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Thema: Mauer und Blockade

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  1. #1
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    Standard Mauer und Blockade

    Liebe Mituser,

    hm, ich denke, einige von euch werden diese Situationen kennen: Man rutscht psychisch und stimmungsmäßig ab und kann nichts dagegen tun. Und dann ist sie auf einmal da: die Mauer, die Blockade, die nichts und niemanden mehr an einen ran lässt. Und oft auch nichts mehr raus lässt. Ich bin grade in einer solchen Mauersituation und schau mir selbst dabei zu. Ich schau auf die Mauer, ich weiß, dass da hinter viele Menschen sind, die mich mögen, die mich lieben so wie ich bin und die mit ihren Aussagen, die meine Person betreffen im Großen und Ganzen recht haben. Aber dieses Wissen hilft mir nicht weiter. Ich starre auf die Mauer, ich bekomm sie nicht weg und blocke alles was gut sein könnte sofort ab. Niemand hat eine Chance, etwas gutes an mich heran zu tragen, seien es Worte (wie z.B. "Ich hab dich lieb" oder "Ich liebe dich") oder Taten (z.B. in den Arm nehmen). Alles in mir sträubt sich dagegen und ich wehre mich kräftig gegen diese Angebote von außen, ich lasse sie aktiv an der Mauer abprallen. Dabei will ich das doch gar nicht! Ich will nicht traurig und einsam sein, ich will nicht in dieser Mauer gefangen sein und keinen richtigen Kontakt zu den anderen Menschen, die mir so viel bedeuten, haben. Ich weiß, dass nur ich diese Mauer wieder abbauen kann, dass das niemand von außen kann, dass der Schlüssel dazu in mir ist. Aber wie und wo?

    Wer von euch kennt diese Mauer und wer weiß, wie man sie selbst wieder abbauen kann? Hat jemand einen Tipp?

    Danke euch!

    Liebe Grüße
    rose

  2. #2

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    ich denk mal dass die meisten hier das kennen... ich hab mich die letzten wochen in denen ich öfter rückfällig geworden bin ziemlich von fast allen abgekapselt; mich auch bei guten Freunden einfach nicht mehr gemeldet bzw. patzig reagiert wenn jmd mal nachgefragt hat.
    Das Problem ist dass ich so nur noch weiter vereinsame und Einsamkeit versuche ich immer mit Essen zu verdrängen... schöner Teufelskreislauf.

    im prinzip wäre es ganz einfach gegen die Mauer vorzugehen: den Leuten sagen was mit einem los ist, Verständnis erbitten und dass sie s nicht persönlich nehmen sollen.
    Es gibt bestimmt viele, die dir in dieser schwierigen Zeit gerne beistehen würde, sich aber durch dein Verhalten vor den Kopf gestoßen fühlen.
    Ich glaube, dass du wie ich in der Kindheit das Patentzrezept "abschotten" hattest, wenn was nicht gut lief, und dieses Verhaltensmuster auch jetzt als erwachsene noch anwendest. ich glaube man muss in kleinen schritten vorwärts gehen, mal drüber nachdenken wem man vielleicht etwas offenbaren könnte und sich überwinden demjenigen mal ne email zu schreiben oder ihn anzurufen.
    ich glaube dass du so auf viele positive reaktionen stoßen wirst, was die hemmschwelle sinken lässt, anderen von deinen problemen zu erzählen und dir auch helfen zu lassen.
    große worte, ich schaffe es noch nicht mal selbst sie ansatzweise umzusetzen.... *seufz*

  3. #3

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    Wie wäre es mit Akzeptanz und zulassen ?
    Traurigkeit und Einsamkeit ist ein Gefühl.
    Wenn ich traurig bin kann ich nicht einfach auf Lustig und Heile Welt umschalten. Dann ist das so und ich persönlich lebe das auch voll aus. Da mag' ich niemanden um mich herum haben. Keine Telefonanrufe, keine Kontakte. Ziehe mich zurück und bleibe für mich. Höre auch dementsprechend Musik dazu.
    Es ist meine Art, Probleme zu verarbeiten. Oft hab* ich den Eindruck, wenn es mir nicht gut geht, treffe ich auch nur Leute, denen es genauso geht. Lade mir dann deren Sachen auch noch auf.
    Mauern ist für mich, neue Kraft schöpfen. Mir eine gewisse Zeit alles vom Hals halten. Zu mir selber finden, und mir im Klaren darüber werden, was will ich, und wo will ich hin.
    Das Niedereissen kommt von alleine. Dann wenn ich genug davon habe, mir den Kopf zu zerbrechen, was der Sinn des Lebens ist.

  4. #4
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    Danke euch beiden!

    @Slania: Das ist ja das seltsame, auch ohne dass ich rede, gibt es Menschen, die mich verstehen und mir beistehen! So was gibt es bestimmt extrem selten und ich bin dankbar dafür. Das Problem ist nur, dass ich mir selbst das Verständnis nicht entgegen bringen kann. Und dadurch kann ich es nicht annehmen und mauere noch mehr und bekomm noch mehr Verständnis... Irgendwie, ach keine Ahnung, es ist so komplett neu, dass sich keienr zurück zieht, keiner geht und alle mich noch genauso gern haben und lieben wie ohne Mauer.

    @Max: Naja, ich kann es nicht akzeptieren und zulassen, weil ich diese Mauer eigentlich gar nicht will. Ich will Kontakt zu den adneren haben und mich nicht abschotten...

    Liebe Grüße
    rose

  5. #5

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    Hey gelberose,

    oh ja, diese blöde Mauer, die kenn ich auch... Kannst du denn sehen, warum du in dieses psychische Tief gerutscht bist??Also für mich ist es oft sehr schwer einen Grund zu erkennen, auch wenn ich noch so sehr drüber nachdenke. Die Mauer steht. Wichtig ist für mich, dass ich mich in solch einer Phase nicht selbst unter Druck setze, mir Zeit gebe und mich nicht komplett von der Aussenwelt abschotte. Hm, ja wie soll ich sagen, es ist dann so, das ich dann nach einiger Zeit des durchhängens doch in meinem Gedankenwirrwarr feststellen muss, das doch alles nicht so negativ ist wie es scheint. Und wenn ich an dem Punkt bin, gehts automatisch wieder bergauf. Wenn ich wieder Licht sehe, geht die Mauer auch weg.
    Die Mauer an sich, sehe ich als Schutzmechansimus. Sie bewirkt, dass ich wirklich mich nur mit mir slebst beschäftigen und auseinandersetzen muss. Diese Zeit ist hart, aber vllt muss das auch so sein.

    Hm, leider kann ich dir aber kein Patentrezept geben, wie gesagt, so ist es bei mir. Wünsch dir das es dir bald wieder besser geht und das du dich ordnen kannst

    LG pInK

  6. #6

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    Diese MAuer, bzw dieser Abwehrmachanismus, den kenn ich auch.
    Oft bahnt er sich schon eine lange Zeit an. Es baut sich desinteresse auf und nach und nach, gehe ich aufDistanz zu meinen Mitmenschen.
    Will meine Ruhe. Brauche aber genau diese. Will mich hinter der Mauer, in mir verkriechen.
    Oft geschieht dies auch in einer kurzen Zeit und hält auch nur einen geraumen Zeitraum an...
    Aber ich habe mir da selbst noch nie eigene Vorwürfe gemacht, ...
    Meistens kamen diese nur von außen auf mich. Wenn meine Umwelt nicht mit mir umgehen konnte. Weil ich mich dann einfach extrem zurückziehe und meine Ruhe brauch und haben will.

    Aber ich denk, dass ist auch nichts verkehrtes.
    Also auch nichts wofür man sich schämen braucht.
    Dieses abmauern, von dem was um einen geschieht, machen wir ja nicht aus Spaß oder um andere zu Ärgern. Sondern weil es in dem Moment eben nicht anders geht.
    Weil wir diese Pause brauchen.
    Und ich denke, diese darf man sich auch zugestehen.
    Was man nur machen muss, ist den Personen um einen rum, die einem wichtig san, erklären, was Sache ist.
    Ich denke, wenn du dich nur abschottest ohne ein Wörtchen zu sagen, ist das, womit die meisten nich tumgehen können.
    Die können das ja nicht erraten.

    Sicherlich ist auch wichtig drauf zu achten, dass du nicht all zu lang diese Mauer aufrecht behälst, sondern auch ab und zu dahinter vorlurst.

    HAst denn selbst schon irgendwelche Methoden gefunden damit umzugehen?

    Gruß, Zyna

  7. #7

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    hi!

    oh ja, ich kenne diese mauer nur allzugut. hab ihr auch schon einen namen gegeben. gohaku heißt sie, sie ist auch mein tagebuch... zu ihr rede ich. ich habs noch nie geschafft durch sie durchzudringen. außer wenn ich schreibe. schreiben geht....

    ich weiß auch woher sie kommt. zu früh verantwortung bekommen, bei meiner mutter abgeschaut dass man sich selbst nix wert ist und nur für andere lebt, dass man selbst eigentlich total egal ist. in der pupertät keine realen freunde gehabt, nur virtuelle.

    verschlimmert hat sich die mauer wenn meine mutti oder meine schwester mit mir reden wollten oder mich in den arm nehmen wollten wenn es mir nicht gut ging, dass sie mit der zeit mich angeschrien haben weil ich kein wort gesagt hab und sie nicht mehr wussten was machen. schon als kleinkind mochte ich es nie im bett meiner eltern zu schlafen, meine beiden geschwister schon.

    ich hab die mauer also schon als kleinkind aufgebaut, hab mich immer selbst beschäftigt, konnte mit einem banalen gegenstand stundenlang spielen oder hab mich mit ameisen unterhalten.

    ich kann mich noch erinnern dass meine mutti immer zu mir gesagt hat dass meine größe ja nicht schlimm sei. natürlich ist sie das nicht, aber in der pupertät war das für mich die hölle so groß zu sein, ich war eine außenseiterin deswegen. oder als meine schwester auszog und ich extrem depressiv war deswegen und jede nacht geheult hab und mich sv hab, meine mutti kam schon gar nicht mehr in mein zimmer, aber auch nur weil ich bussis von meinen eltern lang nicht ertragen konnte. also bekam ich kein gutenachtbussi, weil ich es so wollte. oder als meine mutti sich um meine cousine ihre probleme gekümmert hat und ich ihr immer heimlich zugehört hab wenn sie mit ihr telefonierte.

    diese ganzen sachen waren mitschuld daran dass ich mir meine mauer nach und nach besser aufgebaut hatte. obwohl ich selbst schuld dran war weil ich ja immer nur abblockte.

    letztes mal wollte mich mein freund trösten, ich bekam regelrecht panick, musste weg, musste allein sein. musste was trinken, musste mich sv.

    da ich eine richtige redeblockade habe versuch ichs auch gar nicht mehr, das stresst mich alles immer zu sehr.

    es geht einfach nicht, und ich denke ich will es auch nicht dass jemand für mich da ist. dafür hab ich die virtuelle welt, in der fühl ich mich wohl, hier kann ich über gefühle und probleme reden.

    mir kommt oft so vor als würde es mich extrem triggern wenn mich jemand tröstet. da steiger ich mich dann total rein. wenn ich alleine bin dann geht es vorbei.

    lg nao
    Geändert von vegannao (03.10.2008 um 16:22 Uhr)

  8. #8
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    Auch euch dreien vielen Dank, dass ihr so offen seid!

    @pInK: Ja, inzwischen erkenne ich die Gründe für die diesmalige Mauer. Aber am Anfang auch nicht, da hatte ich keine ahnung, was nun wieder los ist. Aber nun weiß ich, was sie ausgelöst hat. Situationen haben alte Gefühle geweckt und damit auch alte Verhaltensmuster. Inzwischen geht es wieder etwas besser. Ich hab auch bissel drüber reden können und konnte es heute sogar zualssen, dass mein Freund mich in den Arm nimmt. Bei seinen Worten "Ich liebe dich" bin ich zwar immer noch immer wieder zusammen gezuckt, aber das hat ihn nicht abgeschreckt, er hat sie trotzdem immer und immer wieder gesagt.

    @Zyna: Ja, ich hab gesagt, was Sache ist und wie gesagt, es konnten alle recht gut damit umgehen, nur ich irgendwie nicht... :O. Aber es mir zugestehen... Ach, das ist echt schwer. Das wäre mir eine Schwäche zugestehen und das darf ich nicht, ich darf nicht schwach sein. Ich kann mir das selbst einfach nicht zugestehen, genau das ist das problem!

    @nao: Ja, wenn ich in dieser Mauer gefangen bin, kann ich auch niemanden an mich ran lassen, auch körperlich nicht. Ich kann dann Berührungen auch überhaupt nicht brauchen. Und das Mauern ist bei mir auch schon seit frühester Kindheit. Ich durfte eh nie zeigen, was ich fühle, durfte nicht sauer sein als Kind, nicht laut lachen, nicht weinen... Immer nur freundlich, nett und höflich sein und lächeln. Egal wie ich mich gefühlt habe. Also hab ich alle Gefühle hinter der Mauer versteckt. Und wenn hetue alte Gefühle kommen, kommen auch die alten Verhaltensmuster.

    ich hoffe sehr, dass wir einen guten Weg finden, damit umzugehen. Und ich bin unendlich dankbar, dass ich menschen in meinem leben haben, die mich so lieben, akzeptieren und nehmen wie ich bin und mcih nicht allein lassen, wenn ich so drauf bin wie die letzten Tage!

    Liebe grüße
    rose

  9. #9
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    hallo gelberose
    auch ich lebe in dieser mauer. allerdings kennen alle, die mir noch verblieben sind, diese situation. wenn ich die mauer zu dick und zu hoch gemauert habe, kommen massive anforderungen von aussen, die mich oft noch tiefer in die mauer treiben.
    dazu kommt bei mir, daß ich der meinung bin, daß die gesellschaft besser ohne mich dran wäre. mein umfeld lässt das aber nicht mehr zu. mein schmerztherapeut, mit dem ich jetzt auch privat befreundet bin, legt seine termine bewusst so, daß ich aus meinem schneckenhaus raus muss.
    ich fühle mich in dieser isolation ja nicht einmal schlecht, und genau das ist wohl das problem.
    ich wünsche dir von herzen, daß du die mauer stein für stein wieder abtragen kannst, aber mach lansam, sonst schichtest du die steine an anderer stelle wieder auf.
    das beste wünschend
    dunge

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