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Thema: Cannabis Sucht...und sie lässt mich nicht los

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  1. #41
    Themenstarter

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    Standard

    Zitat Zitat von Franz Beitrag anzeigen
    Was dazu deine Therapeutin sagt und Kitsune andeutet, da bin ich gleicher Meinung. Mit Gewalt erreicht man nicht viel und wird sehr schnell von sich enttäuscht sein.

    Das beobachtet man bei vielen Süchtigen und es ist auch völlig normal. Wenn man so was anpackt, dann soll sich auch was bewegen. Nur bedenke, du hast jahrelang dieses Verhalten antrainiert, bitte lass dir nun auch die Zeit, dass wieder weg zubekommen
    Ok, ich bin vorsichtig und habe gelobt, jeden Gedanken zu verfolgen: Wie geht es anders? Was kann ich an meinem "Aufhörverhalten" verändern, wie packe ich es weniger verbissen an? Wie gehe ich das Ganze lockerer an?

    Was du sagst: Zeit lassen. Ja, ich muss akzeptieren dass ich nicht von heute auf morgen ein neuer Mensch sein werde, sondern dass gerade solche tiefgreifenden Veränderungen Zeit brauchen (auch wenns mir nicht passt ).

    Kann mir vielleicht einer erklären, warum Verbissenheit und Scheitern so nah beieinander liegen?

    Grüße

  2. #42
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    Standard

    Kann mir vielleicht einer erklären, warum Verbissenheit und Scheitern so nah beieinander liegen?
    Weil man es oft mit Gewalt versucht und es dann nicht klappt!
    Was passiert dann, als Süchtiger geht man in sein Muster und macht sich mal als erstes weg, will dicht sein, vergessen, nich nachdenken, sich dem Schmach hingehben, weil man nicht vorankommt und und und...

    Zudem is es ein gewaltiger Schritt, da gehören nun mal Rückfälle dazu, die erfahren die meisten. Dieser "Umfaller" ist aber noch nich mal das Problem, weil den kann man meist recht schnell vergessen machen, wenn man nicht aufgibt.

    Das Durchhalten ist also das oberste Gebot an dem man es messen sollte, nich an einem Rückfällchen, wenn es denn dabei bleibt.

    Wenn du jetzt auch noch die passende Hilfe zulässt, dann schaffst dir auch den nötigen Rückhalt für solche Momente.
    Es braucht auch Pausen, weil alles recht anstrengend ist. Also muss man auch wieder zurückschauen, sich selber anerkennen - ich hab wieder nen Schritt gemacht.
    Das Geheimnis ist also, nich alles in einem Schritt, sondern viele kleine Schritte und die ganz bewusst.
    Ich denke auch, dann fällt man nich soweit zurück, wenn es mal nich so klappt.

    Du hast einen festen Willen, willst unbedingt und das is auch gut so. Aber lass dir auch noch Kraft für andere Dinge übrig, wenn es nich so einfach wird. Du hast ja nich nur nen Sucht zu besiegen, da is ja auch noch dein Leben mit alem Drum und Dran

    Viel Text um nix, ich kann es grad mal nich besser erklären

    LG Franz

  3. #43
    Chefkoch³

    Standard

    Hi Leute,

    ich denke dass Verbissenheit und Scheitern so nahe bei einander liegen, weil Verbissenheit ein apriorisch negativer Gefühlszustand ist. In Stresssituationen wie Prüfungen etc. verkrampft man durch Verbissenheit, was auf Konzentrationsfähigkeit geht etc. und in kontinuierlichen Situationen, also im Leben selbst, führt dieser Zustand zu Unzufriedenheit, weil verbissenheit eben apriorisch das Gegenteil von Entspanntheit und somit von Zufriedenheit ist. Unzufrieden --> Drogen nehmen...

    Wie dem auch sei, ich denke sein Leben und seine innere Einstellung, die zum großen Teil vom Unbewusstsein bestimmt wird zu ändern, ist die schwierigste Aufgabe die es überhaupt gibt!

    Ich denke ohne Therapie kann man es langfristig kaum schaffen, und selbst wenn, stelle ich die Frage warum übers tor klettern, wenn man es einfach aufmachen kann?

    @Firestarter

    wie kommst du eigentlich darauf das die Frage, "wissen Sie eigentlich wie stolz sie auf sich seien können, eine Fangfrage war?" Das wirkt auf mich eigentlich garnicht so.

    Das mit dem "Rückfällchen" ist so ne sache, weil es danahc wieder so hart ist sich zu überwinden aufzuhören... oder wie erging es euch dabei?


    lg

  4. #44

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    Standard

    wisst ihr, daß ich immer nur dann nichts gekifft hab, wenn ich auch nichts mit leuten zu tun hatte die mit dem kram zu tun dh gechufft ham....

    waren zt jahre.

    tja, leider recht verbreitet.

  5. #45
    Minun

    Standard

    Zu der Verbissenheit/Scheitern-Diskussion: Ich denke, dass man immer mehrere Möglichkeiten hat, wie man sein eigenes Verhalten bewerten kann. Einige Bewertungen können mich fördern, einige können mir schaden. Als Beispiel: Zwei Menschen haben es geschafft, lange Zeit clean zu sein (Ausgangspunkt). Der eine Mensch ist sehr "verbissen", hat die Einstellung "Ich will nie wieder rückfällig werden! Ein Rückfall wäre versagen auf der ganzen Linie.", der andere Mensch ist "sanfter zu sich", hat die Einstellung: "Ich will nie wieder rückfällig werden. Wenn es passiert, kann ich aber wieder aufstehen und weiter gehen."
    Ist jetzt ein bisschen plakativ, aber wer von den beiden Menschen wird besser mit einem potentiellen Rückfall klar kommen? Der, der sich nicht als der komplette Versager sieht, sondern sich "Rückschritte" zugesteht.
    Verbissenheit bedeutet für mich, sich stets anzutreiben, sich keine Fehler zuzugestehen (die Menschen aber nunmal machen). Verbissenheit (oder besser Ehrgeiz?) kann natürlich auch eine gute Ressource sein, ein Motor sein. Es gibt allerdings immer diese Schattenseite wenn man allzu hart mit sich umgeht.

    @firestarter:

    Ich finde es aber trotzdem persönlich kein so abgefahrenes Ziel, statt dem Kiffen eine grundsätzliche Problembewältigung zu erlernen und auch mal subjektiv unangenehme Sachen durchzuziehen.
    Nein keinesfalls. Gegen das Ziel hab ich nichts gesagt und sehe das auch als sehr notwendig an für's Leben. Mir gings nur darum, dass (wie Franz das auch nochmal auf den Punkt gebracht hat) man das eine nicht mit dem anderen ersetzen kann. Ein Problem konstruktiv gelöst zu haben wird Dir irgendwann nicht das Gefühl geben, dass Dir der Shit gegeben hat. Es wird Dir ein anderes positives Gefühl geben, aber die Erinnerung wie es sich anfühlt dicht zu sein, die wird in Deinem Kopf bleiben.


    Nochmal eben @ Ganesha:

    DAS sehe ich mittlerweile ganz anders: Es gibt keine biochemische Substanz, die an das Gefühl von inniger Vertrautheit ranreicht: Ich betone: KEINE !

    Es geht hier nicht nur ums Verliebtsein; es kann ein kurzer Moment mit den Eltern, mit alten Freunden sein; ein Moment in der Natur, in dem ich weiß, für was ich alles auf mich genommen habe; Momente in denen ich ganz bei mir (und bei anderen) bin.

    Du kannst diese Momente NICHT künstlich erzeugen, du kannst sie nicht abrufen - du mußt aber bereit sein auf sie zu achten; denn sie sind kurz & relativ selten; wenn du aber anfängst, auf sie zu achten, werden es mehr !

    Das ist - Gott sei Dank - meine Erfahrung & glaub mir: Vor 10 Jahren hätte ich es mir auch nicht vorstellen können...
    Da hast Du mich echt falsch verstanden. Ich bin jetzt seit vielen Jahren clean (hab ja leider sehr sehr früh mit der Scheiße angefangen). Ich habe studiert, habe einen tollen Job, habe einen wundervollen Ehemann, mit dem ich seit mehr als 12 Jahren eine sehr innige und befriedigende Beziehung führe. Sogar Kohle hab ich nun mittlerweile *lol*. Ich kenne durchaus diese Momente von denen Du sprichst und ich schätze sie sehr. Mein Satz war keine Wertung. Ich wollte nicht damit sagen, dass ich es als schönstes Gefühl der Welt ansehe auf H zu sein. Und nun kommt das dicke ABER: Es gibt Momente, da wird es knapp, da setzt Gefühl und Verstand aus und ich bestehe aus der GIER nach genau diesem Gefühl. Wieder brachte es Franz auf den Punkt: Ausbrechen aus Verantwortung, aus Verpflichtungen, aus den Mühen die ein "normales Leben" so mit sich bringt. Einmal nur alles vergessen und sich in diesen "embryonalen Zustand" fallen lassen.
    Und wie ich es oben schon schrieb: Mein Gehirn wird dieses Gefühl immer kennen. Es vergisst nicht, wie es sich anfühlte und wird mich immer daran erinnern, dass ich zu Gunsten meines Lebens (inklusive der wundervollen Momente) auf genau "DAS Gefühl" verzichten muss.

    Hoffe es ist jetzt klarer geworden was ich sagen wollte?

    LG Kitsune

  6. #46

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    Hallo Leute,

    habe Eure spannenden Forenbeiträge mal mitverfolgt und finde Eure Lösungsansätze sehr gut.

    Mein persönliches Poblem ist immer noch (seit 10 Jahren) das Kiffzeugs, und mit meiner besten Freundin bin ich immer noch im Gedankenaustausch - sie ist - zur Erinnerung - Diplom-Psychologin (Uni/Geisteswissenschaften). Auch sie hat ein Suchtproblem mit dem ALK und wir gehen jetzt offen auf unsere "Gefühlen" ein.

    Ironischerweise postuliert sie das "kontrollierte" Kiffen und Trinken, wobei ALK jetzt nicht mein persönliches Problem ist (waren gestern im Biergarten).

    Eins ist für mich klar, ich will von all dem Zeugs mit Drogen und Co. weg und habe jetzt zumindest einen Mittelweg gefunden, um irgendwie klar im Kopf und doch glücklich zu sein. Die Gedanken von Firestarter in diesem Forum finde ich sehr spannend; bin ebenso dabei, meine Vergangenheit aufzuarbeiten.

    Bin mal wieder gespannt auf Eure vielfältigen Meinungen

    und viele Grüsse

  7. #47

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    Hi...

    @Kitsune: Puuuuh, danke ey - Ja klar, weiß schon genau, was du meinst; freue mich aber sehr für dich...Klang einfach erstmal resigniert & wenn man sich damit abfindet, dass nach der Droge nix mehr kommt, hat man verloren, finde ich...

    Jepp, alles klar: I got it.

    @Mickey: Meine Erfahrungen mit 'Gleichgesinnten' den Konsum zu senken bzw. ganz aufzuhören, sind einfach die: Geht Nicht!
    Ausnahmen mags geben - aber es gibt auch den Raucher, der 111 jahre alt wird, jeden Tag 2 Schnäpse trinkt & mit ner 44 Jährigen verheiratet ist...
    @Chefkoch:
    @Firestarter

    wie kommst du eigentlich darauf das die Frage, "wissen Sie eigentlich wie stolz sie auf sich seien können, eine Fangfrage war?" Das wirkt auf mich eigentlich garnicht so.
    Na ganz klar, in dem Moment, in dem ich stolz bin, etwas 'Selbstverständliches' zu tun, nämlich clean zu bleiben, ich zu Hochmut & Leichtsinn neige, und deswegen Gefahr laufe, einen Rückfall hinzulegen...(Eigene Erfahrung)...Ich neige da mittlerweile zu Dankbarkeit; Dankbar, es geschafft zu haben & Dankbar, dass ich es mir wert bin, clean & achtsam zu sein...

    LG.Ganesha.

  8. #48
    Chefkoch³

    Standard

    Das sehe ich anders, für einen Süchtigen ist clean sein nicht selbstverständlich, grade wenn man stolz auf sich ist wird man es eher druchziehen... das ist meine erfahrung

  9. #49
    Minun

    Standard

    @Mickey69:

    http://www.kontrolliertes-trinken.de...es-trinken/de/

    Schau mal da, dort wird das Konzept erklärt von dem eine Freundin vermutlich gesprochen hat. Warum betonst Du eigentlich immer, dass sie Psychologin ist? Heißt das dann für Dich, dass sie "unfehlbar" ist? In erster Linie ist sie ja auch nur ein Mensch wie Du und ich auch, nech?

    LG Kitsune

  10. #50

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    hi,
    extreme maßnahmen führen nur zu extremen reaktionen, wasimmer das sein kann.

    manchmal ist einfach gelassen und objektiv die situation zu sehen schon gut.
    ich mein sich wegen einem ding total unter druck zu setzen erzeugt nur gegendruck (suchtdruck).
    das ist sogar ein naturgesetz.

    in der ruhe liegt die kraft.
    wer in sich selbst ruht hat mehr kraft.
    von jez auf nachher geht eh nichts.
    mit einem ruckartigen kraftakt werden zähe dinge steinhart. (klopf auf honig)

    mit leichtem aber stetigem zug gehts ganz leicht.
    besonders wenn der honig warm ist.

    wenn die seele durch andere bissl gewärmt wird,
    verflüssigen sich die sorgen und probleme.
    dann kann man sie einfacher aus sich abfließen lassen.

    glaubts das nicht auch?

    lieben gruß

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