Phonophobie

  • Hallo an euch alle,


    in der Hoffnung hier auf jemanden zu treffen, der sich etwas mit Phonophobie (die Angst bei lauten Geräuschen) auskennt, melde ich mich hier einfach mal. Hinzu kommt eine Hyperakusis, das ist eine Geräuschüberempfindlichkeit.


    Meine Schmerzgrenze gegenüber Tönen liegt sehr viel niedriger als bei "Otto Normalo". Geräusche wie sägen, bohren, Rasen mähen usw. sind für mich fast unerträglich laut. Das wäre aber alles nicht so schlimm, wenn da nicht die Angst wäre. Gerade jetzt zum Sommer hin stehe ich fast nur unter Angst.


    Zwei Konfrontationstherapien habe ich hinter mir. Mit mässigem Erfolg. Eigentlich bin ich auf der Suche, was mir bei meinem Problem helfen könnte. Auch Hypnose habe ich probiert, aber die Therapeutin war dermassen falsch drauf (wer krank ist, will krank sein, meinte sie), da konnte ich nicht genug Vertrauen für eine Hypnose fassen. Leider gibt es bei uns nur diese eine Hypnosetherapeutin.


    Hat vielleicht jemand von euch einen Tipp, was ich noch versuchen könnte?
    Dafür wäre ich sehr dankbar.


    Liebe Grüsse, Gismona

  • Hallo Gismona und willkommen hier im Forum!!


    Mit Phonophobie kenne ich mich leider nicht aus.
    Aber ob nun deine Phonophobie eine psychische Ursache hat, oder dein Leiden an dieser, sich psychisch verstärkt, in beiden Fällen sollte Dir eine Therapie Erleichterung verschaffen.


    Deine Therapeutin verdient diese Bezeichnung offensichtlich nicht. Aus meiner Sicht tatest Du gut daran, dein Vertrauen nicht mit ihr zu verheizen.


    Zur Behandlung spychischer Störungen reicht Hypnose normaler weise absolut nicht aus. Sie erleichtert es abe solche Ursachen vielleicht zu erkennen und dann gezielter zu behandeln, als es in einer jahrelangen Psychoanalyse möglich ist.


    Als kleiner Teil einer größeren Therapie erscheint sie mir sinnvoll, als einziger Ansatz aber eher schädlich. Auch S. Freund war dieser Auffassung.
    Aus diesem Grund kann ich mir bei dir keine sinnvolle ambulante Hypnosetherapie vorstellen.


    Mir ist bekannt, daß die Fachklinik Am Hardberg u. a. auch mit Hypnose arbeitet. Vielleicht kannst Du dort anrufen und um ein Vorgespräch mit einem (mänlichen) Therapeuten bitten.


    Soweit dann beide Seiten glauben können, daß eine Therapie Sinn macht, wird sich alles andere finden. Falls nicht, werden die dich zumindest gut beraten.


    Toi Toi und viel Erfolg
    Stehaufmänne


    Hier noch der Link:
    http://www.kte-ag.de/kliniken/fkhb/index.html

  • Hallo Stehaufmänne,


    vielen Dank für Deinen Willkommensgruss und auch für Deine Worte bezüglich meiner Erkrankung. Den Link habe ich mir abgespeichert und gucke ihn mir noch in Ruhe an.


    Diese Klinik behandelt ja wirklich vielfältig. Das lässt mich hoffen...
    Nochmals vielen Dank für Deinen Link.


    Liebe Grüsse, Gismona

  • Hallo,


    meine Freundin leidet auch darunter. So viel ich weiß, hat sie dagegen aber (noch) nichts untenommen und versucht damit irgendwie zu leben. Kann deswegen auch keine tollen Tipps geben.

  • Hallo Black Heart,


    oh, das tut mir sehr leid für Deine Freundin. Wie lange hat sie das denn schon? Ich kann dazu nur sagen, ich habe es seit vielen Jahren und mit jedem Jahr wird es schlimmer. Jedenfalls bei mir... ich wünsche Deiner Freundin alles Gute... vielleicht mag sie ja mal was dazu schreiben? Ich fühle mich oft so allein mit meinem "Problemchen".


    Liebe Grüsse, Angelika

  • Hi,


    ich kene sie seit etwas mehr als 10 Jahren und kenne sie auch nur mit diesen Beschwerden. Bei Luftballons bekommt sie regelrechte Panikattacken, da diese ja zerplatzen können (= lautes Geräusch). Silverster ist jedesmal nur der Horror für sie, um mal ein paar Besipiele zu nennen.
    Kann sie ja mal n bisschen was dazu fragen.

  • Also, Silvester kann ich auch nachempfinden. Da bin ich auch immer froh, wenn die Knallerei wieder aufhört :-) Ich denke, jeder entwickelt da so seine speziellen Ängste. Oder man hat dementsprechende Erfahrungen (da ist sicher mal direkt neben Deiner Freundin ein Luftballon geplatzt, denke ich mir so), gemacht. Leider merkt sich das unser Gehirn. Und dann reicht der Anblick eines Luftballons um in die Angst zu verfallen. Seufz, das kenne ich nur zu gut.


    Es wäre prima, wenn Deine Freundin mir da ein bisschen was dazu erzählen könnte. Dann fühle ich mich nicht mehr so allein...


    Liebe Grüsse, Gismona

  • Hallo,


    ich wollte mal nachfragen, ob es hier vielleicht noch jemanden gibt,
    der Phonophobie hat? Ich würde mich sooo gern mal mit jemandem
    austauschen...


    LG Gismona

  • Ah.. Die Angst vor Luftballonen bzw. davor, dass diese zerplatzen, nennt sich also Phonophobie...
    *wieder was gelernt hab*


    Und dann kenne ich auch jemanden, der darunter leidet. Naja, diejenige is zwar erst/schon 13, aber bei Gelegenheit kann ich sie ja mal zum Thema etwas fragen.


    Is' das mit der Phonophobie so wie mit 'ner Flugangst?
    Ich weiß, blöder Vergleich. Aber ich hatte gerade den Eindruck, weil du so von speziellen Erfahrungen gesprochen hast (sprich: geplatzer Luftballon neben dem Kopf - oder so). Ähm, ist das also theoretisch auch durch irgendwas verhaltenstherapeutisches behandelbar?



    Liebe Grüße
    Fibra.

    . life is what happens while you're making other plans .

  • Hallo Fibra,


    ja, es ist wohl schon verhaltenstherapeutisch behandelbar.
    Leider haben die Therapeuten immer in letzter Sekunde
    ihre Meinung geändert bzw. hatten wohl Bedenken, was
    vielleicht passiert, wenn ich über meine Schmerz- (Angst-)
    grenze gehe. Sie wissen es (noch) nicht.


    Das eigentlich Problem ist bei mir, dass ich Probleme mit
    meiner direkten Umwelt habe. Also überall da, wo ich
    bisher gewohnt habe und noch wohne. Bin ich raus aus
    meinem Umkreis gehts mir gut, bis ich auch dort auf
    "Lärm" treffe. Aber besonders schlimm ist es hier zu
    Haus.


    Irgendwann ist mir etwas zugestossen. Mein Gehirn hat
    leider oder Gott sei Dank "dicht" gemacht. Ich kann mich
    also nicht wirklich erinnern an das Geschehene. Der Therapeut
    meinte, das sei auch gut so, dass ich mich nicht erinnern kann.
    Ich wünschte mir manchmal schon, ich könnte mich erinnern.
    Denn wer seinen Feind kennt, kann ihn bekämpfen, meiner
    Meinung nach.


    Und nun ist es so, dass ich bei bestimmten Geräuschen
    sofort in diese Panik falle, weil das Unterbewusstsein
    immer aufpasst, da war mal was, pass auf. So die Erklärung
    der Therapeuten.


    Ich habe gelernt, man muss nur lange genug in der Angst
    bleiben, dann geht sie von selbst wieder weg. Kann ich leider
    nicht bestätigen. Meine Panik hält oft tagelang an... aber ich
    hoffe immer noch auf Hilfe. Es heisst doch immer, es gibt
    immer eine Lösung... ich hoffe es.


    Vielen Dank für Deine Nachfrage. Bist Du von der Flugangst
    betroffen?


    LG Gismona

  • Nein, ich hab' keine Flugangst - eher im Gegenteil.
    Aber das war irgendwie das erste, was mir einfiel. ;)


    Hm ja, die Entstehung und der "Sinn" einer solchen Erkrankung, kann ich schon verstehen.
    Also ich glaube schon auch, dass es immer einen Weg / eine Lösung gibt! Nur leider ist es oft nicht leicht diese(n) zu finden bzw. zu sehen!


    Hast du dir denn schon überlegt ,ob du vielleicht zu einer/einem anderen Therapeut(in) gehen willst?



    Liebe Grüße
    Fibra.

    . life is what happens while you're making other plans .

  • Ja, ich würde wieder zu einem Therapeuten gehen.
    Das schwierige ist, es müsste wahrscheinlich hier zu
    Hause statt finden. Das macht nicht jeder Therapeut.
    Oder wie schon erwähnt, es gibt Hypnotherapie, das
    ist eine Mischung aus Hypnose und Therapie. Ich habe
    mir sagen lassen, das könnte auch helfen. Man lässt ja
    nichts unversucht...


    LG Gismona

  • Weil da meine Ängste am grössten sind... also, egal wo ich bisher
    gewohnt habe, waren die Ängste da. Irgendein Nachbar sägt,
    hat die Musik laut an, mäht den Rasen usw. und die Angst ist da.
    Ich weiss auch nicht warum das so ist.


    Was ich festgestellt habe, bin ich woanders und der Rasen wird
    gemäht, komme ich besser damit zurecht. Ich kann ja wieder
    gehen... Aber hier zu Hause, muss ich es ertragen und kann
    nicht fliehen... ist einfach schwer zu erklären. Ich frage mich
    manchmal selbst, warum jetzt schon wieder die Angst kommt.


    LG Gismona

  • Hallo, Leute!


    Dies ist mein erster Beitrag in diesem für mich neuen Forum.


    Gismona, ich fühle mit Dir und Deiner Phonophobie... Ich hoffe, es liest noch jemand überhaupt in diesem Thread mit, da es ja immerhin schon seit über 1 Monat keine neuen Antworten mehr gab. Aber sei's drum...


    Was bei Dir die Phonophobie im Sinne einer Angst vor lauten Geräuschen ist, ist bei mir eher eine andere, generelle Art von Phonophobie, die man aber wohl nicht "Phonophobie" nennt, da dieser Begriff offenbar für die Angst vor _lauten_ Geräuschen reserviert ist - wenn ich mich nicht irre?


    Wie auch immer, ich weiß nicht, ob ich meine (gravierenden!) Probleme auch "Phonophobie" oder eben "Hyperakusis" nennen darf, jedenfalls handelt es sich um eine extreme Empfindlichkeit gegenüber Lärm und Geräuschen, wie sie zu mir in die Wohnung dringen.


    Das Problem besteht bei mir von Kindheit an, durchzog meine junge Erwachsenenzeit (Studium) und quält mich noch immer, jetzt da der Studienabschluß schon in grauer Ferne liegt. Auch mir scheint, es wird von Jahr zu Jahr schlimmer, nichts bessert sich, aber die Empfindlichkeit nimmt immer mehr zu!


    Ich weiß mir keinen Rat mehr, denn dieses Problem zieht meine ganze Lebensqualität unbeschreiblich stark in Mitleidenschaft, so daß ich teilweise verbittert und resigniert empfinde, wenn ich bedenke, was ich alles gerne anpacken würde, aber nicht fertigbringe oder in Angriff nehme, da mich Lärm und selbst noch sehr schwache Geräusche sosehr in der Konzentration beeinträchtigen und im Wohlbefinden enorm stören, so daß ich eben all die Dinge, mit denen ich gerne die Freizeit füllen würde, meist bleibenlasse!?


    So würde ich unheimlich gerne noch viel mehr Fremdsprachen lernen, aber dazu braucht es für mich (innere wie äußere) Ruhe - und keine Lärmberieselungen aus der Nachbarschaft (ich wohne in einem großen Mehrfamilienhaus, mit Nachbarn ringsum). Was mich hierbei besonders stört, sind die nur durch dünne Trennwände (die nicht einmal von unten bis oben reichen) voneinander abgegrenzten Balkone. Das heißt dann in der Konsequenz, daß ich mich massiv gestört fühle, wenn ein oder mehrere Nachbarn laut fernsehen (oder Musik hören oder sich laut unterhalten etc.) und dabei die Balkontür oder ihre Fenster aufgestellt haben!


    Die Probleme sind in der Tat im Sommer am quälendsten, da ist es draußen (Straße und Balkone) nur noch laut, jedenfalls nach meinem Empfinden; jeder hat ständig Türen und Fenster auf, obwohl es doch einfach sinnvoller wäre, wiederholt einige Zeit zu lüften und dann wieder zu verschließen, um nicht die ganze Hitze ständig in die Wohnung zu lassen. Ich verstehe dieses Verhalten nicht. Aber egal, wenn sie wenigstens so rücksichtsvoll wären und dann entsprechend moderat die Lautstärke einstellen würden (v.a. am Fernseher), wenn sie denn schon unbedingt ihre Balkontür direkt neben mir aufstellen zu müssen meinen!


    Selbst wenn ich alles dicht habe (Fenster und Türen), dringt für mein Gehör dann noch viel zuviel Lärm in meine Wohnung, und das macht mich sowohl kaputt als auch extrem gereizt. Ich weiß mir wirklich keinen Rat mehr. Und Umziehen ist irgendwie auch keine Lösung, da stets die extreme Gefahr besteht, bloß vom Regen in die Traufe zu kommen (hatte ja bisher noch nirgends eine Wohnung, bei der das Problem sich nicht gezeigt hätte!).


    Ich kann im übrigen auch nur mit Ohrstöpseln schlafen, seit Jahr und Tag; anders kriege ich die Krise während der Nacht.


    Verschlimmernd zu der Situation kommt noch hinzu, daß ich mit diesem Problem bei anderen nur auf Unverständnis stoße bzw. anscheinend nur wie ein Sonderling daherkomme! Doch ich kann mir noch sosehr vornehmen, die Dinge gelassener sehen zu wollen, den Nachbarn Verständnis entgegenbringen, letzten Endes bin ich dann bald doch wieder auf der Palme oder an anderen Tagen total deprimiert.


    Wie gesagt, es ist nicht nur der Geräuschpegel als solcher, der mich beeinträchtigt, es sind zusätzlich auch die bereits oben angesprochenen Folgewirkungen, nämlich die Stagnation, die fehlende Entfaltung meiner Möglichkeiten (viele Sprachen und andere Dinge lernen, lesen usw.) - ja, und auch häufig einfach die Angst vor der Angst.


    Von daher verbringe ich dann immens viel Zeit vor dem Computer, da dessen Eigengeräusch immerhin so laut ist, daß es einen Teil der Nachbargeräusche übertrumpft. Dennoch muß ich auch hier (beim Rechner) größten Wert auf ein gewisses Maß an Ruhe legen, denn vor ein paar Wochen hat mich ein zu lauter Netzteillüfter fast um den Verstand gebracht.


    Klingt das jetzt verrückt genug? :-(
    Na ja, wer jetzt glaubt, wenn man sonst keine Sorgen hat, dann macht man sich welche, der verkennt den Ernst der Lage für mich.


    Hat jemand ein paar gute Ideen bzw. Erfahrungen mit ähnlichen Problemen? Würde mich freuen.


    es grüßt Euch
    -hyperakusis-



    P.S.
    Ich glaube, nur der hier ist noch (eine Spur) schlimmer dran als ich:


    http://72.14.221.104/search?q=cache:YGrqUhS32EQJ:members.telering.at/literatur/laerrrm.doc+%22paul+johann+abart%22+l%C3%A4rm+laubeng%C3%A4nge&hl=en&gl=de&ct=clnk&cd=1


    (Autor: Paul Johann Abart)


    wenn's nicht so kraß wäre, könnte man direkt darüber schmunzeln ;-)

  • Hallo Hyperakusis,


    vielen Dank für deinen Beitrag. Es tut mir sooo gut, wenn jemand das beschreibt, wie es auch mir ergeht. Für dich tut es mir sehr leid, dass du damit so geplagt bist.


    Ich denke schon, dass es sich bei dir auch um Hyperakusis handelt. Dieses kann ein Ohrenarzt feststellen, falls du nicht schon dort warst. Manchmal hilft ein Hörgerät. Da gibt es schon so moderne, die die Geräusche so weit herunter pegeln, das sie angenehmer zu ertragen sind. Leider sind sie nicht billig.


    Zum Problem mit deiner Wohnung: vielleicht wäre doch nochmal ein Umzug das Richtige für dich. Ich bin 8x umgezogen, bis ich jetzt endlich so wohne, dass es einigermassen erträglich ist. Ich habe mir ein sehr ruhiges Haus gesucht, mit einem Hausmeister, der über alles "wacht".
    Im Haus gibt es also keinen Lärm. Dafür sorgt der Hausmeister.


    Nachbarn hat man natürlich überall. Wenn es mir da zu laut wird, hilft wirklich nur, Fenster zu und Ohrenstöpsel.


    Die Lebensqualität ist durch unsere Überempfindlichkeit sehr eingeschränkt, da gebe ich dir recht. Rücksicht nehmen kennen die wenigsten und es macht auch keinen Sinn, sich ständig mit den Nachbarn anzulegen.


    Mir wurde gesagt, was man nicht machen darf, ist den Lärm zu meiden. Desto empfindlicher wird man. So habe ich angefangen zu üben. Fenster auf lassen, auch wenn es draussen laut ist. Wenn es mir dann aber zu viel wird, mache ich auch zu. Aber inzwischen kann ich schon immer etwas länger die Fenster auf lassen :-) Nur wenn es aus allen Ecken laut schallt, dann halte ich es einfach nicht aus, weil sich dann ja auch die Angst meldet.


    Das mit den Ohrstöpseln nachts habe ich auch trainiert. In der Woche kann ich jetzt schon ohne Ohrstöpsel schlafen. Nur im Sommer und am Wochenende, wenn viele feiern bis spät in die Nacht, da kriege ich es noch nicht gepackt. Warum sich bei diesen Geräuschen meine Angst massiv meldet, muss ich noch heraus finden, dann kann ich vielleicht etwas dagegen unternehmen. Ich bin auch immer froh, wenn endlich wieder Herbst ist, daher verstehe ich dich gut.


    Dieses alles hat übrigens nichts mit "verrückt" zu tun. Unsere Toleranzgrenze liegt einfach sehr viel niederiger als bei Otto Normalverbraucher.


    Wenn du magst können wir uns gern mal per Mail austauschen. Vielleicht können wir uns ja gegenseitig etwas stützen... ich wünsche dir ruhige Tage und es wäre schön, wenn du dich nochmal meldest.


    Liebe Grüsse, Gismona

  • Hallo, Gismona, und vielen Dank für Deine nette Antwort.



    Zitat

    Original von Gismona
    Hallo Hyperakusis,


    vielen Dank für deinen Beitrag. Es tut mir sooo gut, wenn jemand das beschreibt, wie es auch mir ergeht. Für dich tut es mir sehr leid, dass du damit so geplagt bist.


    Genauso erging es mir, als ich Deinen Beitrag über eine allgemeine Suche nach Problemen mit Lärm fand, also über google.



    Zitat

    Ich denke schon, dass es sich bei dir auch um Hyperakusis handelt. Dieses kann ein Ohrenarzt feststellen, falls du nicht schon dort warst. Manchmal hilft ein Hörgerät. Da gibt es schon so moderne, die die Geräusche so weit herunter pegeln, das sie angenehmer zu ertragen sind. Leider sind sie nicht billig.


    Was HNO betrifft, so bin ich leider derzeit gerade wieder in Behandlung, wegen Innenohrentzündung, hatte ich vor wenigen Wochen schon einmal. Aber was die (vermeintliche oder tatsächliche) Hyperakusis bei mir betrifft, so fürchte ich, daß mir die Ärztin da nicht wirklich weiterhelfen kann, denn ich hatte mal kurz die Probleme mit meiner Überempfindlichkeit bei ihr angesprochen, aber nicht viel Reaktion darauf bekommen. Vielleicht war ich aber auch bloß nicht deutlich genug...


    A propos Hörgerät:
    Nun ja, ich habe angeblich ein sehr gutes Gehör, oder meinst Du, daß es da trotzdem spezielle Hörgeräte gibt, die bei Hyperakusis (oder vielleicht bei Dir, bei Phonophobie) helfen würden?


    Zitat

    Zum Problem mit deiner Wohnung: vielleicht wäre doch nochmal ein Umzug das Richtige für dich. Ich bin 8x umgezogen, bis ich jetzt endlich so wohne, dass es einigermassen erträglich ist. Ich habe mir ein sehr ruhiges Haus gesucht, mit einem Hausmeister, der über alles "wacht".
    Im Haus gibt es also keinen Lärm. Dafür sorgt der Hausmeister.


    Nachbarn hat man natürlich überall. Wenn es mir da zu laut wird, hilft wirklich nur, Fenster zu und Ohrenstöpsel.


    Na ja, Umziehen möchte ich wirklich um alles in der Welt vermeiden, denn jeder Umzug per se bedeutet eine schreckliche Belastung (die ganze Suche, die ganzen Arbeiten, und nicht zu vergessen: die ganzen Kosten); und wie ich bereits andeutete, besteht die real sehr gewichtige Gefahr, vom "Regen in die Traufe zu kommen", wonach der Katzenjammer dann umso schlimmer sein dürfte. Und meine derzeitige Wohnung hat auch sehr viel Arbeit gemacht (Renovierungsarbeiten, bis alles so weit in Ordnung war, um sich einigermaßen wohl zu fühlen); außerdem habe ich jetzt erstmals einen (richtigen) Balkon, worauf ich mich eigentlich immer so gefreut habe (vorher waren das höchstens große türhohe Fenster mit Gitter davor, in die man sich hineinstellen konnte und damit etwas nach draußen hinauslehnen konnte, aber kein richtiger Balkon eben).


    Aber der ersehnte Balkon (erst recht bei mangelhafter Abtrennung hin zu den Nachbarn) hat natürlich auch seine offensichtlichen Nachteile, wie ich schon schrieb.



    Zitat

    Die Lebensqualität ist durch unsere Überempfindlichkeit sehr eingeschränkt, da gebe ich dir recht. Rücksicht nehmen kennen die wenigsten und es macht auch keinen Sinn, sich ständig mit den Nachbarn anzulegen.


    Da hast Du recht! Es ist zwar angebracht, sich mal bei den Nachbarn (und wenn es sein muß, auch mehr als einmal) zu äußern oder zu beschweren, sie jedenfalls auf das Problem hin anzusprechen, aber auf Dauer zermürbt das auch, zumal ja auch im Laufe der Zeit immer wieder neue Nachbarn hinzukommen und man damit nie auf Dauer sicher sein kann, daß es keine neuen unliebsamen Überraschungen gibt. Es ist also nicht nur die Tatsache der aktuellen Nachbarn, die einem zusetzt/zusetzen kann, sondern auch die ständige Ungewißheit (so ist eben leider auch das Leben), was die Zukunft bringt und ob es vielleicht ungeahnten Ärger irgendwann gibt. Da zeigt sich denn auch wieder die vertrackte "Angst vor der Angst". Auch wenn es wirklich mal einige Zeit schön erträglich ruhig ist, mißlingt es, sich (mich) richtig zu entspannen, da ich geradezu schon darauf warte, daß man mir das nicht gönnt (ohne daß ich hier böse Absicht unterstellen würde).



    Zitat

    Mir wurde gesagt, was man nicht machen darf, ist den Lärm zu meiden. Desto empfindlicher wird man. So habe ich angefangen zu üben. Fenster auf lassen, auch wenn es draussen laut ist. Wenn es mir dann aber zu viel wird, mache ich auch zu. Aber inzwischen kann ich schon immer etwas länger die Fenster auf lassen :-) Nur wenn es aus allen Ecken laut schallt, dann halte ich es einfach nicht aus, weil sich dann ja auch die Angst meldet.


    Das mit den Ohrstöpseln nachts habe ich auch trainiert. In der Woche kann ich jetzt schon ohne Ohrstöpsel schlafen. Nur im Sommer und am Wochenende, wenn viele feiern bis spät in die Nacht, da kriege ich es noch nicht gepackt. Warum sich bei diesen Geräuschen meine Angst massiv meldet, muss ich noch heraus finden, dann kann ich vielleicht etwas dagegen unternehmen. Ich bin auch immer froh, wenn endlich wieder Herbst ist, daher verstehe ich dich gut.


    Klingt ja so, als ob es Fortschritte bei Dir gab und gibt. Das ist doch schon was!
    Auch wenn ich selbst zugeben muß, daß ich bezüglich "Lärm nicht meiden" skeptisch bin; im derzeitigen Zustand kann ich mir nur schwer vorstellen, je mit Nachbargeräuschen gut klarzukommen - oder mit fehlenden Ohrstöpseln des Nachts. Na ja, vielleicht sollte ich in diese Richtung doch noch mal etwas unternehmen, mich also auch versuchen zu trainieren, abzuhärten, umzugewöhnen.



    Zitat

    Dieses alles hat übrigens nichts mit "verrückt" zu tun. Unsere Toleranzgrenze liegt einfach sehr viel niederiger als bei Otto Normalverbraucher.


    Wenn du magst können wir uns gern mal per Mail austauschen. Vielleicht können wir uns ja gegenseitig etwas stützen... ich wünsche dir ruhige Tage und es wäre schön, wenn du dich nochmal meldest.


    Liebe Grüsse, Gismona



    Habe mich wirklich sehr gefreut über Deine sehr rasche Antwort!
    Ich schlage einfach vor: Melde Dich doch mal über die "private message"-Funktion dieses Forums (die gibt es doch wohl...). Da könnten wir dann weitermachen oder ggf. auch auf E-Mail übergehen.


    Auch Dir wünsche ich die notwendige Ruhe (von außen wie von innen), die das Leben lebenswert erscheinen läßt und etwaigen Streß nicht zu stark in den Vordergrund treten läßt. Auch wenn Sommer ist, wäre es doch schön, wenn man sich nicht ständig gezwungen fühlen würde, den Herbst oder Winter herbeizusehnen. Also, eine gute Zeit, und wir hören voneinander?



    liebe Grüße zurück


    hyperakusis

  • Huhu Hyperakusis,


    vielen Dank für Deine schnelle Antwort :wink:


    >Vielleicht war ich aber auch bloß nicht deutlich genug...<


    Das könnte sein. Hast du ihr schon mal von deiner Angst erzählt? Das wäre auch wichtig. Ich bin auch bei einem Neurologen in Behandlung, der sich etwas mit Phonophobie auskennt. Der hat mich zum Ohrenarzt geschickt.


    Wegen dem Hörgerät, da geht es nicht vorrangig um das gut hören können, sondern um das herunter pegeln von für uns unangenehmen Geräuschen. Wir hören nämlich auch "anders" als Otto Normalverbraucher. Meistens jedenfalls... Manche Geräusche sind dann angenehmer zu ertragen. Ich spreche da aus Erfahrung. Ich habe jetzt erstmal ein Hörgerät und es ist wirklich sehr angenehm. Noch besser wären 2 Hörgeräte, aber das liebe Geld...


    >Und meine derzeitige Wohnung hat auch sehr viel Arbeit gemacht (Renovierungsarbeiten, bis alles so weit in Ordnung war, um sich einigermaßen wohl zu fühlen)<


    Ich kann dich da schon verstehen, dass du dann nicht unbedingt nochmal umziehen möchtest. Aber um des lieben Frieden willens. Mit dem Balkon, bzw. den Trennwänden bist du ja auch nicht so zufrieden. Und Wohnungen mit Balkon finden sich sicherlich noch. :-) Ich muss mich auch immer nach den Nachbarn richten und nutze den Balkon nur zu bestimmten Zeiten. Aber vielleicht wohnst du ja ganz gern dort. Dann würde ich auch nicht umziehen wollen. Ich hatte seinerzeit keine andere Wahl als umzuziehen, wenn ich zur (inneren) Ruhe kommen wollte. Ich habe jetzt hier die ruhigsten Nächte meines Lebens, vom Sommer mal abgesehen. Aber auch da gibt es ruhige Nächte. Nur die Wochenenden... Aber das hat man ja überall.


    >Auch wenn es wirklich mal einige Zeit schön erträglich ruhig ist, mißlingt es, sich (mich) richtig zu entspannen<


    Je öfter du das übst, desdo besser wird es. Deine Toleranz wird grösser bzw. ich habe dann manchmal erst sehr viel später registriert, uppss, jetzt hast du den Lärm gar nicht wahr genommen. Aber man muss wirklich eisern üben. Ich denke, was uns fehlt, ist das Abschalten können. Ich weiss gar nicht wie das geht. Meine Schwester z.B. wenn die einen Film sieht und ich frage sie etwas, dann kommt die von ganz, ganz weit weg her. Das sieht man an ihrem Blick. Sie ist so von dem Film gefesselt, dass sie alles um sich herum "vergisst" und auch nicht wahr nimmt. Um diese Eigenschaft beneide ich sie. Ich habe sie mal gefragt, wie machst du das (abschalten)? Das konnte sie mir dann auch nicht sagen.


    Richtig entspannen kann ich nur nachts. Da ist es draussen nicht mehr so laut. Deswegen ist mein Tag auch etwas nach hinten verschoben. Ich stehe spät auf und gehe spät schlafen. Man muss sich halt irgendwie arrangieren.


    >Auch wenn Sommer ist, wäre es doch schön, wenn man sich nicht ständig gezwungen fühlen würde, den Herbst oder Winter herbeizusehnen.<


    Da gebe ich dir vollkommen recht. Ich hoffe, dieses Ziel noch zu erreichen.


    Auch ich wünsche dir die nötige Ruhe, innen wie aussen. :)


    Es wäre schön, wieder von dir zu lesen.... für mich ist es so schön, mit jemandem reden (schreiben) zu können, der versteht von was ich rede.


    LG Gismona

  • Hallo, Gismona :-)




    Viel darüber gesprochen mit ihr habe ich eigentlich nicht. Aber wegen meiner Innenohrentzündung muß ich ja nochmal demnächst hin, und ich nehme mir mal vor, das Thema eindringlicher anzusprechen.


    Zitat

    Wegen dem Hörgerät, da geht es nicht vorrangig um das gut hören können, sondern um das herunter pegeln von für uns unangenehmen Geräuschen. Wir hören nämlich auch "anders" als Otto Normalverbraucher. Meistens jedenfalls... Manche Geräusche sind dann angenehmer zu ertragen. Ich spreche da aus Erfahrung. Ich habe jetzt erstmal ein Hörgerät und es ist wirklich sehr angenehm. Noch besser wären 2 Hörgeräte, aber das liebe Geld...


    Hm... Das mit dem Herunterpegeln verstehe ich irgendwie nicht ganz. Ich meine: Ich kann nachvollziehen, wenn jemand schlecht hört, dann ein Hörgerät bekommt, daß dieses dann angepaßt werden muß, so daß es Schall nicht zuviel verstärkt usw. Aber bei einem "guten" Gehör ist mir irgendwie nicht klar, was da heruntergepegelt werden kann, denn da das Gehör ja nicht schlecht ist, wird ja wohl auch kein Schall verstärkt, den man dann irgendwie hoch- oder runterpegeln könnte. Oder mache ich da irgendwo einen Denkfehler?


    Wie ist es denn bei Dir? Hast Du ein gutes Gehör, oder brauchst Du das Hörgerät auch noch, damit Du besser hörst (manche Frequenzen oder wie auch immer)? Und wieviel kostet denn so ein Hörgerät?


    Ach noch eine Idee:
    Läuft es mit dem "Herunterpegeln" von unangenehmem Schall vielleicht so, daß ein Gegenschall oder ähnliches erzeugt wird, ein Rauschen z.B.?



    Zitat

    Ich kann dich da schon verstehen, dass du dann nicht unbedingt nochmal umziehen möchtest. Aber um des lieben Frieden willens. Mit dem Balkon, bzw. den Trennwänden bist du ja auch nicht so zufrieden. Und Wohnungen mit Balkon finden sich sicherlich noch. :-) Ich muss mich auch immer nach den Nachbarn richten und nutze den Balkon nur zu bestimmten Zeiten. Aber vielleicht wohnst du ja ganz gern dort. Dann würde ich auch nicht umziehen wollen. Ich hatte seinerzeit keine andere Wahl als umzuziehen, wenn ich zur (inneren) Ruhe kommen wollte. Ich habe jetzt hier die ruhigsten Nächte meines Lebens, vom Sommer mal abgesehen. Aber auch da gibt es ruhige Nächte. Nur die Wochenenden... Aber das hat man ja überall.


    Immerhin hast Du also nach vielen Umzügen Deine Lage verbessern können; das macht natürlich wenigstens etwas Hoffnung, auch wenn ich selbst derzeit wohl kaum einen neuen Umzug unternehmen will oder kann.


    Ach noch etwas:
    Ging es Dir auch schon so, daß Du durchs Haus oder um das Haus geschlichen bist auf der Suche nach einer störenden Schallquelle? Genau das habe ich heute am späten Abend mal wieder unternommen... Aber es ist derart schwierig, den Ausgangsort einer Störung auszumachen, wenn die Störung weniger in hoher Lautstärke als in störender (tiefer) Frequenz besteht, also in den typischen Wumm-Wumm-Baßtönen, die auch so manch ein schlecht eingestellter Fernseher produziert.


    Aber letztlich kommt man sich auch blöd vor, wenn man nachts so um die Häuser schleicht, und ändern tut sich damit ja auch nichts. Es sind wie gesagt häufig die große Entfernungen zurücklegenden Bässe und nicht die pure Lautstärke an sich. Der Fernseher meiner Nachbarin ist tagsüber (bei offener Balkontür ihrerseits) derart laut und im Baßtonbereich eingestellt, daß es immer wieder regelrechte dumpfe Schläge zu hören gibt, bei denen ich sehr oft einen richtigen Schreck bekomme! Ich hatte auch schon einmal mit ihr darüber gesprochen, doch sie sagt nur, sie kenne sich mit der Baßtoneinstellung nicht aus, und in ihre Wohnung ließ sie mich bisher auch nicht (obwohl sie schon zweimal in meiner war), da es bei ihr "gerade so total unordentlich sei"... Ich hätte ihr ja versucht, den Ton des Fernsehers besser einzustellen (nicht so dumpf und tief), davon hätte sie selbst vielleicht sogar einen Vorteil (angenehmeres Zuhören) gehabt. Zumindest ist dieser Fall nicht unrealistisch.


    Zitat


    >Auch wenn es wirklich mal einige Zeit schön erträglich ruhig ist, mißlingt es, sich (mich) richtig zu entspannen<


    Je öfter du das übst, desdo besser wird es. Deine Toleranz wird grösser bzw. ich habe dann manchmal erst sehr viel später registriert, uppss, jetzt hast du den Lärm gar nicht wahr genommen. Aber man muss wirklich eisern üben. Ich denke, was uns fehlt, ist das Abschalten können. Ich weiss gar nicht wie das geht. Meine Schwester z.B. wenn die einen Film sieht und ich frage sie etwas, dann kommt die von ganz, ganz weit weg her. Das sieht man an ihrem Blick. Sie ist so von dem Film gefesselt, dass sie alles um sich herum "vergisst" und auch nicht wahr nimmt. Um diese Eigenschaft beneide ich sie. Ich habe sie mal gefragt, wie machst du das (abschalten)? Das konnte sie mir dann auch nicht sagen.


    Ja, ich muß üben. Mit dem Abschalten habe ich natürlich größte Probleme, und man sagt mir regelrecht nach, ich hätte immer eines meiner beiden Ohren auf eine störende Schallquelle gerichtet, also weg vom eigentlich interessierenden Film oder Gespräch. Hehe...


    Zitat


    Richtig entspannen kann ich nur nachts. Da ist es draussen nicht mehr so laut. Deswegen ist mein Tag auch etwas nach hinten verschoben. Ich stehe spät auf und gehe spät schlafen. Man muss sich halt irgendwie arrangieren.


    Das hatte ich schon regelrecht vermutet, daß das auch bei Dir so ist.
    Ich bin ein extremer Nachtmensch, teils vielleicht aus Veranlagung, aber bestimmt auch in Folge einer Anpassung an die laute Umwelt. Zum Glück läßt mir meine derzeitige berufliche Situation hier noch einigermaßen Freiraum, d.h. spät nachts noch aufzubleiben.




    Nur zu, vielleicht fallen uns ja noch ganz brauchbare Tips oder Erfahrungen ein, die den anderen weiterbringen könnten.


    Alles Gute für Dich
    und bis dann


    hyperakusis
    (wie so oft zu später Stunde im Netz)

  • Huhu Hyperakusis,


    nochmal zu dem Hörgerät. Gehe mal ganz weg, das es dazu da ist um besser hören zu können. Dazu ist es in unserem Fall nicht da. Es ist dazu da, Töne angenehmer zu hören und sie besser ertragen zu können. Ein Ton besteht aus verschiedenen Hoch- und Tieftönen. Und die werden so eingepegelt, wie sie für dich angenehm sind. Da wird so ein Test gemacht und du sagst, ab jetzt wird es unangenehm für mich. Dann wird per Computer festgehalten, da ist deine "Schmerzgrenze". Dann wird ein anderer Ton eingespielt und du sagst wieder, wann es dir zu laut/unangenehm ist. Und dann immer so weiter. Die Töne werden per Computer fest gehalten, wie sie für dich angenehm sind, es dich also nicht so "fertig macht". Als ich mit diesem Hörgerät raus gegangen bin an eine stark befahrene Strasse, das war angenehm!! Ich konnte es gar nicht glauben. Es war bestimmt halb so laut wie sonst und der Lärm hat mich nur noch wenig gestört. Also, eine wirklich tolle Angelegenheit. Die Kosten sind leider sehr hoch, so zwischen 1000 - 1200€.
    Es gibt aber auch preiswertere. Ob sie natürlich so helfen wie die teuren müsstest du für dich ausprobieren. Wenn dein Ohrenarzt dir das Hörgerät aus medizinischen Gründen bescheinigt (da würde ich auch sehr die Angst hervor heben) zahlt die Krankenkasse dazu.


    Ja, ich war auch oft auf der Suche wo die Geräuschquelle her kam. Seit ich aber hier wohne, gibt es nicht mehr so viel Geräusche zu ertragen. Im Haus wird darauf geachtet, dass das Radio Zimmerlautstärke hat. Und ringsum die Nachbarn, da hat es sich diesen Sommer auch dahin gehend geändert, dass es auszuhalten ist. Inzwischen weiss ich, wann sie mal wieder feiern und dann hilft halt nur, weg fahren oder Ohrstöpsel. Eben während der Fussball-WM ist es manchmal wieder schwer auszuhalten. Es war jetzt immer so entweder Fussballfans, Schützenfest, Feuerwehrfest und private Feiern. Wenn das alles an einem Wochenende zusammen kommt, da blieb mir auch nur, die Ohrenstöpsel zu nehmen. Die habe ich aber mehr wegen der Angst als wegen des Geräuschpegels genommen. Ich war fürchterlich angespannt und dann habe ich eben letztendlich wieder die Flucht angetreten (Ohrstöpsel).


    >ich hätte immer eines meiner beiden Ohren auf eine störende Schallquelle gerichtet<
    Das stimmt natürlich. Das tun wir wirklich. Wir haben Elefantenohren. Ich sage immer, ich habe Sensoren, die ständig abtasten, ob es ringsum okay ist. Das ist aber auch ein Mechanismus der Angst. Damit man rechtzeitig "raufen oder laufen kann", wie mein Therapeut immer sagte.


    Ich wünsche dir einen ruhigen Tag und hoffe, wieder von dir zu lesen :)


    Liebe Grüsse, Gismona


    Ach so: kannst du mir bitte mal sagen, wo du die Zitierfunktion gefunden hast. Ich gucke wohl immer wieder darüber hinweg....