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Thema: Spielsucht meiner Stieftochter

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  1. #1
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    Standard Spielsucht meiner Stieftochter

    Hi, ich hatte hier vor kurzem geschrieben, daß meine Stieftochter von Bielefeld wieder hier nach Magdeburg ziehen will, weil sie mit ihren Schwiegereltern, die im selben Haus wohnen nicht klar kommt. Der Schwiegervater hatte ihr die Meinung gesagt.
    Bis jetzt hatten wir vor, sie zu unterstützen und auch ihr zu helfen, damit sie mit ihrem Kleinen 3 Jahre, wieder her kann. Ihr Mann will dann eigentlich im Herbst, wenn er fertig mit dem Studium ist auch herzihen.
    Ich kenne Steffi nun auch schon 6 Jahre und in diesen 6 Jahren ist mir aufgefallen,daß sie ständig am Computer sitzt und dieses Spiel World of Warkaft spielt. Jede freie Minute. Nun ist sie ja vor 4 Jahren nach Bielefeld gezogen und hat dort ein Kind bekommen und wir dachten, es ist alles in Ordnung. Wir waren des öfteren mal da und ich stellte fest, daß sie immer noch so viel spielt und die Wohnung wie sau aussieht. Sie schläft lange und das Kind spielt für sich alleine. Ich habe mich aber nicht eingemischt, dachte, sie kümmert sich nicht richtig, weil wir ja dann da waren und sie dann mal ausschlafen will.
    Wenn sie mit dem Jungen hier ist, ist es genauso. Sie schläft lange und wenn sie aufsteht, spielt sie dann an meinem Computer. Wieder ließ ich sie in Ruhe, weil ich wieder dachte, sie genießt das, wenn ich mich um den Kleinen kümmere. Sie braucht auch mal Momente nur für sich.
    Jezt ist das ganze eskaliert mit dem Schwiegervater und sie will nur noch weg da. Ich hatte so ein komisches Bauchgefühl und den Impuls, daß ich nicht möchte, das sie herzieht und habe Kontakt zu den Schwiegereltern aufgenommen und mein Verdacht bestätigte sich, daßdort alles aus dem Ruder läuft. Die Schwiegermama war so froh, daß ich mich gemeldet habe, sie wollte es schon seit Monaten, doch sie wollte Steffi nicht in den Rücken fallen und hatte Angst vor unseren Reaktionen.
    Steffi braucht dringend Hilfe. Sie ist mit dem Haushalt überfordert, mit ihrem ganzen Leben und lebt in ihrer eigenen Welt. Unser Enkel ist ständig bei den Großeltern und Jens geht studieren und danach arbeiten, damit Geld in die Kasse kommt.
    Wir als Eltern und Schwiegereltern wissen nun nicht, wie wir Steffi klarmachen, daß sie dringend Hilfe braucht. Sie ist spielsüchtig, das steht fest. Und das schon seit vielen Jahren und immer dasselbe Spiel. Eigentlich haben sie und auch ihr Freund Schwierigkeiten und sind überfordert mit dem Familienleben und Eltern sein und viel Geld ist auch nicht vorhanden.
    Wie machen wir als Eltern ihr nun das klar, daß wir nicht möchten, daß sie dort wegläuft. Sie soll sehr stur sein. Mein Mann sagte mir jetzt, genauso ein Temperament wie ihre richtige Mama. Sie läßt sich nichts sagen. Wenn die beiden hier herziehen, ist es nur ein anderer Ort und andere Großeltern, nämlich wir. Die Probleme bleiben. Ich möchte so gern, daß Steffi eine Therapie macht. Nun können wir ihr aber auch nicht sagen, daß wir als Eltern Kontakt aufgenommen haben zu den Schwiegereltern. Wir machen uns alle 4 Sorgen. Bloß wie kommt das rüber, Schwiegermama und Stiefmama meckern dann. Die richtige Mama können wir vergessen. Die ist genauso wie Steffi. Das schlimmste wäre, wenn Steffi dorthin zieht, dann geht sie unter. Die Mutter trinkt und es herscht häusliche Gewalt in diesem haushalt. Da würden wir alles tun, um unseren Enkel da rauszuholen.
    Wir haben heute mittag einen Termin bei meinem Therapeuten und ich möchte das Thema mit ihm besprechen. Was können wir nur tun, damit Steffi in ihren Kopf reinbekommt, daß sie Hilfe braucht. Sie hat keinerlei reale Kontakte dort in Bielefeld, geht nirgens hin, außer zu ihrer Arbeit 2 x die Woche. Bis spät in die Nacht spielt sie. Wir machen uns große Sorgen, haben das gestern alles so richtig erst erfahren. Ich weiß, daß hier viele Spielsüchtige sind. Wie kann ich am besten mit Steffi reden und das noch als Stiefmama.

  2. #2
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    Hi, ich habe noch vergessen zu sagen, daß sich mein Mann absolut nicht traut, ihr was zu sagen, weil er Angst hat, sie bricht den Kontakt zu ihm wieder ab, war schon einmal so. Und das möchte er nicht. Ich möchte am liebsten auch nichts sagen, aber wir müssen.

  3. #3
    Kassandra

    Standard

    Hi Tine,

    Ich finde gut, dass Du da gleich professionelle Hilfe aufsuchst und auch intuitiv versuchst Grenzen zu setzten, indem Du nämlich nicht das Problem Deiner Stieftochter zu Deinem eigenen machst

    Siehst Du, das wird doch

    LG,
    Kassi

  4. #4
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    Hi Kassi, ich will es auch nicht zu meinem Problem machen, ist es aber schon, ich reagiere heute mit dissoziativen Zuständen. Das bringt mich aus dem Gleichgewicht. Und ich bin nur die Stiefmutter und die einzige, die dank Euch hier, ein wenig Einsicht in die Materie gewonnen hat, wie ernst das eigentlich ist und nicht nur eine Sturheit von ihr. Ich kann mit sowas nicht umgehen, werde es aber müssen und mit ihr sprechen. Das mach ich aber per Internet, weil wir nicht einfach so hinfahren können. Sie wird bockig reagieren. Ihr Freund sagt, sie spricht manchmal tagelang nicht mit ihm. Ich ärgere mich richtig, daß ich gefühlsmäßig scheinbar so mitschwinge, daß es mir dreckig geht, dabei kann das ihr Vater machen und nicht ich. Ich bin dann die böse Stiefmutter. Das Problem selber ärgert mich nicht mal, sondern, wie ich drauf reagiere. Und wie andere in der Familie reagieren. Schwiegervater zetert, Oma sagt nur, so geht das nicht. Schwiegermama und Stiefmama haben dasProblem erkannt, sind aber bestimmt nicht die richtigen Personen es ihr beizubringen.

  5. #5
    Kassandra

    Standard

    ich will es auch nicht zu meinem Problem machen, ist es aber schon, ich reagiere heute mit dissoziativen Zuständen
    ......., nein ist es nicht, aber is natürlich klar, dass man das nicht einfach wegschieben kann. Wichtig ist, für Dich Grenzen zu setzen, um die Dissos kontrollieren zu können. Wie gesagt, ich finds super, dass Du gleich Deinen Therapeuten angesprochen hast und er auch so spontan Zeit hat. Dann fängst erst gar nicht an Dich in die falsche Richtung zu verzetteln, was widerum auf Deine Kosten gehen würde.

  6. #6

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    Hi Tine,

    das ist eine üble Kiste!
    Da gelten genau die selben Regeln wie bei allen Süchtigen.
    Hilfe wohl anbieten, aber nicht selbst dabei kaputtgehen...

    Puuuh, ist verdammt schwierig.
    Meine Idee dazu: Hol dir die Rückendeckung bei deinem Männe,
    wenn's geht auch bei dem anderen Elternpaar & dann mach ihr klar,
    dass sie - ohne therapeutische Maßnahmen - bleiben soll,
    wo der Pfeffer wächst!
    Dass sie dabei ist, das Sorgerecht für ihr Kind zu verspielen etc...

    Wenn da überhaupt etwas durchkommen soll, dann muß das schon krass
    sein - denn WoW ersetzt scheinbar so ziemlich alles, was der Mensch wirklich braucht...
    Da braucht es Hämmer zum Wachrütteln und es ist dann ein harter Weg!

    Viel Glück...LG.Ganesha

  7. #7
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    Danke Ganesha, habe schon viel übles über das Spiel gehört. So ungefähr 6 Jahre spielt sie es schon, wir wußten aber nicht, daß es so schlimm ist, daß sie alles vernachlässigt. Wir sind ja die Oma und Opa, die so weit weg sind. Gut, daß ich Kontakt aufgenommen habe. Ich habe den anderen Großeltern auch eine Last von sich genommen, sagen sie, weil sie Angst hatten, uns etwas zu sagen, da wir ja die Eltern sind. Aber da sind mein Mann und ich uns einig, im Notfall helfen wir Jens, daß das Kind bei ihm in Bielefeld bleibt und bei den anderen Großeltern. Sie haben sich nichts zu schulden kommen lassen. Mir gehts jetzt schon besser, wenn ich das schriftlich hier mache und mir ist ja durch das viele Lesen bei anderen auch schon klar , was zu machen ist und das wir da nur Hilfe anbieten können, aber mehr nicht. Das wäre nämlich so, wenn sie wieder her zieht, ist das gleiche Spiel. Die Großeltern kümmern sich und sie spielt.

  8. #8
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    Was ist denn eigentlich so fastzinierend an diesem Spiel WoW? Wieso ist das denn so gefährlich und macht süchtig. Ob es ihr hilft, wenn die Schwiegereltern einfach Internet sperren, weil sie hängt irgendwie mit dran bei Ihnen, wenn sie ihre Leitung kappen oder muss das ausgeschlichen werden oder ganz radikal, was meint ihr?

  9. #9

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    Naja, das gefährliche daran ist wohl,
    dass es eine perfekte Illusion der Realität vorgaukelt!
    Sprich: Du hast deine sozialen Kontakte darin,
    du erledigst Aufgaben, Missionen...zusammen mit deinem Clan.
    Du wächst, deine Fähigkieten wachsen.

    Es gab Todesfälle, weil die Leute "vergaßen", zu trinken etc
    Verwahrlosung gehört dazu & du kümmerst dich absolut nimmer um deine realen Angelegenheiten.

    Internet sperren wäre nicht das Schlechteste; allerdings sollte das Umfeld mit übelsten Reaktionen rechnen...
    Würde also Sinn machen, das Kind derweil aus der Schußlinie zu nehmen.
    Nach dem, was ich da schon so am Rande mitbekommen habe, schafft das kaum jemand ohne richtige Hilfe.
    Ausschleichen? Naja - wenn man soo drinne ist, bringt das kaum was...

    Vom Netz trennen, aber vorher schauen, dass sie - zusammen mit dem Mann am Besten, einen Termin hat.
    Ev. wirklich mal stationäre Behandlung in Betracht ziehen...

    Langer Weg! LG.Ganesha

  10. #10
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    Komme eben von meinem Therapeuten und habe mit ihm über Steffi erzählt.
    Kassandra hat Recht, ich soll und darf es nicht zu meinem Problem machen, auch nicht die ganze Umzieherei, ihr Weglaufen. Wenn sie umziehen will, soll sie. Wir sollen ihr dann klipp und klar sagen, daß wir den Kleinen nicht jeden Tag nehmen können, wenn sie mal was vorhat, Amt oder auch mal ausgehen will, ist das in Ordnung, aber jeden Tag, wie sie sich das vorstellt, ist nicht. Das geht auch über meine Grenzen. Aber ihre Entscheidung umziehen zu wollen, müssen wir akzeptieren und sollen auch gar nicht versuchen, sie umzustimmen, weil ihre Entscheidung.
    Bei ihrer Sucht sollen wir uns auch erst mal nicht einmischen, sondern das wäre Aufgabe ihres Partners, denn ihm fällt es ja auf. Wir kennen es ja mehr vom Hörensagen. Wenn sie auf das Gespräch kommt, sie kommt nicht mehr klar, dann Hilfe anbieten. Mein Therapeut hat mir auch gleich angeboten, ihr eine Klinik zu empfehlen, die sich auf Spielsucht spezialisiert hat. Und er hat uns auch angeboten, daß sie mal zu ihm kommen kann, wenn sie hier ist und das wünscht. Eh sie sich durch so viele Therapeuten durchfragt, wer mal Zeit hat.
    Wir sollen unsere Tochter ihre eigenen Fehler machen lassen und sie auch draus lernen lassen. Ihr Freund möchte gar nicht mit herziehen, wird im Herbst fertig mit dem Studium muß sich dann weiß Gott wo bewerben und muss vielleicht ganz woanders hinziehen. Er soll ihr auch klipp und klar sagen, er bleibt an seinem Studiumsort in Bielefeld und wechselt jetzt nicht kurz vorher die Uni. Wenn sie umziehen will, dann bitte ohne ihn und er soll auch versuchen, daß das Kind dort bleibt in der gewohnten Umgebung, in seinem Kindergarten, wo er sich gerade mal seit einem viertel Jahr eingelebt hat und nicht schon wieder umgewöhnen soll und auch bei den Großeltern, die den kleinen eh schon jeden Tag aufgebrummt kriegen. Notfalls soll er das mit dem Jugendamt durchsetzen. Es ist zwar unsere Tochter, aber wir sind der selben Meinung, daß der Junge dort bleiben sollte. Aber auch da sollen wir uns nicht einmischen, daß muß der Mann machen. Und wir sollen sie auch alleine den Umzug organisieren lassen. Wir sollten ja die Wohnung suchen, Arbeit suchen und alle Ämterwege erledigen, Kostenvoranschläge fürs Arbeitsamt holen, damit der Umzug bezahlt wird und und und. Wenn sie nicht selber herkommen kann, muß sie das per Internet regeln oder per Telefon.
    Ich danke Euch nochmal für Eure Hilfe und Kassi danke fürs immer direkt sein. Nützt ja nichts, etwas schön zu reden und ganesha danke für die Erklärung des Spiels.

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