Mein Partner ist Cannabis süchtig und ich zerbreche daran

  • Ich weiss mir keinen Rat mehr, merke aber nun nach sechs Jahren täglichem Kampf, dass meine Kräfte aufgebraucht sind bzw. ich die Reissleine ziehen muss, bevor meine Kraft ( die ich für meine Jungs brauche) komplett weg ist.
    Mein Partner kifft jeden Tag ab 17 Uhr bis 3 Uhr nachts mehrmals ( 5-8 mal) 365 Tage durch. Wir haben ein gemeinsames Kind doch im Grunde bin ich seit der Schwangerschaft alleine mit dem Kleinen. Auch mein grosser leidet unter der Situation und schämt sich vor
    seinen Freunden, dass sein Ziehpapa so ein extremer Kiffer ist. Vor ein paar Monaten ist die Situation eskaliert. Er hat um 11 Uhr Freunden meines Sohnes ( 14-16 Jahre) einen Joint angeboten....Als er mir das erzählt hat war ich fassungslos, zumal er sich nicht bewusst darüber ist, was das in einer Kleinstadt bedeutet! Mein Grosser wurde in der Schule daraufhin angesprochen und manche haben sich über seinen Ziehvater lustig gemacht. Mein Partner fand es nur witzig und meinte die ganzen Bands und Musiker die die Kids heute gut finden, kiffen ja auch.
    Finde das eine merkwürdige Argumentation.
    Zumal er als AG Lehrer in der Schule arbeitet. Er macht sich darüber keine Gedanken was das bedeuten kann, wenn das rum erzählt wird.
    Er benimmt sich fast immer wie ein kleines bockiges Kind und schafft es nicht den Alltag zu meistern. Wir haben zusammen einen kleinen Jungen, och leider schafft er es nicht wirklich sich um ihn zu kümmern. Immer kommt er zuerst, immer ist er dran. meist wird er garnicht wach und schläft bis 12. Dann ist er so verpeilt, das er wenn es hoch kommt viert Stunden am Stück arbeiten kann ( ist selbstständig) Die ganz normalen Dinge des täglichen Lebens bekommt er nicht gebacken und wenn ich Termine habe und sie ihm sage, dann hat er sie schon eine Stunde wieder vergessen. Seine Welt kreist nur um sich. Mich macht das mürbe und traurig und verletzbar. Ich versuche jeden Tag das alles zusammen zu halten, doch mir gelingt es nicht.
    Wegen der Sucht schlafen wir auch getrennt. Er hat ein Zimmer ( welches komplett im Müll versinkt) und um den Rest der Wohnung kümmere ich mich.
    Manchmal muss ich ihn um 3 Uhr nachts im Wohnzimmer von der Couch sammeln, sabbernd und nicht ansprechbar. Zum Cannabiskonsum kommt täglich auch noch 1-2 Bier.
    ich weiss nicht was ich machen soll ich bin hilflos und traurig und komme mir vor wie ein Hamster im Rad....er will es nicht lassen, ich will und kann aber meinen Kindern diese unerträgliche Situation nicht mehr weiter antun.
    Habe bei der Suchtberatung für Angehörige angerufen und bald einen Termin. Der Herr war sehr geschockt das ich diese Situation solange mitgetragen habe.
    Kann man sich seine Empathie durch jahrelanges kiffen ruinieren? Manchmal habe ich das Gefühl er ist irgendwo zwischen 18 und 25 hängen geblieben, aber definitiv nicht 40 Jahre alt.
    Auf die bitte hin einen Entzug zu machen, oder sich wenigstens einen Rat zu holen, hat er als Antwort er findet das alles ok und ich wäre nicht gechillt genug...:-(
    Wenn ich ihm dann sage, ich schäme mich und mache mir Sorgen wegen den Kindern, bin ich die böse ....ich weiss nicht mehr weiter.
    Was passiert wenn man von 17-40 durchgängig kifft.....? Es kann nicht gesund sein.

  • Kann man sich seine Empathie durch jahrelanges kiffen ruinieren?

    Kann man, aber in den meisten Fällen dürfte sich das nach Entzug wieder bessern ...

    Der Herr war sehr geschockt das ich diese Situation solange mitgetragen habe.

    Genau das denke ich auch!


    Was passiert wenn man von 17-40 durchgängig kifft.....? Es kann nicht gesund sein.

    Alles mögliche, aber das wird man dir sicher bei der Beratung auch erklären.
    Gesund ist es jedenfalls nicht!!


    Kurz und gut, vor die Türe setzen und dich samt deinen Kindern schützen!!
    Das er Minderjährigen Drogen anbietet, das auch noch als Lehrer, also echt - der gehört vom Dienst entfernt!

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)