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Thema: Tage zählen...

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  1. #1
    Angelina

    Standard Tage zählen...

    hi,
    ich bin ja neu hier und es fällt mir schwer die tage so zu zählen wir ihr das macht. warum? ich finde zum aufhören gehören die rückfalle. ich habe bulimie , leider gibt es im ess-forum kaum neue beiträge deshalb hab ich beschlossen hier zu schreiben (hoffentlich ok?) irgendwie ist kotzen ja auch svv und ausserdem habe ich ein grosses problem wunden verheilen zu lassen, eine offene stelle hab ich bald ein jahr...kann sie einfach nicht in ruhe lassen, hab auch den arzt deswegen angelogen...
    hmm naja aber eigentlich wollte ich sagen das ich seit dem 24.november ex bulimikerin bin. ich hatte bisher zwei rückfalle. danach hab ich mich nicht fertig gemacht sondern hingesetzt und ganz genau rekonstruiert was in der woche davor alles falsch gelaufen ist bzw. warum ich mir nichts gutes gönnen konnte...ich weiss warum das passiert ist und deshalb hab ich keine angst vor den rückfällen. die helfen mir mich zu verstehen.
    nachdem ich eure beiträge gelesen hatte, hab ich auch mal tage gezählt. es sind dann heute 90.
    ich hab mich auch schwer getan nach dem 1.rückfall, da dachte ich jetzt musst du wieder von vorn anfangen. aber ich finde das stimmt nicht. denn wenn man länger ohne gelebt hat macht man ganz neue erfahrungen, die revidiert man ja nicht mit einem rückfall. ich denke man fängt nie am gleichen punkt wieder an. jedesmal fühle ich mich ein stück erfahrener und der sache noch mehr gewachsen, ja ich will aufhören!!!!!
    und wenn es ohne rückfall geht....dann war es doch keine sucht , oder?
    dann hätte ich ja schon lange aufhören können....
    nein, konnte ich nicht. deshalb beginnt mein neues leben erst jetzt!!!!!!
    wir müssen stark sein

  2. #2

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    Wow Angelina,
    dein Beitrag ist wirklich gut. Er zeugt von sehr viel Willenskraft. Bewundere das wirklich sehr. Es wäre schön, wenn alle Süchtigen so denken könnten!
    Machst oder machtest du schon mal eine Therapie oder hast du diese Denkweisen dir komplett selber erarbeiten können?

    Ich wünsche dir viel Kraft und bewundere dich sehr
    Weiter so!!!

  3. #3

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    Hallo Angelina,

    dein Beitrag und deine Denkweise haben auch mich beeindruckt!
    Ich denke schon, dass du aufm richtigen Weg bist!
    Kotzen ist (für mich) mich zwar keine Form der SVV , sondern eher eine RE-Aktion des körpers, aber da genauer hinzuschauen ist sicher der erste Schritt in die richtige Richtung. Und die einzelnen Tage zu zählen ist nicht unbedingt mein 'Ding'.
    Sicher-das kann zu 'Erfolgserlebnissen' führen. Aber ich sehe das eher in seiner Gesamtheit, messe das eher an der eigenen Zufriedenheit mit sich selbst.
    Und die machts wahrscheinlich aus?!

    Liebe Grüsse

    @Face(less):
    woran klemmts bei dir, nicht diese Einstellung zu übernehmen?
    Gipfel
    Geändert von Gipfel (01.03.2009 um 18:57 Uhr) Grund: EDIT

  4. #4

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    @Gipfel: Nun, ich habe das nur indirekt auf mich bezogen, eigentlich auf die Gesamtheit. Ich selber bin nicht süchtig, ich kenne das Gefühl so also nicht. Zumindest nicht nach Substanzen. Ich weiß jedoch, wie schwer es ist, Dinge zu lassen, die einem nicht gut tun. Woran es hapert? Das frage ich mich auch noch. Ungewissheit, Hoffnungslosigkeit, Unsicherheit. Aber ich versuche gerade, daran zu arbeiten.

    Ich sehe Kotzen schon als SVV an, solange man es von sich aus tut und es nicht aus Magen- oder Verdauungsproblemen herrührt. Ich habe meine "SVV-Laufbahn" auch mit dem Erbrechen begonnen. Und es kann eben wie so viele schlechte Dinge zu einer Sucht werden.

  5. #5

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    Zitat Zitat von FaceLess Beitrag anzeigen
    [...]. Aber ich versuche gerade, daran zu arbeiten.
    Good luck, Faceless! Mit allem, was dazu gehört!

    Kotzen als (bewusste) SVV habe ich noch nie gehört/gelesen, aber ich lass` mich da gerne besser belehren.
    Sicher, aufgrund meiner Sauferei kenne ich das morgendliche 'Trockenkotzen' auch. Ein Würgreiz, der aufkommt und einfach da ist, aber keinesfalls willentlich und bewusst hervorgerufen wird. Im Gegenteil. Eine 'Nebenwirkung' halt. So scheise die auch ist!

    Ok, ich habe keinerlei Erfahrung mit Bulimie , .....

    Liebe Grüsse
    Gipfel

  6. #6
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    Also ich kenn' das Problem "Erbrechen als SVV " von mir selbst auch...


    @ Angelina
    Ich bezeichne solche "Ausrutscher", wie du sie meinst, für mich selbst schon als Rückfälle. Und ich möchte dann auch neu anfangen zu zählen - sicherlich bin ich deswegen schlauer geworden und habe dazu gelernt, aber ich habe wieder auf mein schlechtes Verhalten zurückgegriffen und die Gefahr, dass ich das wieder dauerhaft tun werde, bleibt für mich bestehen. Deswegen ist es mir persönlich lieber sowas als Rückfall überzubewerten, weil ich dann automatisch achtsamer bin.

  7. #7
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    Standard

    Hallo Angelina,

    und wenn es ohne rückfall geht....dann war es doch keine sucht , oder?
    Vielleicht hast du das anders gemeint, als ich es aufgefasst habe, aber so wie ich das verstanden habe, würde das bedeuten, dass jeder Junkie sein Leben lang rückfällig wird, immer wieder... Dass man es nie schaffen kann, wirklich clean zu werden, egal welche Sucht es betrifft, wenn man WIRKLICH süchtig war... Das kann ich so aber nicht sehen...Ich meine, es gibt doch wirklich z.B. Alkohol - oder HeroinSÜCHTIGE, die nach Therapie und Entzug für den Rest ihres Lebens den Stoff nicht mehr anrühren. Waren die dann auch nicht wirklich süchtig?

    Ansonsten: Jedem seine Weise. Mir hat Tagezählen auch immer gut geholfen, aber wenn für dich was anderes besser ist, ist das ja auch gut. Jeder muss seinen eigenen Weg finden!

    Liebe Grüße
    rose

  8. #8
    Angelina

    Standard

    hi leute,
    sorry das ich erst jetzt in den thead schau, irgendwie hab ich keine einzige mail bekommen das hier ein paar antworten eingegangen sind...
    ich war schon ein bisschen traurig- aber jetzt freu ich mich!
    also,

    @gelberose
    das mit den rückfällen meinte ich tatsächlich anders. ich denke jeder hat rückfälle in der therapie seiner sucht und auf dem weg raus.
    und natürlich kann man clean werden und BLEIBEN
    DESHALB SIND WIR DOCH ALLE HIER !!!!! oder???? :-)

    @faceless
    ja ich sehe kotzen deviniitiv auch als ssv. danke der zustimmung.
    denn ich hatte schon viele jahre keinen FA, sondern hab gaanz normale portionen ausgespuckt. da das gefühl mir etwas gute zu gönnen manchmal unerträglich war.
    dafür hab ich mich bestraft

    weiter kann ich sagen das ich bis heute keine weiteren rückfälle hatte. ich hab mich von meinem freund getrennt und innerhalb von 2 stunden ging es mir wieder super...sagt viel. früher wäre ich garnicht in der lage gewesen herauszufinden was mir fehlt oder eben gut tut, und wenn konnte ich das gute nicht ertragen.

    @faceless
    hey und natürlich hab ich einiges in theapien gelernt. ich hab vor 10 jahren eine ambulante thera gemacht, bin aber nach 2 jahren rückfällig geworden.
    nunja ich bin dann letztes jahr im oktober für 12 wochen in eine klinik die speziell ES behandelt. nun gehe ich einmal die woche dort zur tagesklinik und einmal zu einer regulären suchtberatungstelle, da ich auch mit alkohol und K* (darf man das schreiben?) probleme hab.
    ich finds wichtig das sích in meiner thera nicht alles immer ums essen dreht...da wird man ja kirre...lach.

    also leute ich finds super das ihr mir geantwortet habt. ich hoffe wir können uns hier ein bisschen weiteraustauschen.

    ich melde heute TAG 110

    es geht immer besser und ich hab auch echt oft verdammt gute laune, am anfang hab ich mich dafür geschämt. das ist wieder so eine sackgasse. konnte es mir selber nich gönnen mich wohl zufühlen, aber ich übe übe übe.....
    so das wars erstmal,

    angelina


    Gipfel: Sicher, aufgrund meiner Sauferei kenne ich das morgendliche 'Trockenkotzen' auch. Ein Würgreiz, der aufkommt und einfach da ist, aber keinesfalls willentlich und bewusst hervorgerufen wird. Im Gegenteil. Eine 'Nebenwirkung' halt. So scheise die auch ist!


    interessante sichtweise, ich hab auch ein problem kotzen nach alkohol einzuordnen, und ich hab schon viele verschiedene meinungen gehört...
    aber mal ehrlich, wenn du die ganze nacht durchsäufst, dann weisst du doch vorher schon das du morgens einen würgereiz hast. das finde ich dann schon willentlich hervorgerufen, auch wenn es keine bulimie ist.
    lg angelina

    [ta=sunlight]Ich habe deine beiden Beiträge mal zu einem zusammengefügt.[/ta]
    Geändert von sunlight (12.03.2009 um 15:56 Uhr)

  9. #9

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    Standard

    also bei mir ist kotzen kein SVV , sondern eher ne erleichterung... nach nem richtigen FA hab ich so krasse bauchschmerzen, ich hab das gefühl dass der magen platzt, und wenn ich es schaffe einen teil davon rauszukotzen tu ich mir eigentlich sogar was gutes...
    als "bestrafung" seh ich das sonst auch nicht an; eher als "Schadensminderung", wenns andere wege gäbe, die angenehmer wären würd ich die nehmen...

  10. #10

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    Standard

    Zitat Zitat von Slania Beitrag anzeigen
    also bei mir ist kotzen kein SVV , sondern eher ne erleichterung...
    Die Menschen die an Bulimie gestorben sind, würden dir jetzt widersprechen. Wenn sie könnten.

    eher als "Schadensminderung", wenns andere wege gäbe, die angenehmer wären würd ich die nehmen...
    Welchen Schaden willst du denn vermindern? Und ich kenne einen Haufen Dinge die angenehmer sind, als sich die Seele so lange aus dem Leib zu kotzen, bis man glaubt zu sterben.

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