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Thema: Spielsucht meines Mannes

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  1. #11

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    Hallo,

    erstmal @ souvenir: Nee, das ist absolut kein Blödsinn, was du schreibst.
    @NK1983: Ich habe selbst mal gezockt, masslos, wie bei den anderen Süchten auch...
    Dein Partner ist ein "2 Euro - Junkie" !
    Er spritzt sich kein Heroin , der Kick ist halt der Automat.
    Da ist erstmal der akkustische Reiz - wenn du so drauf bist, dann meinst du, du hörst überall das Gebimmel der Automaten. Zum Teil verwenden die als Gewinnmusik bekannte Rocksongs (I want it all/Queen) etc.
    Jedesmal, wenn du sowas hörst, löst dass den Impuls zum Spielen aus, wie beim Pawlov'chen Hund...
    Dazu kommt der visuelle Reiz: Das Drehen der Walzen hat einen recht 'einnehmenden' Effekt, quasi hypnotisierend.
    Dann kommt der 'Belohnungsrausch', wenn du gewinnst.

    Es gab mal ne Untersuchung, da wurden Junkies, Alkis, Kokser und Zocker in die Röhre geschoben und mit allen möglichen Reizen konfrontiert:
    Bei allen wurde - trotz unterschiedlichster Drogen - genau der gleiche Bereich im Gehirn bedient...

    Es ist verdammt schwer, davon loszukommen:
    Ich behaupte mal, dass ich es nur geschafft habe, weil ich meine Erfahrungen mit den Drogenentzügen hier mal verwerten konnte...

    ABER: Obwohl ich das alles kannte, waren die finanziellen & sozialen Auswirkungen bei mir zum Teil schlimmer, als bei manchen Drogensuchtverläufen vorher!
    Verheerend!
    Ich brauchte 1 1/2 Jahre, um endlich zur Besinnung und von da aus zur Aktion zu kommen!

    Ein Umzug bringt überhaupt nichts, da dieses Alltagsdroge leider überall verfügbar ist.
    Was - gegebenfalls - helfen kann, das ist eine Ortsveränderung von 14 Tagen, um die Absicht umzusetzen & die Bremse reinzukriegen.

    Das geht aber nur, wenn wirklich Einsicht und Wille da ist.
    Auch ne Therapie bringt dann bestimmt was, für mich hört es sich so an, als wäre er da noch recht weit weg davon !!!
    (Von wegen 'kontrolliertes Spielen'...pfffff....Ich nahm mir jeden Tag erst vor, NICHT zu spielen, dann KONTROLLIERT zu spielen, dann MORGEN nicht zu........und so weiter!)

    Klingt alles bissel aussichtslos - aber ich habe 2 Jahre nicht gezockt und arbeite seit einem halben Jahr in einer Spielhalle.
    Das war zwar sehr, sehr, sehr, sehr hart am Anfang, aber es hilft mir dabei, mein Selbstbewußtsein wieder herzustellen!

    Es gibt also Hoffnung; wieviel Lüge, Enttäuschungen und Aussichtslosigkeit du bereit bist, bis zu diesem Pinkt hinzunehmen....das kannst nur du entscheiden.
    Ein Co - Abhängiger ist aber genauso übel dran, wie der Süchtige auch, glaub's mir.

    Ich wünsche dir viel Kraft...und vergiß nicht dich selbst....

    LG.Ganesha
    Geändert von ganesha (11.11.2009 um 16:04 Uhr)

  2. #12

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    Standard Spielsucht ist Horror

    Hallo,

    ich verweise hier mal auf meinen Beitrag zu diesem Thema, den ich Mike als Antwort zu "Spielsucht" geschrieben habe.

    Grundsätzlich gebe ich allen Vorrednern recht, man muss auf sich selber helfen wollen - ob als süchtiger oder als angehöriger.

    und zur Spielsucht nochmal: aus leidvoller eigener erfahrung weiß ich, dass ein Rückfall beim Spielen schlimmer sein kann als bei stoffgebundenen Süchten.
    Bei Drogen, Alk etc ist man nach einem z.B. Wochenend-Rückfall zwar äusserst mies drauf und läuft gefahr, wieder körperlich abhängig zu werden aber die Folgen sind i.d.R. absehbar.
    Als Zocker kannst Du dich nach 10 cleanjahren innerhalb von stunden KOMPLETT finanziell ruinieren. Das ist echt heavy.

    Aber es gibt Hilfe, man muss diese nur annehmen wollen!

    Kopf hoch

    lg

    Feu

  3. #13
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    Hallo NK,

    ein paar Gedanken von mir im vorbei gehen

    Umzug löst sicher nicht das Problem, aber in Verbindung mit therapeutischen Maßnahmen kann ein Wohnortwechsel meiner Meinung schon auch sehr unterstützen. Aber wohl gemerkt, nicht der Umzug wäre die Therapie !
    Aber Umzug bedeutet ja oft anderen Umgang, neue Bekannte und Freunde, wie gesagt, für mich ein passabler Zusatzschritt.

    Ansonsten waren ja viele Ansätze und Ratschläge in den Vorpostings

    Nur Feurio, die Aussage, dass i. d. R. Drogenrückfälle absehbare Folgen hätten, da komme ich nicht mit. Als bestes Beispiel, ich habe mich nach über 11 Jahren clean sein mit einem Rückfall ruiniert. Folge mit unter, gut gehende Firma verloren, Trennung, Scheidung, Haus weg, Kinder weg, alles weg ...
    Für mich jedenfalls ist es völlig egal mit was man Rückfällig wird, jeder empfindet es anders und genauso kann ich mit einem einzigen Ausrutscher z.B. auch mit einer Esssucht alles in Null Komma NIX zerstören.

    Letzter Ansatz ist aber auch mein Punkt, jeder kann seine Sucht überwinden, wenn man bereit ist, Hilfe anzunehmen - auch wenn es mehrere Anläufe brauchen sollte.

    LG Franz

  4. #14

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    Zitat Zitat von Feurio Beitrag anzeigen

    Aber es gibt Hilfe, man muss diese nur annehmen wollen!
    Ja sicherlich. Doch es ist nicht zu eine Frage des wollen, sondern auch eine Frage der Einsicht, dass man es alleine nicht schafft. Ich stelle bei mir immer wieder fest, dass ich es alleine versuche ("klar zu kommen") und dann dabei Gefahr laufe, mehr abzurutschen. Dabei kann ich recht gut um Hilfe fragen bzw. sie mir besorgen und doch ist es mir jetzt erst wieder passiert, dass ich diese Gefahr unterschätzt habe. Schlimm ist das im Moment nicht aber ärgerlich und absolut unnötig!

    S.

  5. #15

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    hi souvenir,
    klar, die eigene einsicht es nicht alleine zu schaffen steht vor dem wollen!

    lg

  6. #16

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    hey franz,

    vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. ich meine, dass die schlimmen folgen eines zeitlich auf ca. max. 48h begrenzten rückfalls bei drogen etc. äusserlich(!!), d.h. in bezug auf materielle folgen etc., nicht so schlimm werden können wie beim spielen. nimmt man unmittelbar nach dem rückfall (der wirklich nur einmaliges konsumieren sein sollte, nicht wieder körperlich drauf) wieder hilfe in anspruch, läßt sich doch der schaden begrenzen, oder? Ich meine wirklich nur die materielle ebene, psychische auswirkungen können bei jeder art von rückfall verheerende folgen haben. du hast von dir gesprochen - du hast doch nicht alles verloren weil du 1x konsumiert hast, oder? bist du wieder komplett in ein altes suchtverhaltenschema gerutscht?
    ich denke es ist hier nur ein missverständnis - ich kann mir einfach nicht vorstellen, auf der materiellen bei kurzem drogenrückfall ebene soo viel verlieren zu können.

    sorry, hier über umstände deines lebens zu spekulieren ist blöde von mir. wenn du magst, schreibe das doch etwas ausführlicher.

    beste grüße

    Feurio

    ***was uns angst macht und sorgen bereitet sind nicht die dinge an sich, sondern nur unsere vorstellung davon***

  7. #17

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    Einspruch Feurio,

    ich weiß was du meinst.
    Bei mir läuft das so:
    Ich habe nach 7 Jahren AlkoholAbstinenz mit Kumpels ne Flasche Schnaps getrunken. War ein Ausflug mit Übernachtung im Freien...
    Es war abgemacht, dass die Jungs mich daran hindern, am nächsten Tag weiterzutrinken, falls dem so wäre!
    Okay - der nächste Tag kam und ich bekam das gut hin!!!

    An dem Punkt und die nächsten zwei Jahre hätte ich dir auch voll zugestimmt!
    Als ich dann aber ca 3 Jahre später wieder Im Alkohol ertrank, mich beinahe totgesoffen hatte, den zweiten kalten Entzug mit dem Dreckszeug machte (in Indien; wog noch 54kg/183cm !!!), wieder clean war und mich etwas aufgebaut hatte, sah ich ganz klar:

    Es war genau dieser EINE Ausrutscher, der es meinem inneren Schweinehund erlaubte, wieder so stark zu werden, weil:
    ES IST JA NIX PASSIERT !

    Liegt ja auch auf der Hand, oder ?!!

    Aber es stimmt schon, beim Zocken ist halt die Kohle auf nen Schlag weg!
    Kann aber auch erstmal Null auf Null ausgehen und dann spielste weiter...

    Sucht hat Wucht !!! Und wie...

    LG.Ganesha

  8. #18

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    Beim Zocken ist vielleicht die ganze Kohle weg, je nachdem, wieviel es ist, kann das auch bei Drogen passieren. Bei Drogenkonsum kann allerdings noch ganz anderes passieren, man könnte u.U. sterben, was ja wohl beim Zocken nicht der Fall ist.

  9. #19

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    hi, ich gebe dir völlig recht

    "Es war genau dieser EINE Ausrutscher, der es meinem inneren Schweinehund erlaubte, wieder so stark zu werden, weil:
    ES IST JA NIX PASSIERT !"

    die von mir vorgenommene trennung von materiellen und psychischen folgen macht beim thema rückfall wenig sinn. ich wollte nur das thema spielen etwas präzisieren, was ich meinte ist -glaube ich - nun auch angekommen.

    aber nochmal: was nutzt geringer materieller schaden, wenn der pigdog wieder futter kriegt, die seele schreit und psychisch wieder alarm hoch 10 ist? nix.

    lg

    feurio

  10. #20
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    Das meinte ich ja, aber Feurio hat sich erklärt und ich hab genau verstanden was er sagen wollte

    Aber Feurio, hier lesen viele Menschen mit, die meinen dann, tja - baller ich mir was, Hauptsache nicht Spielsüchtig

    Und alive sagt es, ich bin seit einem Rückfall schwerbehindert, kann nicht mehr laufen und hab es wirklich nur mit sehr viel Glück überlebt.

    So, aber nun zurück zum Thema bitte

    LG Franz

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