Heftiger Cannabis/Nikotin Entzug und Psychopharmaka. Bitte dringend um Hilfe

  • Hallo Ihr Lieben,


    Ich brauch dringend Rat. Ich hoffe mir kann jemand helfen. Alles ist schief gegangen was nur schief gehen kann.;( ich bin fertig. Ich blicke langsam auch nicht mehr durch was Entzug oder Psyche ist oder ob eine ernste Krankheit vorliegt. Und ob ich Psychopharmaka nehmen soll.


    Meine Vorgeschichte:

    Ich heiße Lucy, bin weiblich, 38 Jahre alt und habe 3 Jahre lang kleine Mengen Cannabis konsumiert mit 4-5 Zigaretten/Woche (aus gesundheitlichen Gründen und Genuss), immer mal 2-3 Wochen Pause um nicht Abhängig zu werden. 3 Monate vor Rauchstopp wurden aus es zuviel Zigaretten ( 25-30), ich war vom Gefühl her sehr stark Nikotinabhängig. Cannabis immer gleich (siehe oben)

    Ich war aber sonst glücklich in meinem Leben, psychisch stabil und hatte einen Kinderwunsch. Wollte gerne wieder Sport treiben.

    Also vor 13 Wochen alles naiv, aber konsiquent kalt abgesetzt. :57:

    Ich will hier keinen erschrecken, aber ich hatte einen harten Entzug;(. Die zweite Woche war so übel, dass ich mit Panikattacken, extremem Suchtdruck und Herzrasen ins Krankenhaus (Notaufnahme ) musste. Der Neurologe dort meinte es sei ein typischer zweifacher Entzug, aber keine Neurose/Psychose oder so. Da ich in der Vergangenheit (vor 7 Jahren perfekt austherapiert) mal eine Angstneurose hatte, könnte ich dies nur bestätigen. Die Entzugserscheinungen fühlten sich ganz anders an, nicht situationsgebunden, sogar mit festen Uhrzeiten.

    Auf Anraten der Klinik, bin ich dann zu einer Psychologin, auch diese meinte typischer Entzug. Schlafstörungen und Depressionen. Dauert ca 1-3 Monate. Mal kürzer, mal länger. Die hat mir dann freigestellt ein Psychopharmaka (Sertralin) zu nehmen. Sie sagte,es wird den Entzug nicht ändern aber etwas erträglicher machen. Naja eindeutig falsches Medikament,X( es hat mich aber noch unruhiger gemacht hat mit Restless Legs/Muskelschmerzen also nach 6 Wochen abgesetzt, Absetzsymptome immer noch leicht spürbar). Sie meinte auch in die Psychatrie müsste ich nicht, da bei meinem Entzug keine Lebensgefahr besteht und ich nur aushalten muss. Als ich nochmal zu Ihr wollte, war sie krank und keine Vertretung in der Umgebung.

    Ich hab mich dann Wochen lang gequält mit körperlich sowie psychischen auf und ab.

    Zwischen der 11-12. Woche wurde der Entzug planmäßig besser, fast weg. Ich habe mich so gefreut.

    Mitte 12. Woche (letzte Woche ca.) wurde es plötzlich ohne Grund (!) so schlimm wie am Anfang fast (morgens werd ich aus dem Schlaf gerissen mit Angstattacken, Unruhe, Watte im Kopf und so ein quälendes Gefühl etwas zu vermissen. Stimmen im Kopf bei Entspannung, Übelkeit. nervliche Anspannung. Wirre Gedanken. Trauer. Üble Quälerei. Erschöpfung. Gelenkschmerzen. Nerven. Appetitlosigkeit ABER: Ab mittags hört es schlagartig auf, abends/nachts geht es mir super, bin die alte Lucy). Dies dauert nun bis heute an.

    Ich bin nun vorgestern zu meinem früheren Neurologen und dieser meinte ab der 13. Woche gibt es keinen Entzug mehr oder niemals mehr so schlimm. Ich hätte eine Angstneurose, welche vorab schon da war und extreme nervliche Anspannung aus welcher ich nicht mehr raus komme. Ich fühlte mich aber sehr stabil vor Rauchstopp und in Woche 12 war ja auch alles weg. Ich bin auch in einem Nichtraucher Forum unter psychologischer Leitung, da meinten die Psycholgen auch ein Entzug dauert bei jedem anders und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, auch wie bei mir (sogar 6 Monate) da ja Umbauprozesse im Gehirn laufen. Es kann das Nornikotin sein.

    (Auch sollte ich natürlich den körperlichen Aspekt nicht außer Acht lassen, da beim Entzug ja sämtliche Hormone und so weiter außer Kontrolle geraten können. Blutbild Krankenhaus und Hausarzt ok. Hormon /Schilddrüse/Diabetes/MRT steht leider noch aus bis in 2 Monaten :rolleyes: finde mal Fachärzte die zeitnah Termine haben. )

    Der Neurologe hat dann mit mir ewig diskutiert, ich hätte die Angst und Nervosität weggekifft damals und diese kam dann wieder raus. Ah ok, ich kenn mich wohl schon besser und das sagen Freunde/Vater auch: Davor war nix. Er hat dann auch gegrinst und gesagt, ich soll mich nicht selbst belügen, warum kifft man denn. So nervös wie ich rüber komme, ist da schon lange was.

    Dazu muss ich sagen, ich bin wirklich nervlich extrem angespannt im Moment weil meine Mutter nun auch noch seit drei Tagen im Sterben liegt, ich dringend wieder arbeiten und bald ausziehen sollte. Und dazu jeden Tag diese psychosomatischen Gefühle sind natürlich nicht sehr förderlich. Und noch 3 Monate so leiden will ich auch nicht. Klar wer wäre da nicht nervös X(

    Er meinte aber er glaubt nicht dass ich schon Spätfolgen haben könnte (kann es aber nicht ausschließlich ;(, ich darf halt auf keinen Fall nochmal rauchen/kiffen. Ich bin übrigens natürlich nicht Selbstmord gefährdet.

    Dann hat er mir zwei Psychopharmaka verordnet ( Escitalopram 5 mg und Quetiapin), angeblich leicht dosiert Tag/Nacht und nur vorübergehend. Er meinte meine Nerven sollten dringend runter kommen. In meinem Nichtraucher Forum warnen mich User, ich soll es ja nicht nehmen, da der gute Mann ja nicht von einem Entzug ausgeht. Es verbessert eh nix, macht den Entzug viel schlimmer und länger (auf Grund der Sache mit dem Umbau an der selben Stelle im Gehirn) und kann sogar tödlich sein oder mein Nervensystem dauerhaft schädigen. Nun habe ich Angst es zu nehmen. Kann es den Entzug verschlimmern/verlängern/nichts nützen? Kann es dauerhaft Schäden am Nervensystem verursachen/zu viel werden? Kann ich schwere Absetzsymptome bekommen? Starke Nebenwirkungen? Schäden hinterlassen wenn ich wechseln muss? Hat hier jemand eigene oder fachliche Erfahrung im Hinblick auf Psychopharmaka und Cannabis/Nikotin oder weiß eine Beratungsstelle? Ich würde es schon gerne nehmen um einfach bald mal wieder auf die Beine zu kommen aber der Arzt hat irgendwie nicht so mein Vertrauen weil wir was Entzug angeht zu unterschiedlich denken . Tut mir leid dass ich so ungekonnt und viel schreibe aber ich bin echt in Not... 100 mal Danke für jede Hilfe<3

  • Nikotin und Cannabis sind schon Mittel, mit denen man seinen Gefühlshaushalt regulieren kann. Wenn du dich von diesen beiden Krücken entwöhnen möchtest, musst du leider in einer Übergangszeit mit Gefühlschaos und Mißempfindungen rechnen. Auf jeden Fall bauen diese Stoffe deinen Haushalt von Neurotransmittern im Gehirn um, und es muss sich ein neues Gleichgewicht finden.


    Dass du eine emotionale Entgleisung fühlst, ist jetzt leider ein sehr sehr unangenehmes Gefühl für dich.


    Was du jetzt brauchst ist meiner Meinung nach ein gewisser Humor und eine gewisse Sturheit. Du kommst schon in ein neues Gleichgewicht. Taktiere jetzt so, dass du dir die Übergangszeit möglichst angenehm gestaltest.


    Was ich sehr unglücklich finde, ist, das ausgerechnet deine Mutter im Sterben liegt, während du in so einer Ausnahmesituation bist. Das sind zwei Stressoren, die jeder für sich genommen dich schon an die Grenze der Überforderung bringen.


    Das Escitalopram ist ja etwas sehr ähnliches wie Sertralin. Ich habe esversucht, und hatte vom Sertralin unangenehme Absetzerscheinungen.Gebracht hat es mir nichts.


    Quetiapin/Seroquel wirkt schlafanstossend und stark dämpfend. Davon wirst du gelinde gesagt matschig. Es kann durchaus sein, dass dir das aktuell hilft. Allerdings weiß ich nicht ob du dann in der Lage bist beispielsweise zu arbeiten und Besorgungen zu machen. Mindestens am Anfang kriegst du da Probleme. Wahrscheinlich nimmst du es abends, und kommst morgens kaum aus dem Bett.


    Alle Neuroleptika haben Nebenwirkungen. Wenn es ganz dumm läuft, kann man HErzrhytmusstörungen kriegen. Hier hat eine Abschätzung zu erfolgen: was ist schlimmer, die dämpfende Wirkung nicht zu haben, oder das geringe Risiko schwerer Nebenwirkungen zu tragen?


    Dass man jetzt an Seroquel sterben soll, naja, glaube ich nicht. Vielleicht ist es die Krücke die dir jetzt hilft. Wenigstens mal zwei Wochen. Aber lösen wird das deine Probleme nicht.


    Sei geduldig mit dir selber. Wenn es dir jetzt dreckig geht, dann schätze ich das als vorübergehende Phase ein. Behalte das im Hinterkopf bei jeder Umdrehung, in der Waschmaschine in der du jetzt nun mal steckst.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Vielen lieben Dank Strider für deine Antwort.


    Ich seh es wie du.


    Quetiapin ist seiner Meinung nach relativ leicht dosiert (25 mg). Meinst du es hat damit eine sehr dämpfende Wirkung? Ich brauch schon was zum schlafen, aber sollte am Tag wirklich nicht nur halb narkotisiert rum liegen. Er hat mir versichert das es nur leicht dämpft alles. Oder kann ich auch erstmal nur die Hälfte nehmen?


    Schade das mein Arzt die Situation falsch einschätzt. Dies fördert mein Vertrauen natürlich nicht gerade. Leider wohne ich hier auch in einer Kleinstadt und bekomm im Umkreis von 70 km kaum woanders schneller einen Termin. Ich könnte noch zur Drogenberatung am Montag und die mal fragen.


    Für mich ist es vom Gefühl her eindeutig noch Entzug und keine Angststörung.

    Ich quäle mich nun aber halt seit 3 Monaten und ja die Situation im Moment sehr belastend. Ich bin seit einer Woche dauernd höchst angespannt und nervös. Ein wenig Beruhigung wäre ja nicht schlecht, aber wie gesagt nur in Watte, kaum noch agieren wäre sehr schlecht für mich.

  • Ich kenn mich mit der Dosierung nicht aus. Weiß auch nicht mehr was ich hatte, aber es hatte eine massiv schlafanstossende Wirkung. Ähnlich wie auch z.B. trizyklische Antidepressiva.


    Oft ist es ja so, dass diese Dämpfung sich etwas abschwächt, wenn man einen Spiegel aufgebaut und sich daran gewöhnt hat.


    25 mg scheint eine niedrige Dosierung. Ich gehe mal davon aus, dass der Plan schon Hand und Fuß hat. Sonst stell dir halt zwei Wecker und aktivier dich morgens mit genung Vorlaufzeit, lecker Frühstück, Kaffe.


    Vielleicht hilft dir eine gewisse abschirmende Wirkung davon etwas und auch, genug zu schlafen.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Übrigens Glückwunsch dass du nicht mehr rauchst. Nach meiner Erfahrung wirst du dich darüber wahrscheinlich noch lange freuen. Die langfristigen Nebenwirkungen vom Rauchen sind es nicht wert (Kurzatmigkeit usw.).

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Danke für Deine Antworten Strider. Das hat mich sehr gefreut. =) und Danke für die Glückwünsche, naja so richtig kann ich es in dem ganzen Leid noch nicht wahrnehmen, ich hoffe der Tag kommt irgendwann :13:


    Ich habe mich entschieden und nehme die Medis.

    Ich habe mich auch nochmal mit zwei Bekannten unterhalten, welche beide im suchttherapeutischen Bereich arbeiten. Und war heute morgen bei der Drogenberatung.


    Und Strider sie sagen alle das selbe wie du.1. Der körperliche Umbau und die Entgiftung sind ist noch nicht abgeschlossen, und klar man ist auch psychisch abhängig. 2. Es wird mir den Kampf nicht abnehmen aber eine kleine Erleicherung erstmal verschaffen. Aber es sortiert auch erstmal wieder etwas meine Nerven für die privaten Probleme.


    Die bei der Drogenberatung heute meinte auch, die Medis sind nicht sehr hoch dosiert.

    Ich geh halt sonst nochmal zum Arzt.

    Aber:

    Ich esse und schlafe seit Tagen nicht mehr. Morgens/mittags beim massiven Suchtdruck lauf ich am Rand meiner Kräfte psychisch wie körperlich und ich denke irgendwann ist mal genug. :8:


    Ich danke dir sehr für deine Hilfe und ganz liebe Grüße

    Lucy

  • Kannst du zuordnen, warum du so viel mehr geraucht hast, bevor du aufgehört hast?


    Wegen der Krankheit deiner Mutter? Was stresst dich? Der Wunsch, Nachkommen zu haben? Arbeit? Soziale Sachen? Es wäre gut, falls du in der Lage wärst, dir Entlastung zu schaffen, wenn dich was stresst.


    Dass du mehr Sport machen willst, kann helfen. Als Motivation, aber es ist auch befriedigend. Wichtig wäre aus meiner Sicht, dass es was ist, dass dir Spaß macht und dich zieht. Nicht eine Pein, die du dir aus Disziplin auferlegst.


    Bevor du umkommst, lass nur das Kiffen, und rauch wieder. Natürlich kann das nach hinten los gehen, und du rauchst wieder Jahre. Außerdem geht es an die Gesundheit. Du wirst schon wissen, warum du aufhören willst. Es wäre halt eine Notfallplan, bevor du nervlich endgültig am Rad drehst. Also setz dich nicht so weit unter Druck warum auch immer, dass du komplett untergehst.


    Aber selbstredend: wenn du es schaffst, aus beidem raus zu kommen, Cannabis und Rauchen, dann hast du eine große wertvolle Freiheit erworben.


    Auch vom Seroquel kannst du z.B. Gewichtszunahme kriegen. Ich hab auch erst 5 - 10 kg zugenommen als ich mit Rauchen aufgehört hab. Und dann erst nach einigen Jahren wieder abgenommen. Aber das war es wert, die Drecksraucherei los zu sein. Das war mir immer klar.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo Lucy0611.Nimm ja keine Psychopharmaka.Die Ärzte wissen da selber nicht was sie da verschreiben.Vertraue auf Nturheilmittel.Ich bin so

    geschädigt von Escitalopram und Quetiapin.Letzters Abhängig geworden da ich ohne dieses Scheißzeug nicht mehr einschlafe.jedes Psychopharmkon wirkt bei jeden Menschen anders.Nimm es nicht den du weißt nicht auf welchen gefahrenweg du dich begibst.Die Ärzte und Psychologen labern nur scheiß.Sie belügen dich,den AD und Neuroleptika machen wohl abhängig.Mirtazapin hät mich beinnahe in den Selbstmord getrieben.Bleib lieber bei Naturheilmitteln.Ich nehme seit 1/1/2 Jharen Psychopharmaka und sie werden mich umbringen diese scheiß Medikamente(Gifte)Aber ich kann nicht anders.Ohne Quetiapin komme ich nicht in den wohlersehnten Schlaf.Kein Psychologe,Nervenklempner kann einem da helfen.Die Ärzte sind vielerorts korrupt und arbeiten mit den Pharmafirmen zusammen.Es starben schon soviele Menschen an Psychopharmaka und es wird alles vertuscht und geheimgehalten.die Ärzte lügen wie gedruckt.Ineben. den 60er Jahren haben sie auch gesagt das Benzodiazepine nicht süchtig machen.Genauso wie es bei dem conterganskandal gewesen ist.Das mußten sie dann kleinlaut zugeben.es gibt da eine interessante Lektüre:Von Peter C Goetzsche:Tödliche psychopharmka und Organisiertes leugnen.Alles Gute von Mario

  • Schlafsucher

    Anderen Hilfesuchenden solche Ratschläge zu erteilen, gehören hier nicht her!

    Mag sein, dass du schlechte Erfahrungen mit Ärzten und Medikamenten gemacht haben magst, aber alle Ärzte als unfähig, korrupt und Lügner hinzustellen, entbehrt jeder Grundlage!!

    Hab länger überlegt, deinen Beitrag zu löschen oder zu bearbeiten - aber ich denke die meisten können selbst differenzieren.

    Das soll nicht bedeuten, dass deine Erfahrungen unwahr sind, aber es sind eben deine Erfahrungen - nicht mehr und nicht weniger.

    Daher unsere Bitte - untermauere deine Beiträge mit Einlassungen wie "meiner Meinung", "ich würde ..." usw.

    Zu guter Letzt, jeder kann Naturheilmittel einsetzen, doch es sollte doch auch klar sein, die Wirkung ist für viele Leiden eingeschränkt. Und nur weil es sich NATURheilmittel nennt, heißt es noch lange nicht, dass solche Präparate ungefährlich sind.


    Kaum wer wird nach Einnahme von z.B. AD's erwarten, dass sich alle Probleme einfach in Luft auflösen.

    Wer unsicher ist, kann jederzeit eine Zweit- und Drittmeinung einholen ...

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Also ich finde es sehr erschreckend, wie selbstverständlich Psychopharmaka verschrieben werden, insbesondere bei Entzugerscheinungen von Tabak/Cannabis. Das ist keine Alternative, meiner Meinung verlagert das nur das Problem und wenn man sowieso schon ein Suchttyp ist, wirft man nur Öl ins Feuer. Ich würde wirklich davon die Finger lassen!! Fang an liebevoll mit dir umzugehen - dir Gutes zu tun, Ziele zu setzen und Babyschritte zu gehen und nicht gleich alles auf einmal zu wollen. Mit einer Pille schnell alles regeln zu können, geht nicht, ich verstehe die "Entlastungsidee" hinter der Einnahme von Medikamenten, persönlich habe ich ganz tolle Erfahrungen mit natürlichen Mitteln gemacht, aber auch die sind keine Lösung, sondern nur eine Unterstützung, aber zumindest ohne Nebenwirkungen!!! Du bist schon alleine von deiner familiären Situation her gerade im absoluten Ausnahmezustand. Du brauchst meiner Meinung jetzt Menschen, ob Freunde, Therapeuten oder Familie um dich rum, die wirklich für dich da sind, dir zuhören und dich begleiten und das "drogenfrei". Und du brauchst vor allem dich selber, schreibe z.B., Papier ist geduldig und sehe die Chance jetzt wirklich dich kennenzulernen und an dir zu arbeiten.

    Ich weiß das es leichter geschrieben ist, als getan, ich kämpfe seit Jahren und kann deine Zustände total nachvollziehen!


    Ich drücke dir fest die Daumen & wünsche dir alles Gute!

  • Hallo Lucy,


    in unserem Land wird an vielen Orten in der Öffentlichkeit geraucht. An Bahnhöfen, Bushaltestellen, der Fußgängerzone, Eingangsbereich von Supermärkten, zum Großteil auch am Eingang der Firmen wo man Arbeitet oder bei offenem Tor am Lager sodass der Rauch in das Gebäude zieht.


    Bei Menschen die eine Zeit lang selbst geraucht haben ist das Gehirn umstrukturiert. Daher ist man auch anfälliger für Rückfälle wenn man Passivrauch ausgesetzt ist. Viele Menschen die eigentlich Nichtraucher sind werden so indirekt an den Arbeitsplatz gebunden ohne das sie es merken.


    Deutschland muss sich stärker für Nichtraucherschutz in der Öffentlichkeit einsetzen, das kann vielen Menschen das Leben erleichtern.


    Insbesondere damit nachfolgende Generationen es einfacher haben.


    Viele Grüße


    W.

  • Was ich unethisch finde, ist dass Tabakwerbung nicht verboten wird.

    Viele Menschen die eigentlich Nichtraucher sind werden so indirekt an den Arbeitsplatz gebunden ohne das sie es merken.


    Ein Nichtraucher, der im Rauch arbeiten muss ist einfach nur angeekelt. Gebunden wird man an den Arbeitsplatz, weil man das Geld braucht und/oder es Spaß macht. Es ist sicher schwerer für einen Raucher, mit Rauchen aufzuhören, als für einen Nichtraucher, an einem verqualmten Arbeitsplatz aufzuhören. Und wo gibt's sowas überhaupt noch, dass jemand im Tabakrauch arbeiten muss?


    Ich teile nicht die Militanz anderer Ex-Raucher und manche Anfeindungen von Nichrauchern gegen Raucher. Ich rieche sogar eine moderate Tabakwolke im Vorbeigehen mitunter nicht ungerne. Ähnlich wie Holzfeuer. Dennoch bin ich ungeheuer froh, diesen Schmutz nicht mehr konzentriert einatmen zu müssen. Bäh!!!


    Ich gönne jedem Raucher, sein Rauchen zu genießen. Nur leider wird mit den Jahren bei 10 Zigaretten am Tag und mehr der Genuß eben zum Krampf, zur Krankheit, ekelhaft.


    Wenn im freien Raucherzonen = Raucherghettos errichtet werden, dann ist für mich allerdings die Grenze in einer freiheitlichen Gesellschaft erreicht.


    Das Rauchen im Freien oder ganz zu verbieten, dass seit Jahrhunderten in unserer Kultur ein (problematisches) Genußmittel ist, da würde sich bei mir was aufbäumen. Wer meint rauchen zu wollen, sollte das in meinen Augen auch machen dürfen. Und ohne im Übermaß gegängelt und gemobbt zu werden, zum Beispiel beim Rauchen an der frischen Luft! Wie ich das selber schon erlebt hatte.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo Ihr Lieben,


    Danke für Eure zahlreichen Beiträge.

    Ich melde mich mal zurück


    Mir geht es noch immer nicht gut.

    Ich bin nun ca. 5 Monate Nikotin und Cannabisfrei.


    Ich nimm mittlerweile nachts Mirtazapin 15 mg und Tags Ecitalopram 15 mg.

    Vor vier Wochen ging es schlagartig bergauf und dann war alles 2-3 Wochen super! Ich hatte keine Entzugserscheinungen bzw Symptome mehr. Ich war mega glücklich, optimistisch und wieder unternehmungslustig....Und dann hat es sich plötzlich wieder eingeschlichen mittags...kribbeln in den Armen, Nervösität, Wattegefühl im Kopf, Unruhe, wirre Gedanken, Appetitlosigkeit und Panikattacken. Dünnhäutig und ängstlich. Ohne sichtbaren Gründe :(Abends ab 17-18 Uhr hört es schlagartig auf und schlafen kann ich auch wenigstens.


    Mein Neurologe hat nun das Ecitalopram von 10 auf 15 mg erhöht und ist total am Ende mit seinem Latein glaub ich, er hat gesagt, er verstehe es nicht.. ich soll dringend eine ambulante Therapie beginnen und wenn das nichts bringt, soll ich in eine Klinik.


    Ich habe so eine Angst eine Psychose zu bekommen/haben, weil ich während Entspannungsübungen/Mittagsschlaf und beim Aufwachen oft wirre Gedankenfetzen und Phantasien habe || ich habe einfach Angst nie mehr gesund zu werden oder noch kranker. Meine Zukunftsträume zu verlieren (=Arbeit, Familie, normal leben)


    Rauchen/Kiffen möchte ich nicht mehr. Würde das Rauchen mich wieder heilen? Ich denke eher nicht.


    Es geht mir echt schlecht im Moment, würde mich über jede Antwort freuen. ;(

  • Danke übrigens Strider für deine Worte.


    Ich geh mal etwas auf deine Fragen ein:3:


    Ich habe gegen Ende so viel geraucht aus mehreren Gründen.

    Ich war sehr süchtig nach Zigaretten. Bin sogar oft nachts aufgestanden um zu rauchen. Es war für mich zur Entspannung. In manchen Situationen auch Belohnung, außerdem Überforderung wegen meines Lebens. Darauf komme ich noch mal.

    Gekifft habe ich 2-3 mal in der Woche. Manchmal auch 3-4 Wochen gar nicht. Meistens zum entspannen. Außerdem leide ich an Reizdarm und es hat die Nerven sehr beruhigt.

    Und aus Genuss statt Alkohol.


    Ich habe aufgehört weil ich eben mein Leben positiv ändern wollte. Desweiteren wollten mein Freund und ich zusammen ziehen und haben über Familiengründung (Nachwuchs) nachgedacht. Ich war halt naiv und dachte, der Entzug dauert nicht lange und dann kann ich mein Leben positiv ändern. Wenn ich gewusst hätte, dass es so viel zerstört und so schlimm und langwieriger wird, hätte ich es nie gemacht. Ich will hier aber niemand entmutigen, es ist bei jedem anders.


    Nochmal zu meiner Situation: Ich bin nach der Trennung von meinem ExFreund vor 2 Jahren wieder zu meinem Vater gezogen. Ich hatte damals wegen der Trenung sehr schwere Probleme (auf welche ich jetzt nicht eingehen möchte.) Dann ging es mir ein halbes Jahr später super.

    Dann habe ich meinen Freund (Fernbeziehung) kennen gelernt, wir hatten dann Pläne geschmiedet und nun das ||

    Ich wohne nun eben wieder bei meinem Vater im Haus, finanziell geht es gerade so. Aber wenn meine Mutter stirbt, müssen mein Vater und ich ausziehen aus dem Haus. Mein Vater wird nun auch immer gebrechlicher. Ich setze mich sehr unter Druck weil ich ihm in diesem Zustand keine Hilfe sein kann.


    Mein Freund verspricht immer, wenn alle Stricke reißen komme er endgültig zu mir und hilft wo er kann bzw wir ziehen dann zusammen. Ich würde gerne wieder gesund werden. Ich kann für niemand da sein und eine Hilfe sein. Ich habe Ängste abzustürzen und noch kranker zu werden.


    || Ich kann ja auch nicht mehr unterscheiden ob meine Symptome immer noch Entzug ist oder nur Psyche? Die Meinungen gehen da sehr weit auseinander.

    Mein Neurologe meint, es seien Panikattacken welche per Cannabis und Tabak immer überdeckt hätte. Ein anderer Neurologe und meine Suchtberaterin meinen es können schon noch Entzugserscheinungen sein.


    Ich lese sehr viel hier und in anderen Foren. Es geht wohl einigen ähnlich.

    Falls jemand Erfahrung hat, bitte melden und auch sonst freue ich mich über jede Nachricht.

  • Es ist natürlich schwer, hier halbblind eine Person, soziale Bezüge, eine Lebenslage einzuschätzen, selbst wenn derjenige es relativ umfangreich beschreibt.


    Aber für mich hörst du dich an, als ob in deinem Kessel viel Druck ist. Du versuchst vermutlich, Anforderungen deines Umfeldes zu entsprechen. Andererseits verfolgst du selber Ziele, die du dir gesetzt hast, und deren Erreichung viele Anstrengungen erforderlich machen.


    Mich macht stutzig, dass deine Ängste abends pünktlich abebben. Zum Feierabend? Ist jetzt wieder mal ein Schnellschuss, aber fühlst du dich auf der Arbeit vielleicht unwohl und unsicher? Oder falls du nicht arbeitest oder arbeiten kannst: fühlst du dich tagsüber vielleicht unwohl und wertlos und ängstlich, weil du weißt, dass die anderen jetzt arbeiten, und du nicht?


    Du sagst, dass du dich ohne sichtbaren Grund u.a. dünnhäutig und ängstlich fühlst.


    Das könnte sehr wohl vielleicht organischen Gründe, also psychische Krankheit als Ursache haben, allerdings auch noch Spätwirkung der Entgiftung, sowie Nebenwirkungen deiner Medikamente.


    Es kann aber auch sein, dass es dafür Gründe in deiner Situation, deinen Zielen, deinem Leben, deinem Umfeld, deinen Gewohnheiten, Deinem Denken gibt.


    Sehr handfeste Gründe, die du aber nicht siehst. Versuche dich selber besser zu verstehen, in den kommenden Jahren. Ich glaube dass das für uns alles nötig ist und der eine dabei besser ist, der andere schwächer.


    Sehr gut möglich, dass deine Missempfindungen aus einem Gemisch dieser ganzen denkbaren Ursachen zusammenkommen. Bei mindestens einem großen Teil hast du einen Einfluss auf diese Ursachen.


    Könnte man meinen. In der Theorie zumindest. Fühlt sich bei mir in meinem Leben irgendwie aber auch nicht so an, sondern eher machtlos und ausgeliefert.


    So oder so: ich glaube du hast dir mindestens mal geholfen, indem du das Kiffen, und ganz sicher auch das Rauchen aufgegeben hast. Jetzt brauchst du Ideen für weitere Maßnahmen.


    Ich hab heute übrigens auch einen Therapeuten angeschrieben, weil ich in mehrfacher Hinsicht mit dem Rücken zur Wand stehe.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo Strider,


    Danke für deine Antwort.


    Ich bin selbst ratlos und verunsichert.

    Ich hoffe es hört irgendwann wieder auf;(

    Falls noch jemand Erfahrung hat mit Entzug und Angststörung bitte melden.

    Ich will mittlerweile nur noch gesund werden, die Lust auf Rauchen und Kiffen ist mir vergangen.


    Strider geht es dir ähnlich ?

  • Die Paralle die ich ziehen kann, ist dass ich am Ende meines Drogenkonsums, als ich anfing nüchtern zu sein, dünnhäutig wurde. Ich fing an Spannungen, Probleme und Nöte in meinem Leben klarer wahrzunehmen. Die abschirmende Wirkung war weg. Ich weiß, dass auch andere ähnliches erlebt haben. Auf jeden Fall habe ich mit Ängsten und Konflikten umzugehen, in mir, aber auch zwischen dem sozialen Umfeld und mir. Und das hat bestimmte Ticks bei mir verstärt, mit denen ich heute noch massiv zu schaffen habe.


    Der Unterschied bei mir ist meines Erachtens, ich habe schon lange angefangen meine Beschränkungen zu akzeptieren, mich und meine Lebensführung anzupassen. Streß und Ängste unter denen ich leide, kann ich größtenteils benennen und analysieren. Was nicht heißt, dass ich die Probleme immer lösen kann. Ich habe auch keine zwingenden Ziele, die ich mir gesetzt habe, wie mein "normales" Leben aussehen muss.


    Du hast bisher eine diffuse Panik beschrieben, die du (noch?) nicht befriedigend zuordnen kannst.


    Ich meine, dass deine Sorgen teilweise anzeigen, dass du auch gewisse Ansprüche hast, Kinder, Arbeit, Familie. Ich erlebe dich so, dass du (unter anderem) an einer Verlustangst deiner Träume, Ziele, vielleicht auch unter zwingenden Ansprüchen leidest.


    Da bin ich der Meinung du setzt dich evtl. selber unter (Leistungs-)Druck. Und das halte ich für schädlich, da die Möglichkeit besteht, dass du dir so Streß, Sorge, Angst multiplizierst.


    Vielleicht ist es auch nötig, dass du dich selber besser wahrnimmst und verstehst? Ist nur spekulativ. Wenn ja dann ist das ein langer Prozess, nichts spontan eintretendes.


    Nimm dir doch die Zeit, dein Leben zu ordnen, dich wahrzunehmen, mit der Situation zu arbeiten. Ich finde es vernünftig, auch so eine Situation anzunehmen, die man doch sowieso scheinbar nicht ad hoc ändern kann. Wenn du gegen Schwächen, Verlustangst ankämpfen willst, dann befolge doch den Rat deines Arztes, und fange eine Therapie an! Du willst, dass es aufhört, dass du wieder gesund wirst. Setz dich zu allererst nicht unter Leistungsdruck.


    Du hast jetzt mit dem Kiffen aufgehört, und sogar die Krücke des Rauchens ist weg. Es kann sehr wohl sein, dass du an der neuen Situation lange zu knabbern hast. Geh es an, mach dir selber Mut. Nimm dir dazu die Freiräume die du brauchst. Es gibt vielleicht oder sogar wahrscheinlich keinen Schalter den du drückst, wo alles aufhört und du morgen gesund oder tiefenentspannt bist.


    Frag mal deinen Arzt, ob deine jetzige Medikation Angstzustände verschlimmern kann! So was gibt es nämlich. Nicht dass da am Ende noch unbemerkt was schief rein hackt.


    Geh erst mal davon aus, dass du nicht immer so bleibst wie du jetzt bist. Ganz im Gegenteil. Aber jetzt ist es an dir mit diesen momentanen Ängsten, Panik, Zuständen gut umzugehen. Hoffen, dass es aufhört, ist schön und gut. Besser, du erforschst Hebel, wo du selber ansetzen kannst, um dein Wohlbefinden etwas zu verbessern.


    Alles mindern, was es verstärkt, alles fördern, was deine Entspannung fördert., Entlastung schaffen, wo es irgendwie geht.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Hallo Ihr Lieben, vorallem auch strider, welcher mir hier so geholfen hat (falls du das liest)


    Einige Wochen sind nun vergangen, (insgesamt seit Entzugsbeginn 7,5 Monate) und ich bin immer noch clean,aber...


    Es ist wie eine Achterbahnfahrt. Mal geht es mir besser, mal schlechter. Manche Tage habe ich nichts mehr, kann Sport treiben, Meditieren, wandern, Freunde treffen, bin happy... und andere Tage schlägt es ohne ersichtlichen Grund wieder zu: dann plagen mich immer noch starke Unruhe, Panikattacken, Ängste, Appetitlosigkeit, Kopfdruck... fast wie am Anfang ...es ist als wäre mein Gehirn defekt. Es kommt und geht in Wellen und Schubweise,...

    Schlafen kann ich zum Glück.

    Wenn 10 ganz schlimm ist (Anfang Entzug) wäre ich jetzt bei 6.


    Ich finde es sehr schade dass kein Deutschsprachiges Forum gibt, welches sich intensiver mit Cannabis-Entzug und den Folgen beschäftigt. Ich bin in einem Englischsprachigen und da leiden viele an den selben Symptomen. Dort wird erklärt, dass es einfach Zeit braucht bis das Gehirn sich regeneriert hat. Das kann einige Monate bis 1,2 Jahre dauern.


    Ich werde demnächst wahrscheinlich in eine Reha-Klinik gehen. Und danach eine ambulante Therapie beginnen.


    Strider wie du mir geschrieben hast: Ich glaube ich habe viele Ängste und Unruhe weggekifft und jetzt stürzt dies dünnhäutig auf mich ein. Außerdem muss das Gehirn eine Umstrukturierung durchlaufen. Alles was einem die Droge gegeben hat, nimmt sich der Entzug wieder. Diese Krise muss man durchschreiten, man lernt eine Menge über sich selbst und beginnt die Welt viel klarer zu sehen. Auf der einen Seite schöner, auf der anderen erschreckend realistisch. Man wird viel erwachsener und selbstverantwortlicher.

    Es ist ein wenig wie neu geboren zu werden, auch das schmerzt. Aber es lohnt sich eines Tages hoffe ich.


    Klar hoffe ich noch immer wieder eines Tages ohne Ängste und Unruhe oder ohne Psychopharmaka leben zu können.


    Falls das übrigens ein neuer Nichtmehrkiffer oder nichtmehrRaucher liest: Bleibt stark, lasst euch von mir nicht entmutigen , nicht bei jedem muss der Entzug so langwierig und schlimm sein. Das ist von Mensch zu Mensch und Fall zu Fall verschieden.


    Ich lass mal ganz liebe Grüße hier auch Dir Strider, falls du das liest, danke ich sehr für deine Worte.

    Melde mich bald wieder.

  • Hey, danke für die herzliche Rückmeldung.


    Alles was einem die Droge gegeben hat, nimmt sich der Entzug wieder. Diese Krise muss man durchschreiten, man lernt eine Menge über sich selbst und beginnt die Welt viel klarer zu sehen. Auf der einen Seite schöner, auf der anderen erschreckend realistisch. Man wird viel erwachsener und selbstverantwortlicher.

    Es ist ein wenig wie neu geboren zu werden, auch das schmerzt. Aber es lohnt sich eines Tages hoffe ich.

    Ich finde das stimmt voll. Ich glaub das nennt man auch nachreifen, und das gibt's wirklich.


    Ich bin sicher dass sich dieser Weg der klareren (Selbst-)Wahrnehmung lohnt. Man wird mehr, wer man wirklich ist. Man lebt intensiver, roher, ehrlicher, direkter. Natürlich fallen dabei Späne und es knirscht.


    Aber was soll man damit anfangen immer benebelt rumzulaufen? Das hilft einem nicht richtig und man verliert nur den Kontakt zu sich selber und zu der Welt. Man sieht nicht mehr klar und wird letztendlich (noch) hilfloser und richtig machtlos.


    Ich würde auch durchaus hoffen, dass deine Panikattacken in ein, zwei Jahren viel besser sind. Vielleicht sogar weggehen, oder das du mit eventuell bleibenden Resten lernst, einigermaßen souverän umzugehen.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.