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Thema: Brief an meine Mutter

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  1. #1

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    Standard Brief an meine Mutter

    Hallo Mama,

    da ich vergebens versucht habe, mit dir normal zu reden, wende ich mich jetzt schriftlich an dich.

    Da stehe ich nun heute mit 27 da, habe Schulden gemacht, habe schwere psychische Probleme, zerrissene Familie, Papa ist gestorben und es ist kurz vor Weihnachten.

    Eins mal vorweg, ich werfe dir keinesfalls vor, dass du immer betrunken warst, wenn ich nach Hause komme, auch nicht, dass du eine Psychopathin bist, ich habe einfach einen Hass darauf, dass du dir keine Hilfe gesucht hast, dir nicht helfen lassen wolltest und dass du mir nie zugehört hast und mir nicht beigestanden hast in sehr schlimmen Momenten. Einfach wie eine Mutter, die ihr Kind schützen will.

    Du wolltest immer dich schützen, sagst zwar heute, ich wäre dein EIN und alles, aber geht man so mit dem wichtigsten Menschen in seinem Leben um, indem du mir die Worte im Mund rumdrehst, mir keine Aufmerksamkeit für meine GEfühle gezeigt hast, dass du mich hast vor deinen Augen zugrundegehen sehen und mir vorwirfst, dass ich dein Leben versaut habe und dass du mich als Kind besser im Bach ersoffen hättest oder ich solle froh sein, dass ich nicht in Holland auf der Müllkippe gelandet bin. Dass du mir keine Gelegenheit gegeben hast, an meinen schulischen oder beruflichen Erfolgen zu wachsen und mich nach bestandener Prüfung nur gefragt hast: "MEinst du jetzt bist du besser als ich?" Du warst nicht stolz auf mich du warst immer voll und hast sogar meine Sachen zum lernen versteckt.


    So das ist der erste Teil, sonst wird das in einem Beitrag zu lang. Vielen Dank für jeden, der das liest. Ich muss das einfach mal so loswerden, sonst frisst es mich auf

  2. #2
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    Standard

    Nun, dann poste doch den 2. Teil, man kann in dem Fall auch mal 2 Beiträge hintereinander machen

    Grundsätzlich finde ich es immer gut, wenn man solche schweren Brocken angeht, man sollte nur nie zu viel Hoffnung rein legen

    Es scheint ja doch sehr verfahren zu sein, willst du dir nur mal richtig Luft machen oder was ist dein Beweggrund für so einen Brief?

    LG Franz

  3. #3
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    Standard

    hey Franz, ich habe nicht vor, ihr einen Brief zu geben. Ich will einfach alles rauslassen, dann fühle ich mich befreiter und kann fröhlicher ins Wochenende gehen, sonst schleppe ich das die ganze Zeit mit mir rum.

    So nun Teil 2:

    Dann zu unserem größten Glück hast du einen Mann kennengelernt, der spielsüchtig ist und der kein Geld hatte und dich ausgenutzt hat und dir leere Versprechungen gemacht hat. In der Zeit wurde es noch schlimmer, weil ihr euch die ganze Zeit angeschrien habt, beide unter Alk, er hat seinen Kopf gegen die Wand geschlagen und jeden ABend gab es fast Mord und Totschlag.

    Wenn mein Freund zu Besuch war kam es auch vor, dass du ihn aus heiterem Himmel rausgeschmissen hast und auf ihn losgegangen bist, wo ich dazwischen gegangen bin und dich die Treppe runtergeschubst habe. WIeder in meinem Zimmer kamst du wie immer alle zwei Minuten rein um mich fertig zu machen, dann sagtest du zu mir, "Dein Vater wollte eh, dass du verreckst" und da hab ich dir zum ersten und letzten mal eine Ohrfeige gegeben.

    Du warst nicht für mich da, als mein Vater todkrank war, du warst eifersüchtig und hast nur gesat, "dein Vater war ein Arschloch bla bla bla...." und ich konnte keinen Trost in der Familie finden, ich konnte mich bei niemandem anlehnen und Kraft tanken.

    Ich zog mich immer mehr zurück und da fing es an, dass ich anfing, langsam zu verwahrlosen. Ich habe mich um nichts mehr kümmern können, ich habe meine Wohnung so dermaßen verdreckt, dass es einfach schrecklich war und ich habe nur noch geheult. Du hast mit deinem Freund meinen Wohnungsschlüssel weggenommen und ihr seid heimlich zu meiner Wohnung gefahren. Habt ihr mir geholfen??? Nein, ich sollte das allein hinkriegen. Habe ich auch, aber du siehst nur das was da ist, du kapierst aber nicht wie es dazu kam. Und dass du mir heute erzählst, wie toll du alles hinkriegst und ich soll endlich Verantwortung übernehmen, da kommt mir ehrlich gesagt alles hoch und ich finde dich noch abstoßender.

    Ich habe dich angerufen, als mein Vater im Sterben lag. Ich habe dich gebeten, zu kommen, damit ich jemanden habe. Du hast zu mir gesagt: "Ich färbe mir gerade die Haare, ich kann nicht kommen". Mein damaliger Freund war dann zum Glück da, aber es war nicht das gleiche und vor allem war es ein Riesenarsch....

    Ich hätte dich auf der BEerdigung gebraucht, um das durchzustehen, warst auch nicht da, weil die Familie dich nicht mag. Nun, mich mögen die auch nicht, sie hassen mich, sie wollten mich nicht auf der Beerdigung, der Pfarrer wusste noch nicht einmal dass mein Papa eine Tochter hat...

    Ich muss da mehrere Teile draus machen, wird sonst echt zu lang. Ist das okay Franz?

  4. #4
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    Standard

    Das ist ok paint, mach so viele wie du willst, man könnte es nachträglich immer noch zusammenfügen, aber ich denk da hat wohl jeder Verständnis, wenn man da mal ne Ausnahme macht.

    Ich wünsch dir schöne Vorweihnachtstage, dass du das alles mal ne Zeit in den Hintergrund stellen kannst - aber bei Zeiten dann auch Stück für Stück aufarbeiten kannst

    LG Franz

  5. #5
    Themenstarter

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    okay, vielen Dank Ich wünsche dir auch schöne Vorweihnachtstage und ich hoffe einfach, dass ich den ganzen Mist irgendwann mal loslassen kann Tut mir leid, wenn alles kreuz und quer ist, aber ich schreiben jeden Gedanken, der hochkommt auf, bevor er sich in mich reinfrisst.

    Teil 3:

    Du hast immer so schlecht über deine Mutter geredet und bist nicht besser! Zum Beispiel hast du dich aufgeregt, dass sie als ihre Mutter also deine Oma im Sterben lag die Haare gemacht hat und nicht bei ihr am Sterbebett saß. Als mein Vater im Sterben lag, hast du dir die Haare gefärbt und hast mich allein gelassen. Als Kind hast du deiner Mutter was gebastelt und sie war eingeschnappt, dass du ihr nichts gekauft hast. Ich habe dir als Kind zu Muttertag ein selbst geschriebenes GEdicht geschenkt, du hast gesagt, "Mehr bin ich dir also nicht wert". Merkst du dabei etwas? Dein Verhalten ist wie das deiner Mutter also meiner Oma. Fang erst mal bei dir an, bevor du andere angehst. Aber mit dir kann man ja nicht normal reden, nie, ich werde hochagressiv, sobald ich mit dir spreche, ich kann dich aber auch nicht im Stich lassen, weil ich sonst niemanden hab.

    Als ich damals meine Englischprüfung bestanden habe, hat mein Vater mich abgeholt und hat mir gratuliert und mir etwas süßes geschenkt als Zeichen dass er stolz ist, als ich zu dir kam, kam ich freudestrahlend rein um dir das Ergebnis zu zeigen, was machst du, guckst drauf, sagst "na toll" und legst es weg und erzählst was du an dem Tag gemacht hast.

  6. #6
    Themenstarter

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    Standard

    Meine gefühlslage ist momentan sehr agressiv, mein inneres durchlebt die Schmerzen gerade nochmal und ich könnte mich einfach nur übergeben, wirklich. So lange ich mit meiner Mutter auf neutralem Boden bin, also in der Stadt oder so, verstehen wir uns, wenn ich bei ihr zu Hause bin, fühle ich mich alles andere als zu Hause...

    Fortsetzung des Briefes:

    Du bist ein herzlicher Mensch zu anderen, zu Bekannten. Keiner hat mir geglaubt, der dich nüchtern und außer Haus kennengelernt hat. Alle haben gesagt, deine Mutter ist doch total nett. Und ich war wieder der Arsch. Ja du bist nett und herzlich, aber ich kann dich nur noch oberflächlich an meine Gefühle dranlassen, weil du mir eh alles wieder so umstellst, dass ich es schuld bin und dass ich mit mir klarkommen muss.

  7. #7
    Passenger

    Standard

    Ich hoffe sehr, daß Du das jetzt hier abschließend und endgültig für Dich verarbeiten kannst, das ist doch verdammt belastend.

    :schluck:

  8. #8

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    Standard

    Liebe paindrop,

    ich bin sprachlos und weiss wirklich nicht was ich dazu sagen könnte, sprengt jede vorstellungskraft von mir...es tut mir leid...so unendlich leid

    hab`das gefühl ich würd dich jetzt gerne in den arm nehmen.

  9. #9
    Kassandra

    Standard

    Meine liebe Kleine,

    ich finde es gut, dass Du Dir hier Luft machst und einen imaginären Brief an Deine Mutter schreibst. Laß' das alles raus...... und steige endgültig aus den Spielchen Deiner Mutter aus. Ich hoffe du machst Deine Pläne wahr und ziehst bald endgültig aus dem Dunstkreis Deiner Mutter weg.
    Ich habe Dir das schon öfter gesagt, aber ich schreibe es hier auch noch mal. Für mich grenzt es an ein Wunder, dass Du doch 'relativ unbeschadet' diesen Albtraum überstanden hast. Dafür verdienst Du den allergrößten Respekt. Denn, das ist kein Wunder sondern zeugt von an einer ganz großen Stärke

    Liebe Pain,
    ich drück Dich ganz dolle
    und wünsche Dir ein schönes WE
    und vorallem schöne, friedliche, grübelfreie Weihnachtstage


    Alles liebe,
    Deine Kassi

    PS
    Melde Dich nochml vor Weihnachten, okay?!
    *wink*

  10. #10
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    Hi Pain, ich kann gut nachvollziehen, wie es Dir geht. Ich bin so ähnlich aufgewachsen. Ich finde es gut, daß du diesen Brief schreibst. Und mutig von Dir. Schade, daß sie ihn nicht zu lesen bekommt. Verdient hätte sie es, ihr mal so richtig die Meinung zu sagen, aber das würde ihr wahrscheinlich am Arsch vorbeigehen.
    ich warte heute noch auf Entschuldigungen, ist immer so ein Gefühl, daß ich das brauche, aber da werden keine Entschuldigungen kommen. Gerade um die Weihnachtszeit warte ich darauf, weil auch keiner von meiner Familie was mit mir zu tun haben will. Sie meiden mich, obwohl ich Grund genug hätte, sie zu meiden, aber da ist oft so ein Sehnsucht. Ich drück Dich auch ganz fest.

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