Hallo ihr lieben,
ich bin erst seit zwei Monaten mit meinem neuen Freund zusammen. Wir harmonisieren wirklich sehr. Zärtlichkeiten und sex und so weiter ist auch alles kein Problem. Nur seit ca. zwei Wochen zieht er sich mehr und mehr zurück, meldet sich kaum noch bei mir, ist nur noch müde und ist nur noch arbeiten und dann zu hause und dann schlafen. Manchmal sitzt er einfach nur da und ist irgendwie in seiner Traumwelt gefangen. Ich habe auch mit ihm darüber gesprochen. er ist halt beruflich unzufrieden und denkt zuviel über alles nach. ich kenne das problem ja zu gut. Habe ihm nur gesagt, dass sich etwas ändern muss, weil ich einseitige Beziehungen zu genüge hatte und mehr Zusammenhalt brauche, denn sonst wofür eine Beziehung? Er beteuert mir aber, dass es an ihm liegen würde und sich was ändern würde und dass er mich liebt.
Er war zwei Jahre Single und wurde vorher auch ziemlich verletzt. Kann es sein, dass er nur die Anfangszeit genossen hat, um wieder körperliche Nähe zu spüren und jetzt hat er doch keine Lust mehr? Er meinte, er hat ernsthaftes Interesse an einer Beziehung mit mir, aber von seiner Seite kommt halt kaum etwas. Wie soll ich mich verhalten?
Er zieht sich immer mehr zurück und meldet sich kaum
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Hallo paindrop,
du schreibst, ihr seid seit 2 Monaten zusammen; Seit wann kennt ihr euch denn?
...doch sicher schon länger als 2 Monate, oder?
Verbringt ihr vieeeel Zeit miteinander oder seht ihr euch 'nur' 3-4x die Woche?So wie du das beschreibst, meine ich, dass ihn etwas ziemlich beschäftigt, vielleicht sogar be-drückt?
"..in seiner Traumwelt gefangen...".
Hast du das Gefühl, dass er sich wohlfühlt in seiner Traumwelt? Dass er dort (momentan) lieber ist als in der Realität? Dann wäre er nicht 'gefangen', sondern dort als freiwilliger 'Gast'.Wie du dich verhalten solltest? ...hm...ich würde ihm etwas Zeit geben.
Liebe Grüsse
Gipfel
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hallo Gipfel! danke für deine Antwort!
ja wir kennen uns schon etwas länger als zwei monate übers Internet. haben uns aber erst später richtig unterhalten und dann haben wir uns getroffen und es hat sofort gepasst. Wir sehen uns ca. 3 mal die woche und in der Woche auch nur so 1 bis zwei Stunden. Also zu viel mit Sicherheit nicht.
Wie meinst du das mit dem freiwilligen Gast in der traumwelt? Dass er dann einfach mal abschalten kann kurz oder? Ja, ich gebe ihm Zeit das ist ja klar. -
Hallo paindrop,
mit "freiwilligem Gast in der Traumwelt" meinte ich, dass er sich vielleicht bewußt zurückzieht und seinen Träumen nachhängt. Auf diese Weise der Realität entschwindet und in diesem Zustand in einer "Idealwelt" wohnt? (Ich kenne das gut von mir ....)
-kommen evtl. Drogen bei ihm in Frage?
Hatte er während eures digitalen Kontaktes auch schon dieses Verhalten oder ist das erst seit ihr euch real kennt und trefft?"...und es hat sofort gepasst."
Hm.... eine ehemalige Nachbarin sagte das mal zu mir;
Als ich vom Urlaub zurückkam, war sie gerade am Hochzeit-Feiern
mit einem Ihrer Arbeitskollegen. Beide sagten, "...es hat sofort gepasst."
Kein Jahr später wurde sie mit Alk-Entzugserscheinungen in`s Spital gebracht und war dort über 3 Wochen.
Ich fürchte, die Einsamkeit (neben/trotz ihrem Schatz) hat sie kaputtgemacht und ich schätze, sie war damals
so verzweifelt, dass ihr alles lieber war, als weiterhin alleine zu sein.Auf den ersten Blick sieht man etwas, aber um etwas zu erkennen muß man mindestens 2x hinschauen und sicher werdet ihr beide noch einige Zeit brauchen, bis ihr euch wirklich kennengelernt habt.
Manche leben ein Leben lang nebeneinander ... ohne sich zu kennen.Liebe Grüsse
Gipfel -
Nein, er nimmt absolut keine Drogen und Alkohol trinkt er selten. Ich bin eher die, die abends aus Einsamkeit wie du sagst "trotz Schatz" trinkt, zwar nicht viel, aber die Menge ist ja egal.Ich habe einige gescheiterte Beziehungen viele Familienprobleme (will da jetzt nicht näher drauf eingehen) hinter mir und versuche mich da irgendwie in meine heile Welt zu trinken.
Ich würde halt auch mal gerne aufgebaut werden, bin aber selbstverständlich für ihn da und halte zu ihm. Aber irgendwie bin ich total unsicher und habe Angst -
also ich habe keine Angst vor der Beziehung, sondern dass es nicht klappt. Ich weiß es hört sich blöd an. Er hat ja gesagt, er will das ändern. Ich weiß halt nicht, wie viel Zeit so was dauert, bis man wirklich was in der Richtung ändern kann.
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Hi paindrop,
"Ich habe einige gescheiterte Beziehungen viele Familienprobleme (will da jetzt nicht näher drauf eingehen)":
Das brauchst du nicht; Das kennen jede/r zur Genüge *lach*! ...ist wie im 'richtigen Leben'!Sich in seine heile Welt zu träumen ist schön und kostet nix; Sich da hineinzutrinken kann/wird fatale Folgen haben,
vor allem auf Dauer! Und dann wirds schwierig, wieder auf die günstigere Art dahin zu kommen.Deine Angst und deine Unsicherheit kann ich sehr gut verstehen, aber sei mal ehrlich:
Wie gut lernt man einen Menschen in sooo kurzer Zeit kennen? Vielleicht versprecht ihr euch beide schon nach so
wenig gemeinsam verbrachter Zeit zuviel?
Sehnsucht nach DEM/DER Partner/In hat jede/r.
Guck, ich lebe schon seit vielen Jahren alleine und all` diese Sehnsüchte plagen mich auch.
Vielleicht liegt darin sogar der Grund für meine dauernden Rückfälle?
Aber genau DEM Menschen zu begegnen, für den man/frau geboren wurde und mit dem man den Rest des Lebens verbringen
möchte ist höher als ein Sechser im Lotto zu bewerten. (Und bestimmt auch wertvoller).Was du erwartest...erhoffst...dir wünschst ist sicher nicht zuviel!
Ich denke, ihr braucht einfach Zeit ... und Geduld! Beide!Liebe Grüsse
:wink:
Gipfel -
Vielen lieben Dank Gipfel! Du hast mir mit deinen Antworten schon sehr geholfen! ;)Ich kenne das mit der Traumwelt von mir auch sehr gut. Seit ich die Therapie mache, ist das halt zum Glück weniger geworden. Aber dafür hält dann quasi der Alk hin, weil ich das im realen Leben mit der Flucht in die Traumwelt nicht so schaffe.
An welchen Rückfällen leidest du denn, wenn ich fragen darf? -
Hallo und guten Morgen, paindrop!
"Du hast mir mit deinen Antworten schon sehr geholfen! ;)"
Puh .... ich dachte gestern Abend noch, ich hätte dich durch meine Offenheit vielleicht verletzt!
Sicher ist die Traumwelt (manchmal) schöner als die Realität, aber genau dieser Realität müssen wir uns eben stellen und einen Weg finden, wie wir damit klarkommen. Jeder für sich! Und die Traumwelt sollte eigentlich nur ein Pool der Ruhe sein, um wieder Kraft für die 'Welt da draussen' sammeln. Und es gibt noch viele viele andere Arten, Ruhe und Kraft zu tanken. Hobbys z. B.! Sinnvolle und angenehme Freizeitgestaltung.
...aber was rede ich da! Das muss ich selbst ja auch erstmal alles wieder lernen ...;(Mein Prob ist der Alkohol ... in meiner Vorstellung habe ich bissel was dazu geschrieben. `n bissel! Denn die ganze Geschichte ist natürlich etwas ausführlicher, wie bei jedem anderen auch.
Aber das sollte ja auch nur zum KURZ vorstellen dienen ...
Schön dass du nachfragst!Liebe Grüsse
Gipfel -
nein, du hast mir irgendwie mit deiner Sicht der Dinge geholfen! und vor allem für die Offenheit danke ich dir!
Ich werde uns einfach zeit geben, und schauen, was sich tut und was nicht.... ohne Druck... dann sieht man, ob man harmonisiert...
ich werd mir deinen Beitrag gleich mal durchlesen, würd mich sehr interessieren! -
" nein, du hast mir irgendwie mit deiner Sicht der Dinge geholfen! und vor allem für die Offenheit danke ich dir! "
Das freut mich, paindrop!
Und deine Einstellung zu der Beziehung finde ich auch klasse.Was ich bisher so an und mit mir festgestellt habe ist, dass es super ist, wenn man in sich selbst 'wohnt'. D.h., wenn man/frau mit sich selbst zufrieden ist und seinen ganz eigenen Weg geht, vollkommen unabhängig von allen anderen. Das setzt allerdings vorraus, dass man auch selbst mit sich klarkommt, im besten Falle, dass man sich selbst liebt und mit sich im Reinen ist. Dass man sich selbst als 'ok' ansieht und sich selbst annimmt -so wie man ist. Mit allen schwächen und Stärken.
Und wenn dann etwas oder jemand von aussen hinzukommt, dann sehe ich das als Bereicherung dessen, was ich eh schon habe, quasi als Geschenk im weitesten Sinne.Ist aber `n weiter Weg bis dahin und ich selbst stehe auch erst (wieder) am Anfang dessen. Sonst würde ich mich ja nicht immer wieder wegdröhnen ...

Ich schätze, ich hätte meine Krankheit in der Vergangenheit nicht dermassen aus den Augen verlieren dürfen; einfach mehr kümmern müssen und meine Chancen besser nutzen sollen.
Gipfel -
ich hab gerade mal deine Vorstellung gelesen. Weißt du, was der Auslöser war, dafür, dass du mit dem Trinken angefangen hast?
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Nein. Zumindest nicht mit Sicherheit. In Frage kommt da einiges:
-Vater Alkoholiker!
-tägl. Mißhandlungen von Vater und Bruder?
-zuwenig Liebe und Anerkennung erfahren?
-Frustsaufen?Guck ... mit 12 Jahren war ich mit der Hausbar auf du und du.
Und als ich dann mit 19 Jahren von zu Hause auszog, da brachen alle
Hemmschwellen, und dann ging`s richtig ab!Und heute renn` ich dem hinterher und seh` zu, wie ich das wieder
halbwegs auf die Reihe kriege.
Wie gesagt - ich hatte meine Chancen! Und ich erarbeite mir neue, denn mit
unserem 'Päckchen' bedeutet aufzugeben den Tod.
Und der kommt zeitig genug; Von ganz alleine. Da muss und will ich nicht noch nachhelfen.
Ausserdem will natürlich auch ich ein (wenigstens halbwegs) zufriedenes Leben leben, denn voraussichtlich habe ich nur das Eine.
Liebe Grüsse
Gipfel -
Oh ja, da hattest du auch die allerbesten Voraussetzungen mit deinem Vater als Alkoholiker. Bei mir ist es die Mutter und sie war alleinerziehend. War dein Vater auch alleinerziehend? Was ist mit deiner Mutter gewesen?
Ja, ich denke wir suchen alle einen Weg, damit wir einfach gut "ohne" es zu leben. Wir fühlen uns halt verletztlicher, denn wir wissen ja, was uns in der Not in eine andere Welt holt, aber richtig ist das nicht und das wissen wir alle.
Wieviel trinkst du denn am Tag, wenn ich fragen darf? Auch tagsüber? und wie lange warst du "trocken"?wie sahen denn die Mißhandlungen von Vater und Bruder aus?
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Naja, meine Mutter war mit der Situation einigermaßen überfordert; Sie ließ sich dann scheiden als ich 12 war und nahm meinen Bruder und mich mit; Dann war sie alleinerziehend. Aber Dresche vom großen Bruder gabs weiterhin, eher noch mehr als vorher. Knüppel, Gürtel, glühende Gegenstände, ...
"was uns in der Not in eine andere Welt holt, aber richtig ist das nicht und das wissen wir alle. "
Ha -> letztendlich macht das die Not nur noch größer.'Normalerweise` trinke ich so 2 Liter Wein am Tag, und das steigert sich dann natürlich mit der Zeit immer mehr. Seit Sonntag bin ich auf null und es ist nicht einfach. Es war paarmal mächtig *knapp*, aber ständig denke ich mir "nur heute nicht". Ist zwar `n Spruch von AA (ich halte nicht sehr viel von dieser Organisation), aber dieser Spruch hilft mir momentan sehr.
Auch das Schreiben mit dir!
Danke!!
Achso:
der Saufdruck kommt am späten Nachmittag und trocken war ich an die 8 Jahre ... bis ich den Rotz wieder zugelassen habe. Ich Depp
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ach du scheiße und deine Mutter hat wahrscheinlich mehr weggeschaut wegen deinem Bruder oder hast du ihr das nicht gesagt?
Ja, das macht die Not noch größer, ich weiß was du meinst.
Zwei Liter Wein über den Tag verteilt oder hintereinander weg? Herzlichen glückwunsch, dass du seit Sonntag wieder einen cut gemacht hast!! finde ich richtig gut! warst du mal bei den AA oder?
Es freut mich, wenn es dir hilft! hier versucht man sich ja gegenseitig zu helfen
LG paindrop -
Naja, "weggeschaut" grad nicht, aber was sollte sie schon groß tun?
Sie musste arbeiten gehen, hatte den Haushalt, war mächtig unter Stress damals ....
und ein bissel was wollte sie ja auch noch vom Leben haben. Deshalb bin ich weg so früh es nur ging.Den Wein? Gegen Abend gings los, und dann innerhalb weniger Stunden.
Als ich noch am 'harten' Zeugs hing vor der LZT, da gings nach dem Aufstehen schon los mit Hochprozentigem. Quasi "Startpilot" für in den Tag.Bei `ner SHG war ich nie (einer meiner Fehler). Aber im Zuge so einer Saufkarriere hört und liest man so einiges. Ich kenne in etwa das Programm der AA und es gefällt mir nicht. Aber es klasse, dass es schon vielen anderen geholfen hat und das noch immer tut.
Und wenn ich im RealLife schon nicht groß was tue, dann eben online!
Der Cut MUSSTE sein, ich war wiedermal an einer Grenze, wo ich sagen muß:
"SO NICHT (mehr)! [bis zum nächsten Mal]" F**K." Es freut mich, wenn es dir hilft! hier versucht man sich ja gegenseitig zu helfen"
Ich bin ja hier noch ein Frischling, aber ich hoffe, du und all die andern haben hier auch schon gute Hilfe hier erfahren!?
Ich find`s klasse hier!
Gipfel -
warum bis zum nächsten mal? fängst du wieder an, wenn du stress hast oder wenn diese innere Leere oder Langeweile auftaucht?
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Ich war schon oft an diesem Punkt, so wie jetzt mit Cut und so.
Vorgestern wars schwierig, die Finger weg zu lassen. Gestern noch schlimmer.
Aber nur nix mehr zu trinken reicht eben nicht, weil das ja an der eigentlichen Problematik nix ändert.
Nur: was muß ich ändern?Da fällt mir gerade auf, dass das hier DEIN Thread ist und wir die ganze Zeit schon über mich reden!
Sorry!Liebe Grüsse
Gipfel -
ja sind etwas vom Thema abgewichen... ist aber kein Thema! Ich wünsche mir halt, dass diese Beziehung funktioniert, weil ich mit seiner Art zurecht kommen würde im Alltag. Er ist sehr hilfsbereit und auch gefühlvoll. Er hat sich wohl auch eine kleine mauer um sich aufgebaut, er ist aber gewillt, das zu ändern. Da bin ich sehr froh darüber. Die Chance geb ich uns auf jeden Fall.
Ich hoffe nur, dass ich dieses abendliche Trinken abstellen werde! Bei mir fing das mit 17 an. Hatte zu Hause halt auch nur gedöns (kannst ja wenn du magst meinen Beitrag "Alkohol - Angst vor dem Absturz" lesen) und da war es teilweise richtig extrem. Wenn ich von der Ausbildung nach Hause kam, musste ich sofort heimlich im Badezimmer zum Beispiel eine ganze Flasche Sekt oder so trinken, damit ich meine Mutter aushalte. Und dann habe ich noch mehr getrunken später (natürlich auch heimlich). -
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