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Thema: Ich hasse meine Familie!

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  1. #1

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    Standard Ich hasse meine Familie!

    Kennt ihr das auch? Früher habe ich sie vergöttert, heute verabscheue ich sie nur noch, meine Familie. Früher fühlte ich mich schuldig für meinen Hass, heute steigere ich mich immer weiter hinein. Wer mag sich über seinen Hass austauschen? Ich würde mich freuen.

  2. #2
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    Hallo Anna,

    früher habe ich mich selbst gehasst und mir die Schuld an allem was in der Familie schief lief gegeben. Kannte es nicht anders! War immer der Sündenbock. Vergöttert hab ich meine Familie nicht, aber ich hab immer alles getan, um Liebe zu bekommen.

    Es gab ne Zeit, da hab ich meine Eltern auch gehasst. Dann kam ich an den Punkt, dass sie mir egal waren. Aber dann haben wir angefangen, wieder einen Weg zueinander zu finden. Ich wünsche dir das gleiche! Denn Hass, das ist kein schönes Gefühl, das macht einen nur verbittert. Wut, ja Wut ist kontruktiver, das ist ok.

  3. #3

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    Hallo Annna,

    ich kenn das leider auch ziemlich gut. ich hab meinen eltern die schuld für vieles gegeben, mancmal auch nicht ganz unbegründet. heute muss ich fairer weise sagen, dass sie verdammt viel versucht haben für mich zu tun und ich auch vieles abgeblockt hab bzw manchmal wussten sie manches einfach nicht besser. ich bin vor zweieinhalb jahren ausgezogen und wohne jetzt 500 km entfernt und hab mir hier ein neues, komplett eigenes eben aufgebaut. ich seh sie nicht so oft aber seit ich weg bin is das verhältnis deutlich besser geworden. ich freu mich wieder sie zu sehen und man hält es wieder miteinander aus ich wünsch dir das du vielleicht auch irgenwann etwas gelassenener auf alles zurück blicken kannst und sich das genaz bessert. hast du noch geschwister?

  4. #4
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    Mir gehts da ähnlich. Grad noch vor ein paar Jahren als ich so 14-18 Jahre alt war, habe ich sie gehasst, aber eher meinen Vater. Zwischendurch auch meine Mutter, weil ich sie dafür hasste, dass sie zu sah, was mein Vater mit und meinen Geschwistern tat und dass sie nie was unternommen hat. Ich verstand nicht, wieso sie zuschaute als er uns demütigte und seelisch misshandelte.
    Heute aber sehe ich das ein wenig anders. Nachdem meine Mutter sich nach 10 Jahre ertragen endlich trennen konnte, habe ich für meinen Vater eher Mitleid als alles andere, weil ich mir denke, dass er krank ist. Ich denke eher, dass er nen armes Würstchen ist und sich mal in Behandlung begeben sollte.
    Und meine Mutter.... naja... teilweise verachte ich sie noch ziemlich dafür... Aber ich weiß, dass sie selber viel Schaden abbekommen hat. Also tue ich viel, damit unser Verhältnis so bleibt wie es jetzt ist und sich nicht ins negative ändert.

  5. #5
    Themenstarter

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    Oh, danke euch allen für eure Beiträge! Hätte nicht gedacht, dass es so viel Resonanz darauf gibt.

    Ich kenne auch diesen Zwiespalt: einerseits hat man Mitleid und Verständnis für die Eltern, andererseits fühlt man Wut und Hass.

    Vielleicht haben sie es nicht besser gewusst. Vielleicht mussten sie selbst als Kinder Schlimmeres ertragen und haben sich für ihre Verhältnisse wirklich bemüht. Auch Eltern sind nur Menschen und machen Fehler. Und sie sind nicht an allem schuld.

    Aber die Kinder kann man auch verstehen. Ich war glücklich als ich noch ganz klein war. Was bin ich jetzt? Ein kaputtes Wesen. Ich war ein gutes, ruhiges Kind - ganz ohne das Zutun meiner Eltern. Man musste mich nicht so streng erziehen, ich hätte mehr Liebe gebraucht.

    Naja, im Nachhinein sind wir alle klüger!

    Es bringt vielleicht auch nichts, nach Schuldigen zu suchen. Gelitten haben wir alle.

    Ich hoffe für mich persönlich, dass ich eines Tages genug Abstand habe, um abzuschließen. Mit mir wie auch mit meiner Familie Frieden zu schließen.

    Geschwister habe ich keine. Ich kriege die geballte Ladung Familie ab! Haha.

  6. #6

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    Hallo Anna Jolie,

    meine Familie hab ich zwar nicht gehasst - dafür waren und sind das zu viele - aber meine älteste Schwester! Die hab ich jahrelang "gehasst" - sie war meine schlimmste Mutter und wir haben uns fürchterlich gestritten.

    Und später, ich kann gar nicht so genau sagen, wann und wie es kam - auf jeden Fall, als ich schon längst ausgezogen war und mich mit den Eltern viel auseinander gesetzt hatte, (ich wohne relativ weit weg vom Rest der "Geschwisterfamilie") da hatte es sich verändert. Ich merkte, daß wir uns sehr ähnlich sind, und anscheinend habe ich mich in meiner Jugend sehr bedroht gefühlt von ihr. Mittlerweile mag ich sie sehr, und sie ist mir nah. In meinem Fall war Hass nur eine andere Form von Liebe.

    Und das sagt man ja oft - man hasst nur, wenn da viel Liebe ist.

    Lg Wolke

  7. #7
    Themenstarter

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    Ironischerweise habe ich diesen Spruch von meiner Oma: hassen kann man nur, wenn man liebt. Menschen, die man nicht liebt, sind einem gleichgültig.

    Ich sehe Hass gegenüber den Eltern eigentlich als notwendige Phase im Abnabelungsprozess, die eigentlich in der Pubertät stattfinden sollte. Bei mir wurde diese Abnabelung lange unterdrückt und findet nun, rund um 10 Jahre verzögert, statt. Wie soll man sonst lernen, sich abzugrenzen? Man muss auch mal herausfinden, was man nicht mag, was einen stört an den Eltern. Und dann findet man raus, dass man anders ist und dass die Eltern nicht unfehlbar sind, so wie sie einem als Kind immer vorkamen. Wenn die Eltern die Abgrenzung des Kindes nicht zulassen oder unterdrücken, müssen sie sich nicht wundern, wenn das Kind sie anfängt zu hassen. Wer hasst nicht Gefängnisse?

  8. #8
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    Hm, ich kann mich zwar nicht bewusst erinnern meine Eltern jemals vergöttert zu haben, aber als Kleinkind machen die meisten das wohl automatisch.
    Seit ich selbstständig denken konnte, hatte ich kein besonders emotionales Verhältnis zu meinen Eltern. Positive Emotionen wurden mir aber auch gar nicht erst beigebracht (außer dass man sich freuen MUSS, wenn man etwas geschenkt bekommt). In der Pubertät hat es dann geschwankt: zwischen Verachtung und Wut/Hass zurück zu Verachtung.
    Heute wohne auch am anderen Ende Deutschlands und habe nur noch wenig Kontakt zu meiner Familie - obwohl mir das auch oft schon zu viel ist. Es hat sich ein wenig beruhigt, Gespräche arten nicht mehr so schnell aus etc. Und meine Emotionen haben sich immer mehr in Richtung Gleichgültigkeit entwickelt. Ich weiß zwar, dass ich mich auf meine Eltern verlassen kann, wenn irgendwas is - Aber trotzdem liegt mir nicht besonders viel daran überhaupt etwas von ihnen zu hören.

    Kann aber wirklich sein, dass sich der Abnabelungsprozess verschiebt.
    Meine pubertäre Phase hat sich durch meine Depressionen in der Jugend auch verschoben bzw. ist damals halt einfach in den Hintergrund gerückt. Und so Anfang 20 hatte ich oft das Gefühl, dass die eigentlich typisch pubertären "Zickereien" mich erst zu diesem Zeitpunkt einholten.

  9. #9
    Themenstarter

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    Hallo Fibra,

    sorry fürs Falschzitieren! *g*

    Ich mag momentan auch lieber nichts von meiner Family hören, ehrlich! So ist das viel ruhiger..

    Die Zickereien müssen echt irgendwann mal raus. Ob früher oder später. Aber besser ist es, wenn es in der Pubertät geschieht, dann hat mans als Erwachsener nicht mehr so schwer.

    Ich hab mich auch spät entwickelt, vielleicht lag es auch zum Teil daran. Ich hatte erst sehr spät meinen ersten Freund und so.

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