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Thema: Warum gab es den Tag 0?

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  1. #1
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    Standard Warum gab es den Tag 0?

    Liebe User,

    unser Aufhör-Club ist euch allen ja bekannt. Leider gibt es immer wieder den Tag 0, an dem der Druck zu groß geworden ist?

    Fibra hatte dann die Idee, die ich sehr gut finde, dass man in diesem Thread mal aufschreiben könnte: WARUM ist es gerade dann in dem Moment Tag 0 geworden , was war die Ursache, der Auslöser? Vielleicht ist mit der Zeit ein Muster erkennbar, vielleicht werden dadurch andere Möglichkeiten erkannt, um einen Rückfall auf Tag 0 zu verhindern...

    Wir sind uns bewusst, dass das ein schwieriger Thread ist, dass es bedeutet, dass man sich mit sich selbst auseinander setzen muss und dass das viel Kraft benötigt. Doch wir denken auch, dass es euch viel bringen kann und deswegen hoffen wir, dass dieser Thread rege genutzt wird.

    Ich würde ja gern mit gutem Beispiel voran gehen, aber ich tu grad alles dafür, damit es nicht 0 wird und nur deswegen dann einen Rückfall zu haben, ist ja auch nicht Sinn der Sache!

    Also, traut euch, es könnte euch auf Dauer wirklich helfen!

    Liebe Grüße
    gelberose

  2. #2

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    Standard

    seit wochen hab ich tag 0.

    bei aufhörclub pass ich nicht hin, da ich nicht aufhören kann/(will?). fast jeden tag füg ich mir wunden und schmerzen zu mit entzündung oft und jeder schritt quält dann. warum? ich weiss es nicht. es geschieht automatisch. ich habe dann ein gefühl von erfolg und befriedigung - aber auch macht und kontrolle...... das beruhigt so.

    es passt eigentlich nicht, denn mir gehts recht gut zur zeit. privat stabil, beruflich stabil, also warum tue ich es? ich hab grad keine antworten.

    das einzige, was hilft ist, dass ich socken anzieh. aber sobald die zur nacht aus sind gehts los...ich ärgere mich grad so über mein verhalten. bin ich blöd.

    wolfskatze

  3. #3

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    Angst und das gefühl es nicht zu schaffen angst den anforderungen nicht zu entsprechen baut bei mir den druck auf der dann immer wieder zu tag null führt ich schaff es im mom etwa 4-6 Tage ohne schneiden nur mit fingernägel kauen aber spätestens dann muss der druck raus. Was auch druck aufbaut is alleine sein bzw sich alleine zu fühlen missverstanden zu werden und kritik von menschen deren meinung mir wichtig ist. Mit jeweils einem faktor kann ich noch umgehen aber wenn mehrere dieser dinge zusammen kommen dann is schneiden der einzige weg dem druck wieder herr zu werden

  4. #4
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    @ wolfskatze
    Hast du schon mal versucht die Socken nachts anzubehalten?!
    Klingt jetzt vielleicht total doof, weil's wahrscheinlich nicht wirklich darum geht, dass du nichts mehr über den Füßen hast..
    Überleg' mal, unabhängig von der Stabilität in deinem Leben, ob es etwas gibt, dass dir fehlt?
    Oder liegt es an eben jeder Stabilität, die vielleicht ungewohnt ist oder so?

  5. #5

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    danke für deine antwort fibra.

    Doch, es geht genau darum, was über den Füßen zu haben. wenn sie verpflastert oder verbunden sind ist das ein sehr guter schutz und nachts socken anlassen ist ne brücke, aber es gab auch schon situationen, wo ich sie stumpf ausgezogen hab um dran zu kommen...ich bin echt blöd

    was mir fehlt..? sicherheit. Sicherheit. als ich den beitrag von arkadia las, wußte ich sofort: ja,das stimmt für mich genauso. ich hab viel angst , vor allen möglichen sachen. vor allem was nicht zu schaffen, zu versagen. und genauso wenn ich kritisiert werde...

    deine letzte frage versteh ich noch nicht. was meinst du mit "jeder stabilität, die vielleicht ungewohnt ist " ?

  6. #6
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    Dann will ich mal versuchen hier auch etwas zu schreiben. Ist jetzt zwar ein Nachtrag, weil vor zwei Tagen bei mir Tag 0 war, aber ich hoffe das ist noch ok, wenn ich jetzt erst etwas dazu schreibe.

    Es war nachts um 2 Uhr, mein Freund war noch bei mir und wir hörten Gequieke aus meinem Meerschweinchenstall und dachten gleich - die Geburt geht bestimmt los (weil mein Meerschweinchen hoch schwanger war). Sind also aufgestanden, haben Licht angemacht und sahen, dass die Geburt schon in vollem Gang war.
    Doch dann schaute ich ins Häuschen und sah ein Kleines dort liegen, noch in der Fruchtblase und die Mutter kümmerte sich nur um die anderen beiden Kleinen. Ich hab es mir sofort genommen, selber noch die Fruchtblase aufgerissen und abgezogen weil ich dachte, vielleicht fängt es dann doch noch an zu atmen... dem war aber leider nicht so.. es war zu spät.
    So saß ich da also, das Kleine lag in meiner Hand und ich brachte keinen Ton mehr heraus. Mein Freund verabschiedete sich in der Situation, weil er total müde war und ging.
    Und so saß ich noch eine ganze Weile vor dem Käfig, mit dem toten Kleinen in der Hand, welches ich nicht mehr hatte retten können, und war einfach nur unglaublich traurig und irgendwie so alleine auch überfordert mit der Situation.
    Das Mutter-Meerschwein bekam noch ein Kleines bei dem zum Glück wieder alles gut ging.. aber ich hab dennoch das ganze irgendwie nicht mehr ausgehalten und der gerade angebrochene 22. Tag wurde zum Tag 0.
    Ich konnte mit der Traurigkeit, mit der Hilflosigkeit, mit den Gefühlen die in mir waren nicht umgehen und irgendwo kamen auch noch Schuldgefühle in mir auf, weil ich dem Kleinen nicht mehr helfen konnte. Ich wusste einfach nicht wohin mit mir...

    War das so in der Art, wie der Thread vorgesehen war? War jetzt ein wenig unsicher wie ich das hier schreiben sollte...

    Mimi

  7. #7
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    @ wolfskatze
    Der Satz sollte "JENER Stabilität, die vielleicht ungewohnt ist" heißen, hab' mich da verschrieben, hab' ich jetzt im Nachhinein gesehen.
    Ich wollte damit fragen, wie du dieses Stabilität für dich empfindest? Ist sie gut und hilfreich, oder das Gegenteil? Oder ungewohnt, weil neu/selten?

    Die Angst vor Kritik, die du hast, bezieht die sich auf beide Formen der Kritik? Also Positive un Negative?
    Versagen - woran "misst" du das? Also ich denke, du hast eine gewisse Erwartungshaltung an dich selbst, richtig? Und wahrscheinlich auch an Andere. Hat sowieso jeder, ohne könnte eine Gesellschaft wohl nicht existieren...
    Bisserl blöd formuliert jetzt, aber passen deine Erwartungshaltungen? Ich meine, sind die erfüllbar?
    Oft liegt Einiges daran, dass Erwartungshaltungen an Andere okay sind oder zu niedrig, und die an einen selbst überhöht..


    @ Mimi
    Ja, genau so war das gedacht.
    Super, dass du Traurigkeit und Hilflosigkeit erkennen konntest! Das ist wichtig! Ebenso ist das oft mit den anderen Gefühlen, mit denen man nicht umgehen kann.
    Bei mir war oder ist das oft so, dass ich nicht damit umgehen kann, weil ich sie nicht erkenne. Aber sobald ich ein Gefühl zuordnen und benennen kann, kann ich auch (besser) damit umgehen.
    Ich weiß natürlich nicht, wie das bei dir ist - Aber ich find's jedenfalls schon mal sehr gut, wenn man ein Gefühl benennen kann - irgendwie wird's für mich dadurch realistischer/greifbarer und damit bearbeitbar.

    Meinst du, ein Teil der Gefühle, die du aufgeschrieben hast, sind vielleicht projiziert, oder könnten es sein?

  8. #8

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    @fibra
    ja, genau das trifft es: diese neue stabilität läßt mich im erwachsensein gut bestehen und das bedeutet für ne andere ebene totales zittern und angstzustände vor versagen, vor fehlern, vor schimpfe (ich weiss, das ist was altes, aber das wissen darum löscht die angst nicht - o.k. ich kann es zuordnen, verdammt ich habe sonen streß, wenn ich beruflich handel, eigentlich weiss, das es richtig ist und doch diese große paník habe, das es ein nachspiel gibt und jemand mit mir schimpft - da schiessen mir die tränen in die augen bei der vorstelllung)
    und es stimmt auch, dass die neue stabilität auch gut und hilfreich ist, denn sie gibt mir anerkennung, bestätigung, verdienst, eine neue rolle: ich erlebe mich als erwachsene unter erwachsenen, so ganz selbstständig und souverän

    die angst vor kritik bezieht sich nur auf die negative.

    tja, meine erwartungshaltung an andere meint sicher in erster linie ehrlichkeit und an mich, dass ich immer gut sein will. will das nicht jeder ? aber du hast recht, denn das ist sicher nicht jederzeit erfüllbar und damit zu hoch gesteckt. hat wer ne idee, wie ich aus der nummer rauskommen kann ?

  9. #9
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    Natürlich will das irgendwie jeder, gut sein und das hinbekommen, was sich vornimmt etc. Ich denke zumindest, dass das jeder irgendwie will - der Eine vielleicht mehr, der Andere weniger. Aber genau das wird der Punkt sein, dass es bei jedem anders ist/sein kann.

    Wie schaut's aus, wolfskatze, magst zu dem Thema nicht einen eigenen Thread aufmachen?! Ich denke, da haben bestimmt auch noch Andere was zu zu sagen, und bevor das Thema hier wieder abschweift..


    @topic
    Im Nachhinein kann oder muss ich sagen, dass meine Auslöser im Zusammenhang mit Gefühlen standen, mit denen ich nicht umgehen konnte. Ich war überfordert von einem Gefühl, egal welches im Grunde, und um dem "Chaos" wieder Herr zu werden, hab' ich mich geschnitten oder Ähnliches.
    Ich kann mich heute nicht mehr an alle Details erinnern, aber zumindest ein paar bestimmte Situationen hab' ich noch sehr detailliert im Gedächtnis und kann darauf zurückgreifen, wenn ich will - und hab' dadurch irgendwann Zusammenhänge erkannt, und dadurch eben auch, dass es grob gesagt nur ein großes Thema dazu gibt - allerdings mit vielen Beispielen.

  10. #10

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    Standard

    Bei dem was Fibra grad schrieb mit den Zusammenhängen musst ich an das denken was man in der DBT ja lernt. Also wenn da in der Therapie ne Selbstverletzung geschieht, dann muss man eben ne Verhaltensanalyse schreiben um das nochmal zu reflektieren. Da gibt es dann eben auch so verschiedene Punkte.
    Was ist passiert? Was ging der SV voraus? Gab es Anfälligkeitsfaktoren? (also zum Beispiel schlecht geschlafen, Alkohol etc.) Welche Konsequenzen hat SV? (für mich und auch für andere?) Lösungsanalyse (Was hätte ich anders machen können? Welche Skills? Aber eben auch nochmal hinschauen was ich versucht hab) Vorbeugende Maßnahmen? (also was kann ich jetzt tun um SV in so ner Situation zu vermeiden für die Zukunft?)

    Also so ungefähr war es in meiner letzten Klinik aufgebaut. Und ich muss sagen, grad die Lösungsanalyse hat mir immer sehr geholfen die Dinge nochmal klar zu bekommen. Also zu sehen was ich wirklich versucht hab, was eben nicht ging, was ich hätte tun können usw. Meistens ging es mir auch besser nachdem ich ne Verhaltensanalyse geschrieben hab...

    Liebe Grüße, Ragazza

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