Hilfe! Krieg mein Essverhalten nicht mehr in den Griff

  • Hallo an alle im Forum,

    ich bin seit meiner Kindheit esssüchtig, was mir aber erst nach einer Therapie gegen meine Alkoholsucht klar geworden ist.

    Bin seitdem trocken und rauchfrei und stolz darauf. Aber die Sache mit dem Essen will nicht so recht klappen.

    Ich bin Overeater und zuckersüchtig, esse also gerne zuviel und zu süss.

    Vor ca. 2 Jahren hatte ich mein Essen gut im Griff, doch irgendwann kam der Zucker wieder und auch das Ueberessen.

    Klar, momentan habe ich besonders viel Stress, da wir einen Wasserschaden durch unsere Heizung im DG haben und nicht zuhause wohnen können. Und da wären dann noch die Termine deswegen und der Stress mit Versicherung, Firmen etc.

    Doch eigentlich ist das nicht anders als sonst. Wenn ich schlechte Gefühle nicht haben will, esse ich viel zu viel und zu süss und danach gehts mir schlecht. Körperlich und seelisch. Und da wäre dann auch noch das Gewicht, welches stetig nach oben geht. Echt Scheisse eben.

    Ich merke schon gar nicht mehr, was ich da eigentlich zudecke, so schnell ist bei mir der Deckel drauf.

    Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich gar nicht mehr aus diesem Teufelskreis, der immer schlimmer wird, herauskomme und dringend jemand zum Reden brauche, der dieses Problem kennt.

    Doch genauso habe ich Angst davor, normal zu essen, weil ich das Gefühl habe, mit den hochkommenden Emotionen nicht klar zu kommen. Nackt, schutzlos und in Richtung Depression gehend - alles Dinge, vor denen ich höllische Angst habe.

    Bitte helft mir dabei, den Anfang zu machen.

  • Der sinnvollste Anfang wäre ein Gespräch mit einem Therapeuten, dass man abklären kann, ob eine Therapie nötig ist.

    Wie hast du das mit dem 'Alkohol geschafft? Allein?

    Suchtverhalten hört oft über Jahre auf, wenn man erfolgreich ran gegangen ist. Doch wenn man nicht auch die psychischen Sachen bearbeitet hat, dann kommt es häufig vor, dass es in Konfliktsituationen eben zum Rückfall kommt.
    Deswegen eben Therapie, ich war 11 Jahre clean und es kam zum Rückfall :winking_face:

    LG Franz

  • Hallo Franz,

    Alkohol bin ich durch ne Therapie losgeworden, das Rauchen habe ich dann dort auch gelassen.

    Aber essen muss man eben, doch nicht so wie ich das momentan praktiziere.

    Du hast Recht, ich werde das Gespräch mit einem Therapeuten suchen und ne Therapie machen, wenn er der Meinung ist, dass das erforderlich ist.

    Ich merke selbst, dass ich an verschiedene Gefühle nicht herankomme....kein Wunder, wenn ständig der Deckel drauf ist.

    Danke für Deinen Rat. Werde das gleich nächste Woche in Angriff nehmen und mich melden, sobald ich beim Thera war.

    Glg
    Andrea

  • Hallo superwoman,

    Zuckersucht kenn' ich. Mir ist schon lange klar, daß ich mehr mit dem Zucker zu tun hab, als ich bewußt meine und darum habe ich im Oktober massiv den Zucker reduziert (allerdings auch Weißmehl, Nudeln, Kartoffeln und Brot) und die ersten Tage waren total ätzend. Nach ungefähr 10 Tagen wurde es deutlich leichter und der Jieper auf Zucker war weg. Bei mir ist es nun so, daß ich mein zuckerreduziertes Essen beibehalten möchte, da es mir körperlich viel besser geht. Falls Du magst, da hab ich ein bisserl was im Blog und im Postfach zu geschrieben, dann kannste ja schmökern. Et ist schon so ne Sache - am Süßen hängen soviele "Anhaftungen" - Belohung, Motivation, Trost....

    Ganz gutes Gelingen dir und liebe Grüße
    Wolke

  • Hallo superwoman,

    ich find´s schon mal super, dass du darüber schreibst und offensichtlich was dran ändern willst. Das ist schließlich der erste Schritt zur Veränderung.
    Franz´ Rat zu einem Therapeuten zu gehen kann ich nur unterstützen. Jede Sucht hängt ja irgendwie auch mit Psychischem zusammen und ist nicht nur rein körperlich.
    Wie hast du es denn damals geschafft dein Essverhalten in den Griff zu kriegen? Gab es da etwas, was dir besonders geholfen hat an Ritualen, Gedanken, .... auf das du jetzt vielleicht noch mal zurückgreifen kannst?

    Ich wünsche dir alles Gute und würde mich freuen bald wieder was von dir zu hören :smiling_face:

    Liebe Grüße,
    sunlight

  • Hallo Wattewolke,

    Weissmehl zu reduzieren wäre für mich kein Problem, das mag ich eh nicht. Kartoffeln mag ich zwar auch, aber nicht so gerne wie Nudeln, die zu reduzieren dürfte schwieriger für mich sein. Und von Brot will ich erst garnicht reden.

    Und noch etwas zu Kartoffeln: Ich wusste garnicht, dass die problematisch sind. Bei mir waren sie es auch nie, dafür aber die Nudeln. Und wie sieht es mit Brot aus? Ich esse fast überwiegend Vollkornbrot bzw. Körnerbrot, sehr selten mal ein Sauerteig- oder Roggen- oder Roggenmisch. Trotzdem reduzieren? Und was heisst reduzieren? Wieviel und wie oft ist erlaubt? Oh mein Gott....

    Ich merke gerade, meine Ernährungsberatungs - Tage sind schon zu lange her....Wäre nett, wenn Du mir helfen könntest.


    Und die wäre dann: Was esse ich stattdessen? Die Frage stellt sich mir vor allem bei Brot, dass ich eigentlich täglich esse.

    ----------Beitrag automatisch hinzugefügt um 19:56 ---------- Vorheriger Beitrag war um 19:47 ----------

    Hallo sunlight,

    damals hätte ich noch ne Ernährungsberatung zur Unterstützung und ich habe mein Essen täglich notiert. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das mit dem Aufschreiben zur Zeit nicht wirklich dazu führen würde, dass ich weniger esse. Ich hätte höchstens mehr zu schreiben.

    Da ich physisch und psysisch durch den ganzen Stress mit dem Wasserschaden im Haus, den Stress mit den Vermietern unserer Ferienwohnung (sehr neugierig und kontrollsüchtig), einer immer kranker werdenden Mutter, Stress im Job etc. über die Massen belastet sind, kann ich oft kaum zur Ruhe finden und wenn, dann will ich nicht auch noch schlimme Gefühle haben. Also, nix wie den Deckel drauf.

    Aber: Irgendwie und irgendwann muss ich damit anfangen, das Rad zurück zu drehn.

    Deshalb habe ich heute den ersten Schritt getan, und habe mir für morgen einen Termin bei der Psychologin einer Suchtberatungs- und Therapie - Einrichtung in der Nähe geholt.

    Ein Anfang!!

    Glg
    Andrea

    ----------Beitrag automatisch hinzugefügt um 19:59 ---------- Vorheriger Beitrag war um 19:56 ----------

    Hallo Franz,

    war heute bei "IANUA", einer Einrichtung für Suchtprävention und hab mir für morgen bei der Psychologin einen Termin geholt.
    Bin schon gespannt, was sie sagen wird.

    Melde mich wieder, wenn ich mehr weiss.

    Glg
    Andrea

  • Hallo Andrea,

    bei mir ist das gerade ne Ernährung in Richtung "Logi-Methode". (wurde ich auch hier im Forum drauf gestupst :3:)
    Es hatte sich "ganz zufällig" von alleine so entwickelt - da ich ja den Zucker mal nahezu komplett weglassen wollte. hab mich dann ein bißchen mit der Ernährung beschäftigt und kam dann zu dem Schluß, daß viele Kohlehydrate ja genauso verstoffwechselt werden - es ist ja dasselbe :2:. Also hatte ich dann auch diese immer mehr weggelassen und hab mich einfach sehr gut damit gefühlt. Keine Blähungen mehr, leichteres Aufstehen in der Früh, viel bessere Haut, kein Muskelkater nach Sport....und ein bisserl abgenommen hab ich auch.
    Dieser ewige Jieper auf Süßlis, auf Nutella-Brote, auf alles mögliche ist tatsächlich weggefallen - aber wie bei den anderen Süchten waren die ersten Tage total blöd - ständig gejault hab ich.
    Ich gehöre zu den klassischen Stress-Essern - kaum hatte ich etwas mehr Stress, da kam der Impuls: "Essen!" (und am liebsten mampfen) - ne klare Cortisol-Esserin. Und dieses Essen war dann auch nicht wirklich befriedigend - der Stress war noch genauso da - aber ich hatte schon wieder ohne Genuß mehrere Kekse in mich hineingestopft.
    An diesen Mechanismen bin ich schon ne ganze Weile dran und hab sie auch schon ganz gut verändern können, aber es ist einfach sehr angenehm, diese Lust auf Süßes los geworden zu sein . (Wenn es denn anhält .....das weiß man ja sicher erst nach mehreren Monaten) Denn da hab ich mich sonst halt diszipliniert, aber das nervt mich enorm, ständig die Kontrolle über die eigenen Gelüste haben zu müssen. Und nur ein Stückchen Schokolade - det klappt bei mir nicht. Ganz oder gar nicht.

    So - und nun zur Frage, was ich alternativ zu Brot oder Beilagen esse...
    Als Frühstück esse ich oft nen Becher Hüttenkäse mit Tomate und ner Paprika.....oder Joghurt mit ein bisserl Obst...oder Salami

    zwischendurch viel Paprika, Doppelrahmfrischkäse, Käse, kalten Braten...
    und abends oft bunte Gemüsepfannen mit Fleisch - geht alles ganz unterschiedlich, Zucchini oder Sellerie lassen sich schön braten
    nur ungefähr zweimal in der Woche gibts Reis, Nudeln oder Pizza.

    Aber da findest Du ganz viel Info im Netz - Stichwort "Logi-Methode"

    Liebe Grüße
    Wolke

  • Hallo Wattewolke,

    hast recht, ist ein gutes Gefühl, den Zucker losgeworden zu sein. Das habe ich auch schon mal für eine Zeitlang geschafft...bis er wieder in mein Leben kam.

    Das mit der Logi - Methode hört sich erst einmal ziemlich fremd für mich an....damit meine ich das, was ich statt dessen essen könnte...vielleicht muss man aber auch einfach das Richtige davon finden...ich werde mich auf jeden Fall mal dort einlesen.

    Gestern war ich ja bei IANUA, der Gesellschaft für Suchtprävention, hatte dort aber leider keinen Erfolg, was die Aufnahme in eine Therapie betrifft. Da die Krankenkassen, lt. dem Therapeuten, Esssucht als psychosomatische Erkrankung und nicht als Sucht betrachten, können die dort auch keinen Antrag auf ne Therapie für mich stellen.

    Nachdem der Therapeut gehört hat, wie es bei mir momentan so aussieht, hat er mir sogar ne stationäre Therapie empfohlen. Damit ich mal zur Ruhe komme. Das hat mich erst einmal geschockt, denn damit hatte ich gar nicht gerechnet.

    Also habe ich erst einmal aufgezählt, warum ich das nicht machen kann: Mein Job! Wasserschaden im Haus! Mutter nicht gut dran! Etc., etc., etc. Soll heissen: Ohne mich geht' s nicht......!? Wobei wir wieder bei einem meiner Probleme wären:....gebraucht werden müssen...

    O. k. Er hat Recht mit dem, was er sagt. Doch möchte ich trotz allem versuchen, mein Problem mit einer ambulanten Therapie in den Griff zu kriegen. Hat ja schliesslich beim letzten Mal auch funktioniert. Und ich bin mir sicher, dass ich ehrlich genug mir selbst gegenüber bin, wenn ich merke, dass ambulant nicht ausreicht.

    Hab heute morgen auch schon ne mail an meine Krankenkasse geschrieben, um Adressen von Therapeuten zu bekommen.

    Wünscht mir viel Glück bei meiner Suche nach dem Richtigen....Therapeuten...und für den Fall dass....wo gibt's ne gute Klinik? Der Therapeut meinte, dass Bad Wildungen oder Bad Dürkheim ganz gut wären.

  • Also, momentan warte ich auf die Liste der ambulanten Therapeuten, die mir die Krkkasse schicken will. Hab aber trotzdem noch die Fühler in Richtung Klinik ausgestreckt - kann ja nix schaden. Bad Wildungen schien mir ne gute Adresse zu sein und die schicken mir nun Infomaterial zu. Lt. Aussagen einer Angestellten ist die Wartezeit für ne Aufnahme ca. 6 - 8 Wochen.

    Die Frage ist: Soll ich vielleicht schon mal dort anmelden und dann wieder absagen, wenn das mit ambulanten Thera klappt? Ich habe keine Ahnung, ob man das so machen kann.

  • Hallo Superwoman,

    leider hab ich da auch gar keine Ahnung, kann gar nichts dazu sagen.

    Aber ich finds ganz schön, zu lesen, wie du auf dich achtest, und die Dinge in dir arbeiten lässt.
    Bist Du dir denn nun nur unsicher, wie du das "verwaltungstechnisch" machen kannst, oder bist Du unsicher, was Du möchtest?
    Für die "Was will ich" Meinungsfindung habe ich ein Hilfmittel für mich, und zwar frage ich mich dann, was mein "Wünsch Dir was" wäre, wenn ich nur aus mir heraus entscheiden könnte, ohne Rücksichten auf irgendwas im Außen.

    LG Wolke

  • Hallo Wattewolke,

    schade, hab gedacht, Du hättest vielleicht ne Idee.

    Das mit der Meinungsfindung bezüglich der Therapie, das ist so ne Sache. Ich habe mal ganz tief in mich reingehört und mein Innerstes hat mir gesagt, dass ich nicht unentbehrlich bin, sondern nur Gründe suche, die gegen eine stationäre Thera sprechen.

    Der Grund ist, glaube ich, dass so ne Thera in der Klinik einen dazu zwingt, sich mit sich selbst auseinander zu setzten, weil da kein Job, keine Hausarbeit, keine ich weiss nicht was ist, das ich benutzen kann, mich davon abzuhalten.

    Und: Ich hab ne Scheiss - Angst davor, was dann in mir hochkommt. Die Gefühle, die ich nicht fühlen will und die Leere, die ich manchmal trotz Fress - Attacken noch immer spüren.

    Weiss nicht, was ich tun soll....und ich habe Schiss....so verdammten....und dann ist mein Mann nicht da, bei dem ich mich ausheulen kann.

    Die Liste mit den ambulanten Therapeuten habe ich heute per Post erhalten...

    Ein Name ist mir bekannt. Bei diesem versuche ich schon seit mehreren Monaten versuche, einen Platz für ne Verhaltenstherapie zu bekommen. Ich rufe dort alle 3 Wochen an und das schiebt mich auf der Leiter wieder ein Stück nach oben.

    Ich glaube, ich werde morgen dort mal anrufen, und fragen, ob die tatsächlich Essstörungen behandeln und ob die Möglichkeit besteht, eher an einen Platz zu kommen, wenn es so brennt bei einem.

    Ich merke gerade, dass ich wieder alles tue, um bloss nicht in die stationäre zu müssen.....Eigentlich wäre es nämlich am besten, wenn die Damen mir am Telefon sagen, dass es wohl noch ne Weile dauern wird.

    So, mir ist gerade der Groschen gefallen: Da ich dringend Hilfe benötige, werde ich den Weg nehmen, der mich am schnellsten zum Ziel bringt, nämlich zu einem Therapieplatz, egal ob ambulant oder stationär. Wenn erst ambulant, dann kann ich immer noch wechseln, wenn ich merke, das reicht mir nicht. Wenn stationär, dann soll es eben so sein.

    Manchmal kommen einem beim Schreiben die besten Ideen........bin stolz auf mich....habe mich selbst überlistet.

    Ganz liebe Grüsse an alle im Forum

    [TA='unerkanntEditiert aufgrund eines Doppelposts[/TA]

  • Hi Superwoman,

    so eine stationäre Reha muss man glaub ich erstmal bei der Krankenkasse bzw. dem Rentenversicherungsträger beantragen. Hast du einen Hausarzt? Der kann dir da bestimmt näheres zu sagen. Ansonsten mal bei der Krankenkasse nachfragen, oder mal auf der Internetseite deiner Kasse nachgucken. Einige haben mittlerweile sehr informative, wo man auch gleich entsprechende Formulare etc. bekommt.

    Therapeuten kannst du dir auch aus den gelben Seiten raussuchen und einfach mal durchtelefonieren. Das ist genau wie bei Ärzten, solang der Therapeut von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt ist, kannst du dir einen aussuchen. Und ob der das ist kannst du ihn/sie direkt fragen.

    progressive

  • Hallo progressive,

    eine Angestellte der Klinik in Bad Wildungen wird mir Infomaterial zuschicken, wo dann stehen wird, wie die Sache mit der Anmeldung bei denen und dem Antrag bei der Krkkasse läuft. Weiss nicht, ob man dafür den Hausarzt braucht, aber ich denke schon, wenn man nicht vorher in einer ambulanten Thera war, ansonsten stellt nämlich der Psychologe den Antrag. Das weiss ich von früher, wenn anderen Patienten, bei denen das so lief.

    Eine Liste mit ambulanten Therapeuten habe ich schon. Die werde ich heute abtelefonieren, um zu erfahren, ob es einen Platz für mich gibt.

    Für mich ist jetzt wichtig, auf dem schnellsten Weg Hilfe zu bekommen. Ob ambulant oder stationär ist erst einmal zweitrangig. Wenn ambulant, dann werde ich wechseln, wenn mir das nicht ausreichend erscheint.

    GLG
    Andrea

  • Hallo an alle in Forum,

    also, hab heute mal die Therapeuten angerufen, die in der näheren Umgebung sind. Einige haben gleich gesagt, dass kein Platz frei wäre, auch der, bei dem ich es schon seit Monaten versuche, andere haben mich zurückgerufen -mit dem gleichen Ergebnis. Viele haben sich gar nicht gemeldet, bei denen will ich es morgen noch einmal versuchen.

    Habe aber schon mal 1 Rückmeldung bekommen, die sich positiv angehört hat. Bei diesem Therapeuten habe ich am 30.11. ein Erstgespräch, direkt früh am Morgen. Wenn das etwas werden sollte, dann werden auch die Termine morgens sein - dann wenn ich eigentlich Dienst hätte. Aber dann habe ich halt eine wichtige Behandlung, die sich nur zu dieser Zeit machen lässt und basta!

    Und noch etwas, was mich selbst wundert: Der Gedanke an eine stationäre Thera ist nicht mehr so furchteinflössend für mich und: Ich glaube, letztendlich werde ich mich dafür entscheiden. Die ambulante ist erst einmal zur Ueberbrückung gedacht, bis ich einen Platz in der Klinik habe.

    Ich wundere mich gerade selbst über mich.......bin doch mutiger, als ich dachte....

    Glg
    Andrea

  • Hallo Andrea,

    Top, wie Du es angehst! Klasse.

    Allerdings find ich auch, daß schon in den vorherigen Beiträgen ne Bereitschaft zum Andenken ner stationären Therapie durchscheint.

    Es war jetzt doch gerade so ne ganz interessante Themenwoche auf ARD, hast Du davon was gesehen? Und da schienen gerade auch die stationären Therapien oftmals sehr gut geeignet zu sein, da ne Menge Menschen das Problem haben, sich selber nicht wichtig genug zu nehmen, und dann lieber schlucken, als nen Streit oder eine Auseinandersetzung zu riskieren. Und mit der Inaspruchnahme der stationären Therapie ist dann ein deutlicher Schritt in Richtung: "Hey, ich bin wichtig und wertvoll" gemacht.

    Ich selber hatte ja am letzten Wochenende ein Buffet zu machen, und hab da dann auch vom Schokokuchen gegessen und auch von anderen Süßigkeiten - und nun ist auch das Jaulen gleich wieder da. Das ist ein ganz schön heftiges Gefühl, wenn es so akut ist. Ganz schwer zu händeln. Paprika, Paprika sag ich da nur - die hilft dann.

    Liebe Grüße und nen schönen Abend noch
    Wolke

  • Danke für deine Worte. Es hilft, dass von jemand zu hören, der diese Probleme kennt.

    Und: Ich bin stolz auf mich, dass ich das so angehe.

    Was die Themenwoche angeht: Leider habe ich davon nix mitgekriegt. Vielleicht kann man ja bei denen auf der Website darüber etwas lesen. Aber die Probleme mit: Ich bin wichtig und wertvoll (dabei soll man sich doch garnicht so wichtig nehmen, das haben einem die Eltern doch ständig gepredigt), die kenne ich sehr gut.

    Und: Ich will, dass mich jeder versteht und lieb hat.

    Ausserdem kann ich schwer mit verbalen Angriffen und Uebergriffen umgehen. Ich bin dann meist gar nicht in der Lage dazu, mich zu wehren. Fühle mich wie erstarrt und kann nix sagen. Hinterher dann die Wut auf mich selbst, dass das so ist und auf den anderen, von dem ich garnicht begreifen kann, dass er so mit mir umspringt.

    Erlebe das gerade mit den Vermietern der Ferienwohnung, in der wir zur Zeit wohnen müssen, da unser Haus wegen dem Wasserschaden noch nicht wieder bewohnbar ist. Die beschweren sich über alles und nix. Selbst darüber, dass wir regelmässig frische Handtücher benötigen (alle 2 - 3 Tage, was ich nicht viel finde). Dabei kriegen sie genug Geld für die Wohnung. Und überall in der Wohnung sind Schilder, was wie oder nicht zu geschehen hat. Neugierig und kontrollsüchtig sind sie auch noch. Immer die Nase in unserer Wohnung, ob wir auch nix kaputt oder falsch machen, vor allem die Frau des Vermieters.

    Mein Mann hat schon ein ernstes Wörtchen mit beiden geredet, da ich nicht mit der Dame des Hauses aneinandergeraten wollte, ohne dass ihr Mann dabei ist. Die würde mir glatt das Wort im Mund herumdrehen.
    Leider sind wir auf die Wohnung wirklich angewiesen, da Busverbindung für meinen Mann ideal, genug Platz für unseren ganzen Krempel, den wir irgendwo unterstellen musssten usw.
    Alles nicht so schön und geht nur mit: Augen und Ohren zu und durch.

  • Hallo superwoman,

    also ich find das super, wie sich das bei dir entwickelt... ja, schreiben kann so viel in einem bewirken.
    Du kannst wirklich stolz auf dich sein :smiling_face:

    Sind denn inzwischen die Unterlagen von der Klinik angekommen bei dir? Konntest du dir da schon mal ein genaueres Bild von machen?

    Würde wahnsinnig gerne hören, wie es bei dir nun weiter geht.
    Es ist so wichtig erstmal innerlich den Schritt in die Richtung zu gehen, dass man sich Hilfe holen und diese auch annehmen möchte. Und den hast du nun gemacht :smiling_face:

    Liebe Grüße,
    sunlight

  • Hallo sunlight,

    ja, die Unterlagen von der Klinik sind zwischenzeitlich eingetroffen und die scheint auch die richtige Wahl für mich zu sein.

    Allerdings hat die Sache einen Haken: Meine Rentenversicherung hat, lt. Aussage einer Angestellten der Klinik, diese wohl nicht auf ihrer Liste. Deshalb hat man mir empfohlen, dass ganze über eine Akutaufnahme zu machen. Dann läuft das ganze nämlich direkt über die Krankenkasse. Hab morgen ein Telefonat mit dem Psychiater, der mich schon einmal behandelt hat, um ihn zu fragen, ob er mir dabei helfen kann, diesen Antrag zu stellen. Er kennt meine Vorgeschichte und mit dem, was bei mir momentan so anliegt, kann man auf jeden Fall von "akut" sprechen.

    Manchmal muss man andere Wege gehen, um an sein Ziel zu kommen... Drück mir die Daumen, dass das klappt.

    Glg
    Andrea

  • Hallo Andrea,

    ja - nicht jeder Weg führt gradlinig ans Ziel. Aber ich find´s toll, wie du dich dafür einsetzt.
    Klinik kann so was Gutes sein - es ist wirklich so viel intensiver als eine ambulante Therapie.
    Das Gespräch mit dem Psychiater hattest du dann wahrscheinlich jetzt schon :winking_face: wie war´s denn? wenn´s "akut" geht wird es ja vermutlich auch nicht lange dauern bis du in der Klinik bist.

    Bin gespannt was du so Neues zzu berichten hast :smiling_face:

    Liebe Grüße,
    sunlight

  • Hallo sunlight,

    ja, das Gespräch mit dem Psychiater war heute. Ich sollte eigentlich zuerst anrufen, um einen Termin für ein Gespräch zu vereinbaren, bin aber einfach persönlich erschienen, und konnte dann nach kurzer Wartezeit die ersten Details mit ihm klären.

    Er hat er ein Problem gesehen, was die Akutaufnahme angeht. Er meinte, dass dafür nicht genug Gründe bei mir vorliegen. Ich müsste schon sehr stark über- oder untergewichtig sein, bzw. bulemisch. Das würde dann auch von einem medizinischen Dienst geprüft und er bekäme Aerger, wenn das nicht stimmt, was er angibt. Die vorgenannten Gründe liegen in der Form nicht bei mir vor, Gott sei Dank....

    Er hat mir nun empfohlen, von der BfA ein Antragsformular für eine psychosomatische Reha anzufordern. Er wird diesen auch unterstützen. Allerdings käme dann bei Annahme des Antrages eine andere Klinik in Betracht, weil wie gesagt, die o. g. genannte nicht auf deren Liste steht. Sollte mir der Vorschlag der BfA nicht gefallen, könnte ich sogar einen eigenen Vorschlag machen, wenn der mir passender erscheint.

    Ausserdem werde ich solange ambulant bei ihm behandelt, bis ich in die Klinik gehen werde.....

    Alles in allem ein weiterer Weg in die richtige Richtung.......

    P. S. Wie geht`Dir denn momentan so?


    Glg
    Andrea

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