Ich habe hier schon viele peinliche und verzweifelte Texte verewigt und eigentlich wollte ich deshalb meinen Account löschen, weil ich mich so sehr dafür schäme - vor allem vor Franz - aber irgendwie kann ich das nicht. Möchte ich das nicht. Denn ich habe niemanden, mit dem ich über meine Probleme sprechen kann und ich fühle immer mehr, dass ich ganz dringend jemanden brauche, der mir auch mal zuhört, der mich versteht egal wie abstrus meine Gedanken auch sein mögen. Hier ist der einzige Ort auf der Welt, an dem ich ich sein kann und daher bleibe ich hier im Forum und hoffe, dass mir es jemand sagt, wenn ich nerve oder unerwünscht bin hinsichtlich dem ganzen konfusen Müll, den ich - teilweise auch breit - hier abgeladen habe - vor allem du Franz.
Okay, ich merke grad, ich schweife schon wieder zu sehr aus...
Hier ist der Grund, warum ich diesen Thread hier veröffentliche:
Jetzt sind es genau sechs Monate, seitdem ich frei bin von jeglichen bewusstseinsverändernden Substanzen. Ich bin seither auf so vielen Therapien gewesen, dass ich mittlerweile schon Zustände kriege, wenn ich nur an Ärzte denke. Seit einem Monat habe ich auch wieder einen Job und bald bekomme ich auch endlich wieder mein langersehntes selbstverdientes Geld. Ich habe jeglichen Kontakt zur Drogenszene abgebrochen und bin nur noch mit Menschen zusammen, die mit alledem nichts am Hut haben.
Trotzdem fühle ich mich "kaputt", leer, ausgelaugt. Ich bin sehr depressivund habe immer noch starke Derealisationen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich immer noch auf einem Drogentrip befinde, der einfach nicht aufhören will. Ich habe oft starke Kopfschmerzen und Sehstörungen und ich kann mich nicht mehr konzentrieren, habe oft das Gefühl, dass mein IQ um mindestens 30 Punkte gesunken ist, dass ich verblödet und irgendwie "hängengeblieben" bin. Oft habe ich so starke Unruhezustände, dass ich kaum still sitzen kann und in anderen Momenten fühle ich mich einfach nur ausgebrannt und kraftlos. Ich bin jetzt sogar mit der Dosis meines Antidepressivums runtergegangen, weil ich irgendwie gehofft hab, dass es daran liegt - dass ich zu hoch dosiert bin oder so. Aber selbst bei der Hälfte der Dosis hat sich nichts an diesem Zustand verändert.
Ich rauche seitdem ich clean bin auch sehr viel - irgendwie, weil so viel Druck in mir ist und weil mich niemand versteht. Und ich mache mir so viele Sorgen um meine Gesundheit, weil ich viel zu lange Raubbau mit meinem Körper betrieben habe. Ich weiß, dass ich aufhören muss zu rauche, weil es kein normales Rauchen mehr ist, sondern schon fast exzessiv ist.
Ich bin so unzufrieden mit mir und ich kann es mir einfach nicht verzeihen, dass ich ein Süchtiger bin, kann nicht damit aufhören, mich deswegen jeden Tag selbst zu geißeln.
Ich habe keine Gefühle mehr in mir, alles ist so taub - da ist keine Freude mehr, keine Traurigkeit mehr... Habe das Gefühl, dass der wichtigste Teil meiner Persönlichkeit unwiederbringlich verloren ist und dann ständig diese grauenvollen Erinnerungen an diese Zeit, in der ich ganz unten war.
Kennt ihr das auch? Glaubt ihr, ich bin auf den Drogen "hängengeblieben"? Was kann ich tun, damit mein Leben wieder lebenswert wird?
Liebe Grüße,
stella






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