Rückfall nach 15 Monaten Abstinenz

  • Hey Leutz,

    bin neu hier und möchte Direkt über mein momentanes Problem berichten, wenn ich mir das von der Seele schreibe, kann ich vllt. endlich schlafen.


    Kurzer Rückblick. Ich hatte zwischen 2020 und 2022 schon ein Suchtproblem mit Cannabis. Dann verlor ich meinen Führerschein und begann 2023 mit einem Abstinenzprogramm. Das hab ich auch gut durchgezogen, hab nur einmal H4CBD ausprobiert. 15 Monate Abstinenz waren dann durch

    Dann kam die Entkriminalisierung. Ich glaub die hat mich „auch“ getriggert. Aber nicht nur die Entkriminalisierung. Durch meinen Veränderten Gehirnstoffwechsel (ADHS), ist es sehr schwer mit sich selbst klar zu kommen. Andere komme auch nicht immer mit dir klar, deswegen kam es in der Vergangenheit zu unnötigen Konflikten in der Schule und dann auch in meiner Ausbildung. Das macht wahnsinnigen Stress! Der Konsum von Cannabis, radierte das alles weg. Erst mal. Auch die Langeweile, welche kaum auszuhalten ist. Diese Dopamincraving, ist dass schlimmste am ADHS.

    Leider verändert sich meine Persönlichkeit, wenn ich Kiffe. Bin dann einfach nicht mehr so authentisch und lustig. Ich bin es aber sooooo leid, nur für eine Linderung meiner ADHS Symptomatik, ein distanzierter, unoffener Typ zu sein. der keinen Führerschein hat und sich nur 50% für sein Umfeld interessiert. Ich möchte endlich erwachsen werden und für mich Verantwortung übernehmen. Ich bin ja auch bald schon ein viertel Jahrhundert alt, zum Glück ist das noch Jung , genug um einiges gerade biegen zu können. Also wenn nicht jetzt, wann dann? Momentan hab ich kein Zeug mehr, schmeiße es Morgen mit meiner Mutter symbolisch weg. Hätte vor 2 Tagen nie gedacht, dass ich das machen würde. Soweit jetzt erstmal zur Situation.

    Schönen Abend, Morgen, Mittag, wann auch immer du/ihr das lest. :grinning_face:

    :see_no_evil_monkey::hear_no_evil_monkey::speak_no_evil_monkey:

  • Servus,

    bist du denn wegen deiner Probleme in ärztlicher Behandlung?

    Dieser symbolischer Akt ist eine gute Sache :thumbs_up:

    Natürlich kann man jederzeit nachlegen, aber ich meine, Grundvoraussetzung alles an Utensilien zu entsorgen.

  • Servus Franz :smiling_face:=)

    Ja, ich bin seit meinem 4. Lebensjahr in psychologischer und psychatrischer Behandlung, da ich schon in diesem Alter unter regelmäßigen Panikattacken gelitten habe. Hört sich krass an, ist aber leider wahr… Mal 2 Jahr pause von Therapie hatte ich. Und zum Psychiater gehe ich 4 Mal im Jahr seit 2019. Ende letzten Jahres, habe ich eine weiter Therapie angefangen, mit Schwerpunkt ADHS Behandlung. Hab direkt nach meinem Rückfall, meinen Therapeuten kontaktiert. Leider ist er kein Suchttherapeut, unterstützt mich aber trotzdem.

    Das mit dem symbolischen Akt und erzählen meiner Mutter, wo mein Vorrat ist, war unglaublich schwer für mich. Ich hab die ganze letzte Nacht geschwitzt und bin immer wieder Hochgeschreckt, weil mich das sooo beschäftigt… Es tut irgendwie weh, aber das muss es auch :em:

  • Leider ist er kein Suchttherapeut, unterstützt mich aber trotzdem.

    Da kannst froh sein, manche machen das leider nicht :frowning_face:

    Nimmst du Medikamente?

    Es tut irgendwie weh, aber das muss es auch

    Du bist also den Schritt schon gegangen :thumbs_up:
    Das kann ich mir vorstellen, aber ja, das ist ein erster wichtiger Schritt :smiling_face:

    Seit wann konsumierst du also jetzt nicht mehr?

  • Moin Franz.

    Ich konsumiere seit einer Woche nicht mehr. Momentan geht es auch, kann Arbeiten gehen und am leben Teilhaben.

    Gerade nehme ich 25mg Trimipramin gegen Depressionen und Impulsivität(ADHS).

    Es steht jetzt im Raum, ob ich gegen den Leidensdruck durch den Rückfall und meinem ADHS, wieder Medikamente nehmen sollte, mein Therapeut war sofort dafür (Amphetamine oder Amphetaminderivate). Jedoch bin ich mit meinem Psychiater unzufrieden, weil dieser kaum Ahnung von ADHS hat. Die Testverfahren bei ihm sind z.B. wahnsinnig oberflächlich. Außerdem möchte er mir Elvanse (Lisdexamphetamin) verschreiben, was ich schonmal nicht vertagen habe. Die Nebenwirkungen waren soooo schrecklich. Medikinet habe ich da besser vertrage. Leider ist das häufig noch der Fall, dass auch Fachärzte leider keine Ahnung haben, da ADHS noch recht schlecht erforscht ist, und auch erst seit ein paar Jahren als psychische Behinderung gillt. Ich bräuchte eine Arzt, der spezifisch geschuult ist auf ADHS und die dazu gehörigen Komorbiditäten (Begleiterkrankungen). Die nächsten Ärzte, sind leider um die 100km entfernt, die darauf spezialisiert sind. Ist halt bisschen Aufwendig, einen geeigneten Arzt zu erreichen.

    Aber ich glaube, dass ist es mir absolut wert!

  • Ich konsumiere seit einer Woche nicht mehr. Momentan geht es auch, kann Arbeiten gehen und am leben Teilhaben.

    Da hast aber Glück, wenn es kaum Entzugserscheinungen gibt :smiling_face:
    Wie schaut es mit dem Schlaf aus?
    Aber dein Medi unterdrückt vielleicht auch einiges an Entzugssymptomen ...

    dass auch Fachärzte leider keine Ahnung haben, da ADHS noch recht schlecht erforscht ist

    Ersteres trifft leider zu, aber das ist bei vielen psychischen Erkrankungen so.
    Es ist halt auch kein gebrochener Arm, was durch ein Röntgenbild untermauert wird :winking_face:
    Zweiteres ist differiert zu sehen, es hat sich meiner Meinung schon sehr viel getan, in Forschung und Behandlung.
    Ich sehe eher das Problem, dass enttäuschenderweise viele Ärzte (eben auch im psychischen Bereich) nicht auf dem Stand der aktuellen Sachlage sind.
    Das ist aber auch im Bereich Suchterkrankungen so oder in der Schmerztherapie, wo bei sehr vielen Docs Cannabis (eigentlich bei den meisten) einfach eine Droge ist, kein Arzneimittel.

    Die nächsten Ärzte, sind leider um die 100km entfernt, die darauf spezialisiert sind. Ist halt bisschen Aufwendig, einen geeigneten Arzt zu erreichen.

    Aber ich glaube, dass ist es mir absolut wert!

    Das ist aber generell die Zukunft, man wird viel weiter rumkommen, als Patient.
    Aber grundsätzlich sollte dir das auch wert sein, auch wenn es mehr Aufwand und Kraft abverlangt.

    Medikinet habe ich da besser vertrage

    Ich fürchte, dass dies eher nicht verschrieben wird, schon die Empfehlung für Ärzte besagt:

    • MEDIKINET RETARD ist nicht zur Behandlung von ADHS bei Kindern unter 6 Jahren oder bei Erwachsenen vorgesehen. Es ist nicht bekannt, ob es bei diesen Patienten sicher oder von Nutzen ist.

    Aber wenn du Elvanse nicht verträgst, schlecht verträgst, dann muss eben eine andere Lösung gesucht werden.
    Ein guter Arzt geht auf solche Wünsche/Einwände ein ...

  • Mooin, ich muss mir hier schon wieder etwas von der Seele schreiben. Ich dachte eigentlich, dass mein Rückfall ziemlich beschissen ist, aber mittlerweile habe ich Kontakt zu einem Kollegen, der die letzten Monate, kaum erreichbar war. Stellt sich raus, es gibt natürlich einen Grund. Er hat alles verloren (Job, Verlobte, Familie) und ist so krass abgestürzt, dass er mittlerweile 4g 98% Kokainbase sich intravenös spritzt. Ich hab Angst, dass er bald stirbt… Habe letztens ewig lang telefoniert mit ihm. Bin etwas verzweifelt, weil ich ihm irgendwie helfen möchte, aber Momentan auch auf mich selber schauen muss :face_with_rolling_eyes:

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