Entzug mal anders

  • Zu mir für die neuen:


    Ich kiffe seit 20 Jahren. Längste Pause 2 1/2 Jahre. Zuletzt bis Oktober 11 Monate.


    Nun brauche ich wieder ne Pause. Kifferei kostet mich wieder ca. 500 € im Monat...zudem stellen meine Kinder bald fragen.

    Ich habe vor, mich für den Entzug 7-10 Tage in ne Blockhütte in den belgischen Ardennen zurückzuziehen. Ist ein kleiner Ort, wo ich schon öfter mit meinen Eltern war.



    Ich will einfach nicht in ne Klinik.



    Nur werde ich absolut unausstehlich dann. Ich geh mir so selber auf den Sack und lass das dann komplett an meinem Umfeld raus. Da das hier die Familie ist, muss ich raus. In den Kliniken bekomme ich allerdings immer Ärger mit dem Patienten und dem Personal. Und Dampfe dann ab.



    Also möchte ich es mal komplett anders versuchen.



    10 Tage wandern, lesen, Kajak fahren. Mit miesester Laune...



    Meine Psychiaterin unterstützt mich schon mal. Sie gab mir ihre Telefonnummer und ich soll sie 2 mal anrufen und ansonsten im Notfall. Sie meinte nur: die letzten 20 Jahre hat das mit der Klinik ja auch nicht hingehauen...



    Meine Frau ist weniger begeistert. Sie sähe mich lieber in einer Klinik, wegen den suizigedanken.

    Sie wollte schon einen gemeinsamen Urlaub draus machen. Hab ich dankend abgelehnt.



    Die Hütte ist für 6 Leute, liegt in nem Ferienpark mitten im Wald. Der nächste Ort hat vll. 150 Einwohner.



    Kostet auch noch deutlich weniger als Klinik.


    Was haltet ihr davon?


    LG

    Dissolution


  • Grundsätzlich ist alles besser, als gar nix tun ;)


    Aber warum musst du das unbedingt allein durchziehen? Gibt's da Niemand der dich begleiten könnte?

    Das es vielleicht nicht mit Frau und Kind sein soll, das kann man gut verstehen - dennoch solltest jemand mitnehmen.

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • ich möchte mich dann nur niemandem zumuten. zudem sind die leute, die sich spontan freinehmen können selber kiffer oder anderweitig labil.


    nee ich mach das schon alleine. je nach laune hol ich dann frau und kinder fürn längeres wochenende.


    hab gestern dann mit meiner therapeutin drüber gesprochen. haben zeitpunkt, gegebenheiten etc abgesprochen.


    ich muss halt wieder en netz aufbauen dafür. notfallkoffer sollte auch vorbereitet sein. weg zum krankenhaus gecheckt, wenn mal was psychotisches im anmarsch ist und so


    telefonliste mit vertrauten. und jemand, der mich zur not abholen kann. kenne die zeitpunkte noch, wo ich freiwillig das auto hab stehen lassen.


    aber an sich auch von ihr grünes licht.


    wäre dann was für juni, denke ich.


  • Ich finde die Idee eines Tapetenwechsels in der Natur ganz vernünftig. Wichtig finde ich, es bedürfnisgerecht auszulegen. Also nicht irgend etwas vornehmen oder einbeziehen, was in der Situation dann ganz schrecklich nervt.


    Ich stelle mir gerade vor, dass das Kajakfahren zu anstrengend ist, das Kajak kentert, und ähnliches, 5 km Kajak und Gepäck tragen, wobei immer irgend etwas runterfällt. Die Frustrationstoleranz für stark (oder vielleicht auch nur normal) fordernde Situationen wird sehr dünn sein.


    Andererseits sind 10 Tage kurz. Und wahrscheinlich ist der Alltag zuhause und wie er abläuft, und die Wochen und Monate danach genauso wichtig, oder noch wichtiger.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.

  • Das ist ja kein Wildwasser. Und ich liebe es. Genau wie das Wandern. Hab ich viel zu lang schleifen lassen.


    Ich hader noch etwas im Umgang nach außen damit. Was erzähle ich wem, wo ich bin und so.


  • Urlaub und gut is es, nur die engsten vertrauen sollten Bescheid wissen.
    Letztlich ist ja nur ein Detail zu verheimlichen - der Entzug.

    Je weniger Geschichten zu erzählen sind, umso einfacher ist es ...


    Die Natur ist was ganz besonderes, leider ist das bei mir körperlich kaum noch umsetzbar.

    Für mich waren immer Berge und Wasser (hier das Tauchen) optimal zum Krafttanken.

    haben zeitpunkt, gegebenheiten etc abgesprochen.

    Was wurde da alles berücksichtigt?

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Einerseits die Gefahrenquellen psychischer Natur.


    Heißt sollte ich oder jemand anders merken, ich rutsche zu sehr ab, muss klar sein was dann folgt. Heißt wenn ich noch selber fahren kann, ab nach Hause bzw in die Klinik. Wenn ich das Fahren besser lasse, muss ich ins nächste Krankenhaus...


    Dann sollte ich schauen, dass im nächsten Blockhaus nicht ne Gruppe Kiffer sitzt und wenn vorbereitet sein.


    Auch kann Dorfkneipe ja ganz nett sein, aber nicht zehn Tage ;)


    Dann vorher schon ein paar Aktivitäten in der Hinterhand haben. Frustriert was suchen zu müssen vermeiden.


    Wir haben hier Ende des Monats noch ein großes Musikfestival wo ich arbeite. Vielleicht noch zwei Wochen, um mich nicht groß erklären zu müssen. Und dann müsste es passen.


  • Ich würde mich eh fahren lassen, wenn das auch umständlich sein könnte, wenn du wirklich umgehend ärztliche Hilfe benötigst.


    Der Dorfkneipe kannst aus dem Weg gehen, ob die Besetzung anderer Häuser beeinflussbar ist, bezweifle ich.


    Wie muss ich mir das vorstellen, Kajak ist dort oder bringst du mit?

    Ist Fahrrad eine Ergänzung?

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Kajak kann man leihen. Sind aber 10 km bis da. Von dem her und auch so brauche ich das Auto. Sonst bin ich da echt aufgeschmissen.


    Fahrrad müsst ich auch leihen. Ist aber aufgrund der üppigen Steigungen nur bedingt geeignet. Zumindest für mich :D


    Komm langsam wieder in ne Phase, wo mich das dauerbreite im Kopf nur noch ankotzt...


  • Fahrrad müsst ich auch leihen. Ist aber aufgrund der üppigen Steigungen nur bedingt geeignet. Zumindest für mich :D

    E-Bike ;) hab es zwar selbst noch nicht getestet, aber man hört viel gutes.


    Komm langsam wieder in ne Phase, wo mich das dauerbreite im Kopf nur noch ankotzt...

    Vermutlich die Grundvoraussetzung für Veränderung :thumbup::thumbup:

    Fange nie an aufzuhören <-> höre nie auf anzufangen

    Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.)

  • Nix für ungut, aber ich hörte hier erstmal nur "Pause", nicht "Aufhören".


    Ich kannte es auch als Kiffer nach Phasen "bester Versorgung" dass es einem grad zu den Ohren rauskam.


    Oder der Giftler macht hin und wieder eine "Venenkur".


    Bzw. der Hinweis auf den Kostenfaktor... bei höchsten Toleranzen... In der Tat völlig "ineffizient", wenn man so abgesättigt ist, dass man irgendwann den Unterschied kaum mehr merkt, ob man zwei oder fünf Gramm höchster Qualität geraucht hat... :)


    Ganz weg davon zu wollen und zu kommen wäre mehr oder was anderes, als eine Pause zu machen. Irgendwo steht davor die Erkenntnis, dass es unter dem Strich schadet, und auch die Erkenntnis, dass der Konsum eben keineswegs so essenziell ist wie mal gelebt, sondern dass er verzichtbar ist. Beziehungsweise, dass es - unter dem Strich - sogar eine Befreiung/Erleichterung ist. Also wenn ich heute Kiffen müsste, dann würde ich das als Alptraum ansehen. Damals war nicht kiffen ein Alptraum.

    Ich bin kein Fachmann. Alle meine Aussagen sind nur meine laienhafte Einschätzungen, die auf eigenen unzulänglichen Überlegungen oder subjektiven Erfahrungen beruhen.