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Thema: Endzeitstimmung sch

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  1. #31
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    Hallo zusammen

    ein kurzer Bericht von mir Also, ja, habe weiterhin guten Antrieb, bin fleißig, stehe jeden Tag früh auf und bringe meinen Schatz zur Reha Danach putze ich Küche und Bad, obere Etage staubsaugen, versorge unsere Tiere (mein Schatz und ich wechseln sich natürlich ab), bin oft draußen und habe ein bisschen weniger Angst vor Menschen .

    Habe sicherlich immer noch zu kämpfen mit meiner Vergangenheit, aber dadurch, dass ich an mir arbeite ohne Alk, geht es ganz ganz langsam besser. Ich denke, ihr wisst, was ich meine

    Habe weniger, aber dafür immer heftige depressive Schübe, aber ich arbeite weiter daran, dass es besser wird. Es dauert lt. meinem Therapeuten immerhin bis zu sechs Monaten, bis im Gehirn eine neue Denkweise eingeprägt (neue Verknüpfungen der Synapsen) ist und umgesetzt werden kann. Ich muss mich in Geduld üben. Ich bin sehr dankbar dafür, dass mein Schatz mich unterstützt, es ist schön, wenn man verstanden wird. Ohne ihn wäre ich heute nicht annähernd so weit!

    Liebe Grüße an alle

  2. #32
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    Hallo pain,
    das ist ja wundervoll, dass Du wieder Antrieb hast und auch so viele alltäglichen Dinge geregelt bekommst.
    Ja, so eine Unterstützung von einem lieben Menschen, der einen versteht, ist etwas unglaublich Wertvolles.
    Deine depressiven Schübe werden Dich auch noch ein bisschen begleiten, aber sie werden, wenn Du weiter so an Dir arbeitest, noch weniger und im Laufe der Zeit auch schwächer.
    Ich wünsche Dir weiterhin die Kraft und die Ausdauer, alles erledigt zu bekommen.
    Viele Grüsse
    dunge

  3. #33
    Themenstarter

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    Hi dunge,

    danke für deinen lieben Beitrag Ja, es ist wirklich schön, wieder Antrieb zu haben. Bekomme viel geschafft, das ist gut. Wichtig ist mir, dass ich täglich dranbleibe, dann geht es mir in Fleisch und Blut über

    Die Schübe, ja sie werden mich weiter begleiten, aber es ist ein anderes Gefühl, da ich jetzt weiß, warum ich diese habe. Ich arbeite weiter an mir und lasse es auf mich zukommen. Habe immer noch Heulattacken, meistens aus heiterem Himmel, aber nie ohne Grund. Aber diese sind auch weniger geworden, aber dafür stärker. Bin aber dabei, zu lernen, mir selbst ein guter Freund zu sein und mir selber das Weinen zu erlauben, ja, diese tiefen Gefühle sind ein Teil von mir.

  4. #34

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    Huhu paindrop

    Wollt dich einfach nur mal ganz lieb grüssen, und ich freu mich dass du so nen tollen Weg eingeschlagen hast und es bergauf geht!!! Bin auch jetzt wieder des öfteren hier.

    SORRY FÜR OFFTOPIC

    Byeeeee

  5. #35
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    lieben Dank dir, Pink! War nu länger nicht mehr hier.

    Mir geht es gut. Habe jetzt ein anderes Antidepressivum verordnet bekommen. Habe ja längere Zeit Trevilor genommen. Habe es leider nicht mehr gut vertragen zum Schluss. Nun bekomme ich Xeristar 60 mg. Die ersten zehn Tage waren ziemlich heftig wegen der Umstellung, aber jetzt geht es besser.

    Inzwischen habe ich fast ein "normales" Leben. Wir unternehmen mehr und ich arbeite weiter an mir. Es ist zwar immer noch hart, aber ein bisschen besser geworden. Ich muss immer aufpassen, mich nicht zu schnell wieder zu überfordern. Ja, dieser Weg wird noch weit sein, aber er lohnt sich auf jeden Fall.

    Liebe Grüße

  6. #36
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    Seit ich ohne Alkohol lebe, schießen mir die Ereignisse meiner Vergangenheit ungefiltert ständig in den Kopf. Zum ersten mal merke ich jetzt "richtig" , wie sehr mir der Tod meines Opas vor 14 Jahren und der Tod meines Vaters in 2004 nahegeht... Dazu ist im letzten Jahr die Mutter von meiner Mutter plötzlich verstorben. Zu ihr hatte ich früher kaum Kontakt. Doch als es Ärger mit meiner Tante und meinem Cousin gab, die meine Oma im Stich gelassen haben, sind wir uns etwas vertrauter geworden und waren auf dem guten Weg, uns endlich öfter zusehen und zusammen sogar etwas unternommen haben und mit Ihr wEIHNACHTEN gefeiert haben, was früher so gut wie nie vorkam. Dann ist in diesem Jahr meine Lieblingsoma gestorben, die für mich der wichtigste Mensch auf Erden war. Sie war zwar meine Stiefoma in der Theorie, jedoch in Wahrheit für mich meine richtige und klasse Oma.


    Als ich die Nachricht erhielt, stand ich grad im Einkaufsladen und war erst geschockt, weil ich es nicht glauben konnte oder wollte. Jetzt nach und nach begreife ich, dass ich sie nicht mehr wiedersehen kann. Sie war so liebevoll und sie war das beste und schönste, was mir als Kind passieren konnte. Sie hat nie ein böses Wort gesagt, war für mich da und ich habe zum ersten mal gespürt, wie sich echte familiäre Wärme anfühlt. Das Haus, in dem meine Oma und mein Opa gelebt haben, ist heute ein furchtbarer Anblick. Keine Blumenbeete mehr, keine gepflegte Rosen, alles verkommen, alles leer, alles ohne Leben. Es sticht wie ein Messer in mein Herz. Bevor meine Oma wegen Krankheit zu meinem Stiefvater in die Nähe ziehen musste, hat meine Oma mir ein Buch, das ich damals meinem Opa geschenkt hatte und meine gemalten Bilder von früher, zurückgegeben. Das war ein schrecklicher Moment, weil es schon so eine Art Abschied für immer signalisierte.

  7. #37
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    Hallo pain, von mir auch mal herzliche Grüße an Dich. Es ist schön zu lesen, daß du weiter auf deinem guten Weg bist. Ich kenne dich ja noch aus der Zeit, wo du noch nicht soweit warst, um so erfreulicher ist es für mich, das du so durchhälst.
    Das mit dem Vergangenen in den Kopf schießen kenne ich auch. Mit einemal ist es da und ich kann an nichts anderes mehr denken. Ich denke mal, das sind noch viele Abschiede bei dir nachzuholen und zu verarbeiten. Aber du hast ja eine Therapeutin an deiner Seite. Ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft, daß du weiterhin so tapfer und stur bleibst und Alkohol Alkohol sein läßt. Eben nichts mehr für dich. Und die Tränen, nimm sie hin, der liebe Gott hat uns die Tränen mit auf den Weg gegeben, wozu sollten sie sonst sein, wenn nicht dazu, sich die Seele zu erleichtern. Dann hätte er sie auch weglassen können. liebe GrüßeTine

  8. #38

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    Hi liebe Pain,
    schön wiedermal von dir zu lesen und zu sehen das du immernoch schön stur dem Alk gegenüber stehst.
    Klar das uns unsere Gedanken und auch Gefühlswelt, jetzt wo wir clean sind einholt,wir haben sie ja lange genug immerschön unterdrückt,betäubt und bei Seite geschoben.
    Aber irwie ist es auch gut (kann ich jetzt so im nachhinein sagen) das sie nun vorgucken und wir die Chance bekommen sie zu verarbeiten,auch wenn es weh tut aber immernoch besser als irgendwann dran zu ersticken.
    Ich habe 2007,innerhalb von 1 1/2 Jahren auch meine geliebten Grosseltern verloren und danach meine leibliche Mutter.
    Zu der Zeit hab ich mich sowas mit Codein und Hasch zugeballert um nur nicht diese eklig schmerzenden Gefühle und diese Hilflosigkeit ertragen zu müssen.
    Naja seit ich nun clean bin,kam das alles, wie jetzt auch bei dir, in einem Schwall über mich .Die ersten Monate hatte ich die übelsten Alpträume,es ging immer um meine süße Omi.Gott ich bin schreiend und schweissgebadet aufgewacht und hab geheult wie ein kleines Kind.
    Doch jetzt ist es so,das die Träume 1.weniger werden und 2.nicht mehr so grausam,sondern eher so,das ich auch schonwieder ganz normale Dinge von ihr träume.
    Ich merke das es doch sehr wichtig war diese Träume zu bekommen,denn es sind ja Situationen die unsere Seele,unser Untebewusstsein mit sich rumschleppt und nicht verarbeiten konnte.
    Aber mit der Zeit wird es besser,glaub mir Pain.
    Klar man hat sehr viel Gefühle nicht mitbekommen früher aber auf eine Art wollten wir das ja auch so,sonst hätten wir uns ja nicht ewig zugeballert und betäubt.
    Naja und nun ist es natürlich auch ne harte Probe die wir da durchstehen müssen aber ich denke es wird sich lohnen.
    Ich drück dich mal ganz lieb meine süße und schick dir ein riesiges Kraftpäckchen mit .Ich find es auf jeden fall super wie du doch iimmer weiter kämpfst und stur deinen Weg der trockenheit gehst.Ich bin superstolz auf dich und du kannst es auch sein meine liebe Pain.
    Die herzlichsten grüße und weiterhin viel Sturheit von deiner Hexy
    Geändert von Hexy (04.11.2010 um 19:03 Uhr)

  9. #39
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    Fühle mich richtig schlecht heute. Meine Gedanken kreisen und kreisen, mir fällt es nicht leicht, vieles innerlich loszulassen. Fühle mich wie ein Fass ohne Boden. Habe den ganzen Tag Panikattacken gehabt. Das gehört dazu und es ist auch in Ordnung, weil ich ja weiß, warum ich immer Angst habe. Es ist aber besser als früher, da ich nun weiß, dass ich mich NICHT auf mein Gefühl verlassen kann, da diese Gefühle alle aus der "Erziehung" entstanden sind und diese mich fast komplett lahmgelegt hätten. Aber halt nur FAST!

    Ich verstehe mich besser und das ist ein kleiner Schritt nach vorne. Und jeden Schritt den ich zurückfallen sollte, nutze ich für einen neuen Anlauf. Es ist in Ordnung.

    Das schlimmste finde ich, dass ich mir wieder mal eingestehen muss, dass ich NIE meine wahren Gefühle zeigen durfte bzw. "darf". Ich habe mir als Kind und Jugendliche Überlebensstrategien beigebracht. Ich MUSSTE immer so reagieren und fühlen, wie meine Mutter es wollte. Habe mir quasi Gefühle "erschaffen", die ich niemals empfunden habe. Ich wurde als Partnerersatz missbraucht und es ging nie um mich. Es ging immer um meine Mutter. Es gab keine Fragen wie z. B.: Wie war die Schule? Wie war dein Tag? Wie geht es dir? Ich wurde benutzt als Sündenbock. Alles, was in unserer scheiß Familie passiert ist, alles musste ich ausbaden, weil sie zu der Zeit den ganzen Tag geschlafen hat, wenn sie bis in die Puppen gesoffen hat.

    Ich hatte nie eine Privatsphäre. Alle meine Sachen hat sie durchwühlt, meine privaten Briefe/Tagebücher/ Liebesbriefe und hat sie gelesen und dann versteckt und mich - sobald ich nach Hause kam - direkt für den Inhalt dieser Sachen zur Sau gemacht hat.

    Ich durfte abends nicht lernen, weil sie immer agressiver wurde durch den Alk, sie hat meine Sachen zum Lernen weggeschlossen... Aber ich wollte lernen und ich habe es irgendwie geschafft.

    Meine Mutter hat auch nie Respekt gezeigt. Sobald ich von der Schule oder Ausbildung nach Hause kam, hing sie mir schon an den Fersen. Schon unten im Hausflur hörte ich ihr künstliches Husten, hörte wie der Stuhl in der Küche weggeschoben wurde und hörte wie sie eine Flasche unter die Spüle in den Schrank gestellt hat. Sie öffnete mir die Tür und schwankte schon, hatte das ganze Gesicht schwarz vom Heulen, weil die Schminke verlaufen war. Der Lippenstift hing ihr auf den Zähnen und sie hatte regelmäßig eine Rotwein-Knoblauch-Fahne.

    Ich durfte mich aber nicht wehren bzw. eine eigene Meinung haben. Ich war quasi mein ganzes Leben lang nicht meine Person, hatte nie die Möglichkeit, mein wahres Ich zu erkennen oder gar etwas gutes zu erleben.

    In der Schule und auf der Arbeit bin ich so oft zu spät gekommen wegen der Scheiß Sauferei meiner Mutter und später habe ich dann auch angefangen zu saufen, damit ich es irgendwie überlebe dort bei ihr. Ich konnte mich niemandem mitteilen und den wahren Grund für mein Verschlafen darlegen. Das ist das schlimmste, ich durfte niemals mit jemandem reden darüber. Über den scheiß Alkohol . Sie hat mir dann gedroht mit all möglichen Sachen und wurde brutal.

    Ist viel geworden, aber ich musste mir das von der Seele schreiben.


    Es tut mir weh, lerne aber dazu, habe neue Erkenntnisse erlangt.

  10. #40

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    Zitat Zitat von paindrop82 Beitrag anzeigen

    Ich verstehe mich besser und das ist ein kleiner Schritt nach vorne. Und jeden Schritt den ich zurückfallen sollte, nutze ich für einen neuen Anlauf. Es ist in Ordnung.
    ....

    liebe paindrop,

    du untertreibst da aber ein bisschen: das ist ein riesenschritt nach vorn! was du da schreibst ist erschütternd und berührt mich sehr...meiner meinung nach sind diese drei sätze die grundpfeiler deines neuen lebens, das du ja schon vor einer weile begonnen hast. jeden tag lernst und festigst du dieses neue = dein wahres ICH. du lernst dich kennen und verstehen und lernst DEIN LEBEN zu leben, endlich. und du bist so mutig und entschlossen dabei!
    ja und mal geht das gut voran und du bist froh und glücklich, und mal gibts hänger, zweifel, fragen so wie heute. beides gehört dazu. beides bringt dich voran.

    mach dir doch keine vorwürfe dafür, dass du das gefühle zeigen erst lernen musst(est)... das verstecken und ummodeln der gefühle war die einzige lösung zum überleben! schreibst du doch selbst..

    ich drück dich mal feste, wenn ich darf. immer macht mir mut, was du schreibst, dafür danke ich dir.
    alles liebe
    doris und ihr schaf
    Geändert von doris day (04.12.2010 um 21:04 Uhr)

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