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Thema: Definition Sucht und Abhängigkeit

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  1. #1

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    Standard Definition Sucht und Abhängigkeit

    Wobei ich mich immer wieder sehr aufrege, ist, wenn von "Süchten" gesprochen wird. Es gibt keine Migränes, keine Diabetesse und auch keine hohen Blutdrücke (also die Erkankung im Plural). Bei diesen Krankheiten scheint es völlig klar zu sein. Aber bei der Krankheit Sucht nicht. Mich interessiert, wie es dazu kommt, dass die Begriffe Sucht und Abhängigkeit meist als ein und das selbe angesehen werden. Meine Auffassung ist folgende: Abhängigkeit ist lediglich ein Symptom der Sucht . (Es gibt auch rein körperliche Abhängigkeit, die mit Sucht nichts zu tun hat.) Ich denke, solange man diese beiden Teile nicht differenziert, kann man die Krankheit nicht verstehen und an/mit ihr arbeiten. Für mich gehört bei einem Süchtigen alles in einen Topf, also egal ob jemand drogenäbhängig, Alkoholiker, Glücksspieler, etc. ist. Es liegt doch bei allen die gleiche Erkrankung (die Sucht ) zugrunde.

    Versteht mich nicht falsch, dieser "Vorwurf" von mir richtet sich nicht primär an euch, eher an Menschen, die es eigentlich besser wissen müssten, wie z.B. Ärzte, Drogenberater, etc.

    Was bedeutet für euch "Sucht" und "Abhängigkeit"? Ich freue mich auf eine angeregte Unterhaltung darüber...

  2. #2
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    Standard

    Es gibt verschiedene Arten von Diabetes, und genauso gibt's für mich verschiedene Arten von Abhängigkeitserkrankungen.


    Ich seh's in etwa anders herum, als du, alive.
    Abhängigkeit ist für mich eher ein Überbegriff, Sucht ist einer, der darunter fällt.
    Das ergibt sich für mich schon daraus, dass Abhängigkeit ein zweideutiger Begriff ist, Sucht ein eindeutiger.

    Kann sein, dass die medizinische Welt zwischen Drogensucht, Spielsucht, Medikamentensucht, Esssucht etc. unterscheidet. Aber die unterscheiden ja ebenso zwischen Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C... Sind auch alles Hepatitis -Erkrankungen, nur mit unterschiedlichen Symptomen.. Und ebenso ist es wohl bei den verschiedenen Suchterkrankungen auch, da macht eben das Suchtmittel den Unterschied, und anhand dessen unterscheiden sie?!

  3. #3
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    Standard

    Ich unterscheide nicht zwischen Sucht oder Abhängigkeit, es kommt im Endeffekt das selbe dabei heraus.

    Klar kann ich dich verstehen alive, aber es ist doch nur umgangssprachlich gedacht, ich habe z.B. 2 Süchte - Drogen und Sex!
    Man könnte da natürlich auch sagen, ich bin süchtig und habe da konkret 2 Abhängigkeitsprobleme - eben Drogen und Sex!

    Wie Fibra schreibt, medizinisch wird es ja auch aufgeschlüsselt, in zig Bereiche (leider, ich komm da mit dem lernen gar nich hinter her ).
    Das aber ist auch notwendig, weil alleine schon stoffgebundene oder eben nicht stoffgebundene Sucht ist sehr verschieden und daher auch immer mal von jeweils anderen Spezialisten zu behandeln.
    Zudem kommt dann auch noch der Begriff "schädlicher Gebrauch" dazu, man sieht, es gibt doch 1000 Süchte - wenn es doch trotzdem im Ganzen um Sucht geht

    Auf was alive heraus will, so vermute ich das mal, Abhängigkeit ist behandelbar - Sucht begleitet uns für immer, wenn man mit der auch leben kann!?????
    Ist es so???
    Da wäre was dran und man kann es nicht oft genug sagen, Sucht kann immer wieder unser Leben bestimmen, in den verschiedensten Abhängigkeiten.

    LG Franz

  4. #4
    Julchen

    Standard

    Hm .... ich seh das ähnlich wie Alive ....

    Glücklich der, der "nur" abhängig ist ....weil meiner Meinung ist das eine Krankheit, und kann geheilt werden.

    Ich denke Sucht , süchtig sein, ist eine Lebensstrategie, ohne der (zumindest ich), man nicht so alt geworden wäre, wie man eben ist ...

    Ich schließ mich Franz durchaus an, das eine bringt oft das andere mit sich, und es ist dann schwer zu unterscheiden....aber ich denke Abhängigkeit gibt es ohne Sucht , und Sucht für sich oder eben auch mit Abhängigkeit, je nach Lebenslage unterschiedlich gebunden ...dazu gehört für mich auch das abhängig sein von bestimmten Lebenslagen, oder Menschen....gar nicht mal so sehr die körperliche Abhängigkeit nach irgendeinem Gift.

    Es ist da egal, ob jemand eßgestört, Tabletten- oder Drogensüchtig ist... ich kenn auch Jemand, der nur unter Sexsucht leidet, aber für den das gar kein kein Spaß ist ....meine Tante war wegen ihrer Schmerzen Tablettenabhängig, eine bestimmte Sorte (ist grad relativ in den Medien)...sie hat entgiftet, eine Schmerztherapie gemacht, und lebt nun mit anderen Medikamenten völlig suchtfrei ....

    Ich bin nicht abhängig, im definitorischen Sinn (außer vielleicht nach der Meinung andere, oder einer glücklichen Beziehung), aber für mich bin ich süchtig...ich kann meine Sucht verschieben....irgendwas steht immer im Vordergrund, da bleibt das kleinste Übel abzuwägen

    keine Ahnung, vllt. bin ich jetzt grad noch etwas am Thema vorbeigeschrammt, aber ich wollt meinen Senf eben auch dazu geben

    LG Julchen

  5. #5
    Themenstarter

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    Aber die unterscheiden ja ebenso zwischen Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C... Sind auch alles Hepatitis -Erkrankungen, nur mit unterschiedlichen Symptomen..
    @Fibra, das liegt daran, dass es hier um verschiedene Viren geht, deshalb wird es unterschieden. Anders ist es doch bei der Sucht . Es liegt immer der gleiche Auslöser bei einem Menschen zugrunde, weshalb er/sie süchtig ist. Deshalb kann es sich in verschiedenen Abhängigkeiten äussern, wie z.B. bei einem in Drogenabhängigkeit, beim anderen in Alkoholabhängigkeit , usw.

    Das aber ist auch notwendig, weil alleine schon stoffgebundene oder eben nicht stoffgebundene Sucht ist sehr verschieden und daher auch immer mal von jeweils anderen Spezialisten zu behandeln.
    @Franz, hier bekämpft man aber doch nur jeweils ein einziges Symptom der Sucht . Die Grunderkrankung bleibt doch weiterhin bestehen. Das ist für mich der Grund, warum Sucht oft verlagert wird. Ich sehe das sogar als gefährlich an. Wenn man nämlich alles getrennt betrachtet, bekommt man doch kaum ein Verständnis für die Erkrankung. Man sieht nicht das Problem dahinter, wenn man doch z.B. nun völlig opiatfrei ist, nachdem man einige Jahre drauf war, wie schnell man in eine ganz andere Abhängigkeit verfallen kann. Wenn man alles so trennen könnte, wäre doch nie das Problem der Suchtverlagerung gegeben.

    Auf was alive heraus will, so vermute ich das mal, Abhängigkeit ist behandelbar - Sucht begleitet uns für immer, wenn man mit der auch leben kann!?????
    Ist es so??? Da wäre was dran und man kann es nicht oft genug sagen, Sucht kann immer wieder unser Leben bestimmen, in den verschiedensten Abhängigkeiten.
    Exakt, Franz

    Ich bin nicht abhängig, im definitorischen Sinn (außer vielleicht nach der Meinung andere, oder einer glücklichen Beziehung), aber für mich bin ich süchtig...ich kann meine Sucht verschieben...
    @Julchen, Wie kommst du nur darauf, dass du am Thema vorbei geredet haben könntest? Im Gegenteil, denn genau das meinte ich. Ich bin auch süchtig, werde es auch mein Leben lang bleiben, aber abhängig bin ich zum Glück nicht mehr (mal abgesehen vom Scheiss Nikotin ).

    LG, alive

  6. #6
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    Es liegt immer der gleiche Auslöser bei einem Menschen zugrunde, weshalb er/sie süchtig ist.
    Also wenn du das genauso gemeint hast, wie du es geschrieben hast, alive, dann kann ich dazu nur sagen, dass ich das anders sehe!
    Andernfalls habe ich es vielleicht falsch verstanden bzw. ich verstehe den Satz einfach nicht - Aber ich werd' hier ja weiter mitlesen, vielleicht wird's mir dann irgendwann verständlicher.

  7. #7
    Julchen

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    ... ja das mein ich auch...es ist immer derselbe Auslöser.. ich mein den muss jeder selbst erkennen. Wie heißt es so schön? Wer süchtig ist, der sucht .. meinereiner sucht den Ort an dem sie sich eingebunden fühlt, nicht mehr alleine ....

  8. #8
    Minun

    Standard

    Bin gerade im Klugscheißmodus...

    Wer süchtig ist, der sucht
    Das Wort "Sucht'" leitet sich ursprünglich von "Siechen" ab, jedoch nicht von "Suche" (juhu endlich kann ich mein Wissen mal anbringen)

    Nicht so ernst nehmen bitte Julchen

    @topic: Vielleicht ist das Wort Auslöser nur missverständlich. Es gibt ja mittlerweile Studien dazu, dass es eine genetische Komponente gibt, die die Gefahr vergrößert, ob man in seinem Leben eine Sucht entwickelt. Aber die "Auslöser", wie ein Individuum in die Sucht rutscht, die sehe ich als sehr individuell an (Beispiel: Neugierde, Überschätzung der eigenen Kontrollfähigkeit, schlechte biographische Erfahrungen usw.).

    LG Kitsune

  9. #9
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    Damit da keine Missverständnisse aufkommen: ich meinte nicht, dass es bei jedem der gleiche Auslöser ist, warum er süchtig geworden ist. Jeder einzelne hat da wohl andere Gründe, Auslöser. Ich wollte damit sagen, dass ein süchtiger Mensch aus dem gleichen Grund z.B. mit Drogen anfängt, weshalb er auch später dann seine Sucht evtl. auf Alkohol verlagert. Ich hoffe, ich habe mich nun verständlicher ausdrücken können.

  10. #10
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    Ja, so versteh' ich's dann doch eher..
    Mir war nicht klar, dass du "Auslöser" auf Suchtverlagerung/-verschiebung beziehst, alive. Denn so kann ich dem schon zustimmen, dass es die gleichen Gründe für eine Sucht gibt, die sich aber in den Formen eben verschieben kann - Und das is' ja dann auch das, was Franz schon geschrieben hat.

    Ich denke schon auch, dass Sucht sich in verschiedenen Abhängigkeiten äußert oder äußern kann - keine Frage.
    Aber ich trenne eben zwischen dem Begriff "Abhängigkeit" als solchem und "Abhängigkeit" in Bezug auf Sucht ... Das ist das, was ich anfangs mit "zweideutig" meinte - Ich bin nicht sicher, ob das so verstanden wurde. *deshalb nochmal wiederhol*

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