• da der erste Post doch sehr knapp gefasst war, hier einige Hintergrund-Infos:

    Ich habe vor ca. 20 Jahren mit Drogen angefangen, die ersten Jahre hauptsächlich Party-Drogen und Kiffen. Dazu immer Alkohol. Dann mit Mitte 20 ein paar Jahre hauptsächlick Koks, als Base geraucht. Das ging dann heftig bergab - aber nach einem (oder eher unzähligen) kpl. Absturz (Job verloren, Schulden, Kriminalität, usw.) habe ich ohne Therapie entzogen. Dann ging es einige Jahre bergauf - aber immer wieder mal Koks gezogen (kein Rauchen mehr!). Nun geht es aber rapide bergab, wieder ein riesiger Schuldenberg, den (wieder guten!) Job fast los, unzählige krasse, selbstgefährdende Aktionen,... Und grad ist es ganz kurz vorm Kollaps in jeder Hinsicht.


    Mein Wunsch: Tipps, wie ein dauerhafter Entzug funktionieren kann. Gibt es Medikamente, die über die erste Phase hinweg helfen können? Und wie geht es dann weiter? Das Koks ist so unfassbar gut darin, zu suggerieren, dass man es halt noch das eine, letzte Mal besorgen sollte. Weiß grad echt nicht mehr weiter und bin dankbar für alle Rückmeldungen.


    Andere Drogen spielen derzeit kaum eine Rolle. Alkohol zum Runterkommen. Und wenn ich drauf bin und sonst nichts da ist, lasse ich mich auch zum Rauchen von Meth oder H hinreißen - aber das ist nur Ersatzbefriedigung. Auch wenn es zeigt, wie knapp ich grad auf der Kante laufe. Es ist mir dann einfach egal, obwohl ich früher von beidem immer die Finger gelassen hätte.

  • Hol dir professionelle Hilfe. Deine sehr gute Arbeit ist nicht mehr als eine Nebensache, Geld, schöner Schein, Ansehen, alles Nebensachen. Schulden - egal. Mach notfalls eine Privatinsolvenz.


    Du schreibst selber:

    - Rapide bergab

    - Unzählige krasse, selbstgefährdende Aktionen

    - Ganz kurz vorm Kollaps


    Überleg dir gut und schnell was du zu tun hast. Du kannst deine Lebensführung, mit neuen oder verbesserten Ziele neu aufbauen.


    Ich glaube, dass was du beschreibst sehr wörtlich genommen werden muß. Du kannst übermorgen im Knast sitzen. Vielleicht ist es sogar schon so schlimm, dass das das einzige ist, was dir noch das Leben durch Glück retten kann.


    In jedem Fall ist ein langer Weg vor dir, der mehr oder weniger bitter sein kann. Vielleicht kannst du das heute noch steuern, aber nächste Woche oder im November kannst du schon ein paar Etagen tiefer gefallen sein.


    Ich finde Kokain ist die gefährlichste Droge um zu verfallen, alle Werte und Verantwortbarkeit zu verlieren und zu verfallen.


    Crystal Meth kenne ich zum Glück nicht. LSD finde ich auf eine andere Art von der Potenz ähnlich vernichtend. Ich finde Kokain erheblich zersetzender und vernichtender als Heroin.


    Rette jetzt dein nacktes Leben. Du wirst jetzt in ein tiefes bitteres Loch fallen, zwei hast du zur Auswahl, das eine bietet dir wenigstens die Chance auf ein erfülltes Restleben, wenn du nochmal was inverstierst. Das andere kann ein Alptraum sein, der zur völligen baldigen Vernichtung deines Körpers und deines Geistes führt. Schmerzhaft sind beide.
     

    Außerdem solltest du (vielleicht weit später), wenn du diese existenzielle Krise gelöst hast, rausfinden wie du Abenteuer und Kicks erlebst, etwas dass dir dein Leben erfüllt und wertig macht, vielleicht auch was, für das du irgendwie bereit bist dich einzusetzen. Ohne dein Seelenheil mit diesem Dämon von Droge für den Kick zu verschachern.


    Bestimmt kann dir der Arzt (sprich aber an, worum es wirklich geht) nach sorgfältiger Auswahl was dämpfendes geben, oder was antidepressiv wirkendes. Du wirst nach Koks normal furchtbar ausgebrannt sein, und auch eine anfälligkeit für psychotische Episoden haben.


    Vielleicht auch lieber erstmal in einen geschützten Rahmen.


    Ich wünsche dir Erfolg und später Glück. Aber ich hoffe, du kannst die Droge loslassen. Versuche zu verstehen, was dich dieser Betrug von Rausch kostet. Insgesamt an allem, was er dir nimmt. Willst du das durchziehen, dafür, ist es das wert, dein Leben zu verlieren? Ich bin fest davon überzeugt - auf keinen Fall. Aber hier geht es nicht um mich, sondern um deine Situation, dein Jetzt, deine Zukunft, deine ganze Existenz und dein Leben. Und um die Schritte, die du jetzt gehst, oder vielleicht auch aktuell nur kriechen kannst.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo Strider,


    vielen Dank für die Einschätzung. In den meisten Punkten hast Du absolut recht. Das sind auch Gedanken, die ich habe - nur in entscheidenden Situationen scheinen sie nicht greifbar. Da sieht dann für den jeweiligen Moment alles anders aus und ich verarsche mich wieder selbst. Das muss ich in den Griff bekommen. Ich habe mich diese Woche das erste Mal an eine Beratungsstelle gewendet - aber keinen echten Zugang zu der Person aufbauen können. Da gab es nur distanzierte Phrasen, nichts was mich irgendwie "berührt" oder motiviert hätte. Aber ich bleibe dran und suche mir eine Alternative. Stand jetzt bin ich einige Tage voll abstinent und vorsichtig optimistisch, dass ich das noch ein wenig allein zu aufrecht erhalten kann. Ich versuche erstmal, mich selbst nicht zu überfordern und viel abzulenken - auch wenn das meistens den ganzen Tag schlafen und stumpf fernsehen bedeutet.


    Viele Grüße

  • Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Du konsumierst 20 Jahre. Falls du je irgendwie dahin kommst, abstinent zu leben, dann ist das ein Weg von mehreren Jahren.


    Nur als suchtgeprägte Person besaßen wir nicht die Konsequenz und Disziplin. Wie soll man den eintrainierten Griff zum Suchtmittel unterlassen, was ein jahrzentealter Reflex ist? Die Droge ist doch eine zentrale Stütze und Krücke zur Emotionsregulierung.


    Kann das eigentlich irgendwie anders gehen, als durch ein äußeres Stützgerüst? Therapie, Knast, Krankheit? Sich selber plötzlich am eigenen Schlafittchen in der Kürze von einem Jahr aus dem Sumpf zu ziehen und sein Leben auf festere und bessere Füße zu stellen ist einfach ziemlich unwahrscheinlich.


    Geh nochmal zu der Beratung, auch wenn sie dich dort abgeturnt haben. Denk dran, dass ist für die auch ein Job, und die haben schon hunderte Kommen und Gehen sehen. Das heißt nicht, dass du ihnen egal bist, oder sie dir nicht helfen können oder wollen. aber die können dich da weder in einem noch in zehn Gesprächen so beschwatzen, dass du auf einmal die Lust am "weißen Gold" verlierst. Die können dir nur Methoden und Rat weitergeben, und den festen Rahmen regelmäßiger Treffen.


    Nutze es. Und ja, du wirst schlechte Laune haben, du wirst dich schlecht fühlen, man wird dir vielleicht auch mal Sachen sagen, die dir unangenehm sind, oder andere Sachen als du gerade gut hören lannst. Leider gehören unangenehme Sachen dazu. Und leider nochmal dreimal soviel, wenn man grade von 20 Jahren Koksen aufhören will. Aber das wird dich nicht umbringen. Auch wenn du dir es jetzt nicht vorstellen kannst, du kannst in ein paar Jahren viel glücklicher und freier sein. Dann schaust du auf deine jetzige Gegenwart zurück voller Dankbarkeit, dass diese schmerzhafte Labilität und Schwäche und Verwirrung weit hinter dir liegt.


    Diese schlechten Gefühle gehen vorbei. Könnten zumindest vorbeigehen! Wenn dir das Glück vergönnt bist, frei zu werden von deiner Droge. Dann wirst du heilen und dich erholen, und viel freier werden, dein Leben auf viel interessantere, gesündere, zufriedenere und freiere Weise zu leben. Ganz sicher auch mit Problemen. Gab es immer gibt es, wird es immer geben.


    Versuche deine Umstände radikal zu ändern, räume diesem Thema die Zeit und den Raum ein. Du wirst hier nicht die Haare einmal in die andere Richtung fönen und dein Leben kommt in andere Schienen. Das ist ein sehr großes Projekt.


    Problem ist, du bist in Gefahr. Drogen bauen dich ab, körperlich, psychisch, moralisch, sozial. Auf jeden Fall, wenn man schon mal so eine massive Sucht ausgeprägt hatte, wie wir. Deswegen sei auf der Hut. Diesen Kick gibt es nicht so billig für 50 und 100 €. Da stecken verdammt viel mehr bittere Kosten dahinter.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Du hast leider in so vielen Punkten recht, Strider. Allein: ich weiß nicht, wie ich mit meinen nur zeitweise vorhanden Vernunftansätzen gegen die Droge ankomme. War die ganzen letzten Wochen sauber - hab mich gut gefühlt, alles lief. Und dann gestern nur einen halben Schritt zurück in die alten Umgebung - schon wurd da eine Aktion draus, die ich kaum noch grade biegen kann. Sitz nun zuhause und erinnere mich an die Zeilen, die ich vor einigen Wochen hier geschrieben hab. Aber wenn es drauf ankommen, ist da so weit weg. Ich mag nicht mehr. Ich mag wirklich nicht mehr. Mich selbst enttäuschen. Auch andere enttäuschen. Das Wiederaufstehen kostet so viel Kraft. Ich mag nicht mehr.

  • Die Zwangslage wird im Normalfall nicht sponatn, zufällig weggehen. Oder indem du alles machst wie zuvor, also dich einige Wochen zusammenreißen, rückfällig werden, wieder aufrappeln, wieder fromme Vorsätze fassen und von vorne.


    Verschaffe dir ein realistisches Bild der Lage. Der Griff zur Droge hat Gründe.


    Wie lebst du dein Leben? Was ist deine Motivation, bewusst und unbewusst? Was sind deine Zwänge von innen und Aussen?


    Welche Kräfte bewegen dich?


    Was wirkt auf dich ein?


    Gibt es Dinge von denen du dich befreien willst? Gibt es Dinge, denen du ausweichen willst? Gibt es Ziele die du erreichen willst?


    Warum willst du diese Ziele erreichen? Aus eigener Motivation?


    Welche Anforderungen werden

    von außen an dich heran getragen?


    Erkenne dich selbst, durchschaue die wesentlichen Dynamiken deiner Situation. Innerlich und äußerlich.


    Dein jetziges Leben bietet dir Vor- und Nachteile. Erkenne auch die Vorteile die dir die Droge und dein jetziger Lebensstil bietet an.


    Benennen die Vorteile. Und die Kosten.


    Du benötigst eine neue Strategie, sonst stehst du in der Gefahr, dass deine jetzige dich zerfressen wirst. Die Gefahr ist dir bewusst, sonst hättest du das nicht angesprochen.


    Ich weiß selber dass das alles leichter gesagt als getan ist. Ich kam damals eher aus Glück von den Drogen los. Und wurde glücklicherweise irgendwann in die Lage versetzt, richtige Entscheidungen zu treffen, zu denen ich höchstselbst eigentlich zu dumm und zu schwach war.


    Heute habe ich immer noch genug Süchte, ganz ernste Probleme.


    Aber wenigstens bin ich nicht schon vor Jahren an den Drogen verreckt, sondern lebe ein Leben, dass ich als lebenswert empfinde (auch wenn es teilweise Härten und Schwierigkeiten hat).


    Wieso hältst du an deinem bisherigen Leben fest? Was schätzt du so daran? Warum machst du nichst richtiges gegen deine Sucht?


    Werde dir klar darüber, was los ist. Und dann überleg dir welche Entscheidung und welche Konsequenzen du willst.



    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo strider,


    vielen Dank für den Post - da sind viele Gedanken bei, mit denen ich mich in Ruhe befassen muss. Und werde.

    Mir ist etwas klarer geworden, dass ich auf vieles keine ausreichende Antwort habe. Bislang habe ich mich für einen Menschen gehalten, der sehr stark selbst reflektiert - und das ist bis zu einer gewissen "Tiefe" wohl auch der Fall. Aber die darunter liegenden "Ebenen" habe ich immer unbetrachtet gelassen, denke ich. Auch das wird seine Gründe haben.


    Derzeit bin ich für 2018 wieder verhalten positiv. Wir werden sehen. Auf jeden Fall nochmal danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Deine Gedanken auf den Bildschirm zu bringen. Das hat mir einiges gebracht.


    Du schreibst bescheiden von Glück und dass du passiv in die Lage versetzt wurdest, da (teilweise) rauszukommen. Kannst/willst Du etwas ins Detail gehen? Und Du sagst auch, dass es nach wie vor Schwierigkeiten gibt...


    VG

  • Ich persönlich fing an auf illegale Weise meine Kokainsucht zu finanzieren. Zusätzlich war ich aber schon seit etlichen Jahren im Substitutionsprogramm. Ich war komplett psychisch und moralisch am Ende. Ich wurde per Haft aus dem Verkehr gezogen und aus dieser Mühle herausgeholt.


    Das war nicht gerade angenehm. Leben in einer Zelle. Keinen Baum sehen, keine Wiese, keinen Wald. Ein krasses Erlebnis. Aber es war nicht alles schlecht. Die Aussicht irgendwann auf vorzeitige Haftentlassung hat mich (fremd-)motiviert, mal den Ausstige aus dem Methadon-Programm zu suchen, weil ich dachte, das spräche für mich. Gut für mich. Danach noch an einer Therapie teilnehmen können nach §35 BtmG.


    Somit war ich schon eineinhalb Jahre clean, als ich wieder rauskam. Kleinen Job gefunden.


    Dann habe ich ein Hobby gefunden, eine Leidenschaft. Das Sport, Abenteuer und Wildnis/Natur auf ideale Weise verbindet. Davon lebe ich moralisch.


    Abgesehen davon wurden bei mir multiple Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert, und ich bin gelinde gesagt nur unter Schmerzen in der Lage, mich in der Anwesenheit von fremden Menschen aufzuhalten. Und andere Komplikationen kommen dazu.


    Die interessante Frage ist, wieviel Defekte von den Drogen verursacht wurden. Sicher hatte ich schon davor ganz eigene Probleme. Aber besser ist es vom Kiffen/LSD/Heroin/Koks/etc. nicht geworden. Weiß Gott.


    Wenn ich heute draußen in der Wildnis bin, und das bin ich ständig, auf mich alleine gestellt oder im Zweierteam, auf Tourenski, im Wind, an Graten, auf Gletschern und Gipfeln, dann sind meine jetzigen Probleme weg. Dann fühle ich Leben in mir, bin frei in meinem angestammten Habitat. Für was ich bis jetzt erleben durfte bin ich dankbar. Und das werde ich nie vergessen. Aber ich habe noch viel vor, wenn es mir vergönnt ist.


    Bei dir muss es nicht so schlimm sein, wie bei mir damals oder vielleicht ist es auch schlimmer.


    Wäre ich nicht aus dem Verkehr gezogen von der Obrigkeit (Danke dafür), was wäre dann passiert? Ich kann nicht glauben, dass ich mich selber rausgezogen hätte. Wenn ich weiter gefallen wäre, wäre ein früher Tod, vielleicht auch noch Verheerenderes denkbar gewesen.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Jeder ist anderes. Aber die Sucht ist sehr wohl eine eingefahrene Gewohnheit. Das zu durchbrechen braucht eine taugliche langfristig stabile Stütze. Das ist eine große Unternehmung. Ich konnte das weder planen, einrichten, geschweige den steuern. Ich wurde in die Lage versetzt, und traf nur - verkürzt gesagt - irgendwann die Entscheidung weg vom Methadon, irgendwann die Entscheidung clean zu bleiben, irgendwann die Entscheidungen zum Bergsteigen, irgendwann die Entscheidungen die Finger vom Alkohol und den Zigaretten zu lassen.


    Und wie gesagt, es ist nicht alles eitel Sonnenschein, mein Leben ist eher teilweise (genauer gesagt in großen Teilen) eine ziemliche Ruine, aber eine Hälfte schön überwachsen mit einem schönen Garten.


    Fest steht: keine Drogen zu nehmen ist mMn ungeheuer gesund, angenehm, nützlich, selbst falls der Aufwand extrem sein sollte immer noch preiswert, und eröffnet Handlungsspielräume, die es anders niemals gegeben hätte.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Moin strider. Gutes timing für Dein Post. Liege grad in den letzten Zügen einer 3tägigen session - irgendwie schien es anfangs plausibel, zum Jahresende nochmal einzukaufen, so dass ich dann ab 2018 komplett abstinent bin. So irgendwie hatte es zumindest in meinem Kopf Sinn ergeben. Hab aber die Menge und die Quali ziemlich unterschätzt. Dann ergab eins das andere - und nun sitze ich ziemlich runtergerockt in der Bude und hab eben die vorletzte Monsterline weggemacht. Einerseits bin ich dermaßen froh dass der ganze Scheiss gleich weg ist, anderseits habe ich Schiss davor, dass mir der Affe gleich groß und stark auf den Rücken springt und Stress macht. Also nach der letzten Line gleich direkt den Alk ansetzen. Zum Glück wohne ich recht weit von meinem Dealer entfernt und der Gang zu Läufern mit ihrem Dreckszeug ist auch nicht ohne Weiteres möglich. In die Öffentlichen kann ich mich so nicht setzen. Also mache ich hoffentlich keinen Scheiss sondern bring mich mit Alk runter und gut is. War schon wieder kurz davor was aufzukochen, als die Nase zwischenzeitlich kpl. zu war. Taxi zum Baumarkt schicken für Salmiakgeist und son Scheiss. Alter. Zum Glück hab ich das gelassen - dann wär das Runterkommen RICHTIG beschissen. Aber trotzdem schon zeitweise ordenlich Paras gehabt die Tage. Eigentlich zwischendrin schon 2-3 mal mit Alk runtergekommen, aber dann nach nem kurzen Crash direkt wieder dran ans Zeug. Nu is gleich Schicht. Oha. Nächste Woche Drobs. Unbedingt.

    Hab deine Posts gelesen - werd dazu schreiben, wenn ich klar bin. Grad versuch ich mich nur irgendwie abzulenken. Also die virtuelle Welt vollschwallern. Na denn: ich werd mal 20min die letzte Line hacken :14:

  • Nun ja, da musst du jetzt wohl durch, und noch eine oder etliche Runden drehen.


    Man kann dir nur wünschen, dass du nicht so viele Federn lässt, dass du hinterher halbnackt da stehst. Risiken liegen leider auf der Hand. Und es kann bis ans Leben gehen.


    Ich würde dir gönnen, dass du auch irgendwann voller Entsetzen auf diese - weit entfernte - Vergangenheit zurückblicken kannst. Die jetzt leider deine Gegenwart ist.


    Viel Glück... Und geh dem Pech aus dem Weg.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Ich kenne so viele, die sich vornehmen sich zum Jahreswechsel zu bessern oder zu verzichten. Nur leider hält das kaum einer ein. Meiner Meinung nach sollte man versuchen sich nicht auf ein bestimmten Termin festzulegen, sonst macht das einen bei Nichteinhaltung nur zu schaffen.lg

  • Hi JunkyUnchained,

    Dein Chat macht mir echt Mut, weil Du die Probleme beim Namen nennst und es mir genauso scheiße geht .


    Ich muss weg vom koks , kann es aber nur allein und heimlich machen , meine Familie und Freunde denken, dass ich nach letztem Entzug clean bin.

    Das Zeug hat mich schon meine Ehe gekostet, ich habe mega Schulden . Sieben Jahre bin ich dabei. Inzwischen täglich und es ist 10 nach zwölf , dass ich abschmiere , wenn ich nicht endlich die Kehrtwende kriege. Gerade habe ich zum xten mal die Kontakte zum Dealer gelöscht.


    Ich will wirklich entziehen und weg von dem scheiss. Ich möchte mein Leben zurück , meinen Job behalten ... und die Kinder. Vorallem aber mich wieder angucken können im Spiegel . Ich verachte meine sucht derartig , das Lügen , betrügen , meine Schwäche, dass ich mich komplett isoliere von meinen Freunden. Ich habe eine Tochter , der erzähle ich ständig , ich sei chronisch nebenhöhlen verstopft. Inzwischen habe ich schon wieder zwei Nächte durch gekokst, dass ich mich krank melden musste im Büro, lange macht nenne Chefin das nicht mit. Und meine Tochter . Oh Gott, diese junkymutter hat sie nicht verdient wie kann ich mir nur vormachen , trotzdem eine liebevolle Mutter zu sein.

    Seit ich hier im Forum gelesen habe, dass es Dich, und andere Leute gibt, denen es ähnlich schwer fällt aufzuhören, habe ich Hoffnung . In meiner Isolation gab es nur noch Selbsthass und Selbstbetrug und vorallem Koks um den Selbsthass zu verdrängen .


    Und soll ich Euch was sagen, morgen fange ich direkt mit kaltem Entzug an.


    Ich werde statt zu koksen, lieber hier schreiben und Euch berichten . Es ist meine einzige und letzte Chance - ich möchte meine Tochter nicht verlieren...

  • Servus,


    Erstmal Respekt, dass du arbeitest, versuchst den Laden am Laufen zu halten und deine Tochter durchzubringen, und versuchst ihr eine gute Mutter zu sein.


    Während du diese Pest mit dieser Krankheit und deinen Schwächen am Hacken hast.


    Meinst du es ist realistisch, dass du den ganzen Weg reingekommen bist, so tief in eine ganz miese Zwangslage gekommen bist, zu einem überwiegenden Teil üblicherweise aus persönlichen Unfähigkeiten, Schwächen, und durchaus schuldhaftem Versagen, und jetzt heimlich ohne weiteres aus eigenen Kräften schnurstracks raus marschierst?


    Also du marschierst quasi statt in Chaos und Untergang stattdessen, doch lieber eine Tür weiter der Einfachheit halber direkt ins Happy end?


    Meinst du nicht, dass mindestens deine Tochter schon ahnt, dass bei dir was schief läuft? Dass sie sich fragt, ob du ihr was vormachst? Selbst wenn nicht.


    Wie willst du das schaffen? In deiner ganzen Schwäche? Festgefahrenheit? Du suchst vielleicht einen Fluchtweg? Vielleicht einen heimlichen, billigen, schmerzfreien Ausgang, wasch mich aber mach mich nicht nass.


    So wie in den letzten sechs Jahren. Aber der billige Irrweg, die scheinbar so bequeme, heimliche Abkürzung auf die du gebucht bist, ist ne Nase Koks, dahin führt dich deine Heimlichkeit, die Selbstverachtun, der Selbsthass.


    Durchbrich das Ganze. Wenn du bei der Droge bleibst, und deine Bezugspersonen betrügst, auch nur im Unklaren lässt, dann vermute ich du bleibst ohne Selbstachtung, bleibst stur, und du kannst nicht erwarten, die Anerkennung und Respekt deiner Tochter zu haben.


    Wenn du in diesem Punkt weiter versagst - ich meine jetzt noch weniger die Sucht, als das verlogene Aufrechthalten von einem Trugbild, dem Überspielen deines Problems/Rückfalls - ist das kein Weltuntergang, vielleicht waren deine Eltern auch nicht perfekt, vielleicht sind nicht gerade wenige Eltern viel weniger perfekt, als wünschenswert wäre.


    Trotzdem kannst du dich mit deiner Tochter aussöhnen, und wenn sie älter wird, selber lebenserfahren wird, wird sie Schwächen ihrer Mutter besser verstehen und annehmen können.


    Trotzdem wäre es schön, wenn du von der Droge wegkommst, und vielleicht besser dieses Jahr als nächstes oder übernächstes Jahr.


    Ich finde es ein ziemliches vabanque Spiel, dass du jetzt darauf setzen willst, irgendwie hintenrum schnell mal im Handstreich innerhalb sofort clean zu werden, indem du ein paar Telefonnummern löschst.


    Auf jeden Fall wünsche ich dir Gelingen dabei, dich aus der Schusslinie zu bringen, und auch die Beziehung zu deiner Tochter und deinem Umfeld auf ein sichereres Fundament zu stellen, als diese verdammte Unsicherheit aktuell, die ich keinem wünsche.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Lichtschein wenn du mehr schreiben möchtest, dann eröffne bitte ein eigenes Thema, so ist das übersichtlicher :)


    Wann war dein letzter Entzug und wusste deine Tochter davon nichts?

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)