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Cannabis Sucht...und sie lässt mich nicht los

    Franz;84719 schrieb:


    Was dazu deine Therapeutin sagt und Kitsune andeutet, da bin ich gleicher Meinung. Mit Gewalt erreicht man nicht viel und wird sehr schnell von sich enttäuscht sein.

    Das beobachtet man bei vielen Süchtigen und es ist auch völlig normal. Wenn man so was anpackt, dann soll sich auch was bewegen. Nur bedenke, du hast jahrelang dieses Verhalten antrainiert, bitte lass dir nun auch die Zeit, dass wieder weg zubekommen :)


    Ok, ich bin vorsichtig und habe gelobt, jeden Gedanken zu verfolgen: Wie geht es anders? Was kann ich an meinem "Aufhörverhalten" verändern, wie packe ich es weniger verbissen an? Wie gehe ich das Ganze lockerer an?

    Was du sagst: Zeit lassen. Ja, ich muss akzeptieren dass ich nicht von heute auf morgen ein neuer Mensch sein werde, sondern dass gerade solche tiefgreifenden Veränderungen Zeit brauchen (auch wenns mir nicht passt :D).

    Kann mir vielleicht einer erklären, warum Verbissenheit und Scheitern so nah beieinander liegen?

    Grüße
    Kann mir vielleicht einer erklären, warum Verbissenheit und Scheitern so nah beieinander liegen?


    Weil man es oft mit Gewalt versucht und es dann nicht klappt!
    Was passiert dann, als Süchtiger geht man in sein Muster und macht sich mal als erstes weg, will dicht sein, vergessen, nich nachdenken, sich dem Schmach hingehben, weil man nicht vorankommt und und und...

    Zudem is es ein gewaltiger Schritt, da gehören nun mal Rückfälle dazu, die erfahren die meisten. Dieser "Umfaller" ist aber noch nich mal das Problem, weil den kann man meist recht schnell vergessen machen, wenn man nicht aufgibt.

    Das Durchhalten ist also das oberste Gebot an dem man es messen sollte, nich an einem Rückfällchen, wenn es denn dabei bleibt.

    Wenn du jetzt auch noch die passende Hilfe zulässt, dann schaffst dir auch den nötigen Rückhalt für solche Momente.
    Es braucht auch Pausen, weil alles recht anstrengend ist. Also muss man auch wieder zurückschauen, sich selber anerkennen - ich hab wieder nen Schritt gemacht.
    Das Geheimnis ist also, nich alles in einem Schritt, sondern viele kleine Schritte und die ganz bewusst.
    Ich denke auch, dann fällt man nich soweit zurück, wenn es mal nich so klappt.

    Du hast einen festen Willen, willst unbedingt und das is auch gut so. Aber lass dir auch noch Kraft für andere Dinge übrig, wenn es nich so einfach wird. Du hast ja nich nur nen Sucht zu besiegen, da is ja auch noch dein Leben mit alem Drum und Dran ;)

    Viel Text um nix, ich kann es grad mal nich besser erklären :(

    LG Franz
    Hi Leute,

    ich denke dass Verbissenheit und Scheitern so nahe bei einander liegen, weil Verbissenheit ein apriorisch negativer Gefühlszustand ist. In Stresssituationen wie Prüfungen etc. verkrampft man durch Verbissenheit, was auf Konzentrationsfähigkeit geht etc. und in kontinuierlichen Situationen, also im Leben selbst, führt dieser Zustand zu Unzufriedenheit, weil verbissenheit eben apriorisch das Gegenteil von Entspanntheit und somit von Zufriedenheit ist. Unzufrieden --> Drogen nehmen...

    Wie dem auch sei, ich denke sein Leben und seine innere Einstellung, die zum großen Teil vom Unbewusstsein bestimmt wird zu ändern, ist die schwierigste Aufgabe die es überhaupt gibt!

    Ich denke ohne Therapie kann man es langfristig kaum schaffen, und selbst wenn, stelle ich die Frage warum übers tor klettern, wenn man es einfach aufmachen kann?

    @Firestarter

    wie kommst du eigentlich darauf das die Frage, "wissen Sie eigentlich wie stolz sie auf sich seien können, eine Fangfrage war?" Das wirkt auf mich eigentlich garnicht so.

    Das mit dem "Rückfällchen" ist so ne sache, weil es danahc wieder so hart ist sich zu überwinden aufzuhören... oder wie erging es euch dabei?


    lg
    Zu der Verbissenheit/Scheitern-Diskussion: Ich denke, dass man immer mehrere Möglichkeiten hat, wie man sein eigenes Verhalten bewerten kann. Einige Bewertungen können mich fördern, einige können mir schaden. Als Beispiel: Zwei Menschen haben es geschafft, lange Zeit clean zu sein (Ausgangspunkt). Der eine Mensch ist sehr "verbissen", hat die Einstellung "Ich will nie wieder rückfällig werden! Ein Rückfall wäre versagen auf der ganzen Linie.", der andere Mensch ist "sanfter zu sich", hat die Einstellung: "Ich will nie wieder rückfällig werden. Wenn es passiert, kann ich aber wieder aufstehen und weiter gehen."
    Ist jetzt ein bisschen plakativ, aber wer von den beiden Menschen wird besser mit einem potentiellen Rückfall klar kommen? Der, der sich nicht als der komplette Versager sieht, sondern sich "Rückschritte" zugesteht.
    Verbissenheit bedeutet für mich, sich stets anzutreiben, sich keine Fehler zuzugestehen (die Menschen aber nunmal machen). Verbissenheit (oder besser Ehrgeiz?) kann natürlich auch eine gute Ressource sein, ein Motor sein. Es gibt allerdings immer diese Schattenseite wenn man allzu hart mit sich umgeht.

    @firestarter:

    Ich finde es aber trotzdem persönlich kein so abgefahrenes Ziel, statt dem Kiffen eine grundsätzliche Problembewältigung zu erlernen und auch mal subjektiv unangenehme Sachen durchzuziehen.


    Nein keinesfalls. Gegen das Ziel hab ich nichts gesagt und sehe das auch als sehr notwendig an für's Leben. Mir gings nur darum, dass (wie Franz das auch nochmal auf den Punkt gebracht hat) man das eine nicht mit dem anderen ersetzen kann. Ein Problem konstruktiv gelöst zu haben wird Dir irgendwann nicht das Gefühl geben, dass Dir der Shit gegeben hat. Es wird Dir ein anderes positives Gefühl geben, aber die Erinnerung wie es sich anfühlt dicht zu sein, die wird in Deinem Kopf bleiben.


    Nochmal eben @ Ganesha:

    DAS sehe ich mittlerweile ganz anders: Es gibt keine biochemische Substanz, die an das Gefühl von inniger Vertrautheit ranreicht: Ich betone: KEINE !

    Es geht hier nicht nur ums Verliebtsein; es kann ein kurzer Moment mit den Eltern, mit alten Freunden sein; ein Moment in der Natur, in dem ich weiß, für was ich alles auf mich genommen habe; Momente in denen ich ganz bei mir (und bei anderen) bin.

    Du kannst diese Momente NICHT künstlich erzeugen, du kannst sie nicht abrufen - du mußt aber bereit sein auf sie zu achten; denn sie sind kurz & relativ selten; wenn du aber anfängst, auf sie zu achten, werden es mehr !

    Das ist - Gott sei Dank - meine Erfahrung & glaub mir: Vor 10 Jahren hätte ich es mir auch nicht vorstellen können...


    Da hast Du mich echt falsch verstanden. Ich bin jetzt seit vielen Jahren clean (hab ja leider sehr sehr früh mit der Scheiße angefangen). Ich habe studiert, habe einen tollen Job, habe einen wundervollen Ehemann, mit dem ich seit mehr als 12 Jahren eine sehr innige und befriedigende Beziehung führe. Sogar Kohle hab ich nun mittlerweile *lol*. Ich kenne durchaus diese Momente von denen Du sprichst und ich schätze sie sehr. Mein Satz war keine Wertung. Ich wollte nicht damit sagen, dass ich es als schönstes Gefühl der Welt ansehe auf H zu sein. Und nun kommt das dicke ABER: Es gibt Momente, da wird es knapp, da setzt Gefühl und Verstand aus und ich bestehe aus der GIER nach genau diesem Gefühl. Wieder brachte es Franz auf den Punkt: Ausbrechen aus Verantwortung, aus Verpflichtungen, aus den Mühen die ein "normales Leben" so mit sich bringt. Einmal nur alles vergessen und sich in diesen "embryonalen Zustand" fallen lassen.
    Und wie ich es oben schon schrieb: Mein Gehirn wird dieses Gefühl immer kennen. Es vergisst nicht, wie es sich anfühlte und wird mich immer daran erinnern, dass ich zu Gunsten meines Lebens (inklusive der wundervollen Momente) auf genau "DAS Gefühl" verzichten muss.

    Hoffe es ist jetzt klarer geworden was ich sagen wollte?

    LG Kitsune
    Hallo Leute,:23:

    habe Eure spannenden Forenbeiträge mal mitverfolgt und finde Eure Lösungsansätze sehr gut.

    Mein persönliches Poblem ist immer noch (seit 10 Jahren) das Kiffzeugs, und mit meiner besten Freundin bin ich immer noch im Gedankenaustausch - sie ist - zur Erinnerung - Diplom-Psychologin (Uni/Geisteswissenschaften). Auch sie hat ein Suchtproblem mit dem ALK und wir gehen jetzt offen auf unsere "Gefühlen" ein.

    Ironischerweise postuliert sie das "kontrollierte" Kiffen und Trinken, wobei ALK jetzt nicht mein persönliches Problem ist (waren gestern im Biergarten).

    Eins ist für mich klar, ich will von all dem Zeugs mit Drogen und Co. weg und habe jetzt zumindest einen Mittelweg gefunden, um irgendwie klar im Kopf und doch glücklich zu sein. Die Gedanken von Firestarter in diesem Forum finde ich sehr spannend; bin ebenso dabei, meine Vergangenheit aufzuarbeiten.

    Bin mal wieder gespannt auf Eure vielfältigen Meinungen:59:

    und viele Grüsse
    Hi...

    @Kitsune: Puuuuh, danke ey - Ja klar, weiß schon genau, was du meinst; freue mich aber sehr für dich...Klang einfach erstmal resigniert & wenn man sich damit abfindet, dass nach der Droge nix mehr kommt, hat man verloren, finde ich...

    Jepp, alles klar: I got it.:wink:

    @Mickey: Meine Erfahrungen mit 'Gleichgesinnten' den Konsum zu senken bzw. ganz aufzuhören, sind einfach die: Geht Nicht!
    Ausnahmen mags geben - aber es gibt auch den Raucher, der 111 jahre alt wird, jeden Tag 2 Schnäpse trinkt & mit ner 44 Jährigen verheiratet ist...:19:
    @Chefkoch:
    @Firestarter

    wie kommst du eigentlich darauf das die Frage, "wissen Sie eigentlich wie stolz sie auf sich seien können, eine Fangfrage war?" Das wirkt auf mich eigentlich garnicht so.

    Na ganz klar, in dem Moment, in dem ich stolz bin, etwas 'Selbstverständliches' zu tun, nämlich clean zu bleiben, ich zu Hochmut & Leichtsinn neige, und deswegen Gefahr laufe, einen Rückfall hinzulegen...(Eigene Erfahrung)...Ich neige da mittlerweile zu Dankbarkeit; Dankbar, es geschafft zu haben & Dankbar, dass ich es mir wert bin, clean & achtsam zu sein...

    LG.Ganesha.
    never give up hope - better give up dope. :ab: übrigens: es gibt ein leben NACH den drogen!
    hi,
    extreme maßnahmen führen nur zu extremen reaktionen, wasimmer das sein kann.

    manchmal ist einfach gelassen und objektiv die situation zu sehen schon gut.
    ich mein sich wegen einem ding total unter druck zu setzen erzeugt nur gegendruck (suchtdruck).
    das ist sogar ein naturgesetz.

    in der ruhe liegt die kraft.
    wer in sich selbst ruht hat mehr kraft.
    von jez auf nachher geht eh nichts.
    mit einem ruckartigen kraftakt werden zähe dinge steinhart. (klopf auf honig)

    mit leichtem aber stetigem zug gehts ganz leicht.
    besonders wenn der honig warm ist.

    wenn die seele durch andere bissl gewärmt wird,
    verflüssigen sich die sorgen und probleme.
    dann kann man sie einfacher aus sich abfließen lassen.

    glaubts das nicht auch?

    lieben gruß
    @all:

    Vielen Dank für Eure Antworten! Ich hab schon vor ein paar Stunden diese wahre Flut von Antworten gelesen und musste erst ein wenig nachdenken.

    @Franz:

    Franz;84775 schrieb:

    Weil man es oft mit Gewalt versucht und es dann nicht klappt!


    Ja, ich muss es wohl einsehen: Ich versuche etwas zu erzwingen was nicht zu erzwingen ist. Meine Sucht ist kein Lichtschalter den ich einfach auf "aus" stellen kann. Sie hat sich langfristig entwickelt, mit all den komplexen Auswirkungen auf mein Denken, und das kann ich nicht von heute auf Morgen einfach wegzaubern (so gern ich das tun würde).

    Ich will von nun an versuchen, die negativen Auswirkungen auf mein Denken als einen großen Haufen Mist zu sehen, den ich nicht komplett auf einmal wegschaufeln kann. Denn auf meine Schaufel passt immer nur ein kleines bisschen Scheisse :D (welch wunderbare Metapher von lyrischer Schönheit...)

    Franz;84775 schrieb:


    Wenn du jetzt auch noch die passende Hilfe zulässt, dann schaffst dir auch den nötigen Rückhalt für solche Momente.


    Das tue ich. Ich versuche mich offen allen Gedanken (auch den unbequemen) zu stellen.

    Franz;84775 schrieb:

    Also muss man auch wieder zurückschauen, sich selber anerkennen - ich hab wieder nen Schritt gemacht.


    Das ist für mich als Mensch der Extreme nicht einfach. Blöd, oder? Ich will immer sofort alles oder gar nichts. Schwarz oder weiss. Ich glaube ich habe erst heute als ich über eure Postings nachdachte, meine größte Schwäche entdeckt: Mein Ganz-oder-gar-nicht-Charakter. Schreib ich immer wieder, schon auf Seite 1 in diesem Thread, aber so richtig drüber nachgedacht habe ich eigentlich nicht. Da gehe ich nachher noch einmal drauf ein.

    Franz;84775 schrieb:

    Du hast ja nich nur nen Sucht zu besiegen, da is ja auch noch dein Leben mit alem Drum und Dran ;)


    Jo, das stimmt wohl.


    @Chefkoch:

    Chefkoch³;84780 schrieb:

    ...führt dieser Zustand zu Unzufriedenheit, weil verbissenheit eben apriorisch das Gegenteil von Entspanntheit und somit von Zufriedenheit ist. Unzufrieden --> Drogen nehmen...


    Sozusagen ein Teufelskreis. Ja, Verbissenheit ist kein positives Gefühl. Eigentlich komisch: Da schafft man selbst den Absprung von dem Scheisszeug, fängt an sich selbst zu arbeiten und ist statt super glücklich und zufrieden sehr verbissen.

    Chefkoch³;84780 schrieb:


    wie kommst du eigentlich darauf das die Frage, "wissen Sie eigentlich wie stolz sie auf sich seien können, eine Fangfrage war?" Das wirkt auf mich eigentlich garnicht so.


    Kam mir so vor.

    Chefkoch³;84780 schrieb:


    Das mit dem "Rückfällchen" ist so ne sache, weil es danahc wieder so hart ist sich zu überwinden aufzuhören... oder wie erging es euch dabei?


    Ne, dieses Rückfällchen will ich unbedingt vermeiden. Es ist so schwer für mich, die Finger davon zu lassen, da muss ich mir das Leben nicht selbst durch "Wieder-Kiffen-anfangen-und-am-nächsten-Tag-wieder-aufhören"-ULTRA-Suchtdruck zur Hölle machen.


    @kitsune:

    Kitsune;84793 schrieb:


    Verbissenheit bedeutet für mich, sich stets anzutreiben, sich keine Fehler zuzugestehen (die Menschen aber nunmal machen). Verbissenheit (oder besser Ehrgeiz?) kann natürlich auch eine gute Ressource sein, ein Motor sein. Es gibt allerdings immer diese Schattenseite wenn man allzu hart mit sich umgeht.


    Ja, die Schattenseite des Ehrgeizes. Das ist der Punkt: Ich bin zu hart zu mir. Viel zu hart. Ich nehme mir immer unglaubliche Sachen vor (gilt übrigens für alle Lebensbereiche) und baue so sehr starken Druck auf. Das ist manchmal nicht schlecht (funktioniert zum Beispiel im Studium recht gut), aber meistens halt doch nicht die optimale Lösung (zb die Kifferei). Denn wie lange will ich schon meine Sucht besiegen? Bestimmt schon 5-6 Jahre, wenn ich ehrlich sein will. Damals war das aber eher unreflektiertes Denken ala "Verdammt ich kiff zuviel, lass ma gut sein".

    Kitsune;84793 schrieb:


    Mir gings nur darum, dass (wie Franz das auch nochmal auf den Punkt gebracht hat) man das eine nicht mit dem anderen ersetzen kann.


    Ja, da werde ich noch einmal drüber nachdenken.


    @Mickey69:

    Mickey69;84794 schrieb:

    .
    Ironischerweise postuliert sie das "kontrollierte" Kiffen und Trinken,



    Also ich kann es nur aus meiner Perspektive, geprägt durch meine Aufhörerfahrungen sagen:

    Kontrolliertes Kiffen würde ich niemals durchhalten. Es ist schon schwer genug, komplett abstinent zu sein. Aber diese "Abstinenz", unterbrochen durch Pausen des kontrollierten Kiffen kommt einer sehr grausamen Selbstquälerei gleich. Ich würde wahrscheinlich permanent so starken Suchtdruck leiden, dass ich gar nicht mehr klarkäme.


    @Oryx:

    Oryx;84941 schrieb:



    wenn die seele durch andere bissl gewärmt wird,
    verflüssigen sich die sorgen und probleme.
    dann kann man sie einfacher aus sich abfließen lassen.

    glaubts das nicht auch?



    Doch, eigentlich schon. Danke für die positive Energie :wink:

    -------------------------------------------------------------------------------

    Soooo, und jetzt will noch einmal meine Gedanken formulieren:

    Wie ich eben schon sagte, mein Ganz-oder-Gar-nicht-Charakter ist glaub ich ein Problem an dem ich arbeiten sollte. Gesund ist in allen Belangen des Lebens meistens der Mittelweg, und nicht die Extrema.

    Warum versuche ich das immer? Ist es vielleicht einfacher die Extrema anzupeilen? Braucht man für den gesunden Mittelweg mehr Disziplin die ich nicht habe? Was an meiner Grundeinstellung sogrt dafür, dass ich so bin wie ich bin?

    -Entweder ich lerne, oder ich tu keinen Schlag (jaja, haha, witzig, so sind wir Studenten aber ich sehe das jetzt gerade mal eher etwas kritisch im Gesamtkontext).

    -Entweder ich geh 6 mal die Woche zum Sport und ernähr mich ultragesund, oder ich beweg mich gar nicht und zieh mir nahrungsmitteltechnisch den letzten Dreck rein. (Wobei das hat sich in der letzten Zeit etwas zum Positiven geändert)

    -Entweder meine Wohnung blitzt und blinkt, oder sie sieht aus als wär ne Bombe eingeschlagen.

    Ich denke ich sollte mir vornehmen, in vielen Dingen mal den gesunden Mittelweg einzuschlagen, allen voran die Suchtaufarbeitung.

    Hört sich jetzt simpel an, wird für mich aber nicht einfach sein. Da werde ich noch viel drüber nachdenken müssen.

    Viele Grüße @ alle und gute Nacht

    Firestarter
    Guten morgen,

    ja das liebe Mittelmaß.Auf dieser Suche befinde ich mich auch. Arbeite da schon länger dran und hab schon ein wenig, Ruhe und Gelassenheit gefunden. ich setze da für mich auch jeden Tag einen neuen Maßstab, je nachdem wie ich mich grad fühle. Kann dieses Mittelmass gar nicht genau festlegen. Nur eins ist für mich klar: sobald ich mir schade, hab ich mein Mittelmass überschritten.
    Ich denk, dass es erstmal sehr wichtig ist zu lernen, dieses Mittelmass bzw. wie Ganesha sagt, Normalität, für mich selbst zu definieren und nicht ein Mittelmaß wie es andere haben mir als Vorlage zu nehmen, denn damit werd ich letztendlich nicht zufrieden.
    Durch diese Verbissenheit, durch dieses Ganz-Oder-Gar-Nicht-Denken war ich jeden Tag,egal was ich machte, sowas von gestresst und unter Strom. Und somit hat ich fast jeden Tag Suchtdruck, da ich dieses "unter Strom sein" nicht wirklich tag täglich aushalten konnte bzw. kann.

    Warum versuche ich das immer? Ist es vielleicht einfacher die Extrema anzupeilen? Braucht man für den gesunden Mittelweg mehr Disziplin die ich nicht habe? Was an meiner Grundeinstellung sogrt dafür, dass ich so bin wie ich bin?


    Warum? gute frage,für mich ist es ein typisches suchtmerkmal. es ist einfach, unkompliziert, muss mit mir keine kompromisse eingehen und muss nicht nachdenken. einfach machen, und ich bekomm, je nachdem in welcher situation im leben ich gerade extrem bin, kicks. aber wie gesagt, ich muss wirklich darauf achten, das ich mir damit selbst nicht schade. das ist mein hauptziel bei der ganzen Mittelweg-sache.

    Schönen Sonntag euch allen, LG pInK

    firestarter;82085 schrieb:


    Dieses Wochenende war ich in meiner Heimatstadt und fand mich eh ich mich versah in einer Drogenbeschaffungsaktion wieder (Freund besucht, in der Stadt einkaufen gewesen, dann auf dem Rückweg wollte er halt nochmal "einkaufen"). Im Gegensatz zu mir haben nämlich die meisten meiner Freunde nicht mit dem Kiffen aufgehört.


    Grüße

    firestarter


    Hallo firestarter,

    du machst das doch schon SUPA!=)

    Für mich war diese Erkenntnis am Wichtigsten: "Prüfe alles und das Gute behaltet"

    Leider sind ganz liebe Menschen darunter gewesen und die Einsicht, das ICH es nicht schaffe zu widerstehen war super- hart- doch was soll`s: es ist MEIN Leben.
    Und keinem von den lieben Freunden, hat es wirklich interessiert, wie schwer es für mich ist mit der Sucht zu leben! Gute Freunde tragen Mit- Verantwortung und bieten mir nix an, unterstützen mich und nehmen mich ernst. Doch um das zu erkennen, musste ich erstmal einen steinigen Weg gehen. Ich bin dankbar dafür und noch mehr, denn ich weiß jetzt, was gut für mich ist- und das bestimme ich selbst. Ich wünsche dir die Kraft und den Mut diesen Weg "konsequent" weiter zu gehen:blume:

    LG
    Feefame
    Hi zusammen,

    eigentlich schreibe ich heute nur, weil ich mich vor der Arbeit flüchte ;), aber jetzt wo ich dabei bin, muss ich mich mal eben selbstbeweihräuchern (hab irgendwie gerade das Bedürfnis :D :(

    -Wenn ich drüber nachdenke bin ich aus der heutigen Sicht sehr froh und stolz, dass es nur ein Beinaherückfall war.

    -Ich überlege mir manchmal wie ich mit meinem Studium klarkäme, wenn ich weiterhin Kiffen würde. Mein Ergebnis --> Wahrscheinlich gar nicht! Deswegen ist es ein schönes Gefühl, dass es läuft, auch wenn sich momentan schon wieder mächtig Druck durch viel Arbeit und üble Klausuren aufbaut.

    -Irgendwie sehe ich der Zukunft positiver entgegen als noch vor ein paar Monaten:
    Es ist ein gutes Gefühl, dass ich mich um meine Probleme kümmere.

    Grüße
    Hallo zusammen,

    morgen habe ich mein nächstes Gespräch und bin gespannt was es mir bringen wird. Wir werden wohl noch einmal über das Thema Freunde reden, denn dort waren wir das letzte Mal stehen geblieben.

    Momentan weiss ich gar nicht wo mir vor Arbeit der Kopf steht, ich muss eine wissenschaftliche Arbeit anfertigen und die übelste Klausur schlechthin kündigt sich an.

    In den letzten Tagen war ich abends froh, wenn ich meine Ruhe hatte, so Dauerstress setzt mir schon irgendwie zu. Da ich ja immer ehrlich bleiben will:
    Letztens musste ich wegen einer Deadline eine Nachtschicht einlegen, um meine Arbeit am nächsten Tag vorzeigen zu können. Ich war an diesem Tag übermüdet, gestresst, genervt. Und jetzt ratet mal welch genialen Gedanken ich auf dem Weg zum Kraftraining hatte...Na, jemand ne Ahnung?
    Richtig, ich dachte dass ich mir doch eigentlich ganz gut einen Kiffen könnte :54:, welch geniale Idee...


    Natürlich habe ich mir mental erst einmal kräftig in den Hintern getreten, fand es aber auf der anderen Seite auch ganz interessant, wie ich reagiert habe zu einem Zeitpunkt, wo es mir nicht so prickelnd ging. Es hat mir noch einmal gezeigt, dass ich das Zeug wirklich als Problemlöser benutzt habe. Das ist jetzt ein Zugeständnis
    was mir nicht so leicht fällt. Normalerweise behauptet man ja immer selbst man hat keine Probleme, und hat man alles unter Kontrolle blablabla. Aber in meinem müden Hirn war Kiffen halt eine echt wunderbar einfache Lösung der miesen Stimmung.
    Dies wohlgemerkt nach fast 14 Monaten Abstinenz. Jaja, die hinterhältige Sucht...

    Über die Themen Freunde und Problemlösungsstrategien ist mir noch folgendes eingefallen:

    Eine Problemlösungsstrategie könnte sein, mit Freunden über das Problem zu sprechen und damit eine andere Meinung einzuholen, sich Ratschläge anzuhören, gemeinsam einen Weg erarbeiten.

    Eine weitere Lösungsstrategie könnte es sein, das Problem offensiv anzugehen. Hört sich jetzt selten simpel an, aber ich denke jeder hier kennt das Problem (haha...) dass man etwas vor sich her schiebt. Vielleicht würde besseres Zeitmanagement, zum Beispiel ein Arbeitsplan für eine Seminararbeit oder ein Trainingsplan für ein Fitnessziel helfen, dass Problem von Anfang an zu bearbeiten und es mal ausnahmsweise nicht aufzuschieben.

    Genau. Das ist ein weiterer Punkt, der mir an mir nicht gefällt: Ich bin ein Aufschieber. Ich schiebe Dinge in die Zukunft, positive wie negative. Total idiotische Aktionen, anstatt im hier und jetzt zu leben und etwas zu tun.

    Mher fällt mir gerade nicht ein, ich werde morgen bestimmt noch einmal nach dem Gespräch bei der Beratungsstelle hier berichten.

    Grüße
    Hallo Leute:59:

    es gibt ja viele Impressionen auf dieser Seite und ich habe alles mal "wissenschaftlich" quergelesen.

    Auch bei mir gehts darum, den Tag sinnvoll ohne Gedanken an die Sucht zu füllen und einen Rückfall zu vermeiden. Das Mittelmass "als Mass aller Dinge" ist - wie von allen postuliert - erstrebenswert. Natürlich ist es auch für mich unmöglich, mein durch Sucht "kaputtes" Leben emotionell und finanziell - von heute auf morgen - wieder auf die Reihe zu bekommen. Das ist alles nicht so leicht für mich, denn die sozialen Auswirkungen der Sucht sind immer präsent.

    Daneben läufts mit meiner neuen Freundin beziehungsmässig ganz gut; und mitlerweile bin ich wieder seit einer Woche clean. Manchmal übernachte ich auch mal bei cleanfreien Freunden, nur um nicht in Versuchung zu kommen.........

    und viele liebe Grüsse an alle:63:

    PS: Hi Kitsune - danke für den Link zum "kontrollierten Trinken" - bei mir isses mehr das THC...
    Hi zusammen,

    ich hab schon länger nicht mehr geschrieben, und will mich mal zurückmelden.

    Ich bin weiterhin abstinent, hatte mittlerweile 7 Sitzungen bei der Psychologin, und hab viel Interessantes über mich selbst erfahren. Ich musste auch meine Meinung bzgl. der Tiefenpsychologie revidieren, ich kann mittlerweile erkennen dass viele meine Verhaltensweisen tatsächlich aus dem Konflikt mit meinem Vater entstanden sind. Dass ich so etwas mal schreiben würde, war für mich bisher undenkbar, aber die Prägung durch die Eltern ist halt eine sehr starke Prägung. Einfach die Augen vor dieser Tatsache zu verschliessen, wäre falsch.

    Ich habe mittlerweile verstanden, warum ich so anfällig für eine stoffgebundene Sucht bin: Sie hilft der enorm starken Lustseite meines Bewusstseins, alles Unangenehme und Lästige von mir zu schieben und sich eine schöne Zeit zu machen. Meine ewige Aufschieberei ist genau das Gleiche: Ich verdränge einfach alles Unangenehme und mach mir ne schöne Zeit. Ich habe erkannt, dass dies auf Dauer in Unzufriedenheit resultiert, da aus der Aufschieberei dann nur noch mehr Druck resultiert, der mich noch mehr aufschieben lässt usw..
    Eine Droge, die dann wunderbar zufrieden macht überdeckt das Ganze dann und voila, man ist süchtig nach dem Dreckszeug weil es so bequem ist. Irgendwann kommt dann noch die chemische Wirkung dazu, d.h. auch der Körper gewöhnt sich starkt daran und dann muss man sich wenn man aufhören will gegen massiven physischen und psychischen Suchtdruck behaupten.

    Ach ja, Druck. Druck was mein Studium angeht, Druck was soziale Kontakte angeht. Ich habe erkannt, dass ich mir permanent Druck mache. Auf die erstaunlich simple Frage, WARUM ich mir andauernd Druck mache, konnte ich der Psychologin keine Antwort geben. Interessant hierbei ist, dass ich bei Druck wie oben beschrieben dann wieder anfange aufzuschieben. Zu vermeiden. Der Lustseite nachgebe. Weils einfach viel bequemer ist.

    Und das hängt auch wieder mit meinem Ganz oder Gar nicht Charakter zusammen:
    ich gebe mich dann lange Zeit meiner Lustseite hin (Wohnung nicht aufräumen, keinen Sport machen, mieses Fast Food Zeug futtern und kein Sport machen) bis dann irgendwann wirklich was getan werden muss, und dann will ich es hinter mich bringen und zieh es durch.

    Im Prinzip bin ich auch heute noch in meinen fortgeschrittenen Mittzwanzigern *hust* :16: ein kleines Trotzkind. Ich hab dieses Verhalten über Jahre gelebt, und natürlich ist eine Veränderung von heute auf morgen nicht möglich ( was ich übrigens auch erst lernen musste). Aber ich habe es ENDLICH erkannt und freue mich darüber sehr, denn ich finde es einfach gut wie sich mein Leben momentan entwickelt. Ich denke ich habe einen großen Schritt in meiner persönlichen Entwicklung gemacht und bin noch dabei, mich weiter zu entwickeln.

    Ich verstehe nun auch, dass meine Verbissenheit eine direkte Folge meiner Art und Weise mit Problemen umzugehen ist. Wenn ich es in einem Wort zusammenfassen soll: Ich fühle mich einfach lockerer.

    Aber nun werdet ihr euch fragen: Hey, warum schreibt die treulose Tomate monatelang nichts und kommt jetzt auf einmal wieder an und erzählt uns Einen?

    Nun, weil leider das Thema Cannabis auf folgendem Grund wieder aktuell für mich werden wird:

    Ich fahre in Kürze wieder in meine Heimatstadt, und ich weiss jetzt schon dass ich (aufgrund der Kürze meines Besuchs) zwei meiner besten Kumpels nur an einem Tag begegnen kann, ausgerechnet an einem Abend an dem eine Kiff- und Videospiel- und Filmsession geplant ist.
    Und um ehrlich zu sein, danke ich sehr viel darüber nach. Ja, ich habe im Prinzip überhaupt keinen Bock darauf Dope zu riechen und zu sehen.

    Die Psychologin hat mich gefragt, ob ich es mir denn nicht selbst wert wäre, solche Situationen zu meiden, ich wüsste ja genau dass ich dort erheblichen Suchtdruck verspüren werde. Und eigentlich bin ich es mir wert. Ich will es wirklich nicht mehr machen, es ist schlecht für mich, und es ist halt nicht einfach dem Suchtdruck zu widerstehen.

    Würdet ihr einen solchen Abend auf euch nehmen, um eure Freunde zu sehen?


    Grüße
    guten morgen,
    erstmal hut ab und mein respekt das du deine sache ernst nimmst und glückwunsch das du führ dich schon erfolge verbuchen kannst in sachen weiterentwicklung! ist ein gutes gefühl, ne?

    hm,das treffen mit deinen freunden ist natürlich eine waghalsige sache. auf der einen seite würde ich dir raten da nicht hinzugehen, wenn du allein schon mit dem gedanken daran merkst, das es nicht gut wäre. aber auf der anderen seite weiss ich wie schwierig das ist. ich hab auch noch kontakt zu leuten die Kiffen und treff mich auch regelmässig. jetzt ist es so, das das kiffzeug bei mir an sich kein suchtdruck auslöst, aber manchmal ist es schon blöd mit denen zusammen zu sein wenn die völlig bekifft sind und ich sitz da und bin nüchtern. ist halt einfach nicht die gleiche wellenlänge, und wenn ich dann nicht gerade gut drauf bin, kann es halt doch etwas auslösen...
    aber den kontakt abrechen, kommt für mich auch nicht in frage, da es eben meine freunde sind. nunja, ich will lernen damit umzugehen....aber das ist sicherlich nicht der einfachste weg :50:
    ansonsten würd ich dir raten, wenn du hingehst, genau auf dich zu hören, und sobald du merkst das du suchtdruck bekommst, dort wegzugehen...aber das ist sehr schwer, red aus eigener erfahrung...

    wünsch dir alles gute, lg pInK