wie komme ich da bloß wieder raus?

  • Nein, definitiv nicht... zumal man sich streiten kann, was "selbstverschuldet" heißt... aber unverschuldet ist's halt nach landläufiger Meinung eher vertretbar zu helfen...

    Mag er auch alles besitzen, den Himmel besitzt Minos nicht. (Ovid, Met. 8,187)

    In mir selbst geborgen, bin ich frei.

  • Ich weiß nicht, wo ich es lassen soll, also mach ich es so. Ich bete, dass ich damit nicht die Forumsregeln verletze...


    Ich denke die ganze Zeit an den Arzttermin morgen (da tritt der Therapietermin zum ersten Mal völlig in den Hintergrund). Ich gehe davon aus, dass die Ärztin mich gesund schreibt bzw die Wiedereingliederung anleiert. Und der svv Impuls ist enorm.


    Zeitgleich denke ich: Ich will mich nur wieder wichtig machen! Ich bin einfach zu faul zum arbeiten. Also mach ich zuviel svv, dann muss sie das ja ernst nehmen. Daher kommt der aktuelle Impuls. Nur, weil ich keine Lust zum arbeiten habe. :wall: Ich komme aber nicht dagegen an.


    Aber sie weiß nichts vom Svv, ich glaube auch nicht, dass sie nachfragen wird. Und was sollte es bringen, ihr das zu sagen? Sie geht davon aus, dass ein zu langes Wegbleiben von der Arbeit die Hürde erhöhen würde. Auch der Therapeut neines Mannes denkt das offenbar, so hat mein Mann es mir berichtet. Und svv an sich spricht ja auch nicht gegen arbeiten, hier gibt es viele von euch, die arbeiten.


    Ich muss also arbeiten. Egal. Ich krieg das irgendwie schon hin. "Tarnung ist das halbe Leben", hab ich früher immer schon gesagt. Gut, dass (alles verborgen ist.... noch

  • Heute geht es meinem Mann wieder schlecht. Er ist bis jetzt noch nicht aufgestanden, liegt im Bett und spielt. Schimpft mit dem Kind, das Mathefragen hat (er ist eigentlich für Mathe zuständig).

    Ich bin so müde.

  • Ich kann nicht mehr. Das Kind zieht die ganze Zeit an mir rum. Ich spiele mit ihr, es ist nicht genug. Ich mache mit ihr Schule, das ist nicht recht. Ich möchte mich hinlegen, dann hab ich nie Zeit für sie. Sie flippt aus, mein Mann schweigt und fragt, was er tun soll (woher soll ich das wissen?) und der Druck steigt und steigt.

    Sie motzt und sagt, sie will nicht Radfahren (mit dem Vater), dann macht sie sich für die Dusche bereit und ich möchte die Zeit für eine kleine Radtour alleine (!) nutzen. Da flippt sie völlig aus.

    Was kann ich denn noch machen außer 24h am Tag ununterbrochen machen, was sie will??? Das ist weder richtig noch gesund. Aber ich halte diese ständige Motzerei einfach nicht mehr aus!

    Und der Mann schweigt, zieht sich zurück oder macht mir Vorwürfe.

  • Ganz im Ernst? Mach deine Radtour... alleine... da ist deine Tochter alt genug für, dass du Zeit für dich brauchst... verlass dafür wirklich am besten das Haus, dann hörst du ihr Gemecker nicht mehr... und i.d.R. beruhigen sich Kinder dann auch, wenn sie merken, du machst Ernst...


    Ich weiß, das ist ist leichter gesagt als getan, aber es hilft...


    Eine Möglichkeit darüber hinaus: Feste (Uhr!)Zeiten für gemeinsame Sachen, aber auch jeden Tag feste Zeiten, die für dich reserviert sind... und die dann auch konsequent durchziehen!


    Es ist ein Lernprozess, es ist verdammt hart... aber notwendig, dass du dir Zeit nimmst, die nur für dich bestimmt ist...


    Sorry für die harte Formulierung...ist deutlich weniger hart gemeint als geschrieben...:ab::8:

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  • Ich hab das nicht als harte Formulierung verstanden sondern eher als informativ und hilfreich. Danke für die Idee!

    Ich weiß nur noch nicht, wie ich das umsetzen soll. Denn ich bekomme keine Unterstützung dabei, feste Zeiten einzurichten. Weder Mann noch Kind finden feste Zeiten gut. Ich hatte das schon eingeführt, als die Kinder nicht mehr in die Schule gehen konnten und habe bestimmt 2 Wixhen jeden Tag diskutiert und gekämpft. Dann hatte ich keine Kraft mehr.

    Ich bin nur noch am kämpfen und reagieren. Ich fühle mich allein gelassen und hilflos, egal, was ich mache.

  • Dann fällt mir nur noch die ganz harte Tour ein, also hart durchzuführen... dass du dir für dich selbst feste Zeiten setzt, sie dir irgendwo aufschreibst, vllt. auch mit Handyerinnerung oder so... Zeiten, die für dich bestimmt sind, eine tägliche kleine Radtour, ein Spaziergang oder ähnliches... am Anfang, bis es sich eingespielt hat, sollte das vielleicht wirklich etwas draußen, weg von der Familie sein...


    das ist nochmal ein ganzes Stück härter und benötigt noch mehr Konsequenz...hat aber auch etwas von Pawlow'scher Konditionierung, sofern du es schaffst, konsequent zu bleiben...


    Ich weiß, ich bin selbstmitleidig,

    Nein, finde ich nicht. Ist eher eine Stärke, Hilflosigkeit zugeben zu können...

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  • Ich schaffe es offensichtlich gerade überhaupt nicht, auf mich aufzupassen oder auf meine Bedürfnisse und Grenzen zu achten.

    Also selbst schuld, wenn das Kind das nutzt. Macht jedes Kind und ist völlig normal.


    Das kriegt man als Mutter ständig gesagt: geht es dir gut, geht es dem Kind gut. Also wenn es mir nicht gut geht, geht es dem Kind auch nicht gut und ich hab auch daran noch Schuld.

    Man sokk im abstürzendem Flugzeug sich selbst die Maske zuerst aufsetzen und dann kann man anderen helfen.

    Ich krieg es nicht hin, das merkt das Kind und deswegen zerrt es so an mir. Also mein Fehler

    Wenn man in die falsche Richtung läuft, hat es keinen Zweck, das Tempo zu erhöhen.

    Zitate.de - Breuel, Birgit

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  • Man sokk im abstürzendem Flugzeug sich selbst die Maske zuerst aufsetzen und dann kann man anderen helfen.

    Kennst du auch den Grund dafür? Der, tatsächlich ziemlichvschnell auftretende, Sauerstoffmangel vernebelt das Hirn so, dass man die Maske gar nicht mehr aufsetzen kann... diese Metapher ist vielleicht gar nicht mal so schlecht gewählt von dir... nur würde ich es eher so sehen, dass deine Maske zu spät runtergefallen ist und du dazu noch gehindert wurdest, sie rechtzeitig aufzusetzen.


    Ist das dan wirklich dein Fehler, wenn du dir wegen des eigenen Sauerstoffmangels deine Maske nicht mehr aufsetzen kannst? Sondern Hilfe benötigst von jemandem, dessen Maske rechtzeitig rausgefallen ist?

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  • Ich sehe die Verantwortung bei mir. Ich bin die Mutter und die Erwachsene. Also muss ich für mich sorgen und für mein Kind. Und natürlich auch für meinen Mann, der auch krank ist.

    Heute war einer der Tage, aan denen es ihm schlecht ging und mir auch. Und da wir situationsbedingt aufeinander hocken und niemanden haben, der Töchti mal übernimmt, muss ich mich zusammenreißen und für sie da sein.

    Und das gelingt mir immer seltener

  • Hallo nintje,


    In Abhängigkeit vom Bundesland wo du lebst, ist es u.U. möglich eine Notfallbeschulung deines Kindes zu beantragen, auch wenn du und dein Mann nicht systemrelevant sind. Nimm dazu am besten Kontakt mit der Schule auf! Das machen einige Eltern.


    Du trägst die Verantwortung, ja, aber d.h. auch sich rechtzeitig Hilfe zu holen und nicht, sich "zusammenzureißen" *finde ich* . Vielleich hilft es auch, das mal direkt auszusprechen, mit der Familie, dass du siehst, wie aufgerieben alle sind, etc... und dass du deine Tochter verstehst, aber aus elterlicher Sicht eben nicht... und dass du dich schuldig fühlst, weil du das nicht "beheben" kannst, auch wenn du dich "zusammenreißt". Ich bin mir sicher, dass ihr gemeinsam mit diesen Gefühlen besser umgehen könnt, als du alleine. - Falls es noch nicht so schon auf den Tisch kam.


    Es liest sich in den letzten Tagen so, als wäre sehr viel Dynamik da und dass du dich selbst ziemlich fertig machst, weil deine "Anstrengungen" nicht für das was du willst, ausreicht. Es liest sich, als gibst du dir für alles die Schuld und das nichts was du tust genug ist. So schade, dass du so empfinden musst! Ich sehe nämlich, wie krass du kämpfst und dass da durchaus viel Entwicklung da ist, extrem viel, in dieser kurzen Zeit! Auch wenn gerade massiv viel aufgerieben zu sein scheint.

    Ich möchte dir sagen: du gibst von außen gesehen dein Bestmögliches, auch wenn es vielleicht im Inneren nicht so anfühlt. Vielleicht findest du noch mehr, was du den Selbstabwertungen entgegensetzen könntest? Etwa der Gedanke, welches "mindset" am hilfreichsen ist, für das handlungsorientierte Außen - was eben im Bereich des möglich liegt und nicht was "sein sollte".. sowas.


    Puh, jetzt habe ich ziemlich Angst, dass es wieder kommunikative Missverständnisse gibt. Auch weil ich es so empfinde, dass so viel Dynamik da ist, dass ich gar nicht so recht weiss, ob ich überhaupt etwas schreiben soll, weil ich derzeit besorgt bin, dass deine Wahrnehmung stimmungskongruent das gegen dich gerichtet auffasst und dass den Eindruck suggeriert, dass du "etwas besser oder anders" machen müsstest, der "fehler" also an dir liegt. Das möchte ich ganz und gar nicht ausdrücken. Ganz im Gegenteil! Möglicherweise ist es aber auch derzeit gar nicht möglich, dass eine andere Botschaft bei dir ankommt, weiss ich nicht. Ich tue mich gerade nur schwer, etwas so zu schreiben, dass ich glaube, dass es auch so ankommt, wie ich es meine. Nuja, vllt. hilft es ja, das transparent darzulegen?

    Vielleicht braucht es auch einfach keine Kommentare meinerseits? Mal schauen :)

  • Vielleicht braucht es auch einfach keine Kommentare meinerseits?

    Hm. Ich wäre traurig, wenn aufgrund eines "Mist" - Verständnisses, das sich ja auch durch mehrmaliges Durchlesen und genau hinfühlen meinerseits schon längst erledigt hat. die klugen und für mich hilfreichen Kommentare Deinerseits nicht mehr kommen würden.


    In dem, was du schreibst, finde ich bisher jedesmal etwas, das für mich neu ist, das meine "gesunde Seite" (besser kann ich das gerade nicht bezeichnen) hervorhebt und an dem ich "rumdenken" kann. Es ist für mich eine solche Erleichterung, hier Menschen zu finden, die sich mit Svv auskennen, die das von sich kennen, die vielleicht an der gleichen oder aber an einer ganz anderen Stelle stehen als ich und die da sind.


    Als ich in der Reha war (wegen Knie), hat die dortige Psychologin sich angehört, was gerade in meinem Leben so los ist und sagte dann "puh, das ust sehr sehr viel". Für mich war es ein ganz seltsames Gefühl, das von jemandem zu hören, der mich nicht kennt, der nicht mit mir befreundet ist sondern der das aus externer und professioneller Sicht sagt.


    Ein bisschen ist es hier auch so. Es ist der professionelle Blick von Menschen, die selbst kennen, womit ich kämpfe. Und ich hab geweint, als ich das hier las :

    Ich sehe nämlich, wie krass du kämpfst und dass da durchaus viel Entwicklung da ist, extrem viel, in dieser kurzen Zeit!

    Weil ich das Gefühl hatte, gesehen zu werden.


    Es liest sich in den letzten Tagen so, als wäre sehr viel Dynamik da und dass du dich selbst ziemlich fertig machst, weil deine "Anstrengungen" nicht für das was du willst, ausreicht. Es liest sich, als gibst du dir für alles die Schuld und das nichts was du tust genug ist.

    Ja, diese Wahrnehmung teile ich. Ich hab das Gefühl, in einem Loch immer tiefer zu schlittern und als würde ich versuchen, mich an Zweigen, Ästen und allem, was ich im Rutschen greifen kann, festzuhalten.


    Und ja, ich geb mir die Schuld daran, es nicht zu schaffen, dass ich nicht schnell genug zugreife, dass der Zweig zu dünn, der Ast zu morsch ist, mein Gewicht zu halten.


    Und gleichzeitig denke ich auxh noxh schlecht darüber, wie ich denke. Ich gebe mir Schuld für mein Fieber.

    Wenn man in die falsche Richtung läuft, hat es keinen Zweck, das Tempo zu erhöhen.

    Zitate.de - Breuel, Birgit

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  • Notfallbeschulung

    In den letzten Tagen lese ich die Kommentare, Hinweise, Gedanken und Ideen von euch allen. Als ich eben noch dieses Wort las und daran zurück dachte, was mir Sine verbis geraten hat, hab ich gedacht: ist es wirklich so ernst? Geht es mir und meiner Familie wirklich so schlecht?


    Ich hab zunehmend das dumpfe Gefühl, dass ich die Situation eigentlich nicht wirklich ernst nehme. Dass ich immer noch im Hinterkopf habe: ich muss mich nur ein kleines bisschen mehr zusammenreißen, nur noch ein bisschen mehr geben, mich mehr konzentrieren, besser sein, dann wird sich zeigen, dass ich nur eine Dramaqueen bin und eigentlich alles in Ordnung ist.


    Und dass ich eigentlich die Kontrolle habe, aber einfach zu faul bin, sie zu übernehmen.


    Vielleicht ist das nicht so. Vielleicht hab ich doch keine Kontrolle. Das war ja vor ein paar Tagen schon mal Thema hier. Aber da war es nur in meinem Kopf angekommen. Jetzt sickert es ins Herz.


    Ich hab keine Kontrolle

    ....

    :emojiSmiley-55:

  • Ein Hoffnungsschimmer: ich hab mich einigermaßen angemessenen um das Fieber gekümmert. Vorher hab ich immer nur darauf geachtet, dass es niemand bemerkt, aber gerade hab ich mich gekümmert.

    Yeah

  • War gerade noch bei der Psychiaterin persönlich, um die Krankmeldung abzuholen. Sie geht über einen weiteren Monat und sie sagte nochmal, dass sie eine Wiedereingliederung vor Beginn der normalen Beschulung für wenig erfolgversprechend hält.

    Ich musste vir Erleichterung weinen.

    Sie fand es aber gut, dass ich mich mit der Arbeit beschäftige und Kontakt halte.


    Mir geht die ganze Zeit noch ein Widerspruch im Kopf herum.

    Ich hab vom svv nichts gesagt und sie hat auch nicht gefragt. Aber ich glaube, ich hab mir das gewünscht. Dass sie davon weiß und dass sie es sich anschaut (auch aus medizinischer Sicht). Ich hab die Ärmel hochgeschoben, damit sie mein Versteck sieht... Und das Versteck hat funktioniert. Warum hab ich das gemacht???


    Ich bin doch erwachsen. Wenn ich möchte, dass sich jemand um mich kümmert, dann muss ich es doch sagen. Dafür muss ich schon selbst sorgen und wenn ich nichts sage, wird niemand etwas tun. Niemand wird kommen und sagen "Lass mal sehen. Armes Hubstiwubsti".


    Und während ich das schreibe, sträubt sich alles in mir und schreit innerlich "Das will ich nicht! Ich will nicht, dass jemand mitleidig draufschaut. Das jemand Hubstiwubsti sagt."


    Ich verstehe mich nicht

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