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Thema: Ich bin Spielsüchtig!!!

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  1. #1

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    Standard Ich bin Spielsüchtig!!!

    Hallo an alle!

    Vielleicht sind viele schon auf mein Problem aufmerksam geworden. Da ich neu hier bin und mich noch nicht so wirklich auskenne möchte ich euch hiermit nochmals von meinem Problem erzählen:

    Ich bin 22 Jahre alt und aus Österreich. Seit bald 2 Jahren bin ich spielsüchtig!

    Es fing alles so schön an irgendwie. Durch Zufall erzählte mir ein Bekannter das er öfters etwas bei Online- Fussballwetten gewinnt. Ich war begeistert und wollte es auch versuchen...

    An dieser Stelle sei gesagt das ich doch eher ein Typ Mensch bin der zur Sucht neigt und leicht abhängig wird. In meiner Vergangenheit habe ich es jedoch erfolgreich nach schlimmen 5 Jahren geschafft meine Sucht nach Schmerz zu bekämpfen.

    Aber nun wieder zu den Online- Fussballwetten. Schließlich habe ich mich registriert. Die Fussballwetten wurden jedoch schnell langweilig und ich versuchte mein Glück im Online- Casino. Tja und siehe da, ich gewann... (wie meistens wenn man das erste Mal spielt) Es waren damals doch 500 Euro- für meine Verhältnisse und für einen Einsatz von 10 Euro- sehr viel Geld.
    Das gefiel mir, ich spielte weiter. Mal gewann ich, mal verlor ich. So ging es eine Zeit lang recht gut dahin. Ich war glücklich und zufrieden.
    Doch dann der große Absturz...
    Eines Tages wollte es halt doch nicht so wie ich wollte und ich verspielte an einem einzigen Tag mein ganzes Monatsgehalt- 1.200 Euro!!! Am nächsten Tag verspielte ich wieder satte 700 Euro!!! Ich war am Boden. Natürlich... was tun... Konto überziehen und hoffen das alles wieder besser wird, Finanzpläne schmieden und mein Konto beim Online- Casino sperren lassen.
    Ja das klappte gut... mit viel Geduld und Rückhalt meines Freundes schaffte ich den Weg aus den Schulden. Meine Güte war ich stolz. So ging es ca. ein halbes Jahr gut ohne spielen, es schien als hätte ich mein Leben wieder im Griff.
    Voriges Jahr im Juni wurde klar das wir uns im September eine Wohnung bzw. ein Reihenhaus nehmen werden. Es schien alles so perfekt und super.
    Und so wurden wir voriges Jahr im September quasi die Nachbarn unseres "Stammlokales". Dort steht ein Spielautomat...
    Mein Freund spielt öfter einen 10er, aber nur einen und nicht hunderte. Ab und zu spielten wir gemeinsam einen und der Gewinn wurde geteilt. Selten das jemand von uns wirklich viel riskierte bzw. ohne den Anderen spielte.
    Doch schließlich holte mich alles wieder ein...
    Es fing wie damals an, mal eine Woche gar nix, dann wieder an einem Tag 30 Euro verspielt, mal wieder was gewonnen...
    Dann wurde alles schlimmer. Aus langeweile ging ich alleine hin und spielte. Gewann ich nichts gings zur Bank und es wurde weiter gespielt. Das geht jetzt seit Wochen so dahin. Die Beträge wurden immer höher. Mein Konto kam nach und nach wieder ins Minus. Die nervliche Belastung wurde immer größer.
    Vorgestern der Tag der hoffentlich mein Leben veränderte:
    Ich war Bank (Miete ist fällig)... ich habe die ganze Miete verspielt!!!

    Seit vorgestern ist mir bewusst, dass das nicht das Leben ist das ich führen möchte! Ich möchte nicht das sich all meine Gedanken nur ums Spielen drehen...
    Seit gestern ist mir bewusst: ICH BIN SPIELSÜCHTIG!!!

    Ich bin um jede Antwort dankbar!!!

  2. #2

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    Herzlich willkommen;

    Spielsucht ist ne Sucht wie jede andere auch...100 %ig.
    Machte da auch so meine Erfahrungen mit...
    Bin Polytoxomane, trocken etc....Die Gelehrten (hallo alive; ich necke einfach gerne; wenn es dir lästig ist; sags mir bitte......LS...) streiten noch, seit wann ich nun trocken bin...
    Zur Sache: Ich arbeitete bereits seit ca 1 Jahr in so'nem AutomatenCasino; meine HardcoreSucht lag 8 Jahre zurück (schau in meiner Vorstellung nach...), als meine Beziehung in die Brüche ging...
    Da war es nun wieder: MEIN Muster; Beziehung im Arsch - also: Gift, Drogen; Selbstzerstörung...Wollte ich aber nicht!
    Also, holte ich mir Tabletten, kiffte n bissel mehr wie die ganze Zeit & irgendwie ging's dann los: Mal was in die Kästen geworfen wenn keine Kunden da waren...'Zeit vertrieben'...Mal 'privat' spielen gegangen...Nen RiesenGewinn eingefahren...Jo, da war die Bremse offen:
    Hab am Tag 10 h gespielt, streckenweise Lohn & Kassengeld beliehen...Hölle, sag ich dir, Hölle...
    Habs mir aber immer wieder schön geredet...
    Bei mir waren es dann Strom/Gas & Wasser, das ich nicht beahlen konnte...
    Der Schreck war groß & Gott sei Dank heilsam: Job gekündigt & am Tag später noch schnell meinen Lohn verzockt...Wahnsinn!!!

    Habe jetzt seit September nicht mehr gespielt; am Anfang war es die Hölle - dieses Forum hier kannte ich noch nicht & die Glücksspielforen brachten mir nix, da das Problem ja tiefer lag...

    Habe, wie du, so ne Spielhölle direkt gegenüber & mein Ex-Arbeitsplatz liegt aufm direkten Weg zum 'Einkaufszentrum'...
    Setzte beide Plätze auf die'schwarze Liste' & es klappte, nicht zuletzt weil ich ja bei anderen Süchten auch schon Erfahrung gesammelt hatte...

    Was bei Heroin , Nikotin & Kiff (Hallo@Franz...same!) im Hirn abgeht, das passiert auch beim Glücksspiel; dein Belohnungszentrum wird durch Sehen & Hören aktiviert und gibt dir n gutes Gefühl...
    So, wie das klang, lebst du nicht alleine - ich würde erstmal reinen Tisch machen & dann schauen, wie ich das dann hinkriege...

    Wir lesen uns ...LG. Ganesha.

  3. #3

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    Kleiner Tip für die ersten Tage; gib dein Geld & deine Bankkarte ab...Die Versuchung, 'nur mal schnell für 20.-' zu spielen, ist einfach noch zu groß!
    Ich bin oft mit der sicheren Gewißheit zur Arbeit gegangen, daß ich heute nicht spiele...Von wegen; noch bevor der erste Kaffee gekocht war, liefen schon die ersten Automaten...
    Spiel auch zuhause keine Glücksspiele am Compu, du schickst dich damit nur drauf !!!

    Lenk dich ab - erledige Kram, der schon lange rumliegt, etc...

    Gesteh dir ein, daß du dir nicht trauen kannst...

    Es geht...& es wird besser...

    Link zum Thema:http://de.wikipedia.org/wiki/Spielsucht

  4. #4
    Themenstarter

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    Standard

    Hallo!

    Hatte gestern ein sehr sehr langes Gespräch einer sehr guten Freundin. Wir haben gewisse "Vorsogen" getroffen damit ich nicht wieder in Versuchung komme:

    Da nun mal in meinem Stammlokal auch Spielautomaten stehen und ich nicht drauf verzichten möchte dorthin zu gehen, musste ich einen Weg finden um nicht in Versuchung zu kommen das ich wieder spiele.

    Ich hab meiner Lieblingskellnerin erklärt wie es mir geht und das ich süchtig ist. Wir haben beschlossen das sie mich raushauen darf wenn sie sieht das ich spiele (einen anderen Weg würde es nicht geben).

    Auch mit meinem Freund musste ich einen Weg finden das auch er mich kontrollieren kann... Und so darf ich ihm jede Woche meine aktuellen Kontoauszüge vorlegen. Dort wäre sofort ersichtlich ob ich etwas auf ein Online- Casino überwiesen hätte oder nicht.

    Nun ja... du hattest recht- ich darf bzw. kann mir selbst nicht trauen. Vor allem in der "Anfangsphase" nicht...

    Heute fällt es mir komischerweise gar nicht so schwer. Heute habe ich sogar einen richtig guten Tag. Naja... hoffentlich gehts langsam wirklich bergauf...

    Lieben Gruß

  5. #5

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    das ist doch schön wenns dir besser geht! :-) nur das mit deinem stammlokal hört sich noch nicht so ganz "bombensicher" an - was machst du wenn die eine kellnerin grade nicht da ist? nette cafes ohne automaten gibts doch total viele, probier doch einfach mal ein anderes aus!
    ich drück dir auf alle fälle die daumen dass du es packst!

  6. #6

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    Hallo Astrid;

    Die ersten Schritte haste ja getan...
    Was machste aber, wenn es dich packt? Du hast scheinbar immer noch Zugang zum Konto - paß auf...
    Auch das mit der Kneipe ist gefährlich, vor allem, falls du da was trinkst....
    Hey, ich war auf Pulver, ich hab da Vergleichswerte & das Spielen ist genauso schlimm, was die Einflüsterungen (ooch, nur ein bissel...) und die Selbstverarsche angeht...
    Ich finde es klasse, daß es dir heut leicht fiel; aber auch das gehört zum Wesen der Sucht ..."Ey, iss ja garnicht soo schlimm".
    UND VOR ALLEM: Online - Casinos löschen; unbedingt!!!
    Ich würde sogar noch weiter gehen & würde mich auf die schwarze Liste setzen...
    Was soll's, wenn es dir wirklich ernst ist???

    Da du ja selbst sagst, daß du zur Sucht neigst - paß auf die Suchtverlagerung auf; geht schnell und schleichend...

    Soviel negatives, ich weiß - deshalb: Du bist auf dem richtigen Weg & schaffst das !!!

    Bis bald. Ganesha.

  7. #7
    Xerxes

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    Hallo Astrid, hallo zusammen,

    ich habe über 5 Jahre als Servicemonteur für einen Automaten Aufsteller gearbeitet. Ich habe viele Existenzen kaputt gehen sehen, sowohl Menschliche als auch Materielle. Ich stand im großen Zwiespalt: einerseits ist es mein Einkommen, andereseits fühlte ich Mitleid!

    Aber wenn du dir mal die Mühe machst und mal deine Gewinnchancen anschaust, dann muss jeder normal denkender Mensch sagen: UNREALISTISCH!

    Deine Chancen einen anständigen "Pott" zu ziehen, liegen im Promille-Bereich! Jeder Einsatz im Lotto wäre besser angelegt!

    Wenn jeder erstmal seine Gewinnchancen am Geldspielautomat ausrechnen würde, dann würde (fast) niemand mehr spielen!
    Mache dir die Mühe mit deinem Partner zusammen und berechne mal deine Gewinnchancen! Du wirst sehen, das hilft, denn das sind Fakten!!!

    Gruß

    Xerxes

  8. #8

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    Hallo Astrid, wie läufts?

    @xerxes: Hmmm, muß ich doch lachen; seit wann kann man Sucht über rationales Denken in den Griff bekommen - geht nicht:
    Bei den Drogen weiß ich: Es ist ungesund, unsozial...etc.
    Bei der Spielsucht: Wie gesagt, ich hab in so'nem Schuppen gearbeitet, ich hab auch gesehen, daß es Existenzen vernichten kann & ich hab mir auch überlegt, ob ichs verantworten kann, so mein Geld zu verdienen...Und trotzdem hab ich irgendwann angefangen richtig zu zocken...
    Sucht lenkt deine Gedanken & Gefühlswelt...Ist wie bei den Automaten auch: Du kannst bloß verlieren !!!

    Astrid, auch wenns daneben ging...Schreib dir's von der Seele...Ganesha.

  9. #9
    Xerxes

    Standard

    Zitat Zitat von ganesha Beitrag anzeigen
    @xerxes: Hmmm, muß ich doch lachen; seit wann kann man Sucht über rationales Denken in den Griff bekommen - geht nicht:
    Bei den Drogen weiß ich: Es ist ungesund, unsozial...etc.
    Bei der Spielsucht: Wie gesagt, ich hab in so'nem Schuppen gearbeitet, ich hab auch gesehen, daß es Existenzen vernichten kann & ich hab mir auch überlegt, ob ichs verantworten kann, so mein Geld zu verdienen...Und trotzdem hab ich irgendwann angefangen richtig zu zocken...
    Sucht lenkt deine Gedanken & Gefühlswelt...Ist wie bei den Automaten auch: Du kannst bloß verlieren !!!
    Hallöchen Ganesha,

    das ist eines meiner "Probleme":
    Ich denke und handel rein logisch (also emotionslos) und mache nichts, dass sich nicht logisch erklären lässt! Ich bin z. B. aus Religion und später aus der Kirche ausgetreten, ich habe nie geraucht oder andere "unlogischen Sachen gemacht"!
    Jetzt kommt erschwerend hinzu, dass ich immer davon ausgehe, dass andere genauso handeln und denken wie ich - oder anderes gesagt: Ich kann mich nicht in eine andere Person hineinversetzen - folglich auch nicht verstehen, warum diese Person dies tut!
    Was für mich logisch und offensichtlich völlig klar ist, ist für andere nicht nachvollziehbar. So wie ICH die anderen nicht verstehe, so verstehen die anderen meine Handlungsweise nicht!
    Deshalb ist das Suchtverhalten anderer ein Buch mit 7 Siegeln für mich!

    Gruß Xerxes

  10. #10

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    Hallo Astrid!

    Ich finde es toll, dass Du schon gewisse Schritte unternommen und Dich Leuten anvertraut hast. Das ist wirklich super.
    Ich kenne mich mit Spielsucht nicht aus, daher entschuldige die Frage: Bekommst Du auch körperliche Entzugserscheinungen - wenn ja, welche genau? Ich frage das, weil Du sonst ja ggf in eine alte Sucht zurückfallen könntest. Man kompensiert ja gerne die Schmerzen des Entzuges durch alte Verhaltensweisen. So weiß ich von mir zB, dass ich beim Entzug meines Medikaments gerne wieder in das SVV zurückfalle.
    Es wäre also wichtig (aus meiner Sicht), dass Du Dir etwas überlegst, was Du machen kannst, wenn es Dich überkommt. Ich sage immer wieder: Wie wäre es mit Sport? Also zB Jogging-Schuhe an und laufen? Hast Du einen Hund? Dann könntest Du auch einen Spaziergang mit ihm machen.
    Ich weiß, dass meine Tipps sicher auch ihre Kritikpunkte haben. Ich versuche nur, Dir evtl eine Idee zu liefern, was Du noch tun könntest. Ich bin kein Experte, sondern einfach selbst süchtig. Bei mir klappt das mit dem Sport leider nicht, weil ich dann meist zu depri bin und meinen Popo nicht hoch bekomme, aber mein früherer Therapeut riet mir das mit dem Sport immer an.

    Noch einmal möchte ich aber sagen: Super, dass Du die ersten Schritte gemacht hast. Sei stolz auf Dich!!

    Mocca

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