Exzessiver Langzeit Konsum seit dem 14. Lebensjahr

  • Hey liebes Suchtundselbsthilfe.de-Forum,


    mein Beitrag richtet sich an diejenigen, die es geschafft haben mit dem Kiffen auszuhören, immer noch (täglich) rauchen, oder mehr oder weniger wissenschaftliches Know-How dazu Beitragen können. Ich schildere vorerst meine Umstände und komme dann zu meiner Fragestellung.


    Kurz gesagt habe ich folgendes Problem:


    Durch meinen bis jetzt 4 Jährigen Dauerkonsum haben sich nach meinem 18. Geburtstag enorme Folgen für mich ergeben, mit denen ich jede Sekunde am Tag konfrontiert werde und auch viel drüber nach denken muss. Mein Kurzzeitgedächtnis ist mehr als löchrig, mein Konzentrationsvermögen ist gleich null und mein Sprachzentrum wurde definitiv ebenfalls beschädigt. Dazu kommt das ich mich seit Wochen wie abgestumpft fühle und nicht halb so Leistungsfähig bin wie zu vor.


    In der Pubertät, vor Beginn meines Konsums, wurde bei mir eine überdurchschnittliche Begabung diagnostiziert. Die Psychiaterin ging von einem IQ von 131 aus. Ein Punkt über der Grenze zur Hochbegabung. Nun würde ich bei denen Test nicht annähernd die Leistung bringen wie damals und so realisiere ich, dass das Kiffen meinen Intellekt verringert hat.


    Ist es möglich sein Gehirn wieder in "alte Form" zu bringen? Natürlich muss ich davor erstmal aufhören zu kiffen. In einem Artikel vom Spiegel aus dem Jahr 2014 wurde gesagt, dass die Folgen nicht rückgängig gemacht werden können.



    Weitere Informationen zu meinem Konsum:


    In meinem 14. Lebensjahr habe ich mit dem Kiffen begonnen und nach kurzer Zeit hat sich der tägliche Konsum eingebürgert und wird bis heute praktiziert. Im selben Jahr, oder im Nächsten, lernte ich Bongs kennen und die wurden zum treuen Begleiter. Heißt jeden Tag vor dem Einschlafen mehrere Köpfe, manchmal auch schon morgens, während der Schulzeit, oder am Wochenende um zu faulenzen. Mittlerweile rauche ich erst wenn ich von der Arbeit komme, jedoch fühle ich mich trotzdem den ganzen Tag "breit". An den letzten Tag, ohne geraucht zu haben, kann ich mich nicht erinnern, da ich immer schon bevor meine "Ration" leer geht Neues hohle.


    Mit dem 15. Lebensjahr kamen dann auch noch MDMA und Amphetamine dazu. Ich war das erste mal auf der Nature One und habe an Drogen-Sessions teilgenommen, bei denen sich jeder Ethnologe oder Arzt, wenn er davon hören würde, einen Kopfschuss geben würde. Trüffel habe ich auch zwei mal ausprobiert, ebenso wie einmal Kokain in London (vom Mitbewohner eines Freundes). Mittlerweile bin Ich 18 Jahre alt war schon drei mal auf einem der ekligsten Techno-Festivals Deutschlands und vielen anderen, rauche zwar deutlich weniger, aber trotzdem noch täglich Gras und suche um euren Rat. Nebenbei erwähnt habe ich mir vorgenommen nachdem ich meine Reste weggeraucht habe diesmal nichts neues zu holen, mal sehen wie es sich gestaltet und ob ich zu meinem freien Geist zurückkehren kann.



    Lieben Dank für eure Aufmerksamkeit und Antworten im Vorhinein.
    Mit freundlichen Grüßen


    Der Scheibenwischer

  • Ich kann dir nur raten dir professionelle Hilfe zu holen. Ich selbst habe lange Zeit Cannabis Konsumiert habe aber deutlich Später angefangen zum ersten mal mit 21. Bei Jugendlichen ist jede Droge ob Cannabis, Alkohol oder auch die harten Drogen sehr schädlich für die Entwicklung. Wenn ich mir das so durch lese erschrecke ich ein wenig was du schon alles genommen hast in deinen jungen Jahren. Gerade der Mischkonsum birgt enorme Risiken egal was man da mischt. Ich kann dir nur raten aufzuhören denke allerdings das gerade die Chemischen Drogen nicht so einfach sein gelassen werden können.



    Ich kann jetzt nur für Cannabis sprechen, wenn du aufhörst ist es wie mit dem Rauchen meist nur kurz Zeit Schädigung.Wenn der Konsum eingestellt wird ist meist nach 2 – 3 Monaten alles wieder in Ordnung. Ich habe allerdings gelesen das das bei Menschen die sich in der Entwicklung befinden (Jugendliche) anders sein kann.Dort kann es sehr wohl zu Dauerhaften Schädigungen durch dauer Konsum (exzessiven) kommen. Denke da wird dir aber nur ein Arzt eine genaue Antwort geben können. Ich rate dir auch sehr dazu dir Hilfe von einer der vielen Beratungsstellen zu holen bei der Drogenvergangenheit das empfinde ich doch schon arg heftig. Ich hoffe für dich das alles wieder in Ordnung kommst und das du von den ganzen Drogen runter kommst. Das ist überhaupt nicht gut.

  • Hey Sweet,


    danke für deine Antwort. Mitlerweile ist mehr als ein Monat vergangen und ich habe es nicht geschafft, nicht zu rauchen. Da ich jedoch nichts neues holen werde und auch nichts mehr hab ist heute der erste Tag ohne Konsum :).


    In dem Aspekt des Mischkonsums, und der der harten Drogen stimme ich dir voll und ganz zu. Zum Glück ist es so das ich jetzt seit 6 Monaten keine Chemie mehr genommen habe und es auch nicht mehr vor habe.


    Mit der Beratungsstelle bei uns habe ich nur schlechte Erfahrungen. Während meiner Einführungsphase in die Oberstufe wurde mir gesagt ich solle einen Entzug machen, was jedoch der denkbar ungünstigste Zeitpunkt gewesen wäre. Nun stehen die Bewerbungen an verschiedenen Hochschulen an, ich habe vor meinen Bachelor zu machen und da würde eine stationäre Behandlung mich zurück werfen.

  • Hi Scheibenwischer,


    schön zu hören, dass Du es wieder angehst!
    Und noch besser, dass Du von den harten Drogen runter bist und es für Dich auch dabei bleiben soll! :thumbup: 
    Vielleicht gelingt Dir der Entzug auch besser mit der Konzentration auf Deine weiteren Ziele (Bachelor & Co):
    der Gestaltung Deines zukünftigen Lebens - ganz ohne Rausch und mitten im Leben!


    Alles Gute dafür und viele mutmachende Grüße
    marthy