ab und an passiert es noch, aber ich komm damit eigentlich gut zurecht). Aber alles in allem bin ich nun im Frühdienst deutlich weniger stressanfällig und hab geordnetere Gedankengänge wie nach einem durchkifften Abend davor.

  5. #5
    - ModeratorIn
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    Hmm...

    für mich persönlich ist das etwas schwieriger zu beantworten, wenn ich es jetzt reinweg auf die Konzentration isoliert betrachtete.
    Bei speziellen Tätigkeiten war es bei mir tatsächlich so, dass sich das Zeug positiv auf meine Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitssteuerung ausgewirkt hat, was sich dann auch in einem effizienteren Arbeitsverhalten niederschlug. Gerade die Sache mit der abgemilderten Grundschusseligkeit ist mir auch bekannt, was aber mehr ein psychologischer Effekt, denn eine körperliche Auswirkung zu sein scheint. Zu dem Thema kann ich nur sagen, dass entsprechend australischer Studien die Unfallwahrscheinlichkeit beim Autofahren unter Einfluss von THC gegenüber der Norm sinkt, weil der Konsument a) weiß, dass er bekifft ist und sich b) auf Grund dieses Wissens umsichtiger und defensiver verhält. Am frühen Morgen fühle ich mich schon immer wie durch den Fleischwolf gedreht, da war das auch egal.

    Fragst du mich aber nach der generellen Leistungsfähigkeit, kann ich für mich nur sagen, dass da THC einen katastrophalen Effekt hatte. Meine ohnehin schon kaum vorhandene Motivation tendierte seinerzeit durchgängig gen null, mein kaum nennenswertes Gedächtnis glich einem schwarzen Loch und so mir möglich, verbrachte ich die meiste Zeit des Tages selbstzufrieden auf einer Couch liegend.
    Dazu der andauernde Beschaffungsstress, der nicht nur Zeit, sondern auch zeitweilig Nerven kostete und die anhaltenden finanziellen Engpässe. Planen, wo und wie man denn bei mehrtägigen Ausflügen kiffen könne, jede Verkehrskontrolle eine Beinahekatastrophe biblischen Ausmaßes, Bong verstecken, wenn mal wer in die Wohnung wollte, musste. Und, und, und... na, sagen wir, dass das Prädikat leistungsfähig etwas gänzlich anderes beschreibt. Wo soll zwischen dem ganzen Aufriss noch Platz für Leistung oder gar entspannte Lebensfreude sein?

    Die paar Vorteile würde ich im Leben nicht wieder gegen diesen gehörigen Packen an Beeinträchtigungen eintauschen wollen. Insgesamt lebt sich's ohne eine akute Drogenproblematik an den Hacken dann doch viel entspannter und freier.

  6. #6
    Themenstarter

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    Dankeschön erst mal für die hilfreichen antworten!
    Das bringt mich wirklich sehr zum nachdenken, denn ich habe in vielen Foren auch gelesen, dass es Leute z. T. auch viele Studentin gibt, die immer wieder betonen wie gut sie trotz Kiffen in ihrem Leben klar kommen.
    Ich möchte wissen wie mein Alltag ohne kiffen aussieht und habe mir nun überlegt, ab meinem Urlaub nächste Woche auf das Rauchen zu verzichten (bin über Weihnachten ohnehin bei Mutti). Mit Sicherheit wird die Frage auftauchen warum ich erst in meinem Urlaub anfangen will aufzuhören, Antwort: Ich habe es schon mal versucht im Alltag und es ging völlig in die Hose! Ich war total schlecht drauf, volkommen "hippelig" und hatte sozusagen nach einem Stresstag auf Arbeit einen schlimmeren "Rückfall" als zuvor. Das zeigt mir dann auch immer, dass ich wirklich über die Jahre eine starke psychische Abhängigkeit entwickelt habe und mit allen Mitteln versuche mein Lebem parallel mit dem Kiffen zu vereinbaren.

  7. #7
    - ModeratorIn
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    Mit Sicherheit wird die Frage auftauchen warum ich erst in meinem Urlaub anfangen will aufzuhören, Antwort: Ich habe es schon mal versucht im Alltag und es ging völlig in die Hose!
    Ich persönlich finde ja auch Urlaube eine geeignete Zeit für den Anfang, so sie denn - wie in deinem Fall - zeitnah stattfinden. Meine Grundhaltung besagt da ja, dass Mehrfachbelastungen so gut wie möglich zu vermeiden sind, und gerade die ersten paar Tage können mitunter ganz belastend sein. So etwas lässt sich ohne Arbeitsdruck dann doch besser durchstehen.

    LG
    WbD

  8. #8

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    Hallo Bunny,
    also ich war auch eine die meinte das kiffen zu brauchen um überhaupt funktionieren zu können.
    Daher habe ich in allen Lebenslagen erstmal einen rauchen müßen um die Situatio meistern zu können und das 34 J. lang jeden Tag.
    Das beschaffen war für mich nie ein Thema da ich meine Dealer als Partner hatte und ich es Anfangs unserer Beziehung praktisch umsonst hatte.
    Später dann nach vielen Jahren hat sich das Blatt gewendet und ich hab mir bei ihm mein Zeugs gekauft oder wenn wir gemeinsam rauchten was dazugegeben.
    Konnte mir nie in meinem Leben vorstellen jemals ohne Hasch mein Leben zu bewälltigen weil....es gab mir Kraft, es gab mir die Ruhe die ich brauchte, es war halt das perfekte Heilmittel gegen alles wie ich es gerade brauchte.
    Jetzt nach 2 1/2 J. kifffreiheit muß ich das aber alles reklamieren und kann endlich aus eigener Erfahrung sagen das das was ich mir mein Leben lang eigeredet hatte völliger Quatsch war und ich jetzt erst meine richtige innere Ruhe die ich immer suchte gefunden habe.
    Klar mußte ich erstmal lernen mit einem nüchterne Blick durchs Leben zu gehen und das war am Anfang und auch jetzt noch manchmal nicht so einfach aber es wird mit der Zeit immer etwas besser und einfacher.
    Ich lebe trotz ohne zu kiffen immernoch und bereue in keinster weise meine Zwangsjacke in der ich mich selbst steckte, ausgezogen zu haben.
    L.G. Hexy
    Geändert von Hexy (15.12.2011 um 10:13 Uhr)

  9. #9

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    Hi Bunny,

    ich finde das mehr als okay, dass du den Stop in den Urlaub legst!
    Da der ja bald ist, ist es kein "verschleppen", sondern ein bewusst & schlau gewähltes Timing !!!

    LG.Ganesha

  10. #10

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    Hoi Bunny

    Bezüglich "leistungsfähige Kiffer" erkenne ich mich selber wie ich über Jahre funktioniert hatte. Seit meiner Erstausbildung rauche ich und das auch in allen Lebenslagen. Kiffen und Leistung erbringen ist für mich wie Hochsprung mit Bergschuhen. Ich kann durchaus eine akzeptable Leistung erbringen, der Aufwand ist allerdings erheblich höher und wirklich Top werde ich mit Zusatzgewicht sowieso nicht.
    Da gehts dann nur um`s Überleben als Kiffer.
    Ich rauche nun seit 29 Jahren, durch einen Unfall und deren unangenehmen Folgen bin ich zum Dauerkonsument geworden. Über Jahre hatte ich viele Up`s und Down`s, und konnte Familie und Arbeit immer wieder ins Lot bringen. Aber Zusatzleistungen die als Kiffer erbracht wurden erkenne ich unheimlich viele. Zudem breitet sich vor mir auch langsam eine Schutthalde unbewältigter Projekte, die mich allmählich herunterzieht

    leider muss ich wieder zur Arbeit, Grüsse und viel Glück für dein Urlaubsprojekt, Nase

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