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Thema: der erste ehrlich Versuch!

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  1. #1

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    Standard der erste ehrlich Versuch!

    Hallo,
    ich trinke seit 2000 unterbrochen von zwei Schwangerschaften, in denen ich absolut nichts angerührt habe.
    Einen halbherzigen Versuch aufzuhören habe ich letztes Jahr gestartet, doch der Kopf wollte nicht so mit.
    Nach drei Wochen fing ich mit dem Gedanken, alles kontrollieren zu können wieder an.

    Jetzt bin ich seit Donnerstag abstinent, und vor allem Abends, nach 18 uhr, wenn meine Zeit beginnt, fällt es mir unheimlich schwer nicht an ein Glas Rotwein zu denken.
    Mir steht im April eine OP bevor, und ich will im Narkose Vorgespräch nicht wieder schamesrot lügen müssen, dass mein Alkoholkomsum normal ist.
    Ich will nicht mehr heimlich meine Flaschen im Auto deponieren damit keiner mitkriegt was so im Altglaskontainer landet.
    Ich will mir nicht mehr einreden, die Kinder sind ja noch klein und merken nichts, weil ich ja nur Abends trinke.
    Ich will nicht mehr, das mein Mann von der Spätschicht heim kommt und so tut, als würd er meinen Zustand nicht bemerken.
    Und ich will nicht nach einem Telefonat mit meiner Freundin überlegen, ob ihr was auffiel.

    Ich will nicht mehr!

    Jetzt muss ich erst über die Entzugserscheinungen hinweg, die sind schlimmer als ich erwartet hätte. Alleine das erschreckt mich und zeigt mir, wie sehr der Körper doch ertragen muss. Ich habe seit zwei Tagen Kopfschmerzen und mir ist übel. Ich schlafe schlecht und träume wirres Zeug. Und ich schwitze und friere abwechselnd.

    Die Feiertage stehn bevor, und das sind immer gesellige Tage. Davor hab ich Angst .

    lg alegra

  2. #2

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    Standard

    Hallo alegra,

    ich drücke dir fest die daumen, dass du es schaffst! Und meinen "Glückwunsch", dass du etwas ändern willst

    Du kannst ja auch hier schreiben, wenn du "saufdruck" hast. Vielleicht hilft das etwas.

    Weiß eigentlich irgendjemand, dass du ein alkproblem hast?
    Stell mir das irrsinnig hart vor, wenn man mit niemandem darüber reden kann.

    Und hast du schonmal ein therapie gemacht/daran gedacht? Aus irgendwelchen gründen trinkst du ja, irgendetwas bringt dich da zu, immer wieder zur flasche zu greifen. Der entzug ist die eine sache. Die andere - wie du schon feststellen musstest, ist es, danach auch trocken zu bleiben...

    LG, ashia

  3. #3
    Julchen

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    Hallo alegra,

    ich finde wichtig, dass du dir selber zugestehst, dass da ein Problem ist, das du verändern musst.

    Es ist eine tolle Leistung, seit Donnerstag ist bald schon eine Woche, und das schwerste ist nicht zu tun, wonach der Kopf so giert...

    Sei stolz auf dich, und tu dir was Gutes ... Badewanne, lecker Essen ....Ausspannung.

    Die Feiertage sind schwierig ... Alkohol ist auf Feiern so selbstverständlich. Ich kann deine Angst davor verstehen.
    Manchmal bringt es etwas sich anzuvertrauen, offensiv mit seinem Problem umgehen. Ich weiß natürlich nicht, ob das bei dir möglich ist. Ob eine Basis für Offenheit vorhanden ist.

    Nutze das Forum schreibe dir den Druck aus der Seele, lenke dich ab, hol dir Unterstützung, schön das du hier her gefunden hast.

    viel Kraft

    LG Julchen

  4. #4

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    Standard

    Hallo Alegra,

    Du hast ja das allerwichtigste schon hinter dir; jetzt gilt es, das Erreichte in deinen Alltag einzubinden.
    Ich habs für mich so geregelt, daß ich zumindest mit dem Alkohol Thema im Alltag ganz ehrlich umgehe; habe oft in Restaurants gearbeitet & da wollen einem nach Feierabend die Gäste oft 'was Gutes' tun und spendiern dir einen Schnaps...

    Wenn ein einfaches 'Nein' nicht langt; sag ich erstmal: "Danke, ich habe mein Quantum Alkohol in diesem Leben bereits getrunken, tut mir nicht gut..."
    Das ist noch ziemlich allgemein; aber viele raffen es dann schon & geben Ruhe.
    Wenn sie dann, weil selber schon angeschickert, immer noch drängen, sag ich ganz höflich: "Tut mir leid, ich kann mit Alkohol nicht so gut umgehen wie Sie; ich möchte auch nichts, denn ich bin Alkoholiker..."

    Kann passieren, das für einen Moment Stille herrscht, habe es aber oft erlebt, daß ich, wenn die Gäste dann gingen, die Hand gedrückt bekam, so mit der Bemerkung; " Das haben Sie vorhin gut hingekriegt; da gehört Mut dazu...Ich wünschte, mein Mann, Frau, Freund, Kind...wer auch immer, hätte soviel Courage & wäre vor allem trocken..."

    Denn, in wessem Bekanntenkreis gibt es keinen Alki & Rückmeldungen solcher Art bauen dich auch auf!

    Du bist krank & hast dich dazu entschlossen, aus eigener Kraft dich selbst gesund zu machen: DAS IST EINE RIESENLEISTUNG & das soll dir erstmal einer nachmachen.

    Du darst dich ruhig freuen & auch stolz auf dich sein - aber du darfst NIE vergessen, daß du Alkoholiker bist & trocken bleiben mußt !

    Ich habe - nach 10 Jahren Abstinenz - gedacht, ich könne nun 'ein wenig' was trinken: Es hat mich wirklich fast umgebracht...

    Wäre klasse, wenn DU dir sowas ersparen könntest, wünscht dir Ganesha.

  5. #5

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    Nach drei Wochen fing ich mit dem Gedanken, alles kontrollieren zu können wieder an.
    Hallo Alegra, ich glaube, das kennen alle Süchtigen. Das Monster Sucht ist ziemlich raffiniert und versucht auf alle möglichen Arten, uns Süchtige wieder abhängig zu machen. Mach dir bitte bewusst, wenn ein Mensch erst mal süchtig ist, dass dies niemals wieder verschwinden wird. Es begleitet uns ein Leben lang. Deshalb gibt es für uns keinen kontrollierten Konsum. Süchtig sein heisst auch, Grenzen nicht oder kaum noch erkennen zu können und schon gar nicht zu wahren.

    Wenn du deinen Entzug in einer Klinik machen würdest, könntest du dort medikamentöse Unterstützung bekommen, wodurch es nicht ganz so heftig wird. Ich rate dir allerdings davon ab, dir diese Medis zu besorgen und sie zuhause zu nehmen, da sie auch abhängig machen können. Dann kommst du nämlich vom Regen in die Traufe.

    Ach ja und bitte hör auf, dich für deine Krankheit zu schämen, denn das würdest du bei einem Beinbruch sicherlich auch nicht tun, oder?

    LG, alive

  6. #6
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    vielen Dank für eure Worte, viel Verstehen und Gedankenanstöße, die ich jetzt dringed gebrauchen kann.
    So ein bisschen habe ich das Gefühl, mein Kopf funktioniert gerade nicht richtig, der Kopfschmerz läßt nicht nach und Schmerztabletten helfen mir nicht wirklich.
    Aber gerade diese Schmerzen lassen mich im Augenblick nicht vergessen, wie sehr der Körper leidet und abhängig ist.
    Der Kopf verlangt dringend Abends nach seinem entspannenden Gals Rotwein, dem ersten, dass ich mir so verdient habe den Tag über.

    Und hast du schonmal ein therapie gemacht/daran gedacht? Aus irgendwelchen gründen trinkst du ja, irgendetwas bringt dich da zu, immer wieder zur flasche zu greifen. Der entzug ist die eine sache. Die andere - wie du schon feststellen musstest, ist es, danach auch trocken zu bleiben...
    Therapien habe ich schon einige hinter mir, kann ich gar nicht mehr zählen, dazu kommen zwei lange Rhea Aufenthalte. Ich bin seit ca 25 immer wieder in Behandlung.
    Allerdings alles nicht zum Thema Alkohol , ich leide seit meiner Pubertät unter Depressionen , die sich im Hirnstoffwechsel begründen, bin auch schon jahrelang medikamentös darauf eingestellt mit Trevilor und vorher Zolofft.
    Nach der ersten Schwangerschaft entwickelte ich eine Eßstörung, erst Abführmittel dannach eine Magersucht , weswegen ich lange in der Rhea war.

    Seitdem ich wieder esse trinke ich halt. Das ging schleichend ineinander über.
    Nach dem ich mein Essverhalten nicht mehr kontrollierte, denn nichts anderes war die Anorexie bei mir - ein Kontollzwang - bin ich vor allem geflüchtet, und dabei war/ist mir der Alkohol guter Freund.

    so, jetzt tun mir die Augen auch noch weh, ich mach hier erst mal Schluß und komme später wieder

    lg alegra

  7. #7
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    Das Monster Sucht ist ziemlich raffiniert und versucht auf alle möglichen Arten, uns Süchtige wieder abhängig zu machen.
    oh ja, und welch sonderbare Gedanken - das mir Bewußt wird, dass ich ja gar nicht sooo viel trinke...dieses Verlustdenken am Abend...

    die Scham am Morgen, dann doch wieder zwei Glas Wein getrunken zu haben...

    ...und das Gefühl am Abend, dass eh alles egal ist...tausend Gründe, warum ich mich geärgert habe und wer nun Schuld ist, dass ich es gestern nicht mehr geschafft habe! Genial mein Hirn - und so bescheuert!


    alegra

  8. #8

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    Hi Alegra,

    meine Rede: Wenn ich es mal schaffe, meine Verdrängungsenergie & Selbstzerstörungskräfte richtig zu kanalisieren - puuuuh: Die Welt in die Angeln hebeln?!!

    Wenn bei mir garnix mehr hilft, klammere ich mich an meine Sturheit:

    NEIN - ICH WILL DAS NIcHT MEHR !!!

    Damit komme ich dann durch die dunklen Momente, bis ich wieder klar durchblicke.

    Probiers mal. Ganesha.



  9. #9
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    Fühl mich heute fürchterlich, will nichts fühlen, hören, sehen,
    hab sogar grad ein Abendessen mit den Kolleginnen abgesagt, weil ich nich aus dem Haus will.
    Das ist so ein Tag, an dem ich mich zu allem zwingen muss und gar nicht mehr will.
    Jetzt heißt es wieder - hoch mit dem Hintern und durch! Das weiß ich und kenn ich von anderen Tagen.
    Und schon nur das hier während des Schreibens zu lesen bingt mich gleich dazu endlich vom Tisch aufzustehen und endlich die Wäsche wegzuräumen, die hier zustaubt.

  10. #10
    Themenstarter

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    Das schlimmste ist der Druck, ich spür das auch heute morgen.
    Ich klicke mich hier durch das Forum und fühle alles gleichzeitig, finde aber das
    Ablassventil für die vielen Worte nicht. Sie stecken einfach fest, dabei hab ich soviel was raus muss. Das meiste ist Wut, die in mir nagt. Und Abends geb ich einfach nach, wenn es darum geht, alles zu überdecken.

    ich hoffe es ist okay, dass ich hier meine Misserfolge dokumentiere, ich möchte niemanden triggern
    Geändert von Franz (28.03.2008 um 00:56 Uhr) Grund: Beiträge zusammen gefügt

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