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Thema: Libyen

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  1. #1

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    Standard Libyen

    Werte Forengemeinde,

    wir hier machen uns Gedanken über unsere Medikamente, wann wir mit dem Rauchen aufhören und ob wir kurz vor der Psychiatrie stehen und die Irren der Weltmacht zetteln einen 3. Weltkrieg an.
    Der Zwerg aus Frankreich verlängert seinen Schwanz und jagt Flugzeuge über Libyen, die Weltpolizei aus Amerika spielt freudig mit, knallt ihre Raketen rein, wobei die NATO komplett ad absurdum gestellt wird.

    Für die Medien ist nun Japan langweilig geworden (die Meldungen werden immer beruhigender), da sie ein neues "Spielzeug" haben -> Libyen.

    Gerade die schwarz-gelbe Regierung sagt nein zu Militäraktionen und die Friedensjünger aus rot-grün verurteilen das im Parlament mit fehlender Bündnistreue. Hallo? In welchem politischen Film bin ich jetzt?
    Ist den europäischen Landesvertretern auch nur ansatzweise bewusst, was es heißt, wieder einem arabischen Land den westlichen Willen mit Militärgewalt aufzudrängen?

    Deutschland muss sich raushalten! Keine Militärhilfe für die USA!

    Die muslimischen Staaten halten zusammen und beobachten sehr genau, wer sich wie verhält. England, USA und Frankreich zetteln einen Krieg an, der nicht zu gewinnen ist.
    Das werden sie merken, wenn Jihad-Besessene in London/Paris zuschlagen.
    Hoffe, dass Bundes-Angie und Westi den Arsch in der Hose beweisen und sich konsequent von dieser wahnsinnigen Kriegsmaschinerie distanzieren.

    Ich will friedlich zwischen meinen Obstbäumen im Garten sitzen und keine Nuklearwolke befürchten oder Gestörte mit Sprengstoffgürteln bei Lidl auf dem Parkplatz vermuten.


    Habe mal in diesem Sinne meine Gedanken niedergeschrieben,
    Euer Carl

  2. #2

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    Ich finde es absolut richtig in Libyen anzugreifen, trotz gewisser Risiken die das mit sich bringt. Es wurde lang genug zugesehen. Gaddafi ist seit Jahrzehnten an der Macht. Ein Scheusal an Persönlichkeit, der jeden aus dem Weg räumen lässt, der ihm nicht zu Gesicht steht. Der durch Milliarden von Schmiergeldern lebt und diese veruntreut und vielles mehr. Seine Ansage an den Westen, Libyen gestehe er nur den Libyern zu, ist eine absolute Ironie und Verarschung für das Volk und das ausgerechnet von einem Mann, der sein Land in Grund und Boden richtet und Menschen dafür töten und leiden lässt. Bis weit in die 80er wollte niemand etwas von Gadaffi wissen der weithin als Mörder und Krimineller und vor allem Terrorist Berühmtheit erlangt hat.

    Ich finde die Bemühungen richtig einen militärischen Eingriff so kurz wie möglich zu halten, allerdings hat sich Gadaffi dieses Eingreifen selber zuzuschreiben. Es wurde ein Ultimatum gestellt über dass er sich einfach weggesetzt hat, so funktioniert das aber nicht, schon gar nicht wenn man sich als großer "Freund" des Westens bezeichnet. Ich war oder bin auch eigentlich nur für eine Flugverbotszone über Libyen, was aber wenn man genau denkt, sowieso schon ein militärischer Eingriff ist. Den Einsatz von Bodentruppen würde ich nicht für gut befinden. Die Frage ist aber, was soll man machen? Alle Sanktionen scheinen nicht im geringsten zu greifen. Umso wichtiger finde ich die Flugverbotszone.

    Natürlich ist es in diesen Ländern immer schwierig, was kommt danach, wenn der Diktator erstmal gestürzt ist? Wieder nur Handlanger? So wie es ist kann es trotzdem nicht bleiben und irgendwann muss man anfangen etwas zu verändern. Ich bin kein Freund von Krieg und Militäraktionen. Ich finde es aber nicht richtig tatenlos zuzusehen und in diesem Fall, sehe ich momentan keine andere Lösung.

    Es ist Zeit dass der Westen eingreift und nicht nur seine Augen verschließt und wegsieht auch wenn das bedeutet, dass wir dafür in die Verantwortung gezogen werden.

    Und mich interessiert es schon lange nicht mehr friedlich zwischen den Obstbäumen zu sitzen und mich einen Dreck darum zu scheren, was aus diesen Menschen wird .

    Lg Future
    Geändert von Future (20.03.2011 um 05:39 Uhr)

  3. #3

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    Eines ist natürlich klar. Der Eingriff in Libyen ist sicher nicht mit einer humanitären Hilfsaktion gleichzusetzen. Natürlich geht es den eingreifenden Ländern in erster Linie um deren Ölquellen und Rohstoffvorkommen. Wenn dies der Opposition allerdings helfen kann, bin ich nach wie vor dafür. Vor den angekündigten Attentaten bzw. der Rache Gaddafi habe ich übrigens keine Angst . Das mag extrem radikal klingen aber wie gesagt, es muss sich etwas verändern. In vielen kriegsgeplagten afrikanischen Ländern sterben Millionen Menschen die einfach geopfert werden während der Westen und seine Bürger bequem die Augen verschließen und das muss ganz einfach ein Ende haben. Irgendwo muss man anfangen.

    Und was soll das sein für ein Führer für ein Mensch, der sein eigenes Volk unterjocht und seinetwegen in den Tod schickt. Gaddafi müsste einfach zurück treten, er hätte es schon gestern tun sollen und damit dem Beispiel Ägyptens folgen. Diese Chance wird ihm noch immer eingeräumt, aber davon will er ja nichts wissen, machtgierig, skrupellos unmenschlich wie er ist!
    Geändert von Future (20.03.2011 um 13:01 Uhr)

  4. #4

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    Jo, auch wenn es mir schwerfällt, ich denke auch, der Einsatz ist gerechtfertigt.
    Durch das lange Zögern entzieht er sich zwar schon wieder einiges an Berechtigung, aber das ist nunmal so.
    Natürlich geht es dabei um die Festigung der westlichen Ordnung, ums Öl.
    Ob Deutschland sich da nun raushält oder nicht - Fanatiker suchen sich ihr Ziel nicht nach einer "Good Will"Liste raus, diese Entscheidungen laufen anders ab.

    Die Zeit der friedlichen Obstbäume....naja - die war doch eigentlich noch nie da, oder?
    Und dadurch ist sie auch immer wieder mal möglich.
    Wir haben Nazihorden, Korruption, Verfilzung, Verdummung und und und und und im eigenen Land und weltweit.

    Und natürlich ist es auch, sich erstmal um eigene Belange zu kümmern!
    Wenn ich auf mich und meine Süchte nicht achtgebe, überlege ich nämlich in kürzester Zeit nur noch, was solche Konflikte für Auswirkungen auf Nachschub, Qualität und Preis meiner Drogen haben.

    Wir leben - zum Guten wie zum Schlechten in einer globalisierten Welt, der Obstgarten hat keinen Zaun mehr ...

    LG.Gane
    (und: Widersprüchlichkeiten sind an der Tagesordnung: Als jemand, der 10 Jahre gegen diesen Staat kämpfte, um sein Recht auf Kriegsdienstverweigerung durchzusetzen, tut mir mein obiges Geschreibsel zum "berechtigten" Kriegseinsatz weh!)

  5. #5

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    Hallo,

    was für eine fürchterlich schwere Frage. Es ist zum Davonlaufen! Es sind deutsche Waffen, mit denen auf die libyischen Leut' geschossen wird.

    Die Flugverbotszone find ich auf jeden Fall sehr begrüßenswert - hat leider viel zu lange gedauert, bis es durch war, aber vielleicht doch noch rechtzeitig.

    Ach...mir fehlen die Worte - wir hofieren Diktatoren...und dann?

  6. #6

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    Zitat Zitat von ganesha Beitrag anzeigen
    (und: Widersprüchlichkeiten sind an der Tagesordnung: Als jemand, der 10 Jahre gegen diesen Staat kämpfte, um sein Recht auf Kriegsdienstverweigerung durchzusetzen, tut mir mein obiges Geschreibsel zum "berechtigten" Kriegseinsatz weh!)
    als eigentlich mittlerweile doch sehr überzeugte Pazifistin, geht es mir genauso und meine so Krieg-positive Einstellung im weitesten Sinne, tut mir weh und schreckt mich selber, so dass ich nicht drum rum komme, die ganze Zeit über dieses Dilemma nachzudenken. Und jeder Zivilist der verletzt und getötet wird durch diese Maßnahme so habe ich das Gefühl, geht auch auf mein Konto zurück. Es sind aber nicht eine Handvoll Rebellen die hier eine Veränderung wünschen sondern sowie es mehrere zuverlässige Quellen bezeugen, die Mehrheit des libyischen Volkes. Deswegen finde ich das Wort Rebellen fehl am Platz und sage lieber Opposition. Hier (im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern die im Bürgerkrieg versinken) gibt es noch die Unterscheidung zwischen gut und böse und für mich ist das Regime von Gadaffi böse und dem gehört ein Ende gesetzt und das so schnell wie möglich.

    Und noch einmal sollten wir uns daran erinnern, das es in Gadaffis Hand liegt, dass hier alles sofort zu beenden und eigentlich nur 3er Worte bedarf. Aber scheinbar warten nicht nur wir sondern vor allem die Zivilbevölkerung von Libyen vergebens darauf
    Auch darf man nicht vergessen, dass sich die Arabische Liga für dieses Eingreifen des Westens ausgesprochen hat und auch andere arabische Länder.

    Ja gut mag es nur eine Schönmalerei und Rechtfertigung sein, die ich mir selbst gegenüber gebe um einen Krieg zu befürworten, es ändert nichts daran, dass etwas getan werden muss.
    Geändert von Future (20.03.2011 um 14:37 Uhr)

  7. #7
    Marion

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    Habt ihr den Sohn von Gaddafi mal im TV gesehen? Der scheint mindestens so gefährlich zu sein wie Gaddafi selbst, das ist glaube ich einfach eine krankhafte Form von Machtgeilheit. Gaddafi handelt schon seit Jahrzehnten gegen sein Volk, und war schon in etliche Konflikte verwickelt. Und trotzdem hat er es immer wieder geschafft, seine Gegner zu seinen Verbündeten zu machen. Der ist meiner Meinung nach ziemlich krank und leider auch ziemlich intelligent.

    Aber ob da jemand draus lernen wird, dass man so jemandem keine Waffen verkaufen sollte?
    Geändert von Marion (20.03.2011 um 15:35 Uhr)

  8. #8

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    Nöööö !

  9. #9
    Marion

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    Ist die gleiche frage wie in Japan, ob da jemand draus lernen wird.

    Ich erinner mich noch gut an den Krieg im damaligen Jugoslawien. Das war die erste Situation die ich bewusst mitbekommen hab (oder überhaupt die erste nach dem 2. Weltkrieg), wo Deutschland mehr oder weniger direkt betroffen war, wo die eigene Stimme bei der Wahl letztendlich über Kriege mitentscheidet. Zumindest dachte ich das damals noch. Die Situation dort wurde immer schlimmer, irgendwann sagte mein Vater in etwa, man müsse da eine Mauer drum bauen und die Menschen dort ihren Krieg selbst ausfechten lassen. Weil jedes Einmischen von außen die Situation letztendlich nur verschlimmere.

    Seit dieser Zeit hab ich den inneren Zwiespalt, der hier auch schon angesprochen wurde. Kann man die Menschen in solchen Ländern einfach alleinlassen? Ich weiß es nicht. Ein dafür oder dagegen gibt es bei mir in Kriegsfragen nicht, für mich persönlich ist das ein bisher unlösbares inneres Dilemma.

  10. #10
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Future Beitrag anzeigen
    Und mich interessiert es schon lange nicht mehr friedlich zwischen den Obstbäumen zu sitzen und mich einen Dreck darum zu scheren, was aus diesen Menschen wird .
    Nana, werte Dame... bitte etwas gemäßigter in meine Richtung schießen und nicht in dieser aggressiven Form verurteilen ohne zu wissen...

    -------------------

    Das ganze perverse Machtspielchen mal andersrum:
    Die Arabische Liga beschwert sich über Menschenrechtsverletzungen in Deutschland, ruft die UN an, klagt vor dem Weltgerichtshof, verlangt Sanktionen und bekommt recht.
    Und dann? Heulen wir den USA die Ohren voll, weil wir doch zu den "Guten" gehören?


    Wie sagte Martin Luther:
    ... und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen...
    Geändert von grany (22.03.2011 um 10:03 Uhr) Grund: das "king" bei M.L. entfernt

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