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Thema: sich gutem entziehen

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  1. #1
    Mea parvitas

    Standard sich gutem entziehen

    hallo zusammen!

    seit einigen tagen schon möcht ich was zu dem thema schreiben, nun endlich tu ich´s.
    also, kennt ihr das evtl auch, dass ihr euch bewusst oder unbewusst dingen/ personen whatever entzieht, die euch eigentlich gut tun, aus angst euch zu sehr daran zu gewöhnen oder es irgendwann nicht mehr haben zu können? und genau aus diesem grund unterbindet ihr das gute lieber sofort, als das es andere vielleicht irgendwann tun und quält euch somit selbst, indem ihr es eben nicht mehr zulasst, euch zurückzieht und nix und niemanden an euch ranlasst?

    ich frage, weil es mir schon wieder so geht und ich find das so unerträglich, aber anders damit umgehen, geht irgendwie nicht und ich weiß nicht so recht warum.

    kennt ihr sowas auch?

    Mea

  2. #2

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    Standard

    Ich weiß nicht, ob es das ist, worauf du hinaus willst, aber ich persönlich habe den Kontakt zu vielen Freunden abgebrochen, ohne genau sagen zu können, warum. Ich rede mir ein, dass ich das getan habe, weil ich umgezogen bin und keine Freundschaften auf Distanz will, weil das zu sehr weh tun kann. Ich weiß jedoch, dass sie gut für mich wären...
    Ich kann aber wirklich nicht sagen, warum ich das tue. Wahrscheinlich einfach, weil ich mich für so vieles schäme und Angst habe, mich rechtfertigen zu müssen. Und das muss ich vor allem bei Freunden machen, und zwar aufrichtig, bei Fremden ist das alles einfacher.
    Aber vielleicht auch, weil man Angst hat, sich zu sehr an das Gute zu gewöhnen und dann zu tief fällt.
    Aber ist es nicht auch viel öfter so, dass man Dinge tut, von denen man genau weiß, dass sie falsch sind und man sie bereuen wird? Selbst wenn sie einem nicht einmal in diesem Moment noch später gut tun? Warum wir das tun? Das weiß ich auch nicht.

    Wollte dir nur einmal zustimmen und genauso unwissend gucken...

  3. #3
    Mea parvitas

    Standard

    ja, genau sowas mein ich, faceless...das mit kontakten zu freunden kenn ich so auch.

    angst ? das kann schon sein, ja, das man, ich, wir davor angst haben, zu tief zu fallen, sollte es von anderen unterbunden werden, deshalb tut man es dann lieber selbst im vorfeld. aber da durch fällt man dann ja auch - ist das auch ne art selbstverletzung, diese selbstverursachte quälerei mit dem "entzug vom guten"? was meint ihr?

  4. #4

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    Ich bezeichne es für mich selber als seelische Selbstverletzung. Ich glaube nicht, dass man dadurch fällt, ich glaube eher, dass man selber eine Treppe hinabsteigt, die so steil ist, dass man nur schwer wieder hinaufsteigen kann, ist man erstmal zu tief unten. Ich glaube sogar, dass das Fallen im Grunde besser ist als das runtergehen, weil ich es von mir kenne, dass es mir nach dem Fall schlecht geht, sehr schlecht mit körperlichem SVV vielleicht und viel Schmerz, aber man hat das irgendwann vergessen. Beim Hinabsteigen steigert man sich irgendwie rein, es führt dann eigentlich auch zum SVV , hört aber nicht wirklich wieder auf, wenn man nicht aufgehalten und wieder nach oben getragen wird. Also zerfrisst das eigene Runterklettern eigentlich viel mehr.

    Hach, war das metaphorisch, tat aber irgendwie gut, sollte mich jemand verstehen

  5. #5
    Mea parvitas

    Standard

    dein bild von der treppe ist gut, faceless, das muss ich mir mal durch den kopf gehen lassen...

  6. #6

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    Standard

    hihi, danke
    Aber vielleicht sollten wir uns etwas ausdenken, was hilft, um die Treppen nicht weiter stur nach unten zu stiefeln... Wenn da nicht auch irgendwie der Genuss am Schmerz wär

  7. #7

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    Standard

    Guten Tag Mea,

    diese Art von Entzug kenn ich auch sehr gut.
    Gerade im Zwischnmenschlichen, kommt es bei mir auch sehr häufig vor.
    Es gibt Phasen, in denen ich genau diese Nähe bräuchte, sie mir aber nicht gebe.
    Habe dieses Thema schon oft mit meiner Therapeutin besprochen, weil es auch etwas ist, bei dem ich das Gefühl habe, noch mehr kaputt zu gehen.

    Ich gebe mir diese Nähe nicht, weil ich zum einen Angst habe (wie du auch geschrieben hast) mich zu sehr daran zu gewöhnen. Zu Abhängig zu werden, von Personen.
    Zum Anderen, spielt sich in meinem Kopf noch sehr viel ab. In meinem Kopf sind meine Gedanken, nur bei denen Personen, die ich bräuchte. Ich bin immer kurz davor anzurufen, oder zu schreiben oder vor der Tür zu stehen, tu es aber schlussendlich doch nicht.
    Nur irgendwie denke ich, dass diese Leute das mitbekommen, wie ich an ihnen hänge. Wie eine Klette. Doch in Wahrheit lass ich nichts durchdringen und trotzdem hab ich Angst , denen auf den Keks zu gehen, so dass sie die Schnauze voll von mir haben.
    Ich nehme mir also diese Nähe nicht, aus Angst , dass sie mich verlassen.
    Ich weiß nicht ob es verständlich ist.

    Hier wurde es ja auch schon geschrieben.
    Es ist eben einfach, selbst die Distanz zu suchen, als wenn man auf Distanz gesetzt wird.
    Ich nehme mir das was ich brauche, bevor es mir jemand anders nehmen kann.

    Eine sehr unlogische Logik, nur leider in meinem Kopf schon so eingebrannt, dass es schwer ist da was zu ändern.
    Was du, ich und alle anderen die damit ein Problem haben, tortzdem machen können ist die Konfrontation suchen.
    So oft, bis man die neue Erfahrung zulassen kann.

    Genau in dem Moment wo man etwas braucht, das auch umzusetzen.
    Offen darüber sprechen, welches Problem und welche Ängst eman hat.

    Meint ihr, das wäre bei euch möglich?

    Gruß, Zyna

    P.S.: Hab sogar selbst mal einen Thema dazu eröffnet: Sozialer Entzug

  8. #8

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    Standard

    Zitat Zitat von Zyna Beitrag anzeigen
    Nur irgendwie denke ich, dass diese Leute das mitbekommen, wie ich an ihnen hänge. Wie eine Klette. Doch in Wahrheit lass ich nichts durchdringen und trotzdem hab ich Angst , denen auf den Keks zu gehen, so dass sie die Schnauze voll von mir haben.
    Ich nehme mir also diese Nähe nicht, aus Angst , dass sie mich verlassen.
    Ich weiß nicht ob es verständlich ist.
    Ja, für mich ist das durchaus logisch. Ich hasse es, jemanden zu stören, deswegen mach ich lieber garnichts, damit sie sich nicht unwohl fühlen können.
    Eine Weile war ich dadurch sehr einsam. Dann hatte ich eine Freundin, die in den Ferien eigentlich jeden Tag was mit mir unternehmen wollte. Das tat sehr gut und dann war ich so weit, als sie arbeiten musste und ich noch Ferien hatte, dass ich den ganzen Tag allein war und es mir richtig schlecht dabei ging. Das war mir widerum eine Lehre, sodass ich nun lieber alleine bin als mich abhängig zu machen...
    Blöde Situation!

  9. #9
    Mea parvitas

    Standard

    Zitat Zitat von Zyna Beitrag anzeigen
    Ich gebe mir diese Nähe nicht, weil ich zum einen Angst habe (wie du auch geschrieben hast) mich zu sehr daran zu gewöhnen. Zu Abhängig zu werden, von Personen.
    Zum Anderen, spielt sich in meinem Kopf noch sehr viel ab. In meinem Kopf sind meine Gedanken, nur bei denen Personen, die ich bräuchte. Ich bin immer kurz davor anzurufen, oder zu schreiben oder vor der Tür zu stehen, tu es aber schlussendlich doch nicht.
    Nur irgendwie denke ich, dass diese Leute das mitbekommen, wie ich an ihnen hänge. Wie eine Klette. Doch in Wahrheit lass ich nichts durchdringen und trotzdem hab ich Angst , denen auf den Keks zu gehen, so dass sie die Schnauze voll von mir haben.
    Ich nehme mir also diese Nähe nicht, aus Angst , dass sie mich verlassen.
    Ich weiß nicht ob es verständlich ist.

    hallo zyna!

    genau das, was du da beschreibst, kann ich zu 100% unterschreiben - man, das es anderen auch so geht, hätt ich nich gedacht - wahnsinn, genau so ist es bei mir auch - ständig mit den gedanken bei den personen sein, die ich bräuchte, kurz davor sein anzurufen, zu schreiben usw. - oh ja, ganz genau so.das ein oder andere mal schaff ich´s dann auch es zu machen, aber ganz oft eben nicht, weil ich meine, das darf ich nich, das geht nicht, ich nerve, whatever. aber duchblicken lass ich das auch nicht, spiel dann doch eher die toughe, will nicht, das man merkt, dass ich so bin - eine klette, wie du es nennst.
    und diese angst von personen abhängig zu sein, die macht mich ganz kirre, weil es ganz oft so ist, dass ich mich stark auf eine person fixiere und wenn ich das zu sehr merke, komm ich mir ganz schäbig vor, will stark sein, versuche den kontakt ganz gering oder gar nicht zu halten...

    ... angst verlassen zu werden - ja, ich versteh das, zyna, absolut!
    Geändert von Mea parvitas (05.01.2009 um 18:59 Uhr)

  10. #10
    Mea parvitas

    Standard

    Zitat Zitat von FaceLess Beitrag anzeigen
    Ja, für mich ist das durchaus logisch. Ich hasse es, jemanden zu stören, deswegen mach ich lieber garnichts, damit sie sich nicht unwohl fühlen können.
    Eine Weile war ich dadurch sehr einsam. Dann hatte ich eine Freundin, die in den Ferien eigentlich jeden Tag was mit mir unternehmen wollte. Das tat sehr gut und dann war ich so weit, als sie arbeiten musste und ich noch Ferien hatte, dass ich den ganzen Tag allein war und es mir richtig schlecht dabei ging. Das war mir widerum eine Lehre, sodass ich nun lieber alleine bin als mich abhängig zu machen...
    Blöde Situation!
    ja, lieber allein sein dann, als sich mit doofen gefühlen und gedanken nach so einer zeit rumzuquälen - ich find sowas immer ganz schrecklich und kaum auszuhalten...kann ich gar nicht recht beschreiben dieses gefühl....

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