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Thema: Ich war auch mal sehr depressiv

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  1. #1
    Julius

    Standard Ich war auch mal sehr depressiv

    Ich schreib euch mal etwas. Keine ahung, ob es hilft. Ich hoffe.

    Ich war auch mal sehr depressiv . Ich habe damals gedacht, dass mein Leben keinen Sinn macht und ich der absolute Loser bin.
    Für mich war es eine Katastrophe, dass ich keine feste Freundin hatte und ich habe geglaubt, dass ich auch nie eine Partnerschaft haben würde, nie einen Beruf, nie diese ganzen Dinge, die das Leben schön machen.

    Ich habe mich in diese Gedanken, dass ich anders bin als andere Leute, "gezeichnet", dass ein normales Leben mir nie vergönnt sein wird, weil ich zu viel durchgemacht habe und so weiter richtig hineingesteigert....

    aber irgendwie, ich weiß nicht mal genau, was der Auslöser war, geht es mir jetzt meistens viel besser. Nur noch ganz selten ist es so schlimm, wie früher.

    Ich habe inzwischen auch eine Partnerin gefunden, mit der ich sehr glücklich bin.

  2. #2
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    Standard

    Hallo Julius,

    lieb von dir das du uns von deiner Erfahrung erzählst,

    und natürlich klasse das es dir heute viel besser geht

    Was tust du denn für dich wenn diese Phasen noch kommen? Haben sie sich denn auch etwas verändert? Nicht mehr so intensiv oder zeitliche Veränderungen?

    Kannst du mit deiner Freundin dann sprechen?

    Schönen Sonntag und liebe Grüße


    Bluemchen

  3. #3
    Julius

    Standard

    One day at a time

    Ich habe mir gedacht, wenn ich davon erzähle, dass es vielleicht dem einen oder anderen von euch Hoffnung macht. Als es mir schlecht ging, habe ich mich oft in Selbstmordforen rumgetrieben. Alle haben sich dort erzählt, wie schlimm doch die Welt sei. Das zieht einfach runter. Vor allem aber hat man dort nie etwas positives gehört. Ja, logisch, denn wenn es den Leuten besser geht, dann schreiben die nicht mehr da. Ich in meiner Dummheit aber interpretiere es falsch und habe gedacht: "Wenn man so einiges durchgemacht hat im Leben, kann es einem nie wieder gut gehen". Das ist natürlich nicht so. Menschen, dene es gut geht, die schrieben nur nicht in solchen Foren.

    Deswegen schreibe ich also jetzt darüber, damit iht seht, dass es das auch gibt.

    Wenn wieder solche Phasen kommen, dann denke ich mir: "One day at a time". Dieser Spruch ist von den Narcotics Anonymous, wie ihr vielleicht wisst. Ich war zwar nie Mitglied bei ihnen und weiss auch gar nicht so viel über ihre Philosophie, aber dieser spruch gefällt mir sehr gut.
    Ich habe nämlich besonders früher dazu geneigt zu viel nachzudenken: "Wie soll nur die Zukunft werden? Ich schaff das alles nicht, wie soll ich nur mein ganzes Leben lang clean bleiben? Ich finde bestimmt doch nie eine Freundin." Gedankenkreislauf.

    Wenn ich mich heute bei diesen Gedanken ertappe, dann sage ich mir "one day at a time". Ich versuche den heutigen Tag so gut hinzukriegen wie möglich.
    Wenn man sich seinen Weg in kleinere einfache Schritte aufteilt, ist alles viel einfacher. Kennt ihr die Geschichte von Momo und dem Straßenkehrer?

    Außerdem achte ich jetzt besser auf meinen Körper und das macht auch die Seele gesund. Wenn man sich gesund ernährt, versucht genug Schlaf zu kriegen, regelmäßig Sport macht, dann geht es einem besser.

    Wenn es mir schlecht geht, dann versuche ich mir etwas einfallen zu lassen, was mir gut tut, aber nicht ungesund ist. Manchmal allerdings muss es auch einfach etwas ungesundes sein (Natürlich niemals das, von dem man früher abhängig war!!! Das niemals, aber etwas anderes ungesundes). So lange es nicht mega-ungesund ist und nicht zu oft, ist das auch okay.

    ----------Beitrag automatisch hinzugefügt um 14:46 ---------- Vorheriger Beitrag war um 14:42 ----------

    Das heißt natürlich nicht, dass man gar nicht in die Zukunft planen sollte. Es ist einfach wichtig, sich nicht vor angst vor der Zukunft oder hoffnungslosigkeit auffressen zu lassen. Wenn man jeden Tag so gut hinter sich bringt, wie es geht, ist die Zukunft meistens viel schöner als erwartet.
    Geändert von Julius (16.05.2010 um 14:51 Uhr)

  4. #4
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    Standard

    One day at a time
    wenns sich da schon nicht verhindern ließ und dir -
    scheinbar auch so sehr wichtig - dann bitte auch mit passender Übersetzung!

    Nicht alle sind der englischen Sprache mächtig

    Lieben Gruß

    Bluemchen

  5. #5
    Julius

    Standard

    Entschuldigung.

    Auf deutsch übersetzt heisst der Spruch der Narcotics Anonymous "Genesung - Tag für Tag". Ich mag ihn aber auf englisch lieber. Das Wort "Genesung" gefällt mir gar nicht. Das klingt nach Leuten, die in einem Nachthemd in einem Bett mir Eierschalfarbenen Laken liegen...

  6. #6
    fritz_the_cat

    Standard

    Hi Julius,

    die NA haben ihr Programm von dem der Anonymen Alkoholikern mit nur geringfügigen Änderungen übernommen. Das Wort "Genesung" stammt so vom ersten Übersetzer des Blauen Buchs der AA. Es hat aber auch einen Hintergrund: es gibt von Sucht keine Heilung. Der Begriff fiel also aus. Aber es gibt die Möglichkeit, sich aus dem allem zu lösen und körperlich und geistig zu gesunden. Daher stammt das Wort "Genesung". Es sollte einfach ein anderer Begriff statt der nicht möglichen "Heilung" benutzt werden. Eigentlich ein wenig Haarspalterei, aber genau so überliefert.

    "One day at a time" stammt übrigens auch von den Anonymen Alkoholikern, aber genau genommen steht eine 2500 Jahre alte Idee dahinter.

    Grüße

    det, heute mal wieder etwas klugscheissernd

  7. #7

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    Standard

    Manchmal allerdings muss es auch einfach etwas ungesundes sein (Natürlich niemals das, von dem man früher abhängig war!!! Das niemals, aber etwas anderes ungesundes). So lange es nicht mega-ungesund ist und nicht zu oft, ist das auch okay.
    Was genau meinst du denn damit?

  8. #8
    Julius

    Standard

    Zitat Zitat von alive Beitrag anzeigen
    Was genau meinst du denn damit?
    Ich meinte das anders als es rüberkommt.
    Ich bin ein totaler Gesundheitsfreak geworden. Das hätte ich mir nie träumen lassen.
    Früher habe ich ungefähr eine Packung Chips pro Woche gegessen, jetzt ungefähr noch einmal pro Monat.
    ...dadurch sind die besser geworden, denn jetzt kann ich sie als "Belohnung" nutzen.
    Ich verzichte auch auf Kaffee.
    Ist halt nicht jedermanns Ding, aber ich habe das Gefühl, dass es mir dadurch besser geht.

    Vielleicht sollte man das löschen, weil es falsch verstanden werden kann, den Satz auf den du dich beziehst.

  9. #9
    Mitglied SuS e.V. ModeratorIn
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    Standard

    Julius, warum sollte man da etwas löschen?
    Du hast es doch gerade erklärt, was Du damit gemeint hast.
    So schnell wird hier nichts gelöscht.

  10. #10
    Julius

    Standard

    Zitat Zitat von fritz_the_cat Beitrag anzeigen
    Hi Julius,

    die NA haben ihr Programm von dem der Anonymen Alkoholikern mit nur geringfügigen Änderungen übernommen. Das Wort "Genesung" stammt so vom ersten Übersetzer des Blauen Buchs der AA. Es hat aber auch einen Hintergrund: es gibt von Sucht keine Heilung. Der Begriff fiel also aus. Aber es gibt die Möglichkeit, sich aus dem allem zu lösen und körperlich und geistig zu gesunden. Daher stammt das Wort "Genesung". Es sollte einfach ein anderer Begriff statt der nicht möglichen "Heilung" benutzt werden. Eigentlich ein wenig Haarspalterei, aber genau so überliefert.

    "One day at a time" stammt übrigens auch von den Anonymen Alkoholikern, aber genau genommen steht eine 2500 Jahre alte Idee dahinter.

    Grüße

    det, heute mal wieder etwas klugscheissernd
    Kannst du mir mehr über die 2500 Jahre alte Idee erzählen?

    Ich mag das Wort Genesung trotzdem nicht. Es klingt ein bißchen so, als wäre man mindestens 50.
    Außerdem klingt es passiv. So als würde man immer nur im Bett rumliegen und auf irgendetwas warten... und wie gesagt: Das Bett hat eierschlafarbene Laken und daneben steht ein Schaukelstuhl... das würde mir bei dem Wort einfallen.

    Gesund werden hört sich für mich sehr viel besser und jünger an.

    Genesung hört sich auch so passiv an.

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