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Thema: Bulimie - Austausch-Thread

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  1. #1

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    Blinzeln Bulimie - Austausch-Thread

    Ist doch nicht so schwierig, einen neuen Thread aufzumachen, liebe Leidensgenossinen/genossen...
    Hier können wir uns doch auch besser auslassen. Der Aufhörclub ist nun mal so organisiert, dass dort eher Zahlen stehen sollten, kann ich auch verstehen!

    Also dann...mal los...

    Verzweiflung, Hoffnung, Niedergeschlagenheit und Schuldgefühle, Geldnöte, Gesundheitsprobleme, diese Liste könnte ich jetzt ewig weiterführen...all das beschert mir die Essstörung . Und trotzdem mache ich weiter ... ganz schön krank, aber irgendwie scheine ich es noch zu brauchen, um den ganzen inneren Druck loszuwerden oder sonst was.

    Auf "gutes" Schreiben und Austauschen...

    LG von Hermine

  2. #2
    schwerelose

    Standard

    Gute Idee von dir, Hermine, diesen Thread zu eröffnen!

    Ich sträube mich ja noch immer ein bisschen, einzusehen, dass ich eine ES habe, denn vor allem Bulimie verbinde ich mit Schwäche.
    Das bitte nicht falsch verstehen, ich halte Bulimiker/-innen nicht für schwach, denn bei anderen sehe ich genau das, was es ist: Eine Krankheit, eine Sucht .
    Nur bei mir denke ich immer, ich bin schwach, wenn ich noch nicht mal das "einfachste" auf der Welt kann: Nicht zu fressen, aber trotzdem genügend zu essen.

  3. #3
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    Standard

    Hm, ja, das kannte bzw. kenne ich auch sehr gut, schwerelose.
    Ich tue mich da auch sehr schwer es wirklich ernst zu nehmen und zuzugeben, dass ich vielleicht wirklich 'ne Essstörung habe. Ich streite zwar nicht ab, dass mein Essverhalten teilweise echt komisch ist und es auch sehr problematische Phasen gibt - Aber so wirklich als eine Essstörung anerkennen will ich das ganze bei mir nicht!

    Und für mich wäre oder ist Bulimie auch die "geeignetere" Essstörung .
    Einfach weil mir das für 'ne Magersucht Durchhaltevermögen fehlt und es mir dann doch zu sehr an Selbstdisziplin magelt!
    Was so gesehen ansich wohl gar nicht so schlimm ist!

    Also ich hoffe, ihr versteht, wie ich das meine...
    Weiß irgendwie nicht, wie ich's anders ausdrücken soll...


    Liebe Grüße
    Fibra.

  4. #4
    Themenstarter

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    Standard

    Also ich habe es schon lange aufgegeben, meine ES nicht als solche zu identifizieren.
    Wenn man ca. 3-4 Stunden (an schlechten Tagen auch mal 6-7 Stunden) am TAg frisst und kotzt, kann man es wohl nicht mehr leugnen.

    Die Folgen sind mitlerweile echt verherend...wünsche ich euch nicht, das auch irgendwann zu erfahren!!!!!

    Es macht mich halb wahnsinnig, zu wissen, wie´s geht, "normal" zu essen aber es nicht ansatzweise hinzubekommen.
    Jeden Tag auf´s Neue in diesen schrecklichen Teufelskreis zu geraten, kann einen echt fertig machen.
    Es ist halt wirklich eine Sucht , und die nimmt mich voll und ganz ein.

    Wie ist das denn bei euch so? Ich meine damit, die Auswirkungen und wie zeigt sich bei euch die ES...nur wenn ihr mal erzählen wollt...

    LG von Hermine

  5. #5
    schwerelose

    Standard

    Hm... bei mir. Ich kenne nur noch drei Sachen: Hungern (bzw. sehr bewusst kalorien- und fettarm wenig essen), Fressen, Kotzen.
    Wobei ich das Hungern von allem noch am liebsten mag.

    Auswirkungen: Na ja, mein Tag ist von meiner ES bestimmt. Oft genug mache ich die halbe Nacht Hausaufgaben, weil ich nachmittags keine Zeit habe, da ich entweder vor dem Kühlschrank hänge oder über dem Klo.
    Gestern war ich beim Zahnarzt und ich hatte total Angst , dass ich schon irgendwelche Zahnschäden habe... zum Glück alles in Ordnung. Ist bei mir ja auch "erst" ein halbes Jahr, das geht wahrscheinlich nicht so schnell.

    Ist bei mir eigentlich so gekommen, dass ich mehr essen musste - meine Eltern und meine Therapeutin haben Druck ausgeübt und dazu muss ich mich auch noch regelmäßig beim Arzt mich wiegen lassen. Da hab ich eben mehr gegessen und anschließend kam das schlechte Gewissen.

    Wie ist das eigentlich bei euch? Seid ihr untergewichtig oder nehmt ihr mit der Bulimie ab? Weil die meisten Bulimie -Kranken sind ja normal- oder übergewichtig. Ich nicht; einer der Gründe, weshalb ich daran zweifle, dass ich wirklich Bulimie habe.

  6. #6
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    Standard

    Hm, wahrscheinlich kann ich hier gar nicht wirklich mitreden - eben weil ich ja nur "halb" betroffen bin...

    Aber ich hab's bei 'ner Bekannten gesehen, also 'ner Freundin von 'ner Freundin, die schon seit Jahren unter der Bulimie leidet, wie es sich auswirkt. Sie hat zwar mittlerweile auch eine Therapie hinter sich, aber damit ist das Ganze ja auch noch nicht erledigt.
    Also das erste, was ich bei ihr selbst bemerkte, war dass sie sehr sortiert gegessen hat. Es spricht ja nichts dagegen Salat als erstes zu essen, aber es weitete sich irgendwann einfach so aus, dass sie immer als erstes bestimmte Dinge aß, die besonders markant sind, beispielsweise was rotes oder eben Salat etc.
    Da ich sie nicht wirklich häufig getroffen habe, ist es mir auch nicht aufgefallen, ob sie nach dem Essen 'ne zeitlang weg war oder ähnliches.
    Wir hatten dann irgendwann unsere Baileys-Phase, und da ich sie ja meistens zu diversen Feiern getroffen habe, hatte ich natürlich auch etwas Einblick in ihren Alkohol -Konsum. Als sie irgendwann dann meinte, sie trinkt keinen Baileys mehr, weil der zu viel Kalorien hat, da ging bei mir natürlich ein Glöckchen an. Und von da an hab ich wohl mehr auf ihr Verhalten geachtet.
    Seltsamerweise hab ich nie auf ihre Hände geachtet, wegen bestimmten Abschürfungen oder so - Aber mit der Zeit gibt sich das ja sowieso.
    Und sie hat sich irgendwann über so Dinge wie Haarausfall beschwert.
    Jetzt, nach der Klinik, wahrscheinlich auch deswegen, weil ich sie länger nicht gehört habe etc. fiel mir bei der letzten Begegnung auch auf, dass ihre Stimme anders klang.
    (Und wahrscheinlich hat sie auch mein Verhalten irgendwie bemerkt und meinte dann, dass sie wegen ihrem Studium irgendwann zu 'nem Arzt musste und der diverse Schädigungen der Stimmbänder festgestellt hat!)
    Naja, mittlerweile habe ich gar keinen Kontakt mehr zu ihr, höre aber von ihrer Freundin hin und wieder was - dass sie beispielsweise immer noch nur sehr ausgewählte Dinge trinkt, also Bier und Wein etc überhaupt nicht, und ansonsten Tee, Wasser usw. Also dass sie auch jetzt noch sehr genau damit beschäftigt ist auf ihre Ernährung zu achten!

    *mal loswerden wollte*


    edit:
    Also ich selbst hab auch Normalgewicht, die benannte Bekannte ebenso. Und das war einer der Gründe, dass sich kaum jemand vorstellen konnte, dass sie wirklich ein Problem hat, eben weil sie nicht dürr oder zu dick war.


    Liebe Grüße Fibra.

  7. #7
    Mea parvitas

    Standard

    nun dann will ich mich hier auch einmal zu wort melden.
    essstörung ? ich? niemals! ja, so dacht ich auch lange zeit, denn ich war nie wirklich zu dünn, meistens normalgewichtig. teilweise will ich´s heut noch nich wahrhaben, aber es ist wohl so, das ich eine habe.
    normales essverhalten? was ist das bitte? kenn ich überhaupt nicht. entweder ich hungere oder, wenn mir das nicht gelingt, weil ich mal wieder zu schwach dazu war, dieses hungern durchzuziehen, hab ich gefuttert und mich anschließend diesen nahrungsmitteln wieder entlädigt. es ist ein einziger kreislauf.
    es gibt phasen, da denk ich nicht allzu viel drüber nach, wann ich esse oder was ich esse, da ess ich einfach - diese Phasen sind aber relativ selten-, aber wenn ich, wie auch jetzt wieder meine, diät halten oder am besten gar nichts essen zu müssen, dann stell ich mir selbst fallen, wo ich mir sage: okay j., wenn du das mit dem nichts essen nicht hinbekommst, gibt es ja noch die andere alternative. wie gesagt, es ist ein einziger kreislauf und ich denke, wenn man das schon so lange intus hat, wird es schwer sein, davon los zu kommen, wenn es überhaupt möglich ist.
    beides ist schlimm und es ist einfach sehr anstrengend, aber es hat einem im griff, sehr sogar.
    was du, fibra da beschreibst, mit dem essen sortieren, ja, das kenne ich auch. erst das “gute”, das, was nicht unbedingt allzu schlimm ist, wenn es im körper verbleibt und erst danach die “dickmacher”, die “schlechten” dinge, die, wenn sie zum schluss gegessen werden, als erstes wieder draußen sind. man geht schon sehr gezielt vor.
    diese verhalten hat natürlich etliche nebenwirkungen, der körper streikt irgendwann eben auch, wenn man so schlecht mit ihm umgeht, aber wie gesagt, so einfach davon loskommen...wie?

  8. #8
    Themenstarter

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    Einfach davon loskommen, das geht wohl wirklich nicht ! Hab ja auch schon 3 Therapien u.a. deswegen hinter mir.

    Wie kann das sein, dass du (schwerelose) sagst, du magst das Hungern noch am liebsten?Aber ich glaube ich weiß, was du meinst.
    Da hat man wenigstens noch ´n bissel Zeit für andere Dinge und Menschen. Freßattacken und das dazugehörige Erbrechen usw. nimmt so viel Zeit in Anspruch und man vereinsamt mit der Zeit völlig.

    Zu meinem Gewicht ist zu sagen, dass ich wohl ziemlich wenig wiege für meine Größe. Aber bei Bulimie kann man jede Körperfülle haben und das Problem sowie die Ausprägung der gleichen ES ist trotzdem ähnlich.

    Gesundheitliche Folgen (nach ca. 8 Jahren) sind gravierend... mir fehlen mitlerweile sieben Zähne und zur Zeit hab ich noch ´n Provisorium. Ganz schön ätzend.
    Meine Konzentrationsfähigkeit und Denkprozesse sind auch meist wesentlich eingeschränkt.
    Kopfschmerzen und Verspannungen sind auch an der Tagesordnung.
    Der Kaliummangel (kann man leider nicht jeden Tag kontrollieren!) kann sehr gefährlich werden und geht auf´s Herz. Da hab ich manchmal ziemlich Angst , dass es irgendwann einfach aufhört zu schlagen...

    Nun ja. soviel erstmal...es tut gut, diese Gedanken mal aufschreiben zu können. Dann gehen die Gedanken wenigstens nicht immer nur im Kreis.
    Also, danke für´s Zuhören und liebe Grüße von Hermine

  9. #9

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    Hallo und Moin,

    dann will ich es mal wagen, doch zu schreiben (danke, Hermine ). Es geht mir im Augenblick mal wieder ganz mies.
    Ich habe eben Eure Beiträge gelesen und bräuchte eigentlich nur sagen, mir geht's auch so. Das bleibt aber unbefriedigend für mich, wenn ich es nicht selber ausspreche.

    Seit vielen Jahren geht es mir so, dass ich einfach nicht aufhören kann zu essen, sobald ich damit angefangen habe. Da ich alleine lebe, ist das auch kein Problem, keiner sieht mir zu. Wenn ich dann gegessen habe, kommt es wie ein kleiner "Bäuerchen", und schon renne ich zum Klo und erbreche. Das alles geht ohne Hilfsmittel wie Finger o.a. Ich weiß auch, dass nicht alles herauskommt, weil ich es nicht bis zum Umfallen treibe.
    Aus diesem Grunde bin ich auch normalgewichtig. Mir sind auch keine Schäden bekannt, die ich mir inzwischen angetan habe, weil ich ja in der Regel alles sofort herausbringe und die Säure kaum eine Chance hat. Manchmal denke ich schon, während ich über dem Klo hänge, darüber nach, was ich denn danach esse. Und ich gehe in die Küche, mache weiter oder bereite neu zu oder kaufe erst ein oder mache schnell sauber - es geht dann wieder weiter mit dem Fr.. und K...
    So habe ich permanent zu tun, sprich: (nichts anderes zu tun. Und das ist ja tatsächlich so, es geht auch nachts weiter, wenn ich aufwache.
    Wenn ich mich tagsüber mal an den PC oder Fernseher setze, dauert es nicht lange, ich springe auf und laufe wie fremdgesteuert in die Küche und dann geht's weiter.
    Ich bin unendlich sauer auf mich, dass ich es nicht schaffe, zumindest mal einen Tag normal zu sein. Immer wieder, insbesondere, wenn ich mal wieder Lebensmittel weggeschmissen habe, weil ich sie nicht mehr essen wollte, aber weiß,solange ein Vorrat vorhanden ist, ich sie doch esse - also weg damit -,und ich mir vorgenommen habe, (morgen) lass ich das, ich schaffe es nicht, kann es dann doch nicht lassen.
    Mit Alk habe ich ein ähnliches Problem, ich nehme mir vor, morgen oder nächste Woche höre ich damit auf. Was tue ich sofort nach diesem Vorsatz? Ich gehe einkaufen. Und sobald ich was im Hause habe . . .
    So, das ist ein Teil aus meinem Leben. Jetzt hab ichs mal ausgesprochen bzw. in Worte formuliert.
    Schönen Tag wünscht Lisa

  10. #10
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    Hallo ihr !
    Liebe Lisa,
    freut mich, dass du dich zu uns gesellst. Ist doch auch irgendwie wichtig, oder, sich mal auszukotzen, ohne über der Kloschüssel zu hängen. Zumindest schon mal ein Anfang...
    Das was du beschrieben hast , kenne ich in genau derselben Weise wohl auch.
    Eine Zeit lang kann ich irgendwas (schönes) machen und dann packt es mich und ich gehe wie ferngesteuert in die Küche. Und eh´ ich mich verseh, kocht auf allen Herdplatten und im Ofen irgendwelche Nahrungsmittel...dann geht die Post ab und es dauert meist so 3 Stunden, bis alles vernichtet ist...
    Die Kraft , die ich dazu benötige, schwindet langsam. Nach diesen Attacken brauche ich immer länger, um mich wieder davon zu erholen. Und so langsam streikt mein Körper richtig doll. Verstehe sowieso nicht so ganz, wie er das nun schon jahrelang so ausgehalten hat.

    Ich möchte davon wegkommen, der Weg fehlt mir noch. Aber ich denke der erste Schritt kann sein, nicht mehr alleine zu wohnen. Bin eigentlich ein Gesellschaftsmensch und Einsamkeit finde ich schrekclich. Aber genau das verursacht die ES, Einsamkeit.

    Mein Kopf tut mir heute besonders weh und mir ist echt schwindelig. Deswegen werde ich es wohl heute bei einer FA belassen. Sonst falle ich wieder um, wie in den letzten Wochen ja schon drei MAl mir der Kreislauf abgeschmiert ist (auch wegen anderen Sachen).

    Also gut ,bis später dann mal...
    LG von Hermine

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