Dieses Mal für immer

  • Hi Bud, wie ist der Stand? Bist du stark geblieben? Denke eher dass das Rezept keine gute Idee ist.

    Falls du einen Rückfall hattest, wünsch ich dir jedenfalls viel Erfolg beim "Wieder-Runter-Kommen". Beste Grüße!

  • Guten Morgen Burgerboss!

    Wie schön, dass du dich nach mir erkundigst. Bin jetzt im siebten Monat Abstinenz.

    Ich habe das Rezept tatsächlich bekommen und mir auch das Gras (5 Gramm Bedrocan mit 22% THC) bekommen.

    Davon habe ich allerdings nix konsumiert.

    War nur ein sehr teures Experiment.

    Liegt nun unangetastet bei mir inner Garage.

    Meine Frau fand es zu recht scheiße, dass ich soviel Geld dafür ausgegeben habe.

    Ich wollte aber unbedingt wissen, ob ich es bekomme.

    Hat ohne Probleme geklappt.

    Für mich aber ja trotzdem ein Suchtmittel.

    Habe der Ärztin von Rückenschmerzen und Depressionen erzählt, Befundberichte hatte ich auch dabei.

    Die hat sie sich aber gar nicht richtig angesehen.

    So ganz sauber war die Sache nicht, weder von mir noch von der Ärztin.

    War natürlich ein Privatrezept für 75 Euro.

    Ja, habe es nicht geraucht. Nach wie vor große Probleme und Unzufriedenheit mit dem Leben ohne Gras.

    Bin voll in der Zwickmühle: Auf der einen Seite will ich nicht mehr abhängig sein und auf der anderen Seite gefällt mir alles so auch nicht.

    Dabei kommt dann so ein Blödsinn rum wie mit dem Rezept.

    Und bei dir so?

    LG

    Bud

  • Au weia. Hoffen wir dass es auch unangetastet in der Garage liegen bleibt. Auf jeden Fall stark von dir dass du nach wie vor abstinent bist! :thumbup:

    Ich glaube aber dass ich das Zeug wegschmeißen würde, hätte zu große Angst mir in nem Schwachen Moment einen zu drehen. Warum hast du dir das Zeug geholt?


    Danke der Nachfrage, bin jetzt fast 3 Monate clean. Ist bei mir auch relativ easy gegangen, habe nach wie vor nicht unbedingt das Bedürfnis Cannabis zu rauchen. Greife allerdings nach viele Jahren des Nichtrauchens wieder hin und wieder zur Zigarette :rauch: Will ich eigentlich auch bleiben lassen, aber Gott sei Dank rauche ich sehr unregelmäßig und wenig.

  • Moinsen Burgerboss,


    du fragst mich, warum ich mir das Zeug denn überhaupt geholt habe.

    Na ja, weil ich wohl immer noch nach nem weg suche weiter zu kiffen.

    Ich glaube, dass ich mit Rezept und Cannabispatienten-Ausweis legaler Konsument sein könnte.

    Leider macht das nur deutlich, wie ich seit sieben Monaten Abstinenz noch immer weiter kiffen will.

    Deshalb bin ich doch auch noch immer so unzufrieden und fühle mich gar nicht befreit sondern in meinem "neuen Leben" gefangen.

    Gleichwohl kann ich mich aber schon für dich freuen.

    Drei Monate sind auch super.

    Das ganze THC ist jetzt sicher aus deinem Körper raus. :3:

    Zigaretten sind bestimmt auch noch dran!

    LG

    Bud Saether :rauch:

  • Hei Bud,


    ich bin ja eine von den 'vergleichsweise frisch' abstinenten Person bei Weed, habe aber bereits andere Substanzen erfolgreich und langfristig in den Wind geschossen. Ich weiß nicht ob es dir hilft, aber ich versuche eine neugierige Haltung zu bewahren (auch wenn die Antworten schmerzhaft sind), "warum" ich es eigentlich nicht lassen will und da dann mit ganz ganz viel Verständnis für mich selbst zu arbeiten. Keine Ahnung ob das für dich Sinn ergibt, aber ich benehme mich da mir selbst gegenüber wie einem Kind, dem man eine leider notwendige, aber unangenehme Behandlung angedeihen lässt. Nun Arbeite ich mit Kindern und Jugendlichen und kann daraus viel ziehen.

    D.h. für mich konkret folgende Dinge:
    - Akzeptieren, dass ich wütend und traurig bin und 'die Welle' reiten (auch wenn ich oft wütend und traurig bin, bin ich es ja nicht immer und ist ein sich verändernder Gefühlszustand) ...^

    - wenn meine Kids Wutanfälle haben ist meine Aufgabe ja nicht, sie "ruhig zu stellen", sondern ich bin einfach dabei und lass sie das Gefühl haben und Sorge nur dafür dass sie sich nicht alleine fühlen UND dass sie weder sich noch andere verletzen..Das selbe Prinzip wende ich bei mir

    - Einen konkreten Plan haben für Momente, wenn die Welle bricht und zu groß wird

    - Ich habe viel viel Mitgefühl für mich. Ich hab ja nicht ohne Grund 15 Jahre gekifft. Meine innere Kifferin hat mich beschützt und auch beschenkt und das zu verneinen wäre mich selbst zu belügen. Die Entscheidungen die ich jetzt bezüglich meiner Nüchternheit treffe, treffe ich für mich heute und für mich morgen. Mein kiffendes Vergangenheits-Ich hat aber keine verurteilung verdient. Das ist übrigens auch der Anteil, der nach Ausreden und so sucht. Es ist schön und toll, dass dein innerer Erwachsene trotz der Verführung im Haus fest im Sattel sitzt

    - Mir von Freunden und Bekannten Lob abholen, konkret für meinen versuch nüchtern zu bleiben (und nicht für den Erfolg)

    - Mir vor Augen führen, welche Vorteile MEINE nüchternheit für ANDERE (Freunde, Familie, Kolleginnen & Kollegen) hat und langfristig zu deren Gesundheit und Wohlbefinden beiträgt (mir persönlich fällt es oft leichter, Dinge für andere zu tun, als für mich)



    Denkst du dran dir oft genug selbst auf die Schulter zu klopfen? Ich finde sieben Monate zumindest schonmal richtig krass gut... :O

    Achja und ich mach Therapie. Nicht Suchttherapie. Stinknormale Therapie. Einen Platz habe ich über das Kostenerstattungsverfahren bekommen.

    Ich hoffe irgendwas in dem Text bringt dir etwas :)

  • Hallo WuSaSa,

    vielen Dank für deine Nachricht.

    Nein, ich klopfe mir nicht auf die Schulter.

    Navh mittlerweile mehr als sieben Monaten Abstinenz bin ich noch immer nicht zufrieden.

    Der Gedanke an meine eingebildete frühere Zufriedenheit lässt nicht nach.

    Cannabis ist nach wie vor ein großes Thema für mich.

    Ich wünschte mir manchmal nie aufgehört zu haben.

    Dann würde ich jetzt nicht in diesem beschissenen Dilemma stecken.

    Ich bekomme aber auch von meinem Umfeld gespiegelt, dass ich clean ein viel umgänglicherer Mensch bin.

    Aber ich vermisse mein altes sorgenfreies und bequemes Leben so sehr.

    Gleichzeitig habe ich aber auch nicht vor wieder zu konsumieren.

    Wie gelingt denn dir die Abstinenz so?

    LG

    Bud

  • Hey Bud Saether,

    erstmal stark dass du schon so lange abstinent bist. Das klingt so als wärst du dir sicher abstinent zu bleiben. Was hast dich denn zur Abstinenz gebracht? und was hat sich seitdem positiv in deinem Leben verändert bzw. was motiviert dich weiterhin abstinent zu bleiben?
    LG ConActionKim

  • Guten Morgen,


    ich gehe jetzt in den zehnten Cannabis freien Monat.

    Ein bisschen stolz bin ich schon.

    Allerdings habe ich mich noch immer nicht vom Thema verabschiedet.

    Ständig lese ich im Internet Artikel zur Legalisierung und hier im Forum interessiert mich immer noch der Werdegang einzelner Teilnehmer.

    Kann ich mir mal nen Rückfall leisten?

    Aber wozu?

    Auch zur Grenze nach Holland fahre ich regelmäßig.

    Schauen, ob der Zoll oder die Polizei dort kontrolliert.

    Die sollen mich endlich mal anhalten, wo ich doch nun nichts mehr zu befürchten habe.

    Auch meine anhaltende Interessen- und Lustlosigkeit nervt total.

    Ständig rede ich mir ein, dass im Konsum alles besser war.

    Ätzend!!!


    Bud

  • Hallo Bud,


    erst mal Gratulation zu Deiner clean freien Zeit!


    Natürlich ändert sich die Einstellung zum THC nicht von heute auf morgen. Die traditionellen Rituale fehlen jedenfalls. Einen Rückfall solltest Du Dir besser nicht leisten, denn Du bist auf einem guten Weg. Viele Dinge müssen sich im Leben wieder neu "finden".


    Auch ich lese mich (nach fast 12 Jahren Abstinenz inzwischen) immer noch durch die Drogen-Foren durch - aber das reflektiert doch die Risiken des Suchtverhaltens. Natürlich bleibe ich mein ganzes Leben süchtig.


    Du spielst auch gerne mit dem Feuer, entzünde es nicht wieder.


    LG

    Mickey :63:

  • HALLO ZUSAMMEN,

    ICH FINDE MEIN ABSTINENTES LEBEN LANGWEILIG UND TRIST.

    WARUM NUR ERSCHLIEßT SICH MIR NICHT DER SINN, DASS ES SO BESSER IST.

    STÄNDIG MUSS ICH MICH FRAGEN, WAS ICH NUR AUS MEINEM LEBEN MACHEN SOLL.

    ALS ICH NOCH GEKIFFT HABE, MUSSTE ICH MIR DIESE FRAGE NIE STELLEN!!!

    HABE ICH DENN IN DEN VERGANGENEN 10 MONATEN NIX GELERNT?

    ICH HABE KEINE FREUDE MEHR.

    JEDER TAG IST NUR DANN GUT, WENN ER ZU ENDE IST.

    JA.

    ALLES IST GROß GESCHRIEBEN, WEIL ICH ES GESCHRIEN HABE.


    BUD

  • HABE ICH DENN IN DEN VERGANGENEN 10 MONATEN NIX GELERNT?

    Nein, scheint fast so, aber du bist clean - also war es ja nicht sinnlos.


    Grundsätzlich würde ich sagen, du hast zwar aufgehört, aber bist nicht (psychisch) entwöhnt.

    Das schleppst du immer weiter mit dir rum, also lass dich unterstützen, therapeutisch!!

  • Guten Morgen Franz,

    du hast sicher recht.

    Ich schleppe da noch einiges mit mir herum.

    Ich hatte nur gehofft, dass sich nach so langer Zeit der Abstinenz mal Besserung einstellt.

    Entgiftung und Entzug ist schon ewig vorüber.

    Bin ja auch gelegentlich bei der Suchtberatung.

    Der Therapeut dort kennt mich auch schon echt lange und gut.

    Es ist nur so, dass ich mich nur an ein Leben mit Kiffen erinnere.

    Ich war fast siebzehn Jahren alt, als ich 1992 angefangen habe.

    Jetzt bin ich 46 Jahre alt und habe das Gefühl, alles neu lernen und bewerten zu müssen.

    Ich stelle so vieles in Frage.

    Ich bin auch total antriebslos und habe kaum Interessen.

    Ich erinnere mich nur an ein Leben mit Konsum.

    Damit war alles leichter. So glorifiziere ich die Sucht.

    Vielleicht braucht es ja auch einfach noch mehr Zeit.

    Ich führe aber jetzt eine bessere Ehe. Es gab in den letzten 10 Monaten so gut wie keine Konflikte.

    Wenn ich zuhause total niedergeschlagen rumsitze, sagt meine Frau: "Dann fang doch wieder an!"

    Das will ich aber nicht.

    Dann ist sie nämlich niedergeschlagen.

    Würde vielleicht gelegentliches Konsumieren für mich funktionieren?

    Ich glaube eher nicht.

    Ätzend ist so ein abstinentes Leben.

    Was gefällt den Menschen nur daran?

    LG

    BUD

  • Hallo Bud,


    den kontrollierten Konsum von Cannabis halte ich eher für unmöglich, dann also besser zu 100% clean bleiben, ehe Du wieder in der Sucht und alten Mustern steckst. Schon mal gut, dass Du Kontakt zu einem Therapeuten hast und nicht nur den virtuellen Austausch hier im Forum.


    Natürlich glorifiziere ich manchmal die Sucht und denke über eine halblegale Beschaffung über das Internet nach, lasse aber die Finger davon. Bei mir waren es 14 Jahre Konsum derzeit, Dein Suchtgedächtnis hat so ca. 30 Jahre hinter sich.


    Vieles hat sich eingeprägt, vieles hat sich in die Seele gebrannt.


    Sie bleibt seltsam - die Philosophie des Lebens.


    LG

    Mickey :63:

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