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Thema: Definition Sucht und Abhängigkeit

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  1. #11
    Julchen

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    ...nein bin nicht böse ... ok dann halt siechen, das tu ich auch ...

    Aber Sucht heißt immer hinter etwas herlaufen und versuchen eine Lücke zu füllen. Egal mit was ... und wenn Murpheys Law dann eintritt hat man auch noch eine Abhängigkeit am Hals ...

    Sorry meinereiner konnt sich nicht zurückhalten, das zu schreiben

  2. #12

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    Vielleicht interessiert auch meine Meinung??...
    Ich denke; genauso wie jeder Mensch völlig individuell und anders ist; aber es eben doch viele Parallelen zu anderen Menschen gibt;
    verhält es sich auch beim Thema Krankheiten; Sucht und Abhängigkeit...
    Obwohl der Oberbegriff eine Art Verhalten zusammenfasst; so gibt es doch zu jeder Krankheit; Sucht ; etc. auch eine eigene Geschichte;
    eben fast eine individuell auf den Menschen; dessen Erfahrungen -sowohl negativ als auch postitiv- abgestimmte nennen wir es einfach "Seele"...

    Meiner Meinung nach kann man nichts und keinen in diesem Thema in einen Sack stecken..
    Denn abhängig von der Vorgeschichte; erlernten Verhaltenweisen und individuellen Vorlieben,die nun mal so sehr von denen anderer abweichen können, kann auch, glaube ich keine Krankheit dieselbe; und keine Sucht bzw. Abhängigkeit dieselbe sein..

    Genauso wie der Weg; damit umgehen und leben lernen :
    Es gibt leider nun mal kein Patentrezept gegen seelische oder körperliche Schmerzen..
    Und genauso wie sehr oft bei gleicher Diagnose völlig verschiedene Medikamente;Therapien und Heilmethoden notwendig sind um eine Besserung zu erreichen; aber auch manchmal langfristig nichts besser wird; es keinen Aussicht auf Linderung / Gesundung besteht;
    genauso sehe ich das bei Suchterkrankungen..

    Und da es auch von einem selbst abhängt; ob man einen Weg findet mit der Sucht zu leben; und nicht für die Sucht zum Sklaven zu werden;
    finde ich; gibt es sehr verschiedene Möglichkeiten Sucht und Abhängigkeiten zu unterscheiden oder zu definieren.

    Denn aus meinen Augen gesehen gibt es auch durchaus positiv zu wertende Formen von Abhängigkeiten..
    Denn was für den einen gut ist; muss für andere nicht unbedingt schlecht sein - und umgekehrt..
    Ich denke; dass es durchaus für jemanden positiv sein kann; sich von jemandem in gewissem Maße abhängig zu fühlen/machen..
    Denn ich selbst hätte ohne meine Beziehung; von der viele schon abfällig behauptet haben; dass ich von meinem Lebensgefährten abhängig bin; ihn als eine Art Sprachrohr zu nutzen..
    mich wohl nicht für ein Weiterleben ohne weitere aktive Suizidversuche entschieden..
    Und genauso hätte ich wohl nie den Mut gefunden; doch etwas allein zu probieren;
    denn dadurch dass er mir den Rücken gestärkt hat; für mich gehandelt hat, wenn ich dazu ausserstande war; hätte ich gar nicht die Möglichkeit gehabt; mich ohne Druck zu testen; mir die Zeit zu geben; auch ein paar Schritte ohne ihn zu gehen..

    Ein fester Oberbegriff hilft vielleicht den Ärzten,Krankenkassen etc. evt. Therapien u.ä. zu begründen und deren Bezahlung abzuwickeln..
    Nur ich habe gemerkt; dass eben vieles sich nicht einfach in feste Muster oder Schlagworte eingliedern lässt..
    Und mir hilft auch ein wenig, zu sagen, egal wie sie es nennen, ich muß damit leben.. und dafür ist ja eigentlich auch egal; welche Diagnose in der Akte steht..
    Letzlich kann die keiner hinter die Stirn sehen; und deshalb auch wenig urteilen..

    Ich finde nur schlimm; wenn prof. Helfer meinen; sie wüßten bescheid; ohne je selbst ähnliches gefühlt oder durchgemacht haben..-eben weil sie ja schon so viele Pat.-/ Klienten begleitet hätten und sicher sind; dass bestimmte Ansätze und Strategien durchaus hilfreich wären..

    unter`m Strich zählt eben doch nur die Einstellung und ob man es schafft; für sich daraus zu lernen und u.U.; etwas positives daraus zu machen..

  3. #13
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    Wer süchtig ist, der sucht - Das Wort "Sucht'" leitet sich ursprünglich von "Siechen" ab, jedoch nicht von "Suche" (juhu endlich kann ich mein Wissen mal anbringen)
    liebe Kitsune, liebes Julchen,

    ist doch eigentlich Wurscht, wovon es sich ableitet, finde ich. Jeder Süchtige, weiss wie sich Sucht anfühlt

    Aber Sucht heißt immer hinter etwas herlaufen und versuchen eine Lücke zu füllen
    und das ist doch das Entscheidende.

    @Nastysia, natürlich interessiert auch deine Meinung.

    unter`m Strich zählt eben doch nur die Einstellung und ob man es schafft; für sich daraus zu lernen
    Aber dazu sollte man erstmal Suchtverständnis entwickeln, finde ich. Was aber schwierig ist, wenn man die beiden Begriffe nicht differenziert.

    LG, alive

  4. #14

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    Also ich habe mir ehrlich gesagt noch nie darüber Gedanken gemacht, die beiden Begriffe Sucht /Abhängigkeit zu trennen.

    Was ich weiß ist, dass die Sucht ein Leben lang in mir schlummert und ich gut auf mich aufpassen muss.

    Ich habe mir auch während der Therapie nie Gedanken über die beiden Begriffe gemacht und bin jetzt trotzdem schon das 4. Jahr clean. Ich denke, es werden noch einige mehr

    Was alive gesagt hat, klingt für mich plausibel und ich habe es auch verstanden, trotzdem wird es an meiner Sichtweise nichts ändern. Für mich und mein Suchtverständnis ist diese Begrifftrennung nicht relevant.

    LG

    schell

  5. #15

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    Also, ich bin zur Zeit von nichts abhängig, habe gerade sogar die Kippen gestoppt - fühle mich aber dermaßen süchtig, daß es wehtut...

    Meint ihr das?

    (Seit 8 Jahren kein Pulver, seit 10 jahren kein Alkohol )Süchtig werde ich wohl immer sein...
    Geändert von ganesha (20.02.2008 um 12:58 Uhr)

  6. #16
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    ja, genau das meine ich, Ganesha

  7. #17

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    Hallo alive;

    natürlich finde ich auch; dass man die Sucht anerkennen muss als solche;
    dass man den Kampf; sich dagegen jedes Mal; manchmal jeden Tag; neu kämpfen muss;
    immer wieder vor der Entscheidung steht...

    Doch habe ich für mich die Erfahrung gemacht; dass je weniger man sich selbst vormacht; "nur noch das eine Mal..." und sich selbst vor Augen hält, wieviel man an Lebensqualität dazu gewinnt; wenn man sich dagegen entscheidet; Geisel der Sucht zu sein / bleiben;
    desto mehr weiß man zu schätzen; sein Leben anders zu gestalten...

    Es gibt sicher immer wieder einen Punkt an dem man labiler ist...
    Doch sollte man sich im Klaren sein; dass man das restliche Leben lang in Gefahr ist;
    in die alten Muster zurück zu fallen...

    Ich für mich selbst merke; wie doch noch sehr oft die Gedanken einen Weg nehmen; von dem ich eigentlich weiß; dass ein paar Schritte weiter den Abgrund hinabzustürzen bedeuten könnte...
    Obwohl ich für mich die Entscheidung getroffen hatte; dass das Leben so; wie es war; für mich nicht mehr zu ertragen war...
    Ständig den ganzen Tag nur der Sucht zu widmen...
    Sich wie ein Sklave der Sucht zu fühlen...
    Mich selbst und meine Umwelt zu belügen; zum Arschloch zu werden...

    Und es macht mir angst ; wenn ich bei anderen süchtigen; dass sie selbst nach jahrelanger Abstinenz doch wieder unvorsichtig werden; sich selbst vormachen; dass sie nun auf der "sicheren Seite" sind; da sie das Problem; den Feind ja kennen...
    Die Gefahr einschätzen können...
    Denn ich finde; das ist ein Trugschluss;
    im Eigentlichen belügt man sich doch selbst...

    Wenn man Alkoholiker war; dann darf man meiner Meinung nach doch nie wieder auch nur einen Tropfen Alkohol trinken; ohne dass die Gefahr besteht; dass man wieder "auf den Geschmack" kommt...??? oder?
    Und zu behaupten; dass man sicher davor ist; ist nicht richtig...
    Viell. kann man "kontrolliert" Alkohol "genießen"; doch Suchtverhalten entwickelt sich ja oft schleichend und sicher ist keiner davor... erst recht kein trockener Alkoholiker...
    Oder???


    Wie man Begriffe für sich definiert ist meiner Meinung nach nicht wirklich wichtig...
    was zählt ist; dass man ehrlich mit sich selber ist;
    und sich genauso wie man jeden Morgen aufsteht; auch entscheidet; dem Problem die Stirn zu bieten; den Kampf nicht aufgibt...
    auch wenn man doch wieder umgeworfen wurde; wieder aufsteht und weiter läuft...

    Auch wenn man völlig clean lebt; so ist doch der Schmerz der vor der Sucht stand;
    das; wovor man sich in die Sucht geflüchtet hat;
    das Loch; das man mit dem Suchtmittel zu füllen versucht hat;
    immer noch da...

    Und sicher sind die Schmerzen ohne Dämpfer; ohne Betäubung furchtbar...
    Nur; durch die Sucht spürt man die Schmerzen viell. nicht so stark; kann besser abschalten; doch schafft man dadurch letztlich im Grunde zusätzl. Probleme...

    Wie seht Ihr das???

  8. #18
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    Viell. kann man "kontrolliert" Alkohol "genießen"
    Sicherlich gibt es genügend Menschen, die kontrolliert Alkohol trinken können, aber dazu gehören ganz bestimmt keine Süchtigen.

    Auch wenn man völlig clean lebt; so ist doch der Schmerz der vor der Sucht stand;
    das; wovor man sich in die Sucht geflüchtet hat;
    das Loch; das man mit dem Suchtmittel zu füllen versucht hat;
    immer noch da...
    Genau das will ich mit meinem ewigen Gelaber von dem Unterschied der beiden Begriffe ausdrücken.

    Eigentlich geht es mir auch hauptsächlich um die Erkenntnis, dass die Krankheit Sucht niemals verschwinden wird, was die Abhängigkeit aber sehr wohl kann. Kein Süchtiger sollte sich vormachen, wenn erst mal eine Substanz für ihn/sie "verboten" ist, dass man dann ja auf etwas anderes zurückgreifen könne, da man ja bisher lediglich von XY abhängig war. Das ist reines Wunschdenken. Man belügt sich dabei selbst und begibt sich schnurstracks in die nächste Abhängigkeit.

  9. #19

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    Hi,

    da will ich doch auch mal kurz meinen Senf dazu geben

    Ich denke auch, dass das Problem weniger in der Definition als im gesellschaftlichen Umgang mit Sucht und Abhängigkeit besteht.

    In meiner Arbeit in der Jugendhilfe ist es oft so, dass Sucht erst dann als Problem erkannt und ernstgenommen wird, wenn eine meist stoffgebundene Abhängigkeit besteht (und jemand halt offensichtlich im System nicht mehr richtig funktionieren kann). Das macht die Sache einfach, weil ein greifbares, nachweisbares (durch Drogen- und Alktests) Problem manifest ist und du als Betreuer reagieren musst (allein schon aus Gründen des Arbeitsschutzes). Da greift dann das Hilfesystem und oft ist es so, dass die Hilfe endet, wenn jemand eine Zeit lang clean ist. Der bekommt dann oft gesagt: "Ey, super. Du hast es gepackt. Wir sind total stolz auf dich!" (Hintergedanke: Wir haben toll gearbeitet, haben ein nachweisbares Ergebnis und eine Baustelle weniger) und es wird einfach angenommen, dass das Problem weg ist. Ziemlich tragisch, denn diejenigen, die dann immer noch unter Sucht leiden, fühlen sich dann als Versager, wenn sie dies eingestehen, was schnell zu Rückfällen oder einer Suchtverlagerung führt.

    Mit meiner eigenen Sucht (ohne körperliche Abhängigkeit) mache ich zur Zeit ähnliche Erfahrungen. Ich kenne meine Verhaltensmuster und habe für mich entschieden, beispielsweise auf Alkohol komplett zu verzichten. Mein Freundeskreis akzeptiert das zwar, aber sie finden es total überzogen, nach dem Motto: Du bist doch nicht abhängig, warum genießt du nicht einfach dein Bierchen und machst für dich plötzlich ein Thema draus. Das beeinflusst zwar meine Entscheidung nicht, ich machs ja für mich und sie wissen halt einfach nicht, wie sehr unter meinen vielfältigen süchtigen Verhaltensweisen leide. Aber ich fühl mich dadurch nicht ernst genommen, oder wie jemand der halt Übertreibt. Und das ist echt Scheiße und macht mich zur Zeit total stinkig.

  10. #20

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    Auch wenn ihr von der eigentlichen definition schon etwas abgekommen seid, habe ich gerade die offizielle WHO Definition von Abhängigkeit gefunden:
    Vom Abhängigenkonsum wird gesprochen, wenn die Funktionszuschreibung an den Stoff derartig umfangreich und vielschichtig ist, dass ein Dasein ohne den Konsum des Suchtmittels für den Konsumenten nicht realisierbar erscheint. Die Einnahme einer Substanz ist ein derart wichtiger Teil seines Lebensstils geworden, dass ein Ausbleiben des Konsums die Person in eine extreme Notlage seines zwanghaften Verlangens nach Zufuhr der Substanz hervorruft.
    Fand ich nur ganz interessant, wie das "offiziell" definiert wird.

    edit: Hier noch zur sucht , allerdings nicht von der who:
    Sucht ist dabei der krankhafte Endzustand der Abhängigkeit eines Menschen von einem Stoff, einem Genussmittel oder einer Verhaltensweise. Der Mensch ist in diesem Zustand nur noch bestrebt, sich das Suchtmittel mit steigender Dosis zuzuführen. Enthaltsamkeit vom Suchtmittel ist nicht mehr möglich und führt zu allen möglichen sogenannten „Entzugserscheinungen“. Sein Ziel im Endzustand ist es nicht mehr, die „berauschende“ Wirkung des Stoffes zu erreichen, sondern nur noch die Verhinderung oder Beendigung der Entzugserscheinungen herbeizuführen. So wird ein Stoff oder eventuell auch eine Verhaltensweise (Spielen, Arbeite usw.) für einen Menschen zur Droge.
    (Quelle beider Zitate)

    So, jetzt weiter im text, ihr seid wieder dran
    Hoffe, ich habe nicht allzu sehr dazwischen gefunkt
    Geändert von Dirty (29.02.2008 um 12:25 Uhr) Grund: Quellenangabe hinzugefügt

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