Einmal Borderline - immer Borderline?

  • Hallo zusammen,


    ich denke, wenn einen die Leute mit Borderline kennen, dann werden die wohl automatisch verschiedene Reaktionen,die sie nicht recht
    nachvollziehen können, dem Borderline zuschreiben. Wie weiß man denn dann selber, ob man jetzt wegen Borderline so und so reagiert?
    Find das recht schwierig zu differenzieren, auf dem Wege zum "Heilungsprozess".


    Ich glaub, man braucht dazu eine Person, die einen reflektiert bzw. jemand der sich mit dem Verhalten von Borderline auskennt, den man
    dann fragt, ob oder in wiefern das jetzt Borderline ist oder nicht.


    Auch andere Leute reagieren mal seltsam, nur weil die dann keine Diagnose Borderline haben, ist es "angebrachter"?
    Ich find das immer ganz gut, wenn man Leute um sich rum hat, die mit psychischen Krankheiten nichts am Hut haben.
    Man glaubt gar nicht, wie seltsam die zeitenweise reagieren. Find ich sehr interessant sowas.


    Find das auch gut, wenn man sich mit sich selber und seinem Verhalten auseinandersetzt. Wenn man sich selber ändert,
    dann tun das die anderen auch. Auf jede Aktion folgt eine Reaktion. Jemand der nur seine Karriere im Kopf hat , versäumt
    da einiges. Also lieber bin ich ICH als einfach so dahinzuleben.


    lg
    eternal

  • Zyna : Ja, danke dir. Aber manches ist eben einfach nicht zu verstehen und das dann "halt einfach mal" so stehen zu lassen, fällt mir immer noch schwer. Aber das Schreiben hier hilft mir sehr dabei.


    Smallgroovie : Nun, auch da gibt es Unterschiede! In der Zeit, in der ich so richtig fest im Borderlineverhalten drin gesteckt habe, habe ich mich überhaupt nicht mit mir selbst auseinander gesetzt und die Augen nur noch fester zugemacht. Dafür hab ich dann wie ein verletztes wildes Tier kräftig um mich geschlagen. ;) Also gibt es auch da Unterschiede zwischen den Borderlinern und auch innerhalb eines einzelnen Menschen, in welcher Phase er/sie gerade ist!


    eternal : Ja, da hast du vollkommen Recht! Was bringt mir eine tolle Karriere mit viel Geld, wenn ich mit mir selbst nicht im Reinen bin? Nix! Absolut nix!!! Aber mir geht es auch wie dir, ich finde es auch oft schwierig bei mir. Ich hab zum Glück meinen Mann, der mit Borderline an sich nichts am Hut hat, sich aber sehr gut über dieses Krankheitsbild informiert hat. Er sagt mir, wenn ich überreagiere oder wenn mein Verhalten "normal/angemessen" ist. :)

  • @gelberose: Nein - genau das macht für ihn keinen Unterschied...das ist ja das Problem... :(

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

  • eternal : das stimmt! im Vorteil ist, wer sich selbst gut reflektieren kann, ich kann es mittlerweile einigermaßen gut und ansonsten habe ich zum Glück eine super Therapeutin, wir reflektieren dann gemeinsam ;) !


    Zyna : ;)


    @gelberose: da hast du natürlich Recht, solange man wirklich voll drinsteckt, hat man anderes im Kopf, wie über sich selbst nachzudenken, geht ja in vielen Situationen dann garnicht! War bei mir auch Jahrelang so! Wenn man aber soweit ist (oft ja erst durch Medi's z.B: Antidepr. oder auch durch Thera möglich), die Krankheit anzuerkennen und den Heilungsprozess zu beginnen, dann fägt man an nachzudenken! Und das kann ein sehr großer Gewinn sein :)!!




    LG
    Smallgroovie

  • Conny : Wie schade... :( 


    Smallgroovie : Ja, dann, wenn man erkannt hat, DANN kann man echt gut dran arbeiten. Aber das können alle, die psychisch krank sind und es dann irgendwann erkennen. ;)

  • hallo gelberose
    ich hab auch borderline
    deswegen will niemand mehr mit mir was zu tun haben
    dabei bin ich nicht mal hardcore unterwegs
    hab nur ein bißchen borderline
    trotzdem haben sich alle von mir abgewendet
    hast du menschen die trotzdem zu dir halten
    ich nicht

  • Zu deiner Info nugat, wie man sehen kann ist gelberose kein Mitglied mehr in unserem Forum ... eine Antwort ist da also nicht zuerwarten.


    LG Franz

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Wenn beim Nicknamen sonst nix steht, der auch nicht mehr klickbar ist, dann wurde der Account gelöscht - in der Regel durch Selbstlöschung.


    Aber das Thema ist ja offen, andere haben da ja auch geschrieben und könnten antworten ...

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Dann trete ich mal ein, weil ich grad noch etwas Zeit habe und ich das Thema nach wie vor interessant finde.
    Auch wenn ich nicht ganz verstehe, was du mit bisschen Borderline meinst.
    Symptome äußern sich ja unterschiedlich, nicht jeder ist impulsiv oder hat Probleme mit dem Alleinsein/Angst vor Verlassenwerden oder zeigt Selbstverletzung, oder, oder...
    Es gibt eben nicht DAS Borderline.(Nur nochmal so nebenbei erwähnt)


    Schade dass du die Erfahrung gemacht hast, dass sich einige aus deinem Umfeld abgewendet haben.
    Das kommt vor. Manchmal, weil eben zu wenig Aufklärung vorherrscht.
    Mir ist das schon oft aufgefallen. Beim Stichwort Borderline kommt dann oft: "Das sind doch die, die sich ritzen"
    Ich glaub das zeigt, wieviel über die Persönlichkeitsstöung im Allgemeinen bekannt ist.
    Je mehr über Krankheiten aufgeklärt wird, desto größer ist das Verständnis.
    Depression oder BurnOut wurde - wie ich finde - mal ne Zeitlang in den Medien extrem hochgepusht. Versteh mich nicht falsch. Themen die deutlich zur Sprache koommen müssen, weil es eben ein immer häufiger auftretendes Problem ist. Und je mehr es diskutiert wird, desto mehr bekommt es an Transparents.
    Gut und Wichtig.
    Borderline, tja... wer sich nicht bewusst damit auseinandersetzt, der kennt eben bloß verschleierte Fakten.
    Und diese Fakten kennen dann eben auch Bekannte und Freunde.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, je offener ich bin, desto mehr Verständnis bekomme ich.
    Ich renn nun nicht rum und klatsche jedem auf der Straße ein Gespräch darüber auf.
    Aber Menschen die mir wichtig sind und die eben mehr als flüchtige Bekannte sind, denen erkläre ich Dinge.
    Wenn sie verhalten nicht verstehen können, dann versuche ich ihnen die Ursache dessen näher zu bringen.
    Auch wenn sie es nicht verstehen (können), zeigt diese Ehrlichkeit, dass ich Gründe für manches Verhalten habe.
    Und darauß folgt Akzeptanz.
    Hier geht es nicht um einen eisernen Umhang, dass ich alles machen kann was ich will, bloß weil auf irgendeinem Zettel steht: F60.3 ;)


    Wichtig ist, dass du dein Verhalten einschätzen kannst. Weißt weshalb du reagierst, wie du reagierst.
    Und das beeinflussen und auch verändern kannst.


    Menschen die sich abwenden die gibt es, die wird es geben. Aber das ist nicht nur bei Borderline so.
    So ist das eben. Aber oft hilft die Konfrontation.
    Ins Schneckenhaus zurückziehen, weil andere meinen, dass man "falsch" ist. Wem hilft das.



    Und wie gesagt, jetzt und im vorigen Beiträgen hierzu.
    Du bist nicht Borderline. Du hast es "nur".
    Du bist immernoch du,...
    und falls du nicht weißt wer du bist, mach dich auf die Suche!

  • Hey gelbe Rose,

    Ich sehe dass der Eintrag sehr alt ist aber wollte fragen ob du den Stempel mittlerweile los bist.


    Ich leide an gemischter Persönlichkeitsstörung mit Zügen von Borderline und werde kaum noch ernst genommen, obwohl ich finde mich die letzten zwei Jahre "normal" oder konform benommen zu haben.

    Ich würde das ganze gerne als Phase abstempeln aber stehe damit alleine da.


    Alles liebe