Außer Kontrolle: A-Typische Essstörung bestimmt mich und meinen Alltag

    • Außer Kontrolle: A-Typische Essstörung bestimmt mich und meinen Alltag

      Wollte auf 'Vorschau' und nicht auf 'abschicken' klicken... :o
      War noch nicht fertig, hab den Text daher rausgenommen - Beitrag folgt!
      Statt mich
      in steter "Selbstverleugnung"
      zu überfordern
      und zu hassen
      will ich
      in meinen Grenzen leben
      und mich lassen

      B. Rulf

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      Beitrag von pamuk ()

      Dieser Beitrag wurde von Franz aus folgendem Grund gelöscht: Wird so ja nicht gebraucht ().
    • Hallo Zusammen,


      weiß gar nicht so recht, ob mir Jemand damit wirklich weiterhelfen kann, aber ich weiß momentan einfach nicht mehr wohin damit..

      Angefangen hat es vor 2 Jahren als ich mich aufgrund meiner schlechten psychischen Verfassung und des immer weiter zunehmenden Konsums, zu einem stationären Aufenthalt entschieden hatte. Während meiner Zeit dort hab ich extrem abgenommen - von 57Kg auf 40 Kg runter!


      Unbeabsichtig, muss ich dazu sagen!
      Gehe offen mit der Thematik um und muss mich diesbezüglich hinterfragen, denn ich hatte noch nie ein gutes Verhältnis zu mir und meinen Körper.
      Und Magersuchtzeiten sind mir aus meiner Jugend noch bekannt und generell exestierte nie ein gesundes, geregeltes Essverhalten..

      Hab einfach im Verhältnis zum Stress zu wenig gegessen und wahrscheinlich auch zu unausgewogen - das Krankenhausessen war nicht unbedingt nahrhaft, vor allem eben das vegetarische bestand überwiegend aus 'trockenen Kohlenhydraten'...

      Zuhause unterschritt ich dann irgendwann die 40Kg und entschloss mich dazu mir Hilfe zu holen.

      Meine Hausärztin fand den Zustand mittlerweile sehr kritisch und hat mich ins Krankenhaus eingewiesen. Verschiedene Untersuchungen haben bis auf eine Magenschleimhautentzündung, sowie den Helicobactor Virus und ein paar wenige auffällige, aber dafür nicht ausschlaggebende Blutwerte ergeben.

      Die Zeit verging und mein Gewicht fing weiter an zu sinken.

      Natürlich ist es nicht verwerflich, dass schnell von Magersucht oder Bulimie ausgegangen wird, wie auch meine Hausärztin irgendwann in diese Richtung tendierte und mir angeraten hat, mich auf der psychosomatischen Station für Essstörungen vorzustellen.

      Da ich selbst die Situation nicht mehr in den Griff bekam und auch für mich und andere ausschließen wollte, dass ich bewusst abnehme, hab ich mich darauf eingelassen.
      Ich bekam einen Essensplan der es in sich hatte und zusätzlich 4 Flaschen hochkalorische Trinknahrung. Alle Mahlzeiten wurden unter Aufsicht zu sich genommen, damit sich das Pflegepersonal einen Überblick über das Essverhalten verschaffen konnte..

      Ich habe alles zu mir genommen, auch wenn ich mehr als nur voll war, es mir oft nicht schmeckte - selbst dick Butter unter Käse, was ich noch nie gegessen hab! Ich hab alles mitgemacht, da ich einfach an mir selber zweifelte und mir meine Verfassung immer mehr Sorgen machte.

      Trotz der extremen Kalorienzufuhr und striktes Bewegungsverbot, habe ich weiterhin abgenommen.
      Da ich weder gehungert, noch mich übergeben habe, bin ich nach den 3 Wochen mit einem Gewicht von 40Kg entlassen worden.


      Meine Hausärztin war fassungslos und nannte es fahrlässig.
      Dann hätte wenigsten eine weitere umfassende 'Ursachenforschung' betrieben werden sollen, schließlich war ich im Klinikum.. Also schrieb sie mir erneut eine Krankenhauseinweisung aus..


      Der nächste Aufenthalt.
      Verschiedene Untersuchungen, keine nennenswerte Auffälligkeiten.
      Wieder hochkalorische Trinknahrung, später sogar intravenöse Ernährung. Weiterhin keine Gewichtszunahme.
      Da organisch keine Auffälligkeiten vorlagen, bin ich wieder entlassen worden, mit der Empfehlung eine Psychotherapie zu machen, da vermutet wurde, dass die Ursachen 'tiefer' liegen..


      Mein Allgemeinzustand verschlechterte sich immer mehr. Hatte kaum noch Energie, den Tag rum zu bekommen.
      Zudem hatte ich immer mehr das Gefühl, nicht mehr alle Nahrungsmittel zu vertragen. Ich bekam oft heftige Konzentrationsschwächen unmittelbar nachdem Essen, Kälteschauer, wurde totmüde, teilweise auch aggressiv,.. Mit der Zeit entwickelte ich eine gewisse Angst vor sämtlichen Nahrungsmitteln und dem Essen im Allgemeinen.

      Jemand hatte mir mal den Ratschlag gegeben, zusätzlich Nüsse zu essen. Das war der einzige Zeitraum, ich den ich es schaffte mein Gewicht zu halten und sogar etwas zu zunehmen.
      Und ich hatte das Gefühl, dass sie mir gut tun, ich danach nicht irgendwelche 'Ausfälle' oder sonst was hab.
      Hab ne zeitlang, fast jeden Abend 200g und manchmal noch mehr gegessen. Es wurde irgendwie schon zwanghaft..


      Zuletzt habe ich mich dann nochmal auf eine Reha eingelassen, die insgesamt 4 Monate dauerte.
      Selbiges Programm - von einer Ernährungsberaterin aufgestellter Ernährungsplan, angeordnete Zischenmahlzeiten und striktes Bewegungsverbot über den gesamten Zeitraum.
      Zum Ende der Rhea hatte ich sogar noch ein Kilo weniger drauf als das Gewicht, mit dem ich dort hingekommen bin!
      Ich wurde arbeitsunfähig entlassen..


      Hab echt das Gefühl, dass mein gesamter Stoffwechsel nun vollkommen hinüber ist und ich meine immer noch, dass ich nicht mehr alles vertrage, kann aber nicht genau ausmachen was! Ich weiß absolut nicht mehr was ich essen soll... Hab keinen Apetitt, kein Hunger-, aber auch kein Sättigungsgefühl mehr wenn ich einmal anfange..

      Bin oft nachdem Essen todmüde, kann mich nicht konzentrieren, mir ist häufig schwindelig etc..
      Meine Hände und Füße, aber auch andere Bereiche fühlen sich extrem kalt an,.. Ich hab heftiges Sodbrennen, fast egal was ich esse, Durchfall,..
      Sämtliche Knochen knacken, mir fallen die Haare aus, meine Zähne fangen an zu wackeln,..

      So langsam macht mir all das echt Angst!!


      Mittlerweile hab ich zwar wieder ein Gewicht von ca 53Kg erreicht, aber mir geht es alles andere als gut damit!
      Hab extreme 'Fetteinlagerungen', nur noch wenig Muskulatur, keine wirkliche Kondition mehr..

      Ich möchte einfach wieder einen Alltag haben, der nicht vom Essen bestimmt wird! Möchte mich geistig, wie auch körperlich wieder fit fühlen!
      Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich zu einem normalen Essverhalten zurück finden kann... :8:



      Lieben Gruß
      pamuk.
      Statt mich
      in steter "Selbstverleugnung"
      zu überfordern
      und zu hassen
      will ich
      in meinen Grenzen leben
      und mich lassen

      B. Rulf

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von pamuk ()

    • Hey!

      So wie du das erzählst, klingt das echt seltsam.... Wurden da wirklich alle körperlichen Ursachen ausgeschlossen? Schilddrüse? Diabetes? Irgendwelche vielleicht auch neurologischen Ursachen? Mangelenerscheinungen?
      Ist es denn so, dass du dich echt zwingen musst zu Essen oder wie ist das?
      Was sagt deine HA aktuell? Die kann ja mit dem Zustand auch nicht zufrieden sein?

      Ist denn eine Therapie eine Option für dich?
      Ich bin
      gefangen
      im Sturzflug
      meines Lebens
      (Verfasser unbekannt)
    • Schön, dass es mit dem Post dann doch noch geklappt hat.

      Deine Angst kann ich gut verstehen, zumal deine körperliche Symptomatik und deren Folgen ausgeprägt sind. Und es sieht so aus, als gäbe es aus Sicht der Medizin vorerst keine Lösung für dein Problem. Vielleicht ist neben den genannten Optionen auch für dich ein guter Gedanken, an deinem Körperbild und -wahrnehmung zu arbeiten und gleichzeitig was für deinen Stoffwechsel zu tun? Ich denke hier z.B. an leichtes Yoga in einem Kurs oder Tai Chi, etc. ?
      Das würde doch alle Punkte umfassen, die gerade außer Rand und Band sind, oder: moderate Bewegung, Körperarbeit, verschärfte Achtsamkeit,....? Und mal weg vom Problemdenken hin zum Ressourcendenken ist bestimmt auch nicht verkehrt, zumindest eine gewisse Zeit?

      Jetzt mal wieder Problemdenken:
      Willst du nicht wieder Nüsse essen oder hast du nie damit aufgehört?

      Fühlst du dich kompetent genug, zu wissen, wann du was / wie viel essen solltest, auch wenn du es nicht (mehr) spürst? Ob du es verträgst ist ja was anderes. Ernährungstagebuch hast du dann sicher bei den ganzen Therapien auch schon mal geführt? Damit rauskommt, was du verträgst und was nicht?