Ergebnis 1 bis 10 von 10

Thema: Burnout oder Depression?

Text vergrößern Text verkleinern
  1. #1
    Mitglied SuS e.V. Administrator
    Registriert seit
    03.07.2005
    Ort
    München - Bayern
    Alter
    46
    Geschlecht:
    Beiträge
    21.047

    Standard Burnout oder Depression?

    Ja, die Frage habe ich mir auch schon gestellt, zudem betrifft es eine meiner letzten Diagnosen.
    Bei mir wurde eine "depressive Episode" ausgegeben, wenn man das nun heute mit den Diagnosen Burnout vergleicht, dann würde die zu 100% heute für mich gestellt
    Das hört sich natürlich ganz anders an, der arme Firmeninhaber und Geschäftsführer ist überarbeitet ...

    Dazu gibt es auch einen wie ich finde guten Artikel auf Spiegel Online:
    Ausgebrannt, erschöpft, am Ende: Burnout gilt als Massenleiden der modernen Arbeitswelt. Der Psychiater http://www.suchtundselbsthilfe.de/fo...lossarlink.gif Ulrich Hegerl warnt vor dem Modewort: Stress im Job*ist oft*nicht die Ursache - und eine Auszeit*kann alles noch viel schlimmer machen.

    Weiterlesen...

    Quelle: SPIEGEL-Autor Bernd Kramer,Burnout ist eine Ausweichdiagnose, Volkskrankheit: "Burnout ist eine Ausweichdiagnose" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL, 29-11-2011
    Was mein ihr dazu?

    LG Franz

  2. #2
    - ModeratorIn
    Registriert seit
    04.06.2010
    Ort
    Sachsen
    Alter
    30
    Geschlecht:
    Beiträge
    1.044
    Status
    stupid me

    Standard

    Hmm...

    ich für mich persönlich unterteile das schon irgendwo: Wenn wir so wollen, ist der Burn Out eine Art reaktive Depression, lässt sich auf Faktoren im äußeren Leben zurückführen. Das ist bei einer major depression nicht gegeben, obwohl natürlich äußere Faktoren beim "Verlauf" auch eine Rolle spielen.

    So einfach mach ich's mir

  3. #3
    -
    Registriert seit
    10.07.2011
    Ort
    Duisburg
    Alter
    50
    Geschlecht:
    Beiträge
    2.209
    Status
    Abwesend

    Standard

    Das Burn Out sehe ich da als eine Art der totalen Erschoepfung an deren Ursachen meist ausserhalb zu suchen sind und zu deren Quellen eine wie auch immer geartete Abhaengigkeit besteht. Dieser Erschoepfungszustand ist dann irgendwie das Ende aufgestauter Frustrationen die man angesammelt hat weil man selbst an den Ursachen nichts aendern kann sich aber denen immer wieder auf's neue ausgeliefert fuehlt und sich selbst nicht zutraut andere Wege zu gehen.

    Depressionen sehe ich da wesentlich vielschichtiger und sie haben nicht nur was mit aeusseren Einfluessen zu tun sondern koennen ja auch Folgen von Erkrankungen sein und haben meiner Meinung nach dann doch mehr mit der eigenen Psyche zu tun als wie mit Umstaenden an denen man nichts aendern kann. Ich denke mal das viele Depressionen entstehen weil man mit sich selbst nicht klar kommt oder sich selbst nicht so akzeptieren kann wie man ist. Dazu kommen dann sicher noch verschiedene psychische Aspekte die mir da dann doch eher unbekannt sind und einiges wird da sicher durch die eigene Lebenssituation mit zu beachten sein.

    Viele Gruesse:

    Siegfried

  4. #4
    uwe53

    Standard

    burn out ist für mich ein modewort, man meint depressionen .
    die frage steht doch, da übernimmt sich einer regelmäßig(meistens im beruf), dann kommt noch ein furz in der quere, es folgt der zusammenbruch.
    burn out klingt allerdings besser.
    ich habe es über jahre nicht gemerkt, wollte es nicht wahrnehmen, dass ich mich ständig überfordert habe. meine medizin war der alkohol . funktioniert ja am anfang gut.

    lg uwe

  5. #5
    - ModeratorIn
    Registriert seit
    04.12.2009
    Ort
    Im wunderschönen Harz
    Alter
    23
    Geschlecht:
    Beiträge
    4.489

    Standard

    Burnout...
    Darüber habe ich auch schon zig Diskussionen gehabt.
    Burnout ist keine anerkannte Krankheit, sondern ein Symptom, auch das wissen nur die Wenigsten!
    Für mich geht das alles auch schließlich auf Depressionen zurück. Die Anzeichen sind häufig die gleichen. Und ob ich nun durch einen Schicksalsschlag zum Beispiel an Depression erkranke oder irgendwann den gleichen Zustand erreiche durch Überarbeitung, macht für mich keinen großen Unterschied.
    Burnout scheint wirklich ein Modewort geworden sein, um vielleicht den Leistungsdruck in der Gesellschaft herunter zu spielen. Hört sich ja nicht so dramatisch an, wenn wer nen Burnout hat als wenn man sagt, dass Jemand Depressionen hat.
    Also so erlebe ich es zumindest.

  6. #6

    Registriert seit
    08.07.2009
    Ort
    Schönheide im Erzgebirge
    Alter
    46
    Geschlecht:
    Beiträge
    428
    Status
    passt schon ;)

    Standard

    Na ja, als ich 2008 meinen Nervenzusammenbruch hatte, wurde ein Burn-Out definitiv ausgeschlossen. Und das, obwohl ich mich auf Arbeit ständig überfordert habe. Dtatdessen steht die Diagnose einer Depression. Und somit beschreiben Burn-Out und Depression mit Sicherheit NICHT das gleiche. Denn sonst kann man ja nicht das eine ausschließen und das gleiche feststellen.

  7. #7

    Registriert seit
    22.10.2008
    Ort
    irgendwo in NRW
    Alter
    29
    Geschlecht:
    Beiträge
    1.785

    Standard

    Hallo Franz, nun ich schildere dir mal meine persönliche Erfahrung mit dem Thema: Also so mit 14 Jahren begann bei mir bereits eine Depression mit Selbstverletzung und Suizidgedanken- und versuchen. Ich hasste mich abgrundtief. Meine Mutter war ja schwer alkoholkrank und ich habe jeden Tag nur Psychoterror erlebt. Doch hatte ich trotz dieser Umstände einen großen Ehrgeiz und ich konnte mich draußen gut ablenken. Ich habe dafür gekämpft, die Realschule gut abzuschließen und habe das auch geschafft. Dann suchte ich mir umgehend eine Ausbildungsstelle, dort musste man einen Einstellungstest bestehen. Auch das habe ich erreicht und ich habe immer gute Noten in der Berufsschule und in Praktika gehabt. Ich wollte diese Ausbildung unbedingt schaffen, um endlich von zu Hause rauszukommen. Ich habe die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und bin in eine eigene Wohnung gezogen und hatte immer Arbeit. In der Zeit habe ich ja auch meinen Vater kennengelernt. ich dachte, geil endlich geht es bergauf... Aber ab dem Zeitpunkt ging es dann richtig abwärts. Alkoholkrank war ich bereits, aber ich wollte es mir nicht eingestehen. Mein Vater wurde schwer krank, mein damaliger Freund hatte mich betrogen und ich habe mich getrennt. Mein Vater verstarb kurz vor meinem 22. Geburtstag. Kurz vor seinem Tod wurde ich in einer Anwaltskanzlei eingestellt und dort war es ein paar Jahre richtig gut. Ich hatte mir vorgenommen, neben der Vollzeitstelle eine zweite Ausbildung verkürzt auf zwei Jahre zu machen. Das habe ich auch geschafft. Dann allerdings habe ich mir noch einen Nebenjob im Hotel gesucht fürs Wochenende. Ich war sogar noch in unserer Laufgruppe. So... Und dann merkte ich mit der Zeit immer mehr, dass ich immer müde und erschöpft war und im Büro mich kaum konzentrieren konnte... ich trank immer mehr und vernachlässigte mich und mein Umfeld total und da fing das Mobbing gegen mich an... Und ab diesem Zeitpunkt war ich dann nicht mehr nur einfach depressiv , sondern völlig ausgebrannt und hatte keinen Ehrgeiz mehr, wie ein Zombie... Es ging nichts mehr, ich war wie tot... Das Burnout-Syndrom ist für mich eine lange Entwicklung von der Depression bis zum völligen Versagen meiner Interessen. Ich habe nur noch geheult und gesoffen und hatte keinerlei Kraft mehr. Das Burnout entwickelt sich nach meiner persönlichen Erfahrung über einen sehr langen Zeitraum.
    Geändert von paindrop82 (30.11.2011 um 03:23 Uhr)

  8. #8
    uwe53

    Standard

    ich habe mal die wiki bemüht. ich erkenne mich wieder. nur hatte damals keiner so ne diagnose parat.

    Burnout-Syndrom


    lg uwe

  9. #9

    Registriert seit
    22.04.2010
    Ort
    Berlin
    Alter
    47
    Geschlecht:
    Beiträge
    3.402
    Status
    Aktiv

    Standard

    Hallo,

    mir kommt es auch so vor, wie Einigen Vorredners (Schreibern :-)) ......Burnout ist "ungeeignet" als Diagnose - und ein schöner Spiegel unserer Leistungsgesellschaft.

    Burnout ist gut, weil da ist man ja sooooo fleissig und eben überarbeitet und aber unterm Strich doch total toll und kann nur einfach nicht mehr.

    Depression ist nicht gut, weil da ist man ja krank und ein Jammerlappen und was weiß ich was - hat einfach nen schlechten Ruf.

    HInzu kommt, daß "Defekte" (Krankheiten egal ob psychischer oder physischer Natur) einfach einen schlechte Akzeptanz in den letzten Jahren zu haben scheinen. Auf mich wirkt es so, als ob das "Intakt-Sein" immer größere Wichtigkeit bekommen hat.

    Mir scheint es so, als ob vor ein paar Jahren noch viel mehr Defekte "erlaubt" waren. Da wurde nicht alles behandelt, da war man eben einfach mal schwierig, oder gerade sehr dünnhäutig, oder anderweitig irgendwie in der Leistung reduziert - und es war zwar nicht so schön, es wurden auch blöde Sprüche gemacht, aber es wurde nicht gleich aussortiert. Manchmal denke ich, daß es unheimlich schwer ist, wieder "in Takt" zu kommen, wenn man gleichzeitig bei jedem bisschen "Aus dem Takt" kommen, gleich ausgegrenzt wird.

    Manchmal kommt mir es einfach so vor, als wenn es viel "heilsamer" wäre, Menschen, die gerade eine akute Depression haben, dennoch mehr teilnehmen zu lassen am Miteinander. So wird krankgeschrieben, und behandelt - und eigentlich wird der Mensch isoliert. Ich hab da so meine Zweifel, ob das gut ist.

    ...aber nun bin ich voll abgeschweift!

    Also ....langer Rede, kurzer Sinn: ich halte es für ein ungeeignete Diagnose, die die wirkliche Ursache (Depression oder vielleicht auch was anderes - Angststörung ) verschleiert und so das Problem leicht verschärft, als es zu lösen.

    LG Wolke

  10. #10
    Mitglied SuS e.V. Administrator
    Themenstarter

    Registriert seit
    03.07.2005
    Ort
    München - Bayern
    Alter
    46
    Geschlecht:
    Beiträge
    21.047

    Standard

    Schön, wenn hieraus eine Diskussion entsteht, wo wir uns nicht gleich in die Haare kriegen

    Ich möchte noch was dazu sagen, nicht dass es da zu Missverständnissen kommt.
    Wer ein Burnout hat, dem geht es richtig Scheiße und ich zweifle hier nicht die Symptome an!!
    Es geht mir wirklich nur um diesen Begriff und die Art wie damit umgegangen wird.

    Das hat ja z.B. paindrop sehr gut geschildert und ich sehe es ja genauso und hab es selbst ähnlich erlebt als ich noch Selbstständig war.

    Wenn ich mal mehr Zeit habe, dann bringe ich da vielleicht noch paar andere Begriffe ins Spiel - z.B. Borderline

    Und wie auch Lady geschrieben hat, eigentlich gibt es Burnout ja nicht als Diagnose, jedenfalls nicht nach ICD-10.
    Da gehts dann ja um Z73 Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung

    LG Franz

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. TV-Hinweis arte Themenabend: Burnout
    Von fritz_the_cat im Forum Filme
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 06.11.2009, 16:32
  2. Soll ich oder nicht, oder wenn ja wie und überhaupt...
    Von Cinnamon im Forum Therapie / Erfahrungen mit professionellen Helfern
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 11.08.2005, 01:09

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65