Hallo Wattwurm!
Immer funktionieren zu müssen - ich glaube das ist das Problem, worunter der moderne Mensch leidet. Wir schaffen uns im Grunde eine Welt, die menschenfeindlich ist, die die menschliche Natur verleugnet. Die Arbeit wird zum einzigen Lebensinhalt und irgendwann ist der Mensch nur eine leere Hülle, eine Maschine, nichts weiter. Er gibt die Selbstbestimmung über sein Leben aus der Hand. Wir denken, wir tun das alles nur für unsere Karriere. Schließlich zwingt uns ja niemand dazu. Aber auf dem Weg dahin bleiben wir als Persönlichkeiten auf der Strecke. Am Ende wundern wir uns, warum wir uns so leer fühlen, warum uns nichts erfüllt. Wir geben uns selbst die Schuld, schließlich hätten wir es besser wissen müssen, worauf wir uns da einlassen. Oder wir geben zu, dass wir einfach nicht so leistungsfähig sind und fühlen uns minderwertig, gar wertlos. Ich weiß nicht, wer Schuld daran hat, das System oder der Einzelne oder beide. Man muss sich schon sehr früh wehren, wenn man nicht eine leere Hülle von vielen werden will. Man muss schon sehr früh begreifen, was das System mit einem macht. Es macht nichts anderes als mindfucking auf höchstem Niveau mit uns. Es lockt uns mit dem Versprechen nach einem besseren Leben, spielt unsere Eitelkeit gegen uns aus, etwas Besseres sein zu wollen als wir sind, missbraucht unsere Hoffnung, vergewaltigt unsere Seelen und hinterlässt uns als leere, ausgelutschte Hüllen. Und da wundern wir uns noch, dass wir nicht erfüllt sind von Freude? Wir sind erbärmlich. Das ganze Streben nach Anerkennung, Geld und Macht drängt uns in ein Dasein, das des Menschen nicht würdig ist.





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