Hallo,
eigentlich kämpfe ich schon seitdem ich denken kann mit diesen Derealisationen.
Lange Zeit habe ich mir eingebildet, einen Gehirntumor zu haben, weil es mir vorkam, als würde ich alles um mich herum irgendwie zeitversetzt wahrnehmen.
Der Zustand kommt etappenartig. Meist nach einem Streit oder einer Stresssituation und dauert oft Tage, Wochen an. Es ist als würde ich geistig "weggehen", als würde ich mich emotional ausklinken und mein Kopf ist nur noch für die wesentlichen Dinge funktionsfähig wie Autofahren oder den Alltag halbwegs zu überstehen. Ich fühle mich dann wie in einem Film, nichts berührt mich mehr, alles geht an mir vorüber und es ist, als ob ich meine Umwelt zwar sehe, aber doch nicht an ihr teilhaben kann.
In solchen Zuständen kommt mir auch mein Zeitgefühl vollkommen abhanden. Ich bekomme Gedächtnislücken und kann mich nicht einmal mehr auf ein Buch konzentrieren. Mein ganzer Körper, mein Geist ist dann irgendwie betäubt und Gespräche fallen mir schwer. Meist versinke ich an solchen Tagen vollkommen im Chaos, weil mir dann selbst einfachste Dinge wie den Schrank einräumen schwer fallen.
Ich bin dann kein Mensch mehr - nur eine leere Hülle, ein Phantom - und handle nur noch wie ein Roboter.
Normalerweise sollte man sich an solche Zustände gewöhnen, vor allem, wenn man sie schon sein Leben lang kennt. Aber nicht ich. Es ist jedesmal wieder die Hölle für mich und ich wünsche mir nichts sehnlicher als wieder "zurückzukommen", aber egal wie krampfhaft und verbissen ich es versuche - es passiert einfach nicht.
Irgendwann geht der Zustand dann wieder vorbei und ich habe eine Weile Ruhe. Bis zur nächsten Stresssituation... Daher kann ich gute Momente oder Glücksgefühle gar nicht genießen, weil ich weiß, dass alles schnell wieder vorbei sein kann...
Kann mir jemand sagen, wie ich mich da selbst wieder zurückholen kann?
Lieben Gruß,
stella




Zitieren

Julchen

