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Thema: Kann nicht mehr hassen

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  1. #1
    Mitglied SuS e.V. Forenleiterin
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    Standard Kann nicht mehr hassen

    Ja, früher, bis vor ca. zwei Jahren war das noch so einfach... Wenn mich einer verletzt hat, wurde ich sehr wütend, hab ihn gehasst und somit wunderbar den Schmerz bekämpft. Und nun? Nun kann ich es nicht mehr. ich hab mich weiter entwickelt und sehr viel dazu gelernt in den letzten beiden Jahren und so verstehe cih viel mehr. Ich kann Menschen und ihre Taten viel besser verstehen. ich kann ihre Grüde erkennen und sehe, dass so vieles, was sie tun, das mich verletzt, einfach nur aus Ängsten und überforderung geschieht. Und dafür kann ich sie nicht hassen. Ich meine, klar auf der einen Seite ist das ja toll und wunderbar und so, ich merke meine Weiterentwicklung und ich möchte ja auch vieles verstehen. Aber einen Ersatz für meine Schmerzen hab ich nun nicht mehr. Meine Verletzungen haben kein Pflaster mehr, so wie den Hass früher. Er hat die Schmerzen der Wunden so lange gedämpft, bis die Wunden einigermaßen geheilt waren. Damit ging es mir wesentlich besser. Nun muss ich diese Schmerzen ertragen, die ganze Zeit und es gibt keinen Ersatz für das "Pflaster" Hass....

    Hm, weiß gar nicht wieso ich das jetzt alles geschrieben habe, wollte es einfach mal loswerden. Vielleicht kennt das ja auch jemand von euch?!

    Liebe Grüße
    rose

  2. #2

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    Hey Süße,

    hmm, das is ja richtig doof (argh wie sehr hasse ich das Wort doof, aber mir si grad kein anderes eingefallen )

    Ich finde es einierseits, genauso wie du gut, das du die Entwicklung gemacht hast .. sie kann dich weiter bringen, .. dadurch das du dich in andereMenschen hineinversetzen kannst, kannst du auch anders halten ...
    aber da ist eben noch das pflaster das jetzt verloren geht .. ich kann dich verstehen, aber dir keinen Rat geben .. hmmm ..
    ich kenn das eher weniger, wär das bei mir auch so, köntne ich bessere Worte dazu schireben ...

    hmm, bei mir is es eher so, ich such alle Fehler bei mir, ... egal was passiert ist .. naja, das ist ien Pflaster .. und es ist ein ebescheuerte Lösung..

    wenn mir mehr zu dem Thema hier enifällt schireb ich was, aber mir fällt nichts ein :O ..
    aber ich wollte antowrten

    *umarm*

  3. #3
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    Danke Zyna! Es ist tut gut, eine Antwoirt zu bekommen! Aber es werden bestimmt auch noch andere schreiben. Aber ich weiß schon, dass ich mit dieser Geschichte wieder mal total aus der Reihe tanze und mal wieder so komplett anders bin als andere Aber daran hab ich mich ja mittlerweile gewöhnt...

    :30:

  4. #4

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    Also ich nutze Hass auch immer für genau solche Sachen. Da ich aber prinzipiell ein kleines Aggresionsproblem habe, geht es für mich eher darum den sowieso schon vorhanden Hass wenigstens noch sinnvoll zu nutzen.

    Allerdings, nur weil du die Gründe für das Verhalten anderer verstehst hast du doch trotzdem noch das Recht wütend zu sein, wenn dich jemand verletzt.

  5. #5
    Mitglied SuS e.V. Forenleiterin
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    Danke für deine Antwort Cinnamon!

    Hm, ob ich das Recht habe, wüptend zu sein, wenn mich jemand verletzt, weiß ich nicht! Wenn derjenige es doch gar nicht absichtlich gemacht hat?! Dann KANN ich ihm einfach nicht böse sein. Selbst wenn ich es wollte, es ginge nicht! Sobald ich es verstehe, kann ich nicht mehr wütend, sauer sein oder gar hassen. Verstehst du was ich meine? Ich spreche mir das Recht dazu nicht ab, ich kann es einfach nicht mehr!

  6. #6
    Minun

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    Liebe gelberose,

    ich kann Dich sehr gut verstehen. Bist gar nicht so anders und tanzt aus der Reihe.

    Ich hab manchmal Phasen, wo ich genau das empfinde, was Du früher empfunden hast (Hass bei Verletzungen), aber ich kenne ebenso die Weiterentwicklung, dass "sich erklären warum jemand so gehandelt hat" und dann mit der Verletzung da zu stehen und keinen angemessenen Raum dafür zu finden. Das ist wirklich schwer zu ertragen *find*. Meine Strategie ist dann meistens immer wieder drüber nachzudenken und es "mit der Zeit auszusitzen".... bei wirklich tiefen Verletzungen krieg ich das aber auch nicht hin.
    Leider kann ich Dir gar nichts sagen, wie man besser damit umgehen kann, wollte Dir auch nur zeigen, dass es auch Andere gibt, die vielleicht ähnliches empfinden und kennen.



    LG Minun

  7. #7
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    Ich finde nicht, dass die Geschichte "aus der Reihe tanzt", zumal es dafür ja erstmal 'ne Reihe geben müsste.

    Ein wenig geht's mir genauso, wie dir, rose.
    Ich konnte früher allerdings auf niemanden sauer sein, geschweige denn irgendjemanden hassen. Letzteres, denke ich, kommt ansich eher selten vor. Vielleicht gehe ich da auch nur von mir aus, ich denke, dass wirkliches Hassen schwer zu erreichen ist. Und ich hab' das nicht erreicht, weil Hass ja ein Gefühl ist und Personen, auf die ich wirklich sehr sauer war, sind irgendwann einfach in den Status "Sie sind mir egal" abgerutscht. Wut ansich richtete sich nie gegen irgendjemanden, sondern wenn es sie überhaupt gab, dann gegen mich selbst. Und es schafften ja auch immer nur Menschen mir weh zu tun, die mir wichtig waren - und bei denen wäre ich damals nie auch nur auf die Idee gekommen, dass sie es absichtlich getan hätten.

    Wie dem auch sei, ich denke, die Wut, die man gegen Personen hegt, wird automatisch weniger, wenn man in der Lage ist, sie (die Person)zu verstehen. Von daher finde ich es nicht so ungewöhnlich, was dir passiert.
    Und ich finde auch, dass Wut eine Reaktion auf Schmerz und Verletzung ist. Eine Reaktion, die das Andere verdrängen soll, und deswegen so deutlich wird um Anderes effektiv in den Hintergrund zu drängen. Wenn man dann also lernt anders mit dem Verletztwerden umzugehen, warum soll sich dann nicht auch eine früher daraus resultierende Reaktion verändern?!

    Auch wenn's nicht leicht ist, dass kein "Pflaster" mehr da ist, ich denke, es hat einen Grund, dass es so ist. Und wahrscheinlich auch gerade jetzt genau so ist. Denn auch wenn du nicht hören oder annehmen willst, dass 'ne starke Frau bist, "redet" da dein Unterbewusstsein vielleicht genauso, wie wir! Und du kannst deshalb nicht mehr sauer sein und das Pflaster bleibt weg von den Wunden, weil - wie wir ja alle wissen - Verletzungen an der Luft besser heilen, als unter einem Pflaster.


    Soweit....


    Liebe Grüße
    Fibra.

  8. #8

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    Hallo gelberose,

    ich denke, man macht in seinem Leben ganz viele Entwicklungsstufen durch.
    Du hast gehasst, um eine Art Lösung von Deinem Schmerz zu haben.
    Jetzt hast Du vieles durchblickt und bist um Erfahrungen reicher geworden. Dein Hass hat sich abgebaut.
    Du hast aber mit "Hass-Abbau" noch keine Erfahrung. Das ist neu für Dich.
    Sozusagen ist Dein Gehirn noch nicht "umgepolt". Was also jetzt? Der Hass hat den Schmerz weggedrückt...unterdrückt...Aber der Schmerz war doch trotzdem da, nicht? Nur der Hass ist eben an die erste Stelle gerückt, dadurch hast Du den Schmerz weniger gespürt. Doch befreit hat Dich der Hass auch nicht vom Schmerz, sonst müsste ja eigentlich jetzt, wo der Hass weg ist, der Schmerz auch nicht mehr da sein?
    Aber welches Gefühl würde jetzt Deinen Schmerz bekämpfen können?
    Schwierig....

    Naja...und da hörts gerade bei mir auf...Leider....Derweil würde ich Dir das ja sogerne sagen können....aber ich weiß es nicht....

    Normalerweise müsste ein Thera wissen, wie das geht, oder? Oder vielleicht kennt das hier jemand und kann aus Erfahrung etwas sagen....

    Mir ists ein Rätsel....

    Wollte trotzdem was dazu sagen, weil ich das oben erklärte mit dem Hass-Abbau schon so sehe....

    schöne Grüße

    eternal

  9. #9
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    @Minun: Bin nicht die einzige *freu* Aber das mit dem Aussitzen, ich glaube das hast du sehr gut getroffen. Es einfach aushalten, das ist genau das was ich so gar nicht kann, könnte also sehr gut mein Lernfeld im Moment sein! *hmpf* Och nö, könnte es nicht zur Abwechslung mal was leichtes sein?! Was machst du bei richtig teifen Verletzungen?

    @Fibra: Vielleicht verwechsel ich auch Hass mit Wut?! Weiß nicht so genau... Aber ich hab schon immer stärkere und extremere Gefühle gehabt als andere. Also, wenn ich früher wütend war, igng das teilweise ziemlich schnell in Hass über. Kann sein, dass ich das Pflaster nicht mehr brauche, aber ich empfinde es überhaupt nicht mehr. Und vor allem ist die Wunde jetzt so ungeschützt, da kann so viel Dreck rein kommen. Verstehst was ich meine? Und so ne Blutvergiftung ist ja auch nicht das Wahre...

    @eternal: Nein, der Hass hat mich nicht vom Schmerz befreit, das ist richtig, aber wie du richtig erkannt hast, er hat ihn unterdrückt und zwar so lange, bis die Wunde ein wenig geheilt war und der Schmerz somit nicht mehr so groß und besser zu ertragen. Ein anderes "Gefühl" hab ich m Moment als "Ersatz", aber das ist nicht gut. Denn es ist das Gefühl "nichts"... Also, ich töte alle gefühle in mir ab, mach mich taub sozusagen. Auch keine wirkliche Lösung...

    Danke für eure Antworten!

  10. #10

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    Hallo gelberose,

    ich versteh das. Bei mir ist das so, dass ich, um meine gesamte schlechten Gefühle nicht spüren zu müssen, gar nichts fühle. Aber das "nichts-fühlen" ist nur so ein Deckmäntelchen, denn wenn jemand mit mir über Sachen spricht, die mich wirklich belasten, dann brichts voll aus und ich weine. Es gab auch Zeiten, da konnte ich nicht mehr weinen. Da war nichts...Es war dann alles so unreal...Ich denke, irgendwie muß der Körper, mit Verletzungen umgehen...Mit Hass, Wut oder mit Nichts mehr fühlen...
    Doch irgendwo muß es einen Weg daraus geben...Bestimmt ist dieser Weg für jeden verschieden, jeder muß in selber finden und gehen.
    Geh Du Deinen auch. Erlaube Dir, nichts zu fühlen....Vertraue dadrauf, den Weg heraus zu finden. Das allerwichtigste ist, nicht damit alleine zu sein.
    Hass ist ein negatives Gefühl, manchmal gut...aber auf Dauer schlecht für einen. Wie das so ist mit dauerhaften schlechte Gefühlen...
    Gute kenne ich auch sehr wenige...und mit schlechten kann ich besser umgehen...ich glaube, das ist alles sehr komplex...Und ich glaube, auch der studierteste Thera weiß nicht immer alles....(mal auf meinen rumhacke...muß gerade sein *g* )

    lg
    eternal

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