Cannabis, chronische Schmerzen und bipolare Störung

  • Hallo Community.
    Ich hoffe hier auf Meinungen und Erfahrungen, bitte aber geneigte Diskussions- Teilnehmer aufmerksam und bis zum Ende zu lesen :)


    Ich konsumiere seit ich 16 bin (jetzt 28) Cannabis, bis vor 5 Jahren aber nur sporadisch - auf einer Party, "wenn mal was da ist", ohne selbstständig "Einkäufe" zu erledigen.
    Seit 5 Jahren kiffe ich nun regelmäßig, 4-7 mal die Woche, 0.2 - 0.8g am Tag.


    Ich stehe voll im Leben, verdiene mein Geld, kiffe unter der Woche nur Abends und generell NIE bevor ich meinen sozialen, beruflichen und sonstigen Verpflichtungen nicht nachgekommen bin.


    Schon seit Kindertagen bin ich in regelmäßiger, psychologischer Behandlung, Diagnosen reichen von Depressionen bis hin zu Persönlichkeitsakzentuierung (bipolare Störung / Borderline)
    Mein Therapeut, der mich seit 4 Jahren betreut weiß von meinem Konsumverhalten und sieht darin kein Problem, da wir in der Therapie "glaubhaft" herausarbeiten konnten, dass mir der Konsum zur Bewältigung des Alltags und zur Behandlung meiner Depressionen hilft.
    Desweiteren leide ich unter chronischen Schmerzen, ein weiterer Grund für meinen Konsum.


    In Summe bin ich die letzten 12 Jahre mit meinem Konsum immer sehr gut zurecht gekommen - als Jugendlicher gab es eher mal körperliche Probleme durch Mischkonsum mit Alkohol, aber nix was man nicht unter "eigene Dummheit" verbuchen könnte.


    Nun hatte ich vor ca. 6 Monaten das erste mal etwas, was man als Horror- Trip bezeichnen könnte. Über mehrere Stunden / eine Nacht durch sind meine Gedanken irgendwie hängengeblieben, ich kam mir vor wie in einer Zeitschleife gefangen. Minütlich auftretende DejaVus, "Abspaltung" vom Körper. Hab nach der Erfahrung meinen Konsum stark reduziert, konnte allerdings wegen Schmerzen und Depressionen (oder anders formuliert: Wegen meiner Cannabis- Sucht) nicht aufhören. 2 Wochen später erneut so ein Trip. Der war nicht mehr so intensiv und konnte aufgrund der vorangegangen Erfahrung auch von mir selbst besser "abgefangen" werden. Die Trips wurden ebenfalls mit dem Profi besprochen.


    Nun ist es aber so, dass die Angst vor solchen Trips und einer drogeninduzierten Psychose aufgrund meiner Vorgeschichte beim rauchen immer mitschwingt - bzgl. Psychose hat mein Therapeut bei mir aber gar keine Sorgen.


    Ich bin ein sehr nachdenklicher, selbstreflektierter Mensch und durch jahrelange Therapien erfahren im Umgang mit psychischen Problemen. Ich weiß, dass THC die Wahrnehmung verändert, der Horrortrip viele Ursachen (Set, Setting, Konsum von versch. Cannabis- Sorten in einem Joint, etc.) gehabt haben kann und dass ich aufgrund der psychologischen Betreuung und professionellen Einschätzung auch bei "kontrolliertem Konsum" keine übertriebenen Sorgen haben muss, trotzdem ist diese Angst da und ich versuche damit umzugehen.


    Ich würde mich freuen, wenn ihr neben "Konsum komplett und endgültig einstellen" & "Therapeut wechseln" ||:thumbdown: noch andere Gedanken, Erfahrungen, Vorschläge zu dem Thema habt, denn: Der Konsum hilft mir wie eingangs erwähnt tatsächlich gegen die chronischen Schmerzen und die mit meinen Depressionen einhergehenden Gedanken... außerdem ist es für mich sinnvoll, mich mit Ängsten zu konfrontieren und mit ihnen umzugehen statt Situationen zu meiden, die die Ängste hervorrufen.

  • HEy!


    Warst mal bei einem anständigen Schmerztherapeuten? Vielleicht mal auch dort ansetzen und dort ansetzen wieso du kiffst. Es gibt mittlerweile viele verschiedene Wege mit chronischen Schmerzen zu leben.
    Ansonsten halt vielleicht mal stationär behandeln lassen und da auch was gegen die Depression tun? Nimmst du Antidepressiva? Wäre das vielleicht ne Möglichkeit?


    Die Angst vor ner Pyschose kann dir keiner nehmen, glaube ich. Besonders bei deiner Konsumgeschichte wäre das irgendwann nicht ungewöhnlich.
    Sorry, dass ich da keine anderen Idee habe, die du vielleicht lieber gelesen hättest.

    Ich bin
    gefangen
    im Sturzflug
    meines Lebens
    (Verfasser unbekannt)

  • Hallo sighdok,


    also chronische Schmerzen und Depressionen sind ja alles Sachen, wogegen Cannabis nunmal am besten hilft und die wenigsten Nebenwirkungen im Vergleich zu anderen Medikamenten hat.


    Ich habe selbst viele Medis durch auch gegen Depressionen und fast alle Neuroleptika usw. was es auf dem Markt gibt. Aber Besserung konnte ich mit den meisten Medikamenten leider nicht erzielen, bzw. waren die Nebenwirkungen teilweise so unerträglich und meine Situation verschlechterte sich immer weiter. In der Psychiatrie kam alles noch schlimmer, ich bekam zwangsweise Depotspritzen usw. konnte mich kaum noch rühren und irgendwas machen. Jedenfalls ist Cannabis gegen diese ganze Chemie wie Psychopharmaka und Schmerzmittel doch relativ harmlos.


    Ich würde dir empfehlen, die Behandlung mit Cannabis unter ärztlicher Aufsicht weiter zu führen.
    Ich denke mal, lange wird es nicht mehr dauern, entsprechendes Gesetz sollte in spätestens 1 bis 2 Wochen in Kraft getreten sein. Damit ist es jedem Arzt möglich, Cannabisblüten auf Rezept zu verschreiben, auch die Kostenübernahme durch die Krankenkasse sollte dann bei chronisch Kranken kein Problem mehr sein, und darf nur noch in begründeten Ausnahmefällen abgelehnt werden.


    Ich wünsche dir viel Erfolg und gute Besserung.


    Übrigens sehr interessantes Forum hier.



    LG
    Andy_1980

  • Ein Problem ist das du fast ausschliesslich hochgezüchtetes Gras mit sehr viel THC Gehalt (bis zu 25%) zu kaufen bekommst, da sind die psychischen "Nebenwirkungen" bei vorbelasteten Personen häufig und stärker.


    Ich habe deshalb (fast) komplett mit dem kiffen aufgehört. Ich rauche nur noch 2 mal im Monat ein kleine Purpfeiffe.


    Wir können nur hoffen das es schnell möglich wird, medizinisches Cannabis mit einem niedrigem THC (7-9%) und hohem CBD Gehalt, legal zu beziehen.