Hallo Ihr alle,
ich bin glücklich, dass ich mich vorhin aufraffen konnte, noch laufen zu gehen. Laufen an sich ist immer eine Erfahrung, die ich 1:1 auf mein Leben bzw. meine Suchtübertragen kann. Die ersten 10 Minuten denk ich jedes mal, dass ich es nicht schaffe, eine Stunde oder länger durchzuhalten. Nach 3 Minuten will ich aufhören. Nach 5 Minuten rede ich mir ein, dass ich plötzlich über Nacht absolut unfit geworden bin und am besten erstmal eine Gehpause mach. Nach 8 Minuten bin ich der festen Überzeugung, dass ich nicht mehr lange kann und sage mir, dass ich ja nach 20 Minuten auch nach Hause GEHEN kann. Nach 10 Minuten gewöhnen sich meine Muskeln an die Bewegung und ich denke, hmmm, das könnte ja doch was werden. Nach 15-20 Minuten hab ich meinen Rhythmus gefunden und könnte ewig weiterlaufen. Und so ist es immer und immer wieder. Am Anfang hab ich dann nach ein paar Minuten eine Gehpause gemacht. Und irgendwann bin ich einfach weitergelaufen, obwohl ich dachte, nein, ich war der festen Überzeugung, ICH KANN NICHT MEHR. Aber es ging.
Und mit meiner Suchtist es genauso. Wenn ich eine ungesunde Verhaltensweise ablegen wollte oder als ich mit Drogen aufgehört hab, da hab ich immer wieder gedacht, dass ich das nicht schaffen KANN. Ich war der festen Überzeugung, dass ich es nicht schaffen kann. Die Vorstellung, mein Leben lang etwas zu tun, es tun zu müssen, ist abschreckend. Aber wenn ich mich nur auf den Moment konzetriere, nur für einen Tag clean bleibe oder mich entscheide, einfach nur die nächsten 3 Minuten weiterzulaufen, dann verschwindet die Angst
. Denn ich kann anschließend mich ja neu entscheiden, ob ich weitermachen will.
so einfach ist das manchmal... und in meinem Kopf ist vorher immer Drama...
schlaft gut!
makai



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