Dope ist Fluch und Segen

  • Hi zusammen,

    ich falle mal direkt mit der Tür ins Haus: Gras ist irgendwie meine große Liebe und mein ärgster Feind. Ich rauche seit 24 Jahren, mit wenigen kurzen Pausen, täglich. Früher auch Bong, heute nur noch Tüten, bis vor 5 Tagen zumindest. Das ist nicht mein erster Versuch, damit aufzuhören, sondern eher der 784. gefühlt.

    Das Problem ist, dass ich unter Konsum einfach alles schleifen lasse. Karriere, Gesundheit, Beziehungen, nichts ist mir so wichtig, wie in Ruhe rauchen zu können. Jedes Mal, wenn ich einkaufen war, sage ich mir: das ist das letzte Mal. Und mit diesem fadenscheinigen Versprechen an mich selbst verdränge ich die Tatsache, dass ich mir das schon Jahren, eher Jahrzehnten, einrede. Aber wenn was da ist, wird halt konsequent geraucht, bis es weg ist und der nächste Einkauf ansteht :thinking_face:

    Tja, jetzt bin ich seit 5 Tagen auf Entzug, was aber auch überwiegend der Tatsache geschuldet ist, dass ich meine Finanzen mal in den Griff bekomme. Klar, jeden Tag einen 10er Weg zu quarzen, dazu Kippen und den ungesunden Fraß ( ich liebe es halt, stoned zu sein, zu essen und mir irgendeinen scheiß in TV oder SM reinzuziehen). Auch so ein Thema, ich würde mein letztes Hemd für Dope geben und bin auch schon für 2g 80km gefahren. dumm dumm dumm oder abhängig abhängig abhängig? Außerdem war das Jahr 2025 das schlimmste in meinem Leben ( 2 wichtige Menschen gestorben, 2 gute Freunde verloren, was wohl bei Verlusten häufig vorkommt), sodass ich mir sagte, jetzt musst du mal was ändern. 12 Monate bis zu meinem 40. Geburtstag und ich hab in meinem Leben noch nicht wirklich was geschissen bekommen. Warum? Weil Gras mir so schön einredet, dass ich doch ab morgen alles regeln kann.

    Also mache ich mal wieder einen auf : dies mal wirklich.

    Und jetzt muss ich halt da durch. so ein fuck. kiffen strukturiert ( scheinheilig) so schön den Tag und betäubt all den Abfuck und Schmerz, den ich halt nicht fühlen möchte. Und die Schlafstörungen gehen mir so auf den Sack. Kenne ich ja, aber trotzdem hart. Versuche das mit Medikamenten zu umgehen, was auch funktioniert, aber ist halt nicht dasselbe, wie schön breit und satt ins Bett zu gehen.

    Theoretisch weiß ich, was mir hilft, aber diese Leere.. Diese Langeweile.. und im nächsten Moment gibt die Leere der überschäumenden Emotionalität die Klinke in die Hand. Dazu diese Trauer. Manchmal ist das Leben so unfair.

    Ich weiß auch nicht, was ich mir von hier erhoffe. Wahrscheinlich will ich einfach nur anonym rumkotzen, wie scheiße es ist, von etwas abhängig zu sein und sich damit Tag für Tag, Jahr für Jahr selbst zu schaden.

    Danke fürs Lesen und viele Grüße

    Dolores

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