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Thema: Hilfe! Krieg mein Essverhalten nicht mehr in den Griff

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  1. #1

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    Standard Hilfe! Krieg mein Essverhalten nicht mehr in den Griff

    Hallo an alle im Forum,

    ich bin seit meiner Kindheit esssüchtig, was mir aber erst nach einer Therapie gegen meine Alkoholsucht klar geworden ist.

    Bin seitdem trocken und rauchfrei und stolz darauf. Aber die Sache mit dem Essen will nicht so recht klappen.

    Ich bin Overeater und zuckersüchtig, esse also gerne zuviel und zu süss.

    Vor ca. 2 Jahren hatte ich mein Essen gut im Griff, doch irgendwann kam der Zucker wieder und auch das Ueberessen.

    Klar, momentan habe ich besonders viel Stress, da wir einen Wasserschaden durch unsere Heizung im DG haben und nicht zuhause wohnen können. Und da wären dann noch die Termine deswegen und der Stress mit Versicherung, Firmen etc.

    Doch eigentlich ist das nicht anders als sonst. Wenn ich schlechte Gefühle nicht haben will, esse ich viel zu viel und zu süss und danach gehts mir schlecht. Körperlich und seelisch. Und da wäre dann auch noch das Gewicht, welches stetig nach oben geht. Echt Scheisse eben.

    Ich merke schon gar nicht mehr, was ich da eigentlich zudecke, so schnell ist bei mir der Deckel drauf.

    Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich gar nicht mehr aus diesem Teufelskreis, der immer schlimmer wird, herauskomme und dringend jemand zum Reden brauche, der dieses Problem kennt.

    Doch genauso habe ich Angst davor, normal zu essen, weil ich das Gefühl habe, mit den hochkommenden Emotionen nicht klar zu kommen. Nackt, schutzlos und in Richtung Depression gehend - alles Dinge, vor denen ich höllische Angst habe.

    Bitte helft mir dabei, den Anfang zu machen.

  2. #2
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    Der sinnvollste Anfang wäre ein Gespräch mit einem Therapeuten, dass man abklären kann, ob eine Therapie nötig ist.

    Wie hast du das mit dem Alkohol geschafft? Allein?

    Suchtverhalten hört oft über Jahre auf, wenn man erfolgreich ran gegangen ist. Doch wenn man nicht auch die psychischen Sachen bearbeitet hat, dann kommt es häufig vor, dass es in Konfliktsituationen eben zum Rückfall kommt.
    Deswegen eben Therapie , ich war 11 Jahre clean und es kam zum Rückfall

    LG Franz

  3. #3
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    Hallo Franz,

    Alkohol bin ich durch ne Therapie losgeworden, das Rauchen habe ich dann dort auch gelassen.

    Aber essen muss man eben, doch nicht so wie ich das momentan praktiziere.

    Du hast Recht, ich werde das Gespräch mit einem Therapeuten suchen und ne Therapie machen, wenn er der Meinung ist, dass das erforderlich ist.

    Ich merke selbst, dass ich an verschiedene Gefühle nicht herankomme....kein Wunder, wenn ständig der Deckel drauf ist.

    Danke für Deinen Rat. Werde das gleich nächste Woche in Angriff nehmen und mich melden, sobald ich beim Thera war.

    Glg
    Andrea

  4. #4

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    Hallo superwoman,

    Zuckersucht kenn' ich. Mir ist schon lange klar, daß ich mehr mit dem Zucker zu tun hab, als ich bewußt meine und darum habe ich im Oktober massiv den Zucker reduziert (allerdings auch Weißmehl, Nudeln, Kartoffeln und Brot) und die ersten Tage waren total ätzend. Nach ungefähr 10 Tagen wurde es deutlich leichter und der Jieper auf Zucker war weg. Bei mir ist es nun so, daß ich mein zuckerreduziertes Essen beibehalten möchte, da es mir körperlich viel besser geht. Falls Du magst, da hab ich ein bisserl was im Blog und im Postfach zu geschrieben, dann kannste ja schmökern. Et ist schon so ne Sache - am Süßen hängen soviele "Anhaftungen" - Belohung, Motivation, Trost....

    Ganz gutes Gelingen dir und liebe Grüße
    Wolke

  5. #5
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    Hallo superwoman,

    ich find´s schon mal super, dass du darüber schreibst und offensichtlich was dran ändern willst. Das ist schließlich der erste Schritt zur Veränderung.
    Franz´ Rat zu einem Therapeuten zu gehen kann ich nur unterstützen. Jede Sucht hängt ja irgendwie auch mit Psychischem zusammen und ist nicht nur rein körperlich.
    Wie hast du es denn damals geschafft dein Essverhalten in den Griff zu kriegen? Gab es da etwas, was dir besonders geholfen hat an Ritualen, Gedanken, .... auf das du jetzt vielleicht noch mal zurückgreifen kannst?

    Ich wünsche dir alles Gute und würde mich freuen bald wieder was von dir zu hören

    Liebe Grüße,
    sunlight

  6. #6
    Themenstarter

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    Hallo Wattewolke,

    Weissmehl zu reduzieren wäre für mich kein Problem, das mag ich eh nicht. Kartoffeln mag ich zwar auch, aber nicht so gerne wie Nudeln, die zu reduzieren dürfte schwieriger für mich sein. Und von Brot will ich erst garnicht reden.

    Und noch etwas zu Kartoffeln: Ich wusste garnicht, dass die problematisch sind. Bei mir waren sie es auch nie, dafür aber die Nudeln. Und wie sieht es mit Brot aus? Ich esse fast überwiegend Vollkornbrot bzw. Körnerbrot, sehr selten mal ein Sauerteig- oder Roggen- oder Roggenmisch. Trotzdem reduzieren? Und was heisst reduzieren? Wieviel und wie oft ist erlaubt? Oh mein Gott....

    Ich merke gerade, meine Ernährungsberatungs - Tage sind schon zu lange her....Wäre nett, wenn Du mir helfen könntest.


    Und die wäre dann: Was esse ich stattdessen? Die Frage stellt sich mir vor allem bei Brot, dass ich eigentlich täglich esse.

    ----------Beitrag automatisch hinzugefügt um 19:56 ---------- Vorheriger Beitrag war um 19:47 ----------

    Hallo sunlight,

    damals hätte ich noch ne Ernährungsberatung zur Unterstützung und ich habe mein Essen täglich notiert. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das mit dem Aufschreiben zur Zeit nicht wirklich dazu führen würde, dass ich weniger esse. Ich hätte höchstens mehr zu schreiben.

    Da ich physisch und psysisch durch den ganzen Stress mit dem Wasserschaden im Haus, den Stress mit den Vermietern unserer Ferienwohnung (sehr neugierig und kontrollsüchtig), einer immer kranker werdenden Mutter, Stress im Job etc. über die Massen belastet sind, kann ich oft kaum zur Ruhe finden und wenn, dann will ich nicht auch noch schlimme Gefühle haben. Also, nix wie den Deckel drauf.

    Aber: Irgendwie und irgendwann muss ich damit anfangen, das Rad zurück zu drehn.

    Deshalb habe ich heute den ersten Schritt getan, und habe mir für morgen einen Termin bei der Psychologin einer Suchtberatungs- und Therapie - Einrichtung in der Nähe geholt.

    Ein Anfang!!

    Glg
    Andrea

    ----------Beitrag automatisch hinzugefügt um 19:59 ---------- Vorheriger Beitrag war um 19:56 ----------

    Hallo Franz,

    war heute bei "IANUA", einer Einrichtung für Suchtprävention und hab mir für morgen bei der Psychologin einen Termin geholt.
    Bin schon gespannt, was sie sagen wird.

    Melde mich wieder, wenn ich mehr weiss.

    Glg
    Andrea

  7. #7

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    Hallo Andrea,

    bei mir ist das gerade ne Ernährung in Richtung "Logi-Methode". (wurde ich auch hier im Forum drauf gestupst )
    Es hatte sich "ganz zufällig" von alleine so entwickelt - da ich ja den Zucker mal nahezu komplett weglassen wollte. hab mich dann ein bißchen mit der Ernährung beschäftigt und kam dann zu dem Schluß, daß viele Kohlehydrate ja genauso verstoffwechselt werden - es ist ja dasselbe . Also hatte ich dann auch diese immer mehr weggelassen und hab mich einfach sehr gut damit gefühlt. Keine Blähungen mehr, leichteres Aufstehen in der Früh, viel bessere Haut, kein Muskelkater nach Sport....und ein bisserl abgenommen hab ich auch.
    Dieser ewige Jieper auf Süßlis, auf Nutella-Brote, auf alles mögliche ist tatsächlich weggefallen - aber wie bei den anderen Süchten waren die ersten Tage total blöd - ständig gejault hab ich.
    Ich gehöre zu den klassischen Stress-Essern - kaum hatte ich etwas mehr Stress, da kam der Impuls: "Essen!" (und am liebsten mampfen) - ne klare Cortisol-Esserin. Und dieses Essen war dann auch nicht wirklich befriedigend - der Stress war noch genauso da - aber ich hatte schon wieder ohne Genuß mehrere Kekse in mich hineingestopft.
    An diesen Mechanismen bin ich schon ne ganze Weile dran und hab sie auch schon ganz gut verändern können, aber es ist einfach sehr angenehm, diese Lust auf Süßes los geworden zu sein . (Wenn es denn anhält .....das weiß man ja sicher erst nach mehreren Monaten) Denn da hab ich mich sonst halt diszipliniert, aber das nervt mich enorm, ständig die Kontrolle über die eigenen Gelüste haben zu müssen. Und nur ein Stückchen Schokolade - det klappt bei mir nicht. Ganz oder gar nicht.

    So - und nun zur Frage, was ich alternativ zu Brot oder Beilagen esse...
    Als Frühstück esse ich oft nen Becher Hüttenkäse mit Tomate und ner Paprika.....oder Joghurt mit ein bisserl Obst...oder Salami

    zwischendurch viel Paprika, Doppelrahmfrischkäse, Käse, kalten Braten...
    und abends oft bunte Gemüsepfannen mit Fleisch - geht alles ganz unterschiedlich, Zucchini oder Sellerie lassen sich schön braten
    nur ungefähr zweimal in der Woche gibts Reis, Nudeln oder Pizza.

    Aber da findest Du ganz viel Info im Netz - Stichwort "Logi-Methode"

    Liebe Grüße
    Wolke

  8. #8
    Themenstarter

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    Hallo Wattewolke,

    hast recht, ist ein gutes Gefühl, den Zucker losgeworden zu sein. Das habe ich auch schon mal für eine Zeitlang geschafft...bis er wieder in mein Leben kam.

    Das mit der Logi - Methode hört sich erst einmal ziemlich fremd für mich an....damit meine ich das, was ich statt dessen essen könnte...vielleicht muss man aber auch einfach das Richtige davon finden...ich werde mich auf jeden Fall mal dort einlesen.

    Gestern war ich ja bei IANUA, der Gesellschaft für Suchtprävention, hatte dort aber leider keinen Erfolg, was die Aufnahme in eine Therapie betrifft. Da die Krankenkassen, lt. dem Therapeuten, Esssucht als psychosomatische Erkrankung und nicht als Sucht betrachten, können die dort auch keinen Antrag auf ne Therapie für mich stellen.

    Nachdem der Therapeut gehört hat, wie es bei mir momentan so aussieht, hat er mir sogar ne stationäre Therapie empfohlen. Damit ich mal zur Ruhe komme. Das hat mich erst einmal geschockt, denn damit hatte ich gar nicht gerechnet.

    Also habe ich erst einmal aufgezählt, warum ich das nicht machen kann: Mein Job! Wasserschaden im Haus! Mutter nicht gut dran! Etc., etc., etc. Soll heissen: Ohne mich geht' s nicht......!? Wobei wir wieder bei einem meiner Probleme wären:....gebraucht werden müssen...

    O. k. Er hat Recht mit dem, was er sagt. Doch möchte ich trotz allem versuchen, mein Problem mit einer ambulanten Therapie in den Griff zu kriegen. Hat ja schliesslich beim letzten Mal auch funktioniert. Und ich bin mir sicher, dass ich ehrlich genug mir selbst gegenüber bin, wenn ich merke, dass ambulant nicht ausreicht.

    Hab heute morgen auch schon ne mail an meine Krankenkasse geschrieben, um Adressen von Therapeuten zu bekommen.

    Wünscht mir viel Glück bei meiner Suche nach dem Richtigen....Therapeuten...und für den Fall dass....wo gibt's ne gute Klinik? Der Therapeut meinte, dass Bad Wildungen oder Bad Dürkheim ganz gut wären.

  9. #9
    Themenstarter

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    Also, momentan warte ich auf die Liste der ambulanten Therapeuten, die mir die Krkkasse schicken will. Hab aber trotzdem noch die Fühler in Richtung Klinik ausgestreckt - kann ja nix schaden. Bad Wildungen schien mir ne gute Adresse zu sein und die schicken mir nun Infomaterial zu. Lt. Aussagen einer Angestellten ist die Wartezeit für ne Aufnahme ca. 6 - 8 Wochen.

    Die Frage ist: Soll ich vielleicht schon mal dort anmelden und dann wieder absagen, wenn das mit ambulanten Thera klappt? Ich habe keine Ahnung, ob man das so machen kann.

  10. #10

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    Hallo Superwoman,

    leider hab ich da auch gar keine Ahnung, kann gar nichts dazu sagen.

    Aber ich finds ganz schön, zu lesen, wie du auf dich achtest, und die Dinge in dir arbeiten lässt.
    Bist Du dir denn nun nur unsicher, wie du das "verwaltungstechnisch" machen kannst, oder bist Du unsicher, was Du möchtest?
    Für die "Was will ich" Meinungsfindung habe ich ein Hilfmittel für mich, und zwar frage ich mich dann, was mein "Wünsch Dir was" wäre, wenn ich nur aus mir heraus entscheiden könnte, ohne Rücksichten auf irgendwas im Außen.

    LG Wolke

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