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Thema: Substitution

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  1. #1

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    Hallo,

    ich war vor kurzem auf Entgiftung und habe von 8 mg Subutex entzogen.

    Daheim angekommen war alles beim Alten. Ich konnte dem Suchtdruck nicht lange widerstehen und war schnell wieder dabei. 4 mg Subutex und dazu Morphium.

    Da es so nicht weitergehen kann, habe ich beschlossen, mich ab Montag substituieren zu lassen. Mein Konsum drängt mich in eine kriminelle Schiene, die ich mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren kann. Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich früher einmal war. Mein Prinzipienverstoß drängt mich in ein Leben fernab jeglicher Authentizität, die ich einmal in mir gekannt habe.

    Ich wollte mich daher erkundigen, was die Kriterien dafür sind, um im Programm aufgenommen zu werden.
    Geht das wirklich so einfach?
    Was muss ich beachten und wie wirkt sich eine Substitution auf den Alltag aus?

    Vielen Dank schon einmal für eure Antworten.



    stella

    bin euch wohl zu abgestürzt oder?

    ich weiß auch nicht wie ich so weit abstürzen konnte...

    Geändert von Franz (13.02.2009 um 19:34 Uhr)

  2. #2
    Julchen

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    Hallo STella,

    leider hab ich keine Ahnung von Substitution, aber wenn du doch eine Entgiftung hinter dir hast?

    Hast du illegal Subutex konsumiert? Oder warst du vorher auf H....

    Wenn du willst erzähl doch mal ein bisschen aus deiner Suchtvergangenheit.

    Ich denke der einfachste Weg wird über eine Drogenberatungsstelle oder deinen Hausarzt sein.

    LG Julchen

  3. #3
    Themenstarter

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    Hey, ich hab im vergangenen Jahr alles Mögliche konsumiert. Vorzugsweise Subutex . Ersetzt habe ich es mal mit Heroin , mal mit Morphium - je nachdem was da war.

    Der Entzug von Subutex war die Hölle. Hinterher habe ich mich gefühlt, als hätten mich zwanzig Laster überrollt. Es hat so sehr an mir gezerrt, dass ich innerhalb von vier Tagen 10 kg abgenommen habe. Ich war völlig ausgelaugt, hatte keine Kraft mehr, brauchte selbst zum Duschen mehrere Anläufe und war froh darüber, wenn ich im Sitzen die Brause halbwegs über meinen Kopf halten konnte. Dann das Frieren. Dann diese Schwächeanfälle. Das Zittern. Die Depressionen .

    Ich habe das Gefühl, als wäre der Mensch, der ich einmal war, im Entzug ums Leben gekommen.

    Mein Opa hatte ein Phentanylpflaster von 150 mg Morphin bis kurz vor seinem Tod. Ich habe mir die doppelte Menge gegeben.
    Wenn ich die Augen aufmachte, hatte ich das Gefühl, der Raum fährt. Die Wände wölbten sich zu pittoresken Tapetenmustern, färbten sich in rot. Mein Körper wurde wie von einer sommerwarmen Woge aus purer Wärme und Licht erfasst. Es durchströmte meine Fingerspitzen in sonnengleichen Lichtreflexen. Da war nichts mehr, das mich berührt hat. Da war nur noch Frieden und pure Harmonie.
    Wenn du langsam vom Subutex runterkommst, und wenn die Schmerzen einsetzen ist nichts mehr so wie es vorher war. Es setzt sich in deinem Gehirn fest, wie ein Malignom, das immer mehr ausschwärmt und dich mit seinen tötlichen Metastasen durchdringt. Zeit bekommt plötzlich eine ganz andere bedeutung. Sie dehnt sich aus bis ins unendliche. Während du nur dahockst und wartest, bis der Tornado über deinen Körper hinweg zieht und nichts mehr von dir übrig lässt.
    Dann hörst du auf Mensch zu sein.

    Du schlägst die Augen auf, hast nicht einmal mehr Tränen.
    Ein neuer Tag voller Schmerzen. Schmerzen, die dich von innen heraus zerreissen.
    Aussaugen, wie blutrünstige Parasiten.
    Wirst du den Tag überstehen?
    Auf in den Kampf. Was bleibt dir anderes übrig.
    Geändert von Franz (13.02.2009 um 19:33 Uhr)

  4. #4
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    Hallo stella,

    als erstes habe ich mal deine Beiträge zusammen gefügt, du kannst 20 Minuten editieren, wenn was vergessen hast

    Wie kommst du drauf, dass dich wer als zu abgestürzt hält?
    Ich mein, bisserl Geduld musst schon haben, bis wer antwortet

    Ganz pauschal wird man das eh nicht beantworten können, weil jeder Doc und jede Vergabestelle hat seine eigenen Gesetze und die dürften über die jeweilige Landesregierung geregelt sein.

    Der erste Weg sollte dich umgehend zur Suchtberatung führen, dort wird man dir die nächste Möglichkeit nennen, wo du ins Programm kannst.
    Dort wird man natürlich mal genau schauen, in wie weit du drauf bist, ob Substitution eben nötig ist - aber so wie es scheint, da brauchst dir keine Sorgen machen.

    Am Anfang wirst du deine Ration täglich abholen müssen, später kannst dann mal übers We und dann eben vlt für ne Woche das angedachte Medikament im Voraus bekommen.
    Natürlich musst dann achten was den Beigebrauch angeht, ich kenne einige Stellen, die dir die Substi bei Beigebrauch streichen - also ansonsten alles weglassen, dann sollte es ok sein.

    Wenn du Hilfe brauchst, dann sag Bescheid, wir können dir beim suchen einer geeigneten Stelle helfen.

    LG Franz

  5. #5
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    Danke für deine Antwort. Ich denke, wenn ich das Zeug wieder regelmäßig bekomme, wird es mir auch wieder besser gehen.
    Ich mache mir nur Sorgen wie ich meinen Alltag bewältigen soll. Ich mein, mit diesem Stigma als Substituierter. Ich fühle mich der Gesellschaft irgendwie nicht mehr zugehörig. Ich fühle mich wie der letzte Dreck. Wie ein Junkie halt.

  6. #6
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    Also als erstes ist es mal so, Sucht ist eine Krankheit, von dem her muss man sich nicht verstecken.
    Zudem, keiner weiß doch, dass du Substituiert wirst!

    So wie es sich anhört, da sollte eine Therapie erfolgen, Entzug alleine ändert ja nur das Problem was der Körper mit sich bringt. Machst du irgendeine Thera?
    Wie man den Alltag bewältigt, dass ist Ziel einer Suchttherapie, eben das wieder auf die Reihe zu bekommen.

    Junkie hin oder her, ich bin selber einer, aber ich fühle mich nicht schlecht damit

    Dir gehts nich gut, das schreit ja direkt aus deinen Zeilen.

    Was machst du beruflich?
    Wer steht dir bei?
    Hast du nen Suchtberater?
    Hast nen Doc der deine Situation kennt?

    LG Franz

  7. #7
    Carryon

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    Ganz ehrlich Stella, wer mit Dir ein Problem hat wegen der Substi oder Dir, bzw Deiner Sucht sollte Dir am A**** vorbei gehn. Belaste Dich nicht auch noch damit was andere von Dir denken oder halten

  8. #8

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    Ähm ganz ehrlich bin ich jetzt bissel verwirrt wenn ich deine beiden Threads vergleiche. Und jetzt sieh es bitte nicht als Angriff. Aber entscheide dich was du willst. Wenn du Substitution willst, dann musst du zuerst Beratern und Ärzten vertrauen. Dann musst du das was die dir geben auch nehmen, musst dich an Pläne und Absprachen halten. Dann gehen nicht solche Eigenaktionen, dass du irgendwas nimmst oder absetzt oder was auch immer.
    Bist du dazu bereit? Dann geh am Montag zum Arzt, sprich mit ihm. Erstens über diese Medikamentengeschichte und zweitens über die Substitutionssache. Ich denk mir sowas ist nur möglich wenn dich die zuständigen Leute als verlässlichen Partner erleben. In deinem Interesse. Versuch zu vertrauen wenn dir jemand helfen will...auch wenn du vielleicht nicht verstehen kannst welche Maßnahmen jemand ergreift, was man dir gibt oder nicht gibt. Klar auch Ärzte können Fehler machen. Aber in der Regel wissen sie es schon besser, sind ausgebildet. Also lass die Alleingänge wenn du wirklich den Weg aus dem ganzen Zeug gehen willst.

  9. #9
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    Ich war jetzt bei zwei verschiedenen Ärzten und niemand wollte mich substituieren. Das Lustige ist, dass ich das insgeheim auch gehofft hatte, weil ich mir nichts mehr wünsche, als meine Freiheit zurück zu bekommen.

    Ich bin nun seit 1 1/2 Monaten clean - abgesehen von einem Rückfall - und ich versuche mich allmählich mit diesem Zustand abzufinden.
    Es ist unangenehm, denn mein Körper will noch nicht wieder so funktionieren, wie es früher einmal war. Ich habe das Gefühl, als sei in meinem Kopf alles durcheinander gewürfelt worden und ich verspüre eine unerträgliche innere Unruhe und eine Energie, die ich nicht zu bremsen vermag. Auch das Schlafen funktioniert noch nicht so richtig, obwohl mir meine Ärztin Mirtazapin verordnet hat.

    Ich habe jetzt wieder damit begonnen, Antidepressiva zu nehmen. Ich nehme jetzt 8 mg Solvex und 20 mg Citalopram . Vielleicht beeinflussen die neuen Medikamente diesen seltsamen Zustand auch negativ - keine Ahnung.

    Habt ihr irgendwelche Erfahrungen damit, wie lange es dauert, bis ich wieder "normal" bin? Denn irgendwie erscheint mir alles so sonderbar neu und fremd...

    Gruß,
    Stella

  10. #10
    Carryon

    Standard

    Dann warst Du offensichtlich bei den falschen Ärzten. Erkundige Dich doch im Internet nach Ärzten die das machen. Soviele gibts ja leider nicht davon. Die Ad wirken erst nach ca 4-6 Wochen, manchmal dauert es noch viel länger. Gib nicht auf, versuchs bei nem anderen Arzt! Alles liebe, Carry

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