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Thema: Automatencasino / Sucht im Allgemeinen

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  1. #1

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    Standard Automatencasino / Sucht im Allgemeinen

    Hallo,

    ich bin neu hier und ich würde mich gerne kurz vorstellen. Ich bin 25 Jahre alt, habe studiert, bin verheiratet und fahre eine echt rotzige Karre ohne Servolenkung und habe noch keine Kinder.
    In Anbetracht der Situation mit was für Menschen ich großgeworden bin, könnte man im Grunde sagen, dass ich es zu etwas gebracht habe. Mag für viele ja der "Standard" sein, aber ich habe doch auffallend viele delinquente und deviante Freunde/Bekanntschaften.

    Nun zu meiner Situation:

    Ich spiele seit 2-3 Monaten regelmäßig in Spielotheken. Die Einsätze erhöhen sich. 20 Euro Einsatz bringen keine Befriedigung mehr. Kontrollverlust.
    Vorher habe ich nie eine Spielothek betreten. War mir auch viel zu seltsam dort. Alles dunkel, krasse Qualmwolken, fast nur zwielichtige Gestalten.

    Bevor ich an den Automaten gezockt habe, war ich regelmäßig am Pokern. Meist Online und heimlich. Meine Frau hält nichts vom Glücksspiel. Einsätze waren gering. 10€ aufgeladen und dann gespielt. 2$ Turniere. Mal höhere Einsatze, wenn ich gerade mal was drauf hatte. Aber eigentlich immer so gespielt, dass ich nicht mit "meinem Geld" gespielt habe. Dafür war es mir einfach zu schade.

    Jetzt spiel ich an den Automaten MIT MEINEM EIGENEN Geld und es juckt mich gar nicht. Ich sitz da mit Typen die nicht mal meine Sprache sprechen und den Automaten als Hurensohn beschimpfen. Oder sagen: "Ah guckst du! Eine hoch, eine runter! Dann wäre 5 Männer gewesen! EIN COLA BITTE!" - Was zum ???
    Naja.
    Dann beschließe ich mal wieder jetzt nicht mehr zu spielen - oder es wenigstens erstmal sein zu lassen. Dann geh ich raus mit meiner Frau einkaufen und seh auf dem Parkplatz ein Nummernschild mit 7777 - und alles was ich mir vorgenommen habe ist weg. Zack, Spielo! - Schon bin ich da!


    Es fasziniert mich sogar ein wenig mich selbst dabei zu beobachten.

    Ich bin noch nicht unten angekommen, aber es geht kontinuierlich Berg ab. - Wohin auch sonst? Kennt ihr einen NovolineProfi der damit reich geworden ist? -_-

    Finanzielle Lage ist soweit noch O.K. - Frau weiß noch nichts. Ich könnte es einfach lassen und niemand würde je etwas erfahren. - theoretisch jedenfalls!


    Achso, wichtiger Punkt noch:

    Meine Frau hat das irgendwann rausgefunden mit dem Pokern, bzw. ich habe es ihr gestanden. Ich habe im letzten Jahr auch wieder viel gekifft - auch heimlich. Hat sie natürlich völlig aus den Socken gehauen. Riesen Krach.
    Jetzt darf ich offiziell, von Madame persönlich genehmigt, einmal im Monat für 10 Euro Onlinepoker aufladen und jeden Sonntag spielen. (Das war sogar mein eigener Vorschlag)

    Jetzt reizt mich das überhaupt nicht mehr. Warum? Etwa weil es jetzt nicht mehr geheim ist? Muss ich meine Frau irgendwie zwanghaft hintergehen?

    Ich habe meine Frau nie betrogen o.ä. Wir sind zusammen seitdem wir quasi Kinder waren. Schon mit 16.

    Das ist alles völlig absurd. Ich verstehe mich selbst nicht. Ich erschaffe mir meine eigenen Probleme.



    Ich könnte jetzt noch sowas sagen wie: "Ich hoffe, ich schaff es morgen aufzuhören"
    Das lass ich aber lieber mal.


    Es ist nämlich wesentlich wahrscheinlicher, dass ich morgen erstmal zocken gehe. Hab mich ja heute schonmal im Internet geöffnet, ein erster Schritt - das muss ja schließlich belohnt werden. Es ist zum schießen.


    5:30Uhr Ich geh mal pennen und träum von Automaten - das ist ganz neu übrigens! Hab ich erst seit paar Tagen, aber seitdem fast jede Nacht. Im Traum gewinn ich übrigens immer - is ja wohl klar ne?


    Was hat das alles zu bedeuten? Ergibt das irgendeinen Sinn?

  2. #2
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    Standard

    Was spricht dagegen, dass du das mit deiner Frau besprichst?
    Sicher gibt es vielleicht einen Krach, weil auf eine Art betrügst deine Frau erneut ...
    Doch eine so lange Partnerschaft sollte das verkraften.

    Ob es nun der "heimliche" Kick ist, das kann man so noch nicht beurteilen, aber gewisse süchtige Züge sind das sicher schon.

    Gewinne kannst du nur, wenn du dich dem Problem stellst!
    Ansonsten gewinnen die, die es immer tun - Aufsteller und Hersteller und letztlich sogar der Staat über Steuern, die Menschen zerstören ...
    Automatensteuer / Spielsteuer, die Betreiber der Automaten entrichten, ist eine Art der Vergnügungsteuer.
    LG Franz

  3. #3

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    Standard

    Hi,

    zocken ist mit das Übelste, was mir je passiert ist.
    Und ich habe Alkohol , harte Drogen alles durch und phasenweise sogar gleichzeitig!
    Ich war zwar schon clean von den stofflichen Sachen (okay Kiff und Kippen waren noch im Rennen),
    habe aber meine Suchtmuster (nie genug kriegen können!) 1:1 vom stofflicher Sucht auf die nichtstoffliche Sucht verlagert.

    Da du ja noch kiffst dazu, bist du also empfänglich für die Reize & was du oben beschreibst, könnte durchaus auch bei einem Drogensüchtigen stehen.
    Es fasziniert mich sogar ein wenig mich selbst dabei zu beobachten.
    ist zum Beispiel so ne typische Aussage. Masochismus.Koketterie mit der Gefahr. Sucht als Romantik
    Außerdem belügst du deine Frau !!!

    Ich kann dir bloß empfehlen, such dir Hilfe in Selbsthilfegruppen; mach ne Therapie ; REDE mit deiner RARTNERIN !!!
    Da du ja auch noch ONline zockst dazu, ist dir die Sache 24h verfügbar!
    Das macht ganz schnell nen KLATSCH & die Miete geht nimmer raus...
    Das ist mir in Jahren des Draufseins NIE passiert - beim Zocken sowohl mit Miete als auch mit den Nebenkosten.
    Ätzend!!!

    Es ist super, dass du dich mal 'geoutet' hast!
    Ganz klar ein wichtiger Schritt nach vorne...
    Aber, du hast es ja bereits vorweggenommen: Ein Schutz ist das nicht; im Gegenteil, man verwendet es als Alibi, denn "man hat ja was getan!"

    LG.Ganesha

    PS. Ich zocke nimmer, ich habe aber erstmal erkennen müßen, wie subtil dieser Dreck ist.
    Hatte zwischenzeitlich immer wieder mal in so nem Loch gejobbt, bis dann Optik & Akkustik von den Geräten mich wieder im Griff hatten.
    Es fällt mir recht leicht zur Zeit, aber es gibt immer wieder mal so kleine Momente der Verführbarkeit & diese Höllen gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer!
    Da heißt es, voll auf der Hut sein!

  4. #4

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    Standard

    Hallo
    Ich bin neu in diesem Forum und bin seit Jahren stark spielsüchtig , denn es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.Kann Dir nur den dringenden Rat geben , mach rechtzeitig etwas dagegen , denn sonst wirst Du eines Tages alles verlieren.Ich bin unten angekommen und werde eine stationäre Therapie anstreben.Bin mittlerweile ein psychisches Wrack geworden.Mein Leben war eine Berg und Tal Bahn und das negative hat immer überwogen.Dann kam der Spaß am Spiel , der mir den Rest gab.
    Hab oft viel gewonnen , aber auch viel verloren.Das Problem ist auszahlen zu lassen und nach Hause zu gehen.Mein Problem ist mein Hund , ich suche dringend einen Therapie Platz wo ich meinen Hund mitnehmen kann denn eine Hundepension über mehrere Wochen ist nicht bezahlbar ( 22-25,00Euro pro Tag )Es gab schon Zeiten da wollte ich mir das Leben nehmen nur mein Hund hat mich abgehalten.Ich stellte mir die Frage : Was wird aus meinem Hund wenn ich nicht mehr da bin ??Dann kamen mir die Tränen , denn sie ( Hündin ) kann nichts für meine Sucht .
    Ich bin nur noch müde dazu kommt , das ich sehr krank bin und nur mit starken Schmerzen lebe manchmal kaum laufen kann( taube Beine ).
    Du bist noch so jung lasse es einfach und rede offen mit deiner Frau bevor alles den Bach runter geht.

  5. #5
    Themenstarter

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    Standard

    Hi,

    gesagt getan - ich war gestern wieder Zocken. Alles weg. Wenigstens war es von der ersten Umdrehung an sehr unangenehm für mich.

    Es war ein ähnliches Gefühl wie beim letzten Mal Kiffen vor paar Monaten. Extremes Unbehagen. Seitdem auch nicht mehr geraucht.

    Hoffe das wird jetzt auch so.


    Habe in meinem Gehirn einen Suchtwechsel beantragt und spiele jetzt wieder World of Warcraft.

    Das kostet wenigstens nur 13€ im Monat - allerdings dafür auch meine Zeit.


    Naja, so long!

    Yaze

  6. #6

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    Hi Yaze,


    Du bekämpfst Deine Spielsucht mit spielen? Was versprichst Du Dir davon?


    Gruß
    Dry

    ----------Beitrag automatisch hinzugefügt um 14:30 ---------- Vorheriger Beitrag war um 14:20 ----------

    Nachtrag:

    Eine Sucht (egal ob stoffgebunden oder nicht) kann man doch nicht "behandeln" wie 'ne Spinnenphobie ?

    So nach dem Motto: "Nur lange genug angefasst, dann komm ich schon klar"
    Geändert von dry68 (08.12.2011 um 14:22 Uhr)

  7. #7
    Themenstarter

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    Ähm .. ja?

    Und die Fuffis in den Automaten schieben und kostenfrei irgendwelche Videospiele spielen ist ja wohl nochmal ein Unterschied.

    Spielen ist ja nicht gleich spielen oder? Am PC häng ich eh schon 20 Jahre, das ist eine ganz andere Geschichte.

  8. #8

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    Spielen ist ja nicht gleich spielen oder?
    Doch! Wenn man Spielsüchtig ist schon!


    Gruß
    Dry

  9. #9

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    Du bedienst mit World of Warcraft die gleichen Muster wie am Automaten auch.
    Es geht ja - ist mal MEIN Erfahrungswert - nicht nur ums Geld.
    Wie du ja selbst schreibst, es kostet deine Zeit (und ja nebenbei auch was an Selbstwertgefühl, oder?)

    LG.Gane

  10. #10

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    Jo...wenn Du den finanziellen Abstieg erstmal stoppst - oder wenigstens verlangsamst - ist das ja bei der Spielsucht schonmal nicht zu verachten.

    Da sich die körperlichen Symptome wahrscheinlich auch "in Grenzen halten" dürften - dadurch gut aushalten lassen, bleibt mehr Zeit für den sozialen Abstieg.... mit Ausgrenzung, Isolierung, Vereinsamung und allem Pi-Pa-Po...bis hin zur Verschiebung der Wahrnehmung und Realitätsverlust.

    z.B. durch WoW: Guckst Du==>World of Warcraft: Der soziale Verfall eines Menschen — Software Guide


    :::und das Ganze für schlaffe 15.- Eus im Monat
    Geändert von dry68 (08.12.2011 um 19:11 Uhr)

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