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Thema: Ich suche verzweifelt Hilfe gegen meine Codein-Sucht

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  1. #1

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    Standard Ich suche verzweifelt Hilfe gegen meine Codein-Sucht

    Hallo,

    ich bin total neu hier und einigermaßen verzweifelt. Letzte Woche war ich bei einer Beratungsstelle wegen meiner Codein - Sucht . Ich nehme tgl. 3 bis 3 1/2 Tabletten Paracetamol STADA comp, das sind hochgerechnet 90 bis 110 mg Codein . Neulich hatte ich keine Tabletten mehr und habe mit Erschrecken festgestellt, wie süchtig ich schon bin. Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit, Schmerzen am ganzen Körper. Ich muss dazu sagen, dass ich schon über 50 bin!!! Das begann so schleichend und jetzt habe ich mir endlich eingestanden, was los ist. Eigentlich bin ich aus den Problem raus, die die Tabletteneinnahme verursacht haben, aber jetzt komme ich nicht mehr raus! Die Beratung war "für die Katz"! Hier in der Gegend gibt es keine (offiziellen) Ärzte, die was gegen Codein machen (Substitutin) Haben beide abgelehnt. Was sind das für Ärzte????? Eine Klinik kommt (noch) nicht in Frage. Es weiß niemand aus meiner Umgebung und Familie irgendetwas von meiner Sucht . Ich will es sogerne allein mit Ausschleichen versuchen. Aber niemand kann mir sagen, wie ich das machen soll. Kann mir hier irgendjemand einen Rat geben?
    Vielen Dank von nobody

  2. #2
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    Hallo nobody,

    schlimm wenn man es merkt, gut aber, wenn man es sich eingesteht - du bist vermutlich unbedacht und eher aus versehen in eine Tabelttensucht gerutscht.
    Stada comp ist aber doch verschreibungspflichtig, oder?

    Was war jetzt für die Katz bei der Beratung?
    Warum meinst du, es bräuchte eine Substitution?

    Was haben die 2 Ärzte gesagt, ok, keine Substi, aber wie wollen se vorgehen?
    Normal sollte man abdosieren und da würde es mich wundern, wenn ein Arzt, der vermutlich vorher auch fleißig verschrieben hat, da nicht mitziehen würde.

    Allein ist sehr gefährlich, also mach es bitte nur in Begleitung eines Arztes.
    Wenn sich da keiner findet, dann solltest eine Klinik wählen, es dauert ja nicht so lange. Was bedeutet, "noch" kommt klinischer Entzug nicht in Frage?
    Dein Alter hast auch betont, hat das einen besonderen (gesundheitlichen) Grund?

    Ich kenne jetzt nicht dein familiäres Umfeld oder deine Freunde, aber warum kannst du da keinen ins vertrauen mit einbeziehen?
    Sollte es doch zu einer ambulanten Entwöhnung kommen, dann brauchst wen, der dich da unterstützt - zusätzlich zum Arzt!!

    So, schau ma mal was du da so zu schreiben hast

    LG Franz

  3. #3
    LetzterVersuch

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    Hallo nobody,
    na herzlichen Glückwunsch, dass Du jetzt wenigstens weisst, wie dreckig es Dir geht...
    Zum Thema. Ausschleichen ist sicher möglich, erfordert aber eine Disziplin, die kaum jemand aufbringen kann. Wenn die Entzugserscheinungen beginnen, die körperlichen, und die Lösung ist so nah - ich wünsch es Dir, aber ich glaub nicht, dass Du es schaffst.
    Egal, ob Du den Entzug selbst machst, oder in irgendeiner Form in eine Klinik gehst, Du brauchst etwas, woran Du Dich festhalten kannst. Informier Dich vorher noch besser, was Dich erwartet und wann es besser wird. Wenn der psychische Entzug einsetzt, wirst Du das Gefühl haben, es geht Dir nie wieder besser. Dann brauchst Du irgendetwas, woran Du Dich festhalten kannst.
    Wie sieht es denn in Deinem Umfeld aus, hast Du einen Partner? Würde er zu Dir halten, wenn er Bescheid wüsste? Vielleicht solltest Du überlegen, ihn dann ins Vertrauen zu ziehen. Gerade, wenn Du zu Haus allein entziehen möchtest. Es wäre besser, er könnte Deine Verhaltensweisen und Symptome während dieser Zeit besser einordnen. Sonst hast Du zuviel damit zu tun, vor deiner Familie halbwegs normal zu erscheinen, zusätzlich zu dem Kampf gegen das Verlangen. Das schaffst Du nicht. Such Dir jemanden, den Du anrufen kannst, wenn alle Stricke reissen, wenn Du im Begriff bist, Dir etwas zu besorgen. Mit eisernem Willen, hast Du so vielleicht eine Chance.
    Ganz viel Glück und Kraft

  4. #4
    Themenstarter

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    Standard

    Hallo Franz,

    Ich habe einen Partner und eine tolle Familie (3 erwachsene Söhne) und genau das ist eigentlich auch das Problem. Ich habe ihr Vertrauen missbraucht und eigentlich ein Doppelleben geführt und das macht mir sehr zu schaffen. Sie würden sich schreckliche Vorwürfe machen, dass sie nichts gemerkt und mir nicht geholfen hatten. Ich weiß einfach nicht, wie sich das auf unser Familienleben auswirken würde.

    Die Beratung war nur insoweit okay, als ich das erste Mal mit jemanden über meine Sucht gesprochen haben. Alles andere, was mir gesagt wurde, wusste ich auch so schon. Dort wurde auch von der Substitution gesprochen. Das war's dann eigentlich auch. Die beiden genannten Ärzte wie gesagt, wollen nicht ambulant helfen.

    Ich schrieb "noch" zur Klinik, weil das für mich der allerletzte Ausweg ist.

    Mein Alter habe ich nur allgemein erwähnt, vielleicht auch weil ich hoffe, dass jemand anderes im gleichen Alter auch solche Probleme hat oder hatte und mir von seinen/ihren Erfahrungen berichten kann.

    Ich weiß ja nicht mal, ob die Dosis die ich nehme extrem hoch ist und wie die Erfolgsaussichten sind.

    Die Tabletten habe ich von verschiedenen Ärzten erhalten, da ist also auch keiner, der mir helfen kann. Ich hatte auch mit meiner Frauenärztin danach gesprochen, aber die hat natürlich keine Erfahrung mit sowas und ich weiß nicht, ob ich sie fragen kann, ob sie mir hilft. Sie hatte mich an die Suchtberatung verwiesen. Wohl aber in der Annahme, dass man mir dort schon weiterhelfen würde.

    Was bedeutet ausschleichen oder abdosieren genau? Wie kann man das machen?

    Ich danke dir wirklich sehr für deine bereits erfolgten langen Antworten
    Nobody

  5. #5

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    Hallo Nobody!

    Ich habe Codein ausgeschlichen. (Ausschleichen, bedeutet, langsam die Dosis herabsetzen). Ich bin mit 10 Tropfen angefangen. Und habe jeden Samstag einen Tropfen weniger eingenommen. Jetzt bin ich davon ganz runter. Ohne Entzugserscheinungen, ohne irgendein Problem.
    Allerdings habe ich es auch erst seit Februar diesen Jahres eingenommen. Also nur etwa 6 Monate.
    Ich finde das Ausschleichen mit Tropfen einfacher, als mit Tabletten.
    Ob die Dosis, die Du genommen hast, viel, oder wenig war, kann ich auch nicht sagen. Auf jeden Fall hast Du mehr, als ich genommen. Soviel kann ich sagen.

    Übrigens, ich bin 49 Jahre alt. Also fast so alt, wie Du.

    Ich würde Dir raten, Dir das nächste Mal, wenn Dir ein Arzt Codein verschreibt, Dir Tropfen verschreiben zu lassen. (natürlich muss dann Dein Arzt die Dosis ausrechnen, die Du brauchst, damit Du weiterhin so viel Codein bekommst, wie vorher. Und dann machst Du es, wie ich. Immer einen Tropfen weniger einnehmen.
    Allerdings würde ich nicht jede Woche einen Tropfen weniger nehmen, sondern alle drei, oder vier Wochen. Du hast mehr genommen und über einen längeren Zeitraum, als ich. Deshalb würde ich für das Ausschleichen auch eine längere Zeit ansetzen.

    Ob das, was ich Dir hier rate, richtig ist, sollte natürlich noch von den Experten hier, beurteilt werden. Die wissen darüber sicher besser Bescheid, als ich.

    Noch eines. Du solltest nie alleine daran gehen, das Codein aus zu schleichen. Immer mit Begleitung eines Arztes.

    Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg dabei.

  6. #6
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    Servus nobody,

    ich verstehe natürlich, dass es Scham und Schuldgefühle gegenüber deiner Familie gibt. Trotzdem, ich glaub du brauchst da wen, der dich unterstützt und du solltest bedenken, es geht um eine Krankheit.
    Doppelleben, ok, auch das trifft zu, aber das hast ja nicht aus Jux und Tollerei gemacht, du wolltest deine Familie doch nur schützen.
    Sicher wird es erst ein kleiner Schock sein, aber dann zeigt es doch, dass eure Familie so ein Vertrauen verdient.

    Das mit der Klinik ist schon mal ein guter Ansatz, wenn es nicht auf Anhieb klappt, dann solltest wirklich klinisch entziehen.

    Erfolgsaussichten hängen sicher nicht von der Dosis ab, aber zur Beruhigung, deine Dosis ist nicht sooo extrem - doch gehört es auch vernünftig ausgeschlichen.
    Abdosieren oder ausschleichen bedeutet, man reduziert die Dosis möglichst gering, dass eben keine größeren Entzugserscheinungen auftreten.
    Voraussetzung ist dafür aber eine gründliche ärztliche Untersuchung und ein Arzt, der da auch zur Stelle ist, wenn doch was unvorhergesehenes passiert.

    Normal sollte einer der Ärzte, welche dir das immer verschrieben haben, da schon mitmachen.
    Dazu solltest einen klaren Absetzplan (eine grobe Vorgabe kann ich dir dann liefern, aber nur, wenn du wirklich nen Arzt kontaktiert hast ) vorlegen, eben auch wenigstens deinen Mann dabei haben, weil irgendwer auf dich achten sollte - zwar ned 24 Stunden, aber allein soll man das halt nicht machen.

    Was ich dir noch anbieten könnte, zum einen, lass mir deine PLZ zukommen, dann schau ich mal nach einem passenden Arzt.
    Des weiteren könnten wir über unser beratungstelefon mal sprechen, da könnte ich auch z.B. deinen Mann etwas aufklären und beraten.

    Gut, das wars dann mal so weit

    LG Franz

  7. #7
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    Ich möchte hier kurz über meine Erfahrungen beim Ausschleichen von Codein berichten.
    1. Schritt: Meine Frauenärztin verwies mich an eine Drogenberatungsstelle.
    2. Schritt: Von einer Drogenberatungsstelle wurde mir gesagt, dass es in meiner Stadt und Umgebung keinen Arzt gibt, der das Ausschleichen ambulant betreut. Auch keine Selbsthifegruppe, in die ich passe.
    3. Schritt: Anruf beim Landratsamt - Suchtberatungsstelle. Die zuständige Ärztin erklärte sich für nicht zuständig und verwies mich zum Gesundheitsamt. Die dortige Ärztin war bemüht, eigentlich auch nicht zuständig, verwies mich aber immerhin an die Psychiatrische Klinik (Institutsambulanz).
    4. Schritt: Anruf dort und schnell einen Termin bekommen. Der dortige Arzt war/ist sehr nett und nach einem ausführlichen Gespräch erklärte er sich bereit es ambulant zu versuchen. Seitdem gehe ich wöchentlich runter und bin inzwischen auf 1 Codein -Tablette und dafür 2 Aponal . Das hilft wirklich sehr und lindert die Entzugserscheinungen. Ich gehe einmal die Woche zu dem Arzt und wir besprechen das weitere Vorgehen. Er unterstützt mich sehr und nimmt sich Zeit. Er riet mir auch vorerst davon ab, meine Familie zu informieren.
    Das klingt jetzt alles eigentlich relativ einfach, wenn man das so liest, aber jeder neue Kontakt/Versuch war Überwindung und immer musste ich meinen vollen Namen sagen, das passte mir gar nicht. Wenn ich versucht habe, den Namen zu "nuscheln", wurde nachgefragt. Unsere Stadt ist nicht sehr groß und wir sind bekannt, das war mir sehr unangenehm. Schweigepflicht hin und her, aber am Telefon gesprochen habe ich ja meist mit den Sekretariaten und bin ständig von einer STelle zur anderen verbunden worden und musste jedesmal alles wieder neu erzählen, um überhaupt weiterverbunden zu werden. Wie steht es da mit der Schweigepflicht? Andererseits war es irgendwie, als hätte ich eine schwere ansteckende Krankheit - - und ich bekam immer schnell jemanden ans Telefon.
    Klar, das Verlangen ist immer noch da, vor allem, wenn ich nicht beschäftigt bin, also versuche ich mich ständig zu beschäftigen. Jetzt würde ich gerne noch eine Selbsthilfegruppe besuchen, aber das gibt's bei uns eben nicht. Was tun?
    Für dieses Forum hier bin ich sehr dankbar, vor allem dir Franz! Ich werde versuchen, mich mit einer kleinen Spende zu revanchieren, sobald ich das unbemerkt von meinem Mann hinkriegen kann ...

  8. #8
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    Wir haben eine virtuelle SHG, speziell für Sucht !

    Vielleicht ist das ja was für dich ...

    LG Franz

  9. #9

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    Hallo

    toll es funktioniert, freut mich zu hören!. Ich reduziere seit 1.5 Jahren auch Codein , von damaliger Ausgangsdosis über 600mg und bin mittlerweile nur mehr ganz niedrig und es funktioniert! Immer schön langsam aber beständig weiter.

    Weiterhin viel Erfolg.

  10. #10

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    Hallo.Meine Frage wird Dir nicht weiterhelfen aber ich hätte zu gern mal gewusst was Codein bewirkt.Hier in der Hamburger Drogenszene war es irgendwie kein Thema und weil ich ein sehr neugieriger Mensch bin möchte icc gern mal wissen was es macht oder auslöst oder wofür es verschrieben wird. Gruss S.i.

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