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Thema: Paranoia

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  1. #1
    chemgirl

    Standard Paranoia

    Als ich das erste mal an Paranoia erkrankte, war ich ueberzeugt dass das FBI hinter mir her war. Habe Stimmen im Haus gehoert etc. Da habe ich das erste mal antispychotische meds bekommen. Habe sie dann Mai 2006 abgesetzt.

    Letztes Jahr als ich psychotisch war hatte ich wieder ganz viel mit Paranoia zu tun. Ich hatte fuerchterliche Angst dass jemand mich hereinlegen will und ich dann ins Gefaengnis muss. Ich habe nach Wanzen in meinem Haus gesucht. Habe mich beobachtet gefuehlt. Dann habe ich vermutet dass eine Nachbarin Drogen bei mir versteckt hat und sie mich dann bei der Polizei meldet und ich dann verurteilt werde wegen Drogenbesitz. Hab das ganze Haus auf den Kopf gestellt um die Drogen zu finden. Habe Anwaelten emails geschrieben und sie um Hilfe angefleht. Dann habe ich immer eine Maennerstimme gehoert..... die Stimme hat immer so laut zu mir gesprochen. Ugh Und und und......

    Mein Mann hat mich dann Einweisen lassen, da ich ihm gesagt hatte, dass ich jetzt die Kinder nehme und weglaufen werde, da "sie" hinter mir her sind. Das war alles sowas von Real. Ich hatte soviel Angst dass mein Gehirn manchmal aufgehoert hat es ueberhaupt zu verstehen. Dann sind die Gedanken nur so im Kopf von hinten nach vorne geschossen.... fast so als wenn sie von hinten eingegeben wurden.

    Auf der geschlossenen Abteilung war ich davon ueberzeugt dass Kameras eingebaut wurden. (Es wurden Telefonleitungen gelegt.) Aber ich war davon ueberzeugt dass sie mir was antun wollten.

    Habe dann wieder antispychotische meds bekommen und dann hat alles wieder nachgelassen. Im April diesen Jahres habe ich es wieder abgesetzt da es meine Zwangsgedanken und Zwaenge verschlimmert. Ich nehme jetzt nur ein Antidepressiva.
    Ab und zu habe ich das Gefuehl dass Leute ueber mich reden und mir was schlechtes antun wollen. Aber es laesst sich noch aushalten.

    Richtige Paranoia kann man nicht in den Hintern treten und einfach wegschieben, da es real in dem Moment ist.

  2. #2
    Mitglied SuS e.V.
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    16.08.2009
    Alter
    45
    Geschlecht:
    Beiträge
    2.375

    Standard

    Hi Chemgirl, das ist ja schlimm was Du durchmachen mußt. Mit solch einer Erkrankung kann man doch nicht mehr arbeiten. Hast Du Dich schon mal erkundigt wegen einer Erwerbsunfähigkeitsrente in Deutschland?
    Ich schicke Dir ganz viel Kraft. Lg. Tine

  3. #3
    chemgirl

    Standard

    Danke Tine. Jeder neue Tag hier ist eine Herausforderung. Manchmal moechte ich einfach aufhoeren mit allem. Dienstag in einer Woche sehe ich meinen neuen Psychiater . Ich ueberlege jetzt schon hin und her ob ich ihn fuer ein neues antispychotisches Medikament fragen soll. Die Sache auf der Arbeit hat meine Paranoia schon ein bisschen angestachelt. Vielleicht sollte ich es wieder eine zeitlang nehmen, da es schon mit dem wurschtigkeits Gefuehlt hilft. Sachen/Situationen kommen nicht so an mich heran, koennen mir nicht so weh tun. Ich weiss nicht ob das jetzt Sinn macht was ich da gerade geschrieben habe.

    Vielen vielen Dank liebe Tine fuer Deine Antworten..... sie bedeuten mir sehr viel und ich fuehle mich mal liebenswert und einer Aufmerksamkeit wert.......... und ich fuehle mich nicht ganz so alleine und unverstanden.

  4. #4
    elastic

    Standard

    hi chemgirl

    Ich habe lange jahre auch unter paranoia gelitten. Besserung ist möglich!!! Das richtige medikament das dir zum einen eine stabile Basis gibt ist sehr. wichtig ! zum andren denke ich das paranoia als grundursache ein zu geringes selbstbewußtsein hat . das ist bei mir so. das muss man lernen irgendwie zu stärken. man braucht viele geduld.
    es war für mich auch die Erkenntnis nötig das alles auch nicht real ist was da so für einen abläuft. und das man weiß das einen keiner so ans Leder will. Man ist zwar nicht unbedingt hier in der gessellschaft jedermanns freund aber so wie es für und in der parania ablauft ist es nicht. das musst du dir immer wieder klarmachen.
    Bei mir ging es irgendwie über jahre weg. manchmal in großen gessellschaften für ich noch unwohl , weil ich dann denke die gucken alle und denken was ist das den für ein komischer kauz. Aber meine verschwöhrungstheorien das da irgendeine organisation einen auf schritt und tritt beobachtet , ist aus meinen kopf total verschwunden.
    Ich wünsch dir viel Kraft

  5. #5
    chemgirl

    Standard

    Vielen Dank fuer Deinen Beitrag elastic. Es ist immer gut von jemanden zu hoeren der auch mit dem Problem Erfahrung hat. Mein Dilemma mit antispychotischen Medis ist, dass diese meine Zwangsgedanken und Zwaenge verschlimmern. Sie helfen mit den psychotischen Symptomen.... aber halt dann das Negative mit den Zwangsgedanken. Naechste Woche Dienstag werde ich meinen neuen Psychiater sehen und mal sehen wie der mir helfen kann.

    An manchen Tagen kann ich unterscheiden was real und was nicht real ist. Und dann an anderen Tagen kann ich es nicht mehr unterscheiden. Vor allen Dingen wenn ich unter Stress stehe.

    Das Gefuehl das Leute mich anstarren und denken ich bin komisch kenne ich auch. So geht es mir im Moment den ganzen Tag. Ich wundere mich andauernd was meine Kollegen denken und ob sie denken ich bin komisch oder doof. UGH!!!!

    Nochmal vielen Dank fuer Deine Antwort.

  6. #6
    elastic

    Standard

    Hi Chemgirl
    was hast du an NL schon ausprobiert?
    Das NL die Symtome noch verstärken können davon habe ich schon gehört. Das ist natürlich schlecht. vielleicht hast du eventuell nicht das richtige. Ich weiß ja nicht genau wieviel verschiedene NL du schon ausprobiert hast. Ich hatte auch zwei dabei die auch gar nicht gewirkt hatten und igendwie mich nochmehr verrückt gemacht haben, bzw eines welches nach einer starken reduktion nicht mehr angeschlagen hat.

    wenn das natürlich generell so ist das alle NL bei dir nicht anschlagen....

  7. #7
    chemgirl

    Standard

    Ich habe zwei verschiedene bis jetzt ausprobiert. Das letzte sogar 2x. Beide haben die psychotischen Symptome gut behandelt. Aber halt jedes mal die Zwangsgedanken verschlimmert. Was mich so aergert, die erste Aerztin die mir NL verschrieben hat, hat mir nie erklaert das NLs sowas machen koennen. Ich habe es nur duch Zufall in einem Forum fuer Zwangserkrankungen gelesen und meinen neuen Psychiater dann gefragt und er hat zugestimmt. Dieser hat mir ein neues NL vorgeschlagen, welches aber Bestandteile des ersten NLs hat, welches meinen Prolactine Spiegel erhoeht hat. Was natuerlich als Frau auch wieder nicht so gut ist. Ich bin gerade wieder am Psychiater wechseln und mal sehen was der mir so empfehlen kann.

  8. #8

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    Standard

    hi chemgirl,

    ich kann das sehr gut nachempfinden. Ich habe auch immer das Gefühl, dass meine Nachbarn mich beschatten und jedes mal wenn ein Auto vor der Tür steht, denke ich es kommt mich jemand holen oder jemand will mich fertig machen.

    Ich habe Panik, dass jedes mal, wenn meine Chefs zusammensitzen, sie über mich reden und mich rausschmeißen wollen. Wenn ich rausgehe, denke ich immer, es verfolgt mich jemand und ich habe inzwischen auch wieder das Problem, wenn mich jemand beim Essen "beobachtet", dass ich die Gabel nicht halten kann oder ein Glas hochheben, weil vor Angst , dass jemand was schlechtes von mir denkt, meine Hände zittern. Das ist aber nur, wenn jemand zuguckt

    Sobald jemand bei uns im Hausflur ist, denke ich, derjenige will zu mir und mich fertigmachen. Richtige Paras bekomme ich, wenns an der Tür klingelt, da zittere ich am ganzen Körper und kann nichts mehr hoch´heben.

    Ich weiß aber natürlich, dass ich nicht so wichtig bin, dass jeder was von mir will, aber ich kann das während des Schubes nicht kontrollieren.

    Ich würde mich freuen, wenn du bald wieder ein passendes Medikament bekommst. Vielleicht kannst du mir das ja per PN mal schreiben, welches das ist.

    Sei lieb gegrüßt

  9. #9

    Registriert seit
    02.04.2008
    Geschlecht:
    Beiträge
    29

    Standard

    Hi,

    bei mir wurde paranoide Schizophrenie 2006 diagnostiziert. Sympthome habe ich seit etwa 1995.

    Ich war deswegen mehrfach lange Zeit in stationärer Behandlung. Anfangs wurde ich nicht einwandfrei auf die Medikamente eingestellt. Ich war zu ungeduldig und wollte schnellstmöglich entlassen werden. Insgesamt war ich 2006 5 Monate in Behandlung.

    Ein paar Monate später haben dann die Medikamente ihre Wirkung begonnen zu verändern.

    2008 war ich dann wieder einige Monate in Behandlung, konnte aber nicht korrekt auf die Medikamente eingestellt werden. Kurz darauf habe ich dann mein Studium aufgrund der behindertenfeindlichen Einstellungen abgebrochen und bin aus meinem Studienort weggezogen.

    Dieses Jahr war ich etwa 6 Monate in stationärer Behandlung. Ich hatte mir vorgenommen, auf korrekte Eindosierung zu bestehen.
    Es hat dann auch geklappt, das richtige Medikament wurde gefunden.

    Leider ist es bei Psychopharmaka so, dass man es nicht einfach nur 3 Tage ausprobieren kann und dann zum Nächsten wechseln kann.

  10. #10
    chemgirl

    Standard

    Zitat Zitat von Donnie Beitrag anzeigen
    Leider ist es bei Psychopharmaka so, dass man es nicht einfach nur 3 Tage ausprobieren kann und dann zum Nächsten wechseln kann.

    Ich weiss jetzt wirklich nicht wieso Du annehmen wuerdest dass ich diese Medikamente nur kurzzeitig genommen habe? Weil ich geschrieben habe dass ich 2 verschiedene probiert habe und das eine sogar 2x??? Verstehe ich jetzt wirlich nicht. Waehre schoen wenn Du mir das mal erklaeren wuerdest.

    Bei mir wurde in 2003 Schizoaffective Psychose depressive diagnostiziert. 2 Jahre lang habe ich die gleichen Medikamente genommen und die psychotischen Symptome sind nie ganz weg gewesen. Dann habe ich endlich eines der ganz neuen bekommen, welches ich dann auch ein ganzes Jahr genommen habe. May 2006 habe ich es dann selber abgesetzt. Weiss ich so genau da wir in dem Monat in die USA gezogen sind.
    Dann 2 Jahre habe ich nur ein antidepressiva genommen. Hatte zwar wieder leichte psychotische Symptome, konnte mit denen aber ganz gut zurecht kommen. Und dann halt letztes Jahr im September 08 als ich dann komplett psychotisch war. Da hat man mir das gleiche wieder gegeben. Und ich habe diese dann auch bis April diesen Jahres genommen. Weiss ich wieder so genau, da wir in dem Monat nach Maryland gezogen sind. Konnte einfach die Zwangsgedanken und Zwaenge nicht mehr ertragen.
    Also glaube ich schon dass ich diesen Medikamenten genug Zeit gegeben habe dass diese wirken koennen.

    Ausserdem, da mein Mann Amerikaner ist habe ich keine deutsche Versicherung. Als wir in Deutschland stationiert waren wurde ich trotz schwehrer Symptome nie irgendwo eingewiesen und ich haette meiner Meinung nach schon irgendwo hingehoert. Nun und dann letztes Jahr da haben wir dann schon in den USA gelebt.... hier wird man nicht ewig behalten. Ich war gerade mal 2 Wochen auf der Geschlossenen. Dann hat das Medikament angeblich einen gewissen Anteil im Koerper und da wurde ich auch schon wieder in die Obhut meines Mannes entlassen. Hier behalten sie einen nicht lange. Man ist einigermassen wieder stabil oder sie sehen etwas Besserung und dann wird man wieder entlassen.

    Von wegen Monate lang in die Klinik gehen wie Du es machst und warten um zu sehen wie das Medikament wirkt gibt es hier nicht. Das wird alles ambulant gemacht. Ausser natuerlich... man hat Selbstmordgedanken oder man droht andere zu verletzen, dann behalten sie einen. Aber wenn die Gedanken dann weg sind... tja, da wird dann ambulant weiter gemacht.

    Man sollte halt nicht immer so schnell urteilen, vor allem nicht wenn man die Person null kennt!
    Geändert von chemgirl (21.11.2009 um 17:50 Uhr)

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